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Todessehnsucht Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Death Wish
Episodennummer: 2x18
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 19. Februar 1996
Erstausstrahlung D: 26. Juli 1997
Drehbuch: Shawn Piller & Michael Piller
Regie: James L. Conway
Hauptdarsteller: Kate Mulgrew als Captain Kathryn Janeway, Roxann Biggs-Dawson als B'Elanna Torres, Jennifer Lien als Kes, Robert Duncan McNeill als Tom Paris, Ethan Phillips als Neelix, Robert Picardo als The Doctor, Tim Russ als Tuvok, Garrett Wang als Harry Kim.
Gastdarsteller: John de Lancie als Q, Gerrit Graham als Quinn, Peter Dennis als Isaac Newton, Maury Ginsberg als Maury Ginsberg, Jonathan Frakes als William T. Riker u.a.

Kurzinhalt: Die Crew der U.S.S. Voyager entdeckt in ihrer Flugbahn einen Kometen, der sich auf untypische Art und Weise bewegt. Als man in dessen Zentrum ein unidentifizierbares Objekt feststellt und dieses an Bord beamt, stellt es sich als ein Mitglied des Q-Kontinuums heraus. Dieser Q freut sich darüber, von der Voyager-Crew aus seinem Gefängnis befreit worden zu sein, in das er wegen seiner gefährlichen Ansichten gesteckt wurde. Denn: Q ist seines omnipotenten, ewigen Lebens müde, und hat schon mehrmals – erfolglos – versucht, sich das Leben zu nehmen. Kurz nach seiner Ankunft tritt dann auch der uns bekannte Q in Erscheinung, und versucht, den anderen Q wieder in sein Gefängnis zu stecken – wobei die Voyager ins Kreuzfeuer der beiden omnipotenten Wesen zu geraten droht. Captain Janeway macht dem Konflikt dann vorerst ein Ende, als der todessehnsüchtige Q bei ihr um Asyl ansucht, und sie sich mit den beiden Qs darauf verständigt, dass sie sich ihrer Entscheidung fügen werden. Wird Q's Ansuchen abgelehnt, muss er ins Kontinuum zurückkehren und wird wohl wieder in sein Gefängnis gesteckt. Nimmt sie seinen Antrag an, muss das Kontinuum seine Kräfte nehmen und ihm Sterblichkeit gewähren. Im nachfolgenden Verfahren lastet somit eine schwere moralische Last auf Janeways Schultern – denn ein positiver Asylbescheid würde zugleich den Tod dieses Qs bedeuten…

Denkwürdige Zitate: "How did you get out, Q?"
"I'm afraid we're responsible for that."
"Oh, well, I guess that's what we get for having a woman in the captain's seat."
(Q hält scheinbar von "Frauen am Steuer" scheinbar nicht viel.)

"I am curious. Have the Q always had an absence of manners, or is it the result of some natural evolutionary process that comes with omnipotence?"
(Nachdem sich rüdes Verhalten auch bei Menschen finden lässt, würde ich mal sagen: Ersteres.)

"This is your own doing. You could live a perfectly normal life if you were simply willing to live a perfectly normal life."
(Q zum anderen Q.)

"Everyone has heard everything, seen everything. They haven't had to speak to each other in ten millennia. There's nothing left to say."
(Q versucht Captain Janeway, die Tristesse der Existenz im Q-Kontinuum zu verdeutlichen.)

"May I see you in your chambers, Captain?"
"You've been in my chambers enough for one visit, sir."
(Janeway zeigt sich über Q's nächtliche Besuche wenig erfreut.)


Review: Episodenbild (c) CBS Ich weiß natürlich, dass "Voyager" allgemein als keine besonders gute "Star Trek"-Serie angesehen wird, und ich mit meiner meist gar nicht mal so negativen Meinung über gewisse Episode somit oftmals eher allein dastehe, aber… wir können uns doch hoffentlich alle darauf einigen, dass "Todessehnsucht" eine ausgezeichnete Folge war?!?! Während ich nämlich zuletzt bei meinen "Star Trek"-Besprechungen eher nicht wusste, wo ich mit meiner Kritik anfangen soll, habe ich hier vielmehr das gegenteilige Problem, und weiß vielmehr nicht, was ich zuerst loben soll. Beginnen wir mit dem Auftritt von Q. Also nicht dem neuen, sondern der uns altbekannten Nervensäge. Seit seinem ersten Auftritt im TNG-Pilotfilm mauserte er sich rasch zu einer meiner Lieblingsfiguren, jedoch sollte sich in weiterer Folge und insbesondere bei seinem Auftritt bei DS9 (angesichts der Tatsache, dass es auch der einzige blieb, wage ich zu behaupten, ich bin mit meiner eher kritischen Betrachtung der betreffenden Episode nicht allein) zeigen, dass selbst er kein Selbstläufer ist. Trotz allem Charisma braucht es auch einen guten Plot, und vor allem muss die Interaktion zwischen Q und seinem Gegenüber stimmen. Vor allem auch bei letzterem haperte es bei "Q - Unerwünscht" in meinen Augen gewaltig.

Kate Mulgrew/Kathryn Janeway erweisen sich hier nun allerdings als deutlich bessere Gegenspielerinnen für John DeLancie/Q, als dies Avery Brooks/Benjamin Sisko war. Die Dynamik zwischen ihnen unterscheidet sich dabei angenehmerweise auch stark von jener zwischen Q und Picard, wobei vor allem auch durch die unterschiedlichen Geschlechter eine interessante Komponente hinzukommt. Jedenfalls fand ich die gemeinsamen Szenen zwischen Q und Janeway phantastisch, und auf einer Höhe mit den besten Momenten zwischen Q und Picard. Generell habe ich mich über seinen Auftritt hier enorm gefreut, wobei man ihm diesmal auch wieder viele amüsante Kommentare mit auf den Weg gegeben hat. Und John DeLancies genüssliches Schauspiel ist ja ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Sein Gegenpart aus dem Kontinuum, der Einfachheit halber ab sofort Quinn genannt (auch wenn er diesen Namen erst ganz am Ende der Folge erhält), kann zwar was Charisma betrifft mit ihm nicht mithalten, wird einem aber als Figur durchaus schnell sympathisch, so dass man was seine Zwangslage betrifft durchaus mit ihm mitfühlt. Womit wir auch schon bei einem der größten Pluspunkte der Folge angelangt wären: Denn in "Todessehnsucht" wendet man sich dem ernsten Thema der Sterbehilfe zu – wenn auch auf bewusst auf eine andere Ebene gehobene Art und Weise. Eben darin sehe ich ja eine der ganz großen Stärken von Science Fiction-Unterhaltung. Solch schwierigen Thematiken dadurch, dass man sie in einen anderen Kontext stellt, neue Aspekte abzugewinnen, und dadurch zu erlauben sie – abseits von reflexartigen, emotionalen Reaktionen – zu analysieren. Natürlich lässt sich Quinns Problemlage nicht 1:1 auf Euthanasie anwenden, aber genau darum geht es ja. Denn eben diese Unterschiede erlauben uns, einen hoffentlich objektiveren Blick von außen auf das emotional vorbelastete Thema zu werfen.

Episodenbild (c) CBS Zumal sich "Todessehnsucht" auch nicht rein auf diese Thematik reduzieren lässt, sondern diese vielmehr noch um einige weitere interessante Ansätze, wie z.B. einer kritischen Betrachtung von göttlicher Allmacht sowie von Unsterblichkeit, ergänzt. Auf den ersten Blick würden wir uns oftmals machtlos fühlenden, sterblichen Menschen in diesen wohl einen uneingeschränkten Segen sehen, "Todessehnsucht" zeigt jedoch den Fluch hinter solch einer Existenz auf. Denn irgendwann hat man alles gesehen, alles erforscht, gibt es keine offenen Fragen mehr, nichts neues mehr zu entdecken, und nichts, auf das man sich noch freuen oder das einen überraschen würde. Verdeutlicht wird die Tristesse und Trostlosigkeit ihrer Existenz dann u.a. durch die surreale Darstellung des Q-Kontinuums, mit Q, die wie Statuen still in der Gegend herumstehen, Uhren ohne Zeiger, einem abgelegenen Häuschen in der Wüste, und scheinbar unendlichen Straßen, die ins Nichts führen. Öder hat die Unendlichkeit wohl selten gewirkt. Dass mit dieser Offenbarung rückwirkend auch Q's rebellisches Verhalten erklärt wird, ist dann das Tüpfelchen auf dem i.

Last but not least wirft "Todessehnsucht" auch einen missbilligenden Blick auf den Widerspruch, Sterbehilfe abzulehnen, aber die Todesstrafe zuzulassen – und äußert sich damit auch ganz besonders kritisch gegenüber der damals vorherrschenden Politik in vielen US-Bundesstaaten. Auch dies stach für mich sehr positiv hervor. Recht nett fand ich auch den kurzen Gastauftritt von Riker, der hier – so wie ein Techniker des Woodstock-Konzerts sowie Isaac Newton – während der Verhandlung kurz ihre Aufwartung machen (als Beispiele für Menschen, deren Leben durch Quinn maßgeblich beeinflusst wurden). Neben den bereits angesprochenen, faszinierenden und teils schwierigen Thematiken sowie Q's wieder einmal überaus amüsanten und unterhaltsamen Gastauftritt lebt "Todessehnsucht" letztendlich aber in erster Linie vom packenden moralischen Dilemma, mit dem sich Kathryn Janeway konfrontiert sieht. Auf der einen Seite ist sie natürlich grundsätzlich durchaus gewillt, Quinn Asyl zu gewähren – muss sich jedoch auch der Tatsache stellen, dass sie ihn damit praktisch zum Tode verurteilt. Auch wenn er sich genau dies wünscht, ist dies eine große und schwere Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet. Positiv sehe ich zudem, dass sie die Folge nicht etwa am Ende leicht vom Haken lässt. Dass Quinn sich der Crew der Voyager nicht anschließt, war zu erwarten, und angesichts der Tatsache, dass sie eigentlich nach den ganzen Shuttles die schon zerstört wurden jetzt bereits einen Bestand von Minus eins haben müssten, konnten sie ihm wohl auch nicht einfach eins überlassen (wie das bei TNG damals bei Scotty gemacht wurde), damit er das Weltall bereisen kann. Aber man hätte ihn ja irgendwo aussetzen können oder ähnliches. Stattdessen wird Captain Janeway am Ende direkt mit den Folgen ihrer Entscheidung konfrontiert, als Quinn – mit Hilfe von Q – Selbstmord begeht. Auch dieser tragische Ausklang trug für mich entscheidend zum überaus positiven Eindruck der Folge bei.

Episodenbild (c) CBS Ganz perfekt ist sie allerdings nicht. So sehe ich z.B. Q's Angebot, die Voyager nach Hause zu bringen, zwiespältig. Natürlich mussten die Macher dessen Fähigkeit, eben dies zu tun, ansprechen. Und dass er versucht, sie auf diese Art und Weise zu bestechen, macht ihre Entscheidung nur umso schwieriger – und streicht ihre Selbstlosigkeit hervor. Und die wunderschöne Einstellung mit der Erde aus dem Fenster der Voyager heraus machte die Sehnsucht nach ihrer Heimat wieder einmal spür- und nachvollziehbar. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass praktisch im selben Moment klar war, wie sie am Ende entscheiden würde, was der Folge im Allgemeinen und der Urteilsverkündung im Besonderen einiges an Spannung nahm. Und die Argumentation, dass Quinn keinen Einfluss auf Rikers Leben haben konnte, da er während dessen Lebensdauer im Kometen eingesperrt hat, ergibt angesichts der Tatsache, dass sich die Q frei von jeglichen Einschränkungen durch Raum und Zeit bewegen können, ergibt keinen Sinn. Da haben die Drehbuchautoren kurz mal nicht nachgedacht. Trotz dieser kleineren Kritikpunkte ist "Todessehnsucht" aber klar die beste "Voyager"-Folge seit dem Pilotfilm.

Fazit: "Todessehnsucht" ist eine phantastische Folge, die nur wegen ein paar kleinerer Kritikpunkte – allen voran des aufgrund Q's Angebot vorhersehbaren Ausgang des Verfahrens – knapp an der Höchstwertung vorbeischrammt. Davon abgesehen war die Episode aber rundum gelungen, und begeisterte mich u.a. mit der Rückkehr von Q, den großartigen Interaktionen zwischen ihm und Kathryn Janeway (die jene zwischen ihm und Sisko aber sowas von alt aussehen lassen), Quinns Todeswunsch, der damit einhergehenden Thematisierung von Themen wie Sterbehilfe, aber auch dem Fluch einer unsterblichen Existenz, dem faszinierenden Einblick ins Q-Kontinuum, den sehr guten bis phantastischen schauspielerischen Leistungen, sowie Janeways nachvollziehbarem, schwierigen moralischen Dilemma. Es ist eine Episode, die mich einerseits gepackt, berührt und bestens unterhalten, und mich andererseits aber auch zum Nachdenken angeregt hat. Vollgepackt mit großartigen Szenen, zählt "Todessehnsucht" für mich ganz klar zu den Sternstunden von "Voyager"!

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS/Paramount)




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