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Der große Schlag PDF Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Warner Bros.

Originaltitel: Shadow Dancing
Episodennummer: 3x21
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 21. Oktober 1996
Erstausstrahlung D: 16. Februar 1997
Drehbuch: J. Michael Straczynski
Regie: Kim Friedman
Hauptdarsteller: Bruce Boxleitner als Captain John Sheridan, Claudia Christian als Commander Susan Ivanova, Jerry Doyle als Security Chief Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Richard Biggs als Doctor Stephen Franklin, Bill Mumy als Lennier, Stephen Furst als Vir Cotto, Jason Carter als Marcus Cole, Jeff Conaway als Zack Allaln, Peter Jurasik als Londo, Andreas Katsulas als G'Kar.
Gastdarsteller: Melissa Gilbert als Anna, Shirley Prestia als Barbara, Doug Cox als Husband, Joshua Cox als Lt. Corwin, J. Gordon Noice als Man, Nicholas Ross Oleson als Thug #1, John Grantham als Thug #2, Jonathan Chapman als Brakiri u.a.

Kurzinhalt: Sheridan ist es gelungen, ein Muster in den Angriffen der Schatten zu entdecken. Er ist davon überzeugt, dass sie bislang ganz bewusst einen Raumsektor in der Mitte ihrer bisherigen Angriffe ausgelassen haben, um alle Flüchtlingsschiffe dorthin zu treiben – um diese dann in einer koordinierten, großen Attacke alle auf einmal auszulöschen. Die Armee des Lichts will dies mit allen Mitteln verhindern. Mit Delenns Hilfe gelingt es, die Liga der blockfreien Welten davon zu überzeugen, Schlachtschiffe abzustellen. Mit einigen schweren Kreuzern der Minbari sowie der neu gebauten Flotte an Schiffen des Typs "Weißer Stern" fliegen Sheridan und Delenn schließlich los, um im Hyperraum auf der Lauer zu liegen. Währenddessen bilden Ivanova und Marcus in einem Weißen Stern die Vorhut – sie sollen Alarm schlagen, sobald die Schatten den Sektor angreifen. Es ist eine gefährliche Mission – könnte es doch sein, dass die Hauptstreitmacht nicht rechtzeitig eintritt, um ihren Rückzug zu decken. Währenddessen gerät Stephen Franklin während seines Selbstfindungstrips in der unteren Ebene in einen Überfall. Er mischt sich ein, und wird vom Dieb mit einem Messer schwer verletzt. Während er versucht, an einen Ort zu gelangen wo er von Menschen gefunden und in ein Medlab gebracht werden kann, findet er wortwörtlich zu sich selbst…

Denkwürdige Zitate: "May God stand between you and harm, in all the empty places you must walk."
(Ivanova zitiert den ägyptischen Segensspruch aus "Rettet die Cortez!")

"You're the most beautiful woman I've ever met."
(Marcus gesteht Ivanova – auf minbarisch – seine Gefühle.)

"And afterwards, once we've finished this, we will spend the night together."
(Sheridans verblüffter Gesichtsausdruck ist zu komisch.)

"That's a lot of ships."
"That's a bloody awful lot of ships."
(Die Reaktion von Ivanova und Marcus, als die Flotte der Schatten den Sektor erreicht.)

"When I thought I was going to die, even with everything that's happened, I realized I didn't want to let go. I wanted to do it all over again, but this time I'd appreciate the moments. I can't go back, but maybe I can appreciate what I have right now, and define myself by what I am, instead of what I'm not."
"And what's that?"
"Alive. Everything else is negotiable."
(Franklins wunderschöner Abschlussmonolog.)


Review: Episodenbild (c) Warner Bros. "Der große Schlag" ist in vielerlei Hinsicht jene Episode, auf die man die komplette dritte Staffel hinweg hingearbeitet hat (während "Z'ha'dum" jene Folge ist, auf die man die gesamte Serie über hingearbeitet hat). Die Handlungsstränge und/oder Anspielungen/Vorausahnungen aus früheren Episoden, die hier nun aufgegriffen werden, sind wirklich beachtlich, und umfassen unter anderem den ägyptischen Segensspruch ("Rettet die Cortez!"), den ersten großen Kampf gegen die Schatten (bei dem Telepathen eine wesentliche Rolle spielen – siehe "Der Feind meines Feindes" und "Die Schlacht der Telepathen"), Franklins seiner Stim-Sucht folgender Walkabout (zu dem er am Ende von "Zeit des Abschieds" aufgebrochen ist), sowie Delenns Zeitsprung aus "Tausend Jahre durch die Zeit". Dementsprechend beginnt sich hier nun schön langsam aber sicher JMS' Masterplan – nachdem die ersten beiden Staffeln mit einer fortlaufenden Handlung eher noch geflirtet haben, anstatt sich kopfüber darauf zu stürzen) – zum ersten Mal so richtig abzuzeichnen. Jedenfalls: Die Art und Weise wie die im Verlauf der Staffel aufgebauten Handlungsstränge hier nun ihren (vorläufigen) Höhepunkt erreichen, ist für mich ganz klar die größte Stärke der Episode.

Ich persönlich schätze dabei die Handlung rund um den Angriff auf die Schatten etwas stärker ein als jene rund um Franklin. Natürlich ist die Raumschlacht in "Der große Schlag" bei weitem nicht die erste und nicht einmal die erste größere der Serie, und dennoch würde ich sagen, war bislang noch keine so spektakulär und aufwändig umgesetzt wie diese hier (ja nicht einmal jene aus "Die Strafaktion", wobei ich gestehen muss, dass diese dafür etwas spannender war, und mehr emotionalen Punch beinhaltete; aber wir reden hier jetzt rein vom gebotenen Spektakel). Das war schon sehr beeindruckend und setzte in der damaligen SF-TV-Landschaft neue Maßstäbe (was umso beachtlicher ist, wenn man sich das im Vergleich zu "Star Trek" deutlich geringere Budget der Serie vor Augen hält). Aber auch von den Effekten – die neben ihrer Dynamik und der schieren Anzahl an Schiffen vor allem auch wieder mit dem schönen bunten Nebenhintergrund bestach; wie die Szenen insgesamt sehr künstlerisch und hochwertig gestaltet waren – abgesehen war die Raumschlacht phantastisch umgesetzt, und sehr packend gemacht. Zuerst der kleinere Kampf des Weißen Sterns mit Marcus und Ivanova an Bord, dann auf einmal die riesige Armada an Schattenschiffen (wo mir bei der Erstsichtung die Kinnlade heruntergeklappt ist), und letztendlich die riesige Raumschlacht, bei der jedoch trotz all des Chaos auch immer wieder ein bisschen Taktik durchblitzt. Jedenfalls könnte das gut und gerne die beste Raumschlacht der gesamten Serie sein. Wunderbar waren allerdings sowohl der Aufbau – wo mir insbesondere die gemeinsamen Szenen und Marcus und Ivanova wieder einmal sehr gut gefallen haben; die beiden sind halt einfach ein unschlagbares Team, und Garanten für sehr gute Unterhaltung (einzig, dass sich Marcus so rasch von seinen Verletzungen in der Episode zuvor erholt hat, könnte man kritisieren) – als auch der Ausklang, wo man uns neuerlich gespenstische Bilder bot (irgendwo zwischen wunderschön und abschreckend) und uns den Preis des Kampfes nicht vergessen ließ.

Episodenbild (c) Warner Bros. Die Handlung rund um Franklin ist ja grundsätzlich schon sehr gelungen, aber ich muss gestehen, ich war damals schon ziemlich irritiert. Dass JMS Franklins Suche nach sich selbst derart wörtlich nehmen würde, hatte ich nicht erwartet, und selbst heute bin ich mir noch nicht 100%ig sicher, ob das wirklich vollständig so funktioniert, wie es von ihm gedacht war. Irgendwie ist es schon ein wenig "cheesy", theatralisch und überdramatisiert. Dementsprechend reißt es mich selbst heute noch im ersten Moment wenn der zweite Franklin plötzlich auftaucht. Ich muss allerdings gestehen, dass weitere – sehr harte – Zwiegespräch dass er mit sich führt gefällt mir dann sehr gut. Franklin geht mich sich sehr hart ins Gericht, und mir gefällt, wie seine Probleme hier offen angesprochen und auf den Punkt gebracht werden – vor allem auch, da selbst seine Entscheidung auf diesen Walkabout zu gehen angesprochen und als neuerliches Weglaufen kritisiert wird. Und so unsicher ich mir bezüglich dieses Stilmittels auch sein mag, aber dank Richard Biggs toller Performance, der kraftvollen Szene sowie Christopher Frankes Musik läuft es mir in jenem Moment, wo Franklin #2 Franklin #1 dazu anstachelt, sich aufzurichten, jedes Mal kalt den Rücken hinunter. Das ist wirklich klasse.

Interessant finde ich, dass in diesem Moment auch Parallelen zu Garibaldis Überlebenskampf in "Chrysalis" deutlich werden. Und auch die Frage "Was willst du" findet sich hier wieder. Damit zeigen sich in der Erzählung einige interessante Parallelen und Überschneidungen. Es gibt allerdings auch einen nicht unwesentlichen Kritikpunkt – der auch dafür hauptverantwortlich ist, dass ich "Der große Schlag" die Höchstwertung vorenthalte: Denn so gut beide Handlungsstränge individuell auch sein mögen, so finde ich doch, dass JMS – gerade auch, als beide auf ihren Höhepunkt zustreben – zu oft zwischen beiden hin- und herwechselt, so dass es mich irgendwie ständig aus dem jeweiligen Moment herausreißt. Hier hätte ich es vorgezogen, länger an einem Schauplatz zu bleiben und den Verlauf der jeweiligen Szenen auch wirklich ausspielen zu lassen. Und wenn ich schon dabei bin: Das erneute Aufrollen von Stephens Walkabout damit allfällige neue Zuschauer auf dem aktuellen Stand sind gestaltete sich ebenfalls wieder etwas verkrampft. Vollständig überzeugen konnten mich dafür die letzten paar Minuten. Zuerst einmal fand ich die Analyse von Sheridans Traum aus "Alarm in Sektor 42", der hier nun nach langer Zeit wieder aufgegriffen wird, sehr interessant. Auf die von JMS' angedachte Erklärung (siehe seine Kommentare unten) wäre ich zwar nie gekommen – woran die deutsche Synchro nicht ganz unschuldig ist, die einem eine andere Interpretation in "Z'ha'dum" fast förmlich aufdrängt. Aber letztendlich funktioniert die Traumanalyse so und so. Und da es das einzige Mal ist, dass solche Träume und Visionen tatsächlich von den Figuren besprochen und analysiert werden, sticht es für mich schon irgendwie hervor. Auch die beiden abschließenden Szenen mit Franklin sind sehr nett, wobei vor allem sein Abschlussmonolog über das Leben besticht (und heutzutage durch Richard Biggs frühen Tod zusätzliche Tragik erhält).

Episodenbild (c) Warner Bros. Einer der besten Momente der Folge kommt aber dann natürlich am Ende. JMS baut hier mit dem durch den Hyperraum fliegenden Schattenschiff und der Ankunft einer unbekannten Person auf der Station – was wir aus deren Sicht verfolgen wodurch wir nicht erfahren, um wen es sich handelt – eine ungeheure Spannung, Neugierde und Erwartungshaltung beim Zuschauer auf (unterstützt von Christopher Frankes unheilvoller Musik). Dann greift er Delenns Vision aus "Tausend Jahre durch die Zeit" auf und offenbart und also nun endlich, wer da "Hallo" gesagt und in der Tür gestanden ist – und Delenn derart schockiert hat, dass sie die Glaskugel fallen ließ. Ich muss gestehen: Vermutlich hätte man es sich nach dieser Vorschau bereits denken können; wer sonst könnte solch eine Reaktion bei ihr wohl auslösen? Zumindest für mich kam es damals aber völlig unerwartet – dementsprechend schockiert war ich, als sich die Besucherin als Anna Sheridan vorgestellt hat. Ein großartiger Cliffhanger, mit dem man uns – zusammen mit dem unheilverkündenden Countdown – voller brennender Fragen und sorgenvoller Gedanken ins Staffelfinale entlässt.

Fazit: Mit "Der große Schlag" zeigt die Formkurve weiter nach oben. Die Lage spitzt sich gleich auf zwei Ebenen zu: Sheridan und seine Streitkräfte messen sich zum ersten Mal in einer großen Schlacht mit den Schatten, und Dr. Franklin findet sich selbst. Fand ich letzteres beim ersten Ansehen noch ziemlich clever, bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, ob JMS Franklins Selbstfindung wirklich so wortwörtlich nehmen musste. Heute kommt es mir doch etwas "cheesy" vor. Dafür sind die Szenen wenigstens gut geschrieben und sehr gut gespielt. Die bessere Handlung ist aber sicherlich jene rund um den Kampf gegen die Schatten. Es ist nach "Die Strafaktion" die zweite wirklich große Raumschlacht der Serie, und aus meiner Sicht selbst heute noch sehr beeindruckend. Vor allem gefällt mir daran auch, dass im Gegensatz zu anderen Serien hier nie vergessen wird, dass dieser Sieg um einen hohen Preis erkauft wurde. Gut gefällt mir auch immer wieder die Interaktion zwischen Ivanova und Marcus. Herzstück der Episode sind aber wohl die letzten zwei Minuten. Wir sehen, dass jemand an Bord der Station kommt und sich die meisten über den Neuankömmling verwundert zeigen – doch da wir diese Szenen aus Sicht der Figur erleben, erfahren wir nicht, wer es ist. Das ist wirklich verdammt clever und ungemein wirkungsvoll gemacht, da sich hier eine ungeheure Neugierde und Erwartungshaltung beim Zuschauer aufbaut. Und die Auflösung der Frage enttäuscht dann ebenfalls nicht, und sorgte dafür, dass ich bei der Erstsichtung die darauffolgende Episode schon gar nicht mehr erwarten konnte. Lediglich der meines Erachtens nicht optimale Schnitt – genauer gesagt die ständigen Wechsel zwischen Franklins Überlebenskampf und der Raumschlacht – verhindert die Höchstwertung.

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel


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Stimmen zur Episode:
Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Jason Carter über die Schlachtsequenzen: „Du reagierst auf etwas Externen, dass du noch nicht mal kennst. Man muss sich einfach darauf einlassen und die Stärke deiner Reaktionen künstlich erhöhen, und so das kompensieren was dir fehlt: Der Boden wackelt nicht, es gibt keine lauten Geräusche, und es findet draußen auch keine große Schlacht statt, mit all den Soundeffekten und dem Zeug dass da vor sich geht. Auch der Schnitt macht sehr viel aus. Wenn du von einer großen Explosion die du draußen in CGI siehst ins Innere schneidest wo alle gerade umfallen, und dann direkt wieder hinaus, macht das nichts, weil du dich mit einem hohen Tempo bewegst und das Hirn die beiden Bilder im Kopf miteinander verknüpft. "Oh, sieh nur, das Schiff hat gewackelt, und nun fallen sie alle um. Das ergibt Sinn." Die Zuschauer machen also die Arbeit für uns und füllen die Lücken aus, was gut ist, weil ansonsten würden wir uns alle sehr, sehr weh tun!”

  • Claudia Christian zum gleichen Thema: „In gewisser Weise ist es recht ermüdend, da du in etwa sieben Seiten an Dialogen hast, und diese auf einzelne Zeilen heruntergebrochen werden. Du sagst also "Feuer frei!". Und dann wiederholst du es, "Feuer frei!", und Schnitt. Dann wird die Beleuchtung umgestellt, und in der nächsten Szene sagst du dann "Immer geradeaus", oder was auch immer. Es ist so als würdest du den ganzen Tag nur One-Liner von dir geben, und mit der Zeit wird das schon etwas langweilig; aber hey, es ist ein Job!”

  • Auch Mira Furlan fiel das Schauspielern in einem Vakuum schwer: „Mir gefiel, wie sie ausgesehen haben; sie sahen wirklich toll aus. Es war auch wundervoll geschnitten. Aber es war schrecklich, das zu drehen, weil du nicht weißt was vor sich geht; du tappst völlig im Dunkeln, und fühlst dich so unaufrichtig an. "Hier sind sie, sie kommen." Niemand genießt so etwas. Ich mag echte Beziehungen, das Wahrhaftige, diesen "Ball", ich werfe ihn zu dir, und du wirfst ihn zu mir. Aber wenn du ohne irgendetwas spielst, weißt du nicht, was du da eigentlich tust; du bist nur ein Spielzeug und der Editor oder der Regisseur ist derjenige, der die Strippen zieht. Er ist der Meister, und du bist nur ein kleiner Teil davon.”


  • Und auch Bruce Boxleiter hatte mit den Effektszenen so seine Probleme: „Das war sehr schwierig zu drehen. Tatsächlich musste ich danach nochmal reingehen und in der Nachproduktion was den Ton betrifft nochmal nachbessern. Es fiel mir schwer, all das zu sehen; ich dachte, wir wären davon viel weiter entfernt. Es war schwierig, deshalb musste ich nochmal hin und einige meiner Dialogzeilen noch einmal aufnehmen, damit sie etwas stärker rüberkamen, etwas kraftvoller. Ich war zudem gerade dabei, etwas auszubrüten, und war daher sehr müde. Ich musste daher noch einmal zurück und etwas mehr Energie hineintun.”


  • Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Richard Biggs über die Dreharbeiten von Franklins Zwiegespräch: „Du hast ein Double mit dem du spielst, insofern war es wie jede andere Szene auch. Ich bemühte mich nicht zu denken "Oh, dieser Schauspieler wird in Wahrheit gar nicht dort sein." Ich versuchte, zu diesem bestimmten Schauspieler zu spielen, so dass wann immer man mich sieht, egal ob ich mich selbst treffe oder erstochen werde, von einer Grundlage wegspielen kann. Ich versuchte wirklich, zwei unterschiedliche Figuren zu zeigen. Ich halte Franklin nicht für einen sehr entspannten Charakter; ich denke er ist ständig auf der Hut. Aber der Franklin in seinem Kopf ist viel entspannter, ist viel ausdrucksstärker, da er eher dazu in der Lage ist seine Gefühle auszudrücken, und ich versuchte eine entsprechend flüssige Performance abzuliefern.”

  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Vom Skript zur Folge:
    Vergleicht man das Drehbuch mit der fertigen Folge, fällt bei "Der große Schlag" eine kleine Besonderheit auf. Finden sich im Drehbuch sonst üblicherweise zusätzliche Szenen und kurze Momente, die dann aus Zeitgründen aus der Episode herausgeschnitten wurde, ist hier nun das Gegenteil der Fall. Vielmehr bemerkte man während der Dreharbeiten, dass die Episode wohl um eine knappe Minute zu kurz werden würde, woraufhin JMS in einer Nacht- und Nebelaktion noch die Szene mit Marcus und Ivanova geschrieben hat, wo er zu ihr auf Minbari sagt, dass er sie für die schönste Frau hält, die er je gesehen hat. Eine Szene, die von vielen sehr geschätzt wird – sich aber eben im ursprünglichen Drehbuch nicht fand, und die wohl ohne diesen "Zufall", dass die Episode zu kurz war, nie gegeben hätte! Von diesem Unterschied abgesehen ist mir aber nichts aufgefallen.

    Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 8"


    Kommentare von JMS
  • Ich finde, wenn man eine Schlacht gesehen hat, hat man alle gesehen. Wenn du einmal gesehen hast wie Schiffe explodieren, hast du gesehen wie Schiffe explodieren, und es gibt nichts fundamental Neues, dass du damit machen kannst. Es gibt jene Leute die nur Schlachtsequenzen sehen wollen. Ich habe Leute kennengelernt die, weil es kein Schlacht in einer Episode war, der Ansicht waren dass darin eigentlich nichts passiert ist, und die sind, meiner Ansicht nach, Schwachköpfe. Ich bin hier wegen des menschlichen Dramas, und diese Schnitte sind dazu da dich daran zu erinnern: Da, es gibt diese große Leinwand und Dinge explodieren und große Schlachten, aber worum geht es in dieser Schlacht überhaupt? Es geht um das Recht des Individuums sich zu erheben und für sich selbst zu entscheiden was sie tun wollen, was genau das ist, was Franklin hier tut. Das ist die Verpflichtung die wir jeden Tag haben, uns zu entscheiden was wir wollen, wie wir unser Leben leben, und wie wir ihm Bedeutung geben. Wir haben nicht immer die Gelegenheit dazu, dies in einer Schlacht zu tun. Du machst es im Büro, du machst es mit deiner Familie, du machst es im Gerichtssaal, du machst es im tattäglichen ethischen Weg in dem du dein Leben lebst, Was Franklin erduldete war demnach absolut im Herzen und Kern dessen, worum es in der Schlacht geht. Thematisch spiegelt das eine das andere wieder, und erinnert dich dass unser Interesse wirklich auf dem einzelnen Individuum liegen sollte.

  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


  • Es gibt in dieser Episode einen thematischen Konterpunkt der glaube ich bisher noch nie bemerkt wurde: Sowohl Franklin als auch der Weiße Stern befinden sich in einem parallelen Dilemma. Beide werden angegriffen, und können sich nicht bewegen; beide sind daher in größter Gefahr; und beide beginnen sich zu genau demselben Zeitpunkt wieder, zu bewegen. Als Stephen sich ein letztes Mal aufrafft, um zu überleben, springen im selben Moment auch die Triebwerke des Weißen Sterns wieder an. Ich wollte hier wieder eine Verknüpfung zwischen der kleinen und der viel größeren Geschichte herstellen, damit die beiden thematisch im selben Moment auf beiden Seite der Geschichte am gleichen Punkt ankommen.


  • Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Als es Zeit war, Anna Sheridan zu offenbaren, verwendeten wir das Material von Delenn und der Schneekugel, das wir für "Tausend Jahre durch die Zeit" gedreht hatten, was zu einem Zeitpunkt gefilmt wurde wo wir noch nicht mit Sicherheit wussten, wer die Rolle spielen würde. Dementsprechend verwendeten wir eine Statistin um den Schatten an der Wand hinter Delenn zu werfen, weshalb adleräugigen Zuschauern auffallen wird, dass die Silhouette nicht ganz mit Melissa Gilbert's Statur übereinstimmt (die Art und Weise wie ihr Auftritt strukturiert war bietet zudem wieder ein bisschen schon fast plumpen Symbolismus der uns verrät auf welcher Seite Anna steht: Unser erster flüchtiger Blick von Anna ist nicht sie selbst, sondern ihr Schatten). Wie wir bei Melissa Gilbert für diese Rolle gelandet sind ist eine Geschichte, der wir uns bei der nächsten Episode widmen werden…

  • Achtung: Im nachfolgenden Kommentar befinden sich Spoiler bis inklusive "Der Letzte des Kha'Ri"; wer die Serie bisher noch nicht gesehen hat sollte daher den nachfolgenden Punkt auslassen, und erst beim nächsten wieder weiterlesen!
    Es gibt noch einen zweiten thematischen Kontrapunkt in dieser Episode, wenn wir wieder vom "Mann dazwischen" hören, der nach Sheridan sucht, sein "Ebenbild und Gegenstück", der natürlich Sheridan ist, der nach sich selbst sucht. Wenn Sheridan nach Z'ha'dum kommt, ist er zwischen zwei Momenten gefangen, zwischen Tick und Tack, was ihn als der "Mann dazwischen" ziemlich einzementiert. I habe dies auch in dieser Szene in dieser Episode visuell unterstützt, als wir zu Sheridan schneiden der zu sich selbst hinaufsieht in genau jenem Moment als Ivanova den Mann dazwischen als sein Ebenbild und Gegenstück beschreibt. Ich nahm die Szene während dem Schreiben schon fast wieder heraus weil ich dachte, dass es zu offensichtlich wäre, aber rückwirkend betrachtet bin ich froh, dass ich es drin gelassen habe. Einige erkannten es, und einige nicht – genau so wie es auch sein soll.

  • Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 7"


  • Warst Du jemals auf einer Wanderung zu Dir selbst?
    JNun… ja, sowas in der Art. Damals, als ich in San Diego lebte (bevor eine Atombombe draufgeworfen wurde… naja, das ist noch nicht passiert, aber bald…), fing ich an, mir auf ähnliche Weise Gedanken über die Dinge zu machen, und ging häufig spazieren… durch die Innenstadt von San Diego, morgens zwischen 2 und 4. Stunden um Stunden, ich ging einfach spazieren durch Stadtteile, wo ich hätte getötet werden können. Wenn mich Leute nach dem Warum fragten, konnte ich nicht antworten; das einzige, mit dem ich aufwarten konnte… war, dass ich nach irgendetwas suchte. Und ich fand es, gewissermaßen, und in einer irgendwie ähnlichen Situation… aber das bewegt sich in andere, private Bereiche, und hier ist vielleicht nicht der richtige Platz dafür. Es reicht, wenn ich sage, ich wäre… beinahe selbst ums Leben gekommen, und dabei belasse ich es.

  • Hier kommt was Ulkiges. Naja, ulkig und unheimlich. Siehst Du, hin und wieder fragt jemand: "Wieviel von Dir und Deiner Person fließt in ein Drehbuch ein?", und ich antworte: "Mehr, als ich in dem Augenblick erkenne", und dann fragen sie nach einem Beispiel. Ein paar Fragen vorher fragte mich jemand, ob ich jemals… auf einer Wanderung zu mir selbst gewesen bin, und ich dachte an die Sache mit San Diego… und plötzlich dämmerte es mir, dass das hinter der Geschichte mit Franklin stand. Langer Rede kurzer Sinn: Ich wurde von einer Gang überfallen und ausgeraubt und wurde dabei fast erschlagen… und überlebte nur durch einen schieren Akt des Willens. Und ganz ehrlich, ich habe niemals eine Verbindung gesehen zu "Die Schlacht der Telepathen", bis zu dieser Frage nicht, und plötzlich war es ganz klar, ich habe *genau* das ausgearbeitet, was ich durchgemacht hatte, und habe mir das selbst nicht eingestanden… die ganze Zeit, während ich daran arbeitete. Tja. Immerhin. Das hat mich getroffen wie eine Ladung Pflastersteine, und ich dachte mir, ich geb' es einfach weiter.

  • Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Wie hast Du Dir die Strategie der Schatten ausgedacht?
    Weiß nich… Ich hab sie mir als wirkungsvoll und unbarmherzig vorgestellt. Ich schätze mal, das kommt von ganz allein, wenn man Produzent ist.

  • Als ich "A Late Arrival at Avalon" sah, fing ich an, wegen Marcus' Frage "Wer ist Morgana Le Fay" darüber zu spekulieren, ob Anna Sheridan noch am Leben sei und ob sie für die Schatten arbeitete. Meine Frage ist, ob Marcus' Zeile in diesem Sinn gemeint war oder nicht – d.h. als Vorahnung darauf, dass eine bedeutsame weibliche Gestalt, die gegenwärtig noch nicht auf der Szene ist (Anna?), auf B5 ankommen würde, um Morgana zu spielen, im Gegensatz zu Delenn als Herrin vom See?
    Jupp.

  • War "Commander Ivanova ist auf Kanal 4 [channel 4]" eine Anspielung auf den UK-Sender? Und was könnte möglicherweise als nächstes kommen?
    Ja, die Bezugnahme auf Channel 4 war ein Wink Richtung UK. Hab mich gefragt, ob es jemand bemerken würde.
    Gute Frage, wenn man eine Schlacht wie diese macht… was macht man, damit das Nachfolgende nicht wie ein Abstieg wirkt? Gewöhnlich spart man sich sowas [wie diese Schlacht] für die letzte Episode der Staffel auf, nicht für die vorletzte; ansonsten hast du deine große EFX-Kiste eine Folge zu früh in die Luft gejagt. Das läuft auf eine große Herausforderung hinaus – was kannst du DEM noch folgen lassen?

    Ich denke, wir haben es rausgekriegt.

  • Quelle: Der deutsche Lurker’s Guide für Babylon 5

    Zusammengestellt und überarbeitet von Christian Siegel
    (Bilder © Warner Bros.)







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