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Der Selbstversuch PDF Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Warner Bros.

Originaltitel: Dust to Dust
Episodennummer: 3x06
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 05. Februar 1996
Erstausstrahlung D: 27. Oktober 1996
Drehbuch: J. Michael Straczynski
Regie: David Eagle
Hauptdarsteller: Bruce Boxleitner als Captain John Sheridan, Claudia Christian als Commander Susan Ivanova, Jerry Doyle als Security Chief Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Richard Biggs als Doctor Stephen Franklin, Bill Mumy als Lennier, Stephen Furst als Vir Cotto, Jason Carter als Marcus Cole, Jeff Conaway als Zack Allaln, Peter Jurasik als Londo, Andreas Katsulas als G'Kar.
Gastdarsteller: Walter Koenig als Alfred Bester, Julian Neil als Lindstrom u.a.

Kurzinhalt: Der Psi-Polizist Alfred Bester stattet Babylon 5 einen weiteren Besuch ab – sehr zum Missfallen und zur Besorgnis des Kommandostabs, dass mittlerweile einige Geheimnisse verbirgt, von denen sie nicht wollen, dass dieser sie in Erfahrung bringt. Eben deshalb lässt man sich beim ersten Meeting von mehreren Telepathen der Minbari abschirmen, und zwingt Bester dazu, sich jene Droge verabreichen zu lassen, mit der die telepathischen Fähigkeiten unterdrückt werden. Nachdem dies erledigt ist, machen sich Bester und Garibaldi auf, um sich gemeinsam der jüngsten Bedrohung zu stellen: Offenbar soll auf der Station in Kürze eine große Menge von Dust verkauft werden. Dabei handelt es sich um eine Droge, die bei gewöhnlichen Menschen das unterdrückte telepathische Gen aktiviert, woraufhin man in die Gedanken anderer Personen eindringen und all ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle nachleben kann. G'Kar hat an der Lieferung dieser Droge großes Interesse, hofft er doch, sie auf Narn als Waffe gegen die Besatzungsmächte der Centauri einsetzen zu können. Allerdings wurde der Wirkstoff noch nie an Narn getestet – weshalb sich G'Kar selbst eine Dosis spritzt. Daraufhin verfällt er in einen Wahn, und dringt in Londos Quartier ein, um diesen anzugreifen. Schließlich erfährt er von ihm all seine Geheimnisse – und dabei auch von seiner Rolle im Krieg zwischen Narn und Centauri…

Denkwürdige Zitate: "Aren't you late for a 'Bund'-Meeting or something?"
(Der Ladeninhaber zum Nightwatch-Agenten, der sich gerade einen Rüffel von Captain Sheridan anhören durfte.)

"I'm in pursuit of an individual who is a danger to your station, Earth and the Psi Corps."
"Well, that's two legitimate things to worry about."
(Ivanova teilt Besters Bedenken nur teilweise.)

"Can we wound him? Just a little?"
(Ivanovas Vorschlag stößt leider auf wenig Gegenliebe.)

"I'm here to save your butts!"
(Bester angesichts des Misstrauens, dass ihm entgegenschlägt.)

"A darkness carried in the heart cannot be cured by moving the body from one place to another."
(Lennier über Londo.)

"Who would believe it? The great and powerful Londo Mollari got his job because no one else was stupid enough to take it!"
(G'Kar macht sich über seine Nemesis lustig.)

"You have the opportunity, here and now, to choose. To become something greater and nobler and more difficult that you have been before. The universe does not offer such chances often, G'Kar."
(Kosh zu G'Kar am Ende seiner Vision.)


Review: Episodenbild (c) Warner Bros. Genau eine Staffel ist es her, dass wir unser aller Lieblings-Psi-Cop, Alfred Bester – einen Mann, den man zu hassen liebt – das Letzte mal zu sehen bekamen. Insofern habe ich mich über die Rückkehr von einer der interessantesten und vielschichtigsten Nebenfiguren der Serie schon sehr gefreut. In gewisser Weise macht seine Ankunft auch deutlich, wie viel sich in dem einen Jahr verändert hat. Bei "Der Gedankenpolizist" war Bester zwar ein Ärgernis, aber für den Kommandostab jetzt nicht unbedingt eine Bedrohung per se. Aber nun: Nicht nur bereitet man sich insgeheim auf den bevorstehenden Krieg mit den Schatten vor – und da diese nicht wissen sollen, dass sie entdeckt wurden, soll dies ja vorerst noch ein Geheimnis bleiben – sondern man ist auch an einer Verschwörung innerhalb der Erdregierung beteiligt, die versucht, Präsident Clark – der wie wir nun wissen hinter der Ermordung seines Vorgängers steckt – zu stürzen. In dieser Situation können sie demnach einen Psi-Polizisten dem sie nicht trauen, dass er sich an die Vorschriften halten wird, mal überhaupt nicht gebrauchen. Die Lösung, zuerst mit den Centauri-Telepathen und dann mit den Drogen ist äußerst clever, und zwingt Bester zudem, aus seiner Komfortzone herauszutreten und einen Fall zu lösen, ohne dabei auf seine telepathischen Fähigkeiten zurückgreifen zu können.

Generell erleben wir Bester hier zum ersten Mal nicht als Widersacher, sondern als Verbündeter der Babylon 5-Crew, wodurch auch bei ihm eine reine schwarz/weiß-Zeichnung verhindert wird. Gut gefällt mir auch, wie JMS mit den Erwartungen des Zuschauers spielt. Zwei mal kam Bester jetzt schon an Bord und behauptete jeweils, eine große Bedrohung für die Station, die Erde usw. zu verfolgen, und in beiden Fällen hatte er damit nur bedingt recht (die abtrünnigen Telepathen waren keine Bedrohung, und Ironhearts Entwicklung wäre auch um einiges friedlicher verlaufen, wenn sich Bester und seine Kollegin nicht eingemischt hätten), und vertrat in erster Linie seine eigenen Interessen. Diesmal sehen wir gleich nachdem Garibaldi der Skepsis des Zuschauers Ausdruck verleiht, wie ein Mann aufgrund der Dust-Droge scheinbar wahnsinnig wird. Auch die darauffolgenden 40 Minuten tut JMS alles, um unseren Eindruck von Bester auf den Kopf zu stellen. Zwar ist er über das Misstrauen von Sheridan & Co. nicht gerade erfreut, beugt sich jedoch ohne große Gegenwehr ihren Bedingungen. In weiterer Folge erweisen sich er und Garibaldi als gutes Team, und vor allem beim Verhör kann Bester auch sein Schläue beweisen, als es ihm – allein aufgrund seines Rufs bzw. des Abzeichens gelingt, den Gefangenen davon zu überzeugen, dass er ihn bei einer Lüge ertappt hätte. Und das, obwohl er dessen Gedanken gar nicht lesen kann. Jedoch: Damit wir Bester nicht allzu sehr ins Herz schließen, gibt es am Ende dann noch die Szene mit der anderen Psi-Polizistin, wo Bester einerseits beklagt, dass sie nicht schon ein paar Minuten früher kommen konnte (vermeintlich um Garibaldi zu scannen), und wir andererseits herausfinden, dass Dust vom Psi-Corps entwickelt wurde. Somit hat Bester die Besatzung der Station zumindest ansatzweise hinters Licht geführt. So gesehen hat Bester durch "Der Selbstversuch" zwar an Facetten gewonnen, er ist und bleibt aber eine ambivalente Figur.

Episodenbild (c) Warner Bros. Trotz Besters Auftritt gehört die Episode aber in erster Linie G'Kar. Dieser hat ja bisher in der Serie schon eine interessante Wandlung durchgemacht. War er in den ersten Folgen noch der Intrigang, der Aufwiegler, der Aggressor, tauschte er in weiterer Folge zunehmend mit Londo die Rolle, vom Täter zum Opfer. Was er jedoch sowohl zuvor als auch danach war, war hasserfüllt – siehe nur "Bombenterror", wo ihm nichts lieber gewesen wäre, als zusammen mit Londo im Aufzug zu ersticken. In "Der Selbstversuch" erfährt G'Kar nun – mit Hilfe von Kosh, der sich hier wie schon in der Episode "Alarm in Sektor 92", als er in Sheridans Gedanken eindrang, G'Kars ungewöhnlichen Geisteszustand zunutze macht, um ihm dabei zu helfen, einen neuen Pfad einzuschlagen. Weg vom von Hass zerfressenen Rächer, hin zu einer Person, welche die Narn in eine neue Zeit führen kann. Wie Kosh ihm in Form seines Vaters deutlich macht: Die Narn und die Centauri sind in einer ewigen Spirale der Gewalt gefangen – außer, eine Seite schafft es, ihrem Hass und den Rachegelüsten abzuschwören, und so die Spirale aufzuhalten. Obi-Wan würde wohl sagen: "Du hast den ersten Schritt in eine größere Welt getan".

Genau so fühlt sich G'Kar am Ende der Folge: Erleuchtet. Und er wirkt nach dieser Erfahrung auch auf den Zuschauer wie ein völlig neuer Mensch. Er erklärt sich schuldig und nimmt bereitwillig die Strafe der Richterin an. Er ist so mit sich im reinen wie wir ihn seit dem Beginn der Serie noch nicht erlebt haben. Auch hier spiegelt sich die gegengleiche Entwicklung beider Figuren von Londo und G'Kar wieder. Londo mag zwar zu Beginn der Serie über den Absturz der Centauri-Republik verbittert gewesen sein, davon abgesehen genoss er aber sein Leben, während G'Kar von Rachegelüsten getrieben war. Nun ist G'Kar mit sich zufrieden, und Londo steht vor dem Scherbenhaufen seiner Ambitionen. Phantastisch finde ich auch, dass G'Kar in dieser Episode von Londos Rolle während des Krieges erfährt – und dass er es war, der das Ganze eigentlich erst ausgelöst hat. Über Londo selbst erfahren wir auch etwas neues, dass uns wieder dabei hilft, seine Taten so schrecklich sie auch gewesen sein mögen nachzuvollziehen. Denn aus Sicht der Centauri war der Botschafter-Posten auf Babylon 5 keine hohe, begehrenswerte Stelle, sondern vielmehr ein Witz. Niemand hat daran geglaubt, dass das Projekt erfolgreich sein wird, und niemand maß der Station Bedeutung bei. Und dank der Zerstörung bzw. dem Verschwinden der ersten vier Stationen, wollte niemand den Posten haben – weshalb letztendlich auf Anweisung von Imperator Turhan (in einer wundervollen Ironie des Schicksals, wenn man seine weiteren Pläne bedenkt) Londo Mollari mit der Aufgabe betraut wurde. Kein Wunder, dass Londo zu Beginn der Serie so verbittert war, gerne und viel getrunken hat und ständig am Spieltisch herumgelungert ist. Sein Job war ein Witz, also hat er ihn auch so behandelt wie einer.

Episodenbild (c) Warner Bros. Auch über das Wiedersehen mit Vir habe ich mich sehr gefreut. Dass er in einer fremden Welt und auf sich allein gestellt ist, gibt der Figur die Möglichkeit, außerhalb von Londos Einfluss zu wachsen und sich weiterzuentwickeln – was bereits bei diesem Auftritt ansatzweise erkennbar ist. Wunderbar auch die Szene, wo Londo den Bericht an die Heimatwelt gemeinsam mit ihm überarbeitet. Weitere gute Momente: Die Szene mit Sheridan, dem Nightwach-Agenten und dem Unternehmer. Wie Ivanova darüber nachdenkt, Bester aus dem Himmel zu schießen, und es auch getan hätte, hätte Sheridan nicht in letzter Sekunde eingegriffen. Sowie G'Kars Vision seines sterbenden Vaters, der auf dem Baum hängt- ein netter Rückgriff auf die Kontinuität, wurde uns doch zuvor in der Serie genau dieser Anblick geschildert. Generell gibt es in "Der Selbstversuch" viele Referenzen auf frühere Ereignisse. Wer jetzt erst einsteigt, muss sich wohl unweigerlich verloren fühlen, aber JMS hat mit Beginn der 3. Staffel zunehmend jedwede Bedenken bezüglich der Zugänglichkeit für neue Seher über Bord geworfen. Zuletzt muss ich auch noch die Inszenierung von David Eagle – vor allem die Verzerrungen während G'Kars Drogenrausch stechen positiv hervor – sowie den Soundtrack von Christopher Franke (der sich hier Anleihen an Akte X nimmt, mit diesen Saitenzupf-Klängen. Ich hoff ihr wisst, was ich meine) lobend erwähnen. Insgesamt ist "Selbstversuch" jedenfalls wieder eine gelungene, interessante Folge.

Fazit: "Der Selbstversuch" ist eine gute Folge, die einerseits auf vergangene Ereignisse und Informationen aufbaut und andererseits einige neue Offenbarungen bereithält. Während die erste Hälfte von Alfred Bester dominiert wird, der – erneut famos gespielt von Walter Koenig – endlich wieder auf die Station zurückkehrt und seinen Ruf als einer der interessantesten und besten wiederkehrenden Nebenfiguren bestärkt, rückt im letzten Drittel dann in erster Linie G'Kar ins Zentrum des Geschehens, dem hier Erleuchtung widerfährt. Grandios gespielt von Andreas Katsulas und sehr gut inszeniert von David Eagle, gelingt es diesen Momenten, selbst die vorherigen Szenen mit Bester in den Schatten zu stellen. Unter den zahlreichen Höhepunkten der Episode findet sich u.a. die ernsthaft den Tod von Bester in Betracht ziehende Ivanova, dessen Cleverness und wie er es auch ohne seine telepathischen Fähigkeiten schafft die Ermittlung voranzutreiben, wie dieser ein erstaunlich gutes Team mit Garibaldi ergab, Virs kurzzeitige Rückkehr und wie Londo ihn ob seines Berichts an die Heimatwelt belehrt, die Offenbarung der Hintergrund von Londos Ernennung zum Botschafter auf Babylon 5, die wunderschöne und zugleich erschreckende Szene von G'Kars erhängten Vater, sowie der geläuterte G'Kar am Ende, der widerstandslos für sechzig Tage ins Gefängnis geht. Trotz einiger starker Momente und gelungener Szenen fehlte mir aber insgesamt etwas der "Wow"-Effekt. Schade fand ich auch, dass die Ermittlungen rund um den Dust-Schmuggler recht unspektakulär und unspannend verlaufen, und sich letztendlich doch eher als Füllmaterial erweisen, um G'Kars Erleuchtung den Weg zu ebnen. Und auch etwas mehr Tempo hätte der Folge da und dort gut getan. Insgesamt ist "Der Selbstversuch" aber eine gelungene und unterhaltsame Episode – die jedoch eher mit ihrer Bedeutung für die Zukunft als mit ihrem Inhalt an sich besticht.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel


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Hintergrundinformationen:
Vom Skript zur Folge:
Wie fast schon gewohnt, eher wieder nur Kleinigkeiten. Der lustige Dialog "Aren't you late for a Bund-meeting or something" fehlt z.B. im Drehbuch noch. Im Gegenzug hat es eine lustige Szene aus dem Drehbuch nicht in die fertige Folge geschafft. Dort will jemand von Londo – der gerade in der Ankunftshalle auf Vir wartet – wissen, wo sich die nächste Toilette befindet. Londo fühlt sich beleidigt und rät dem Mann, einen Drazi auf der anderen Ecke des Raumes zu fragen, mit den Worten "Notak Droshalla nastunk." – was für den Mann erwartungsgemäß nicht gut ausgeht. Was im Drehbuch wiederum fehlt, ist Besters Kommentar als Garibaldi ihn mit einer Pinata vergleicht. Dafür wurde aus der Folge ein kurzes Verhör mit Morgenstern gestrichen. Und jener Centauri der Londo nach Babylon 5 beordert führt im Gespräch noch etwas näher aus, warum niemand die Position haben will: "Sie haben einen militärischen Offizier statt eines Diplomaten mit der Leitung beauftragt, der Sicherheitschef hat einen eher zwielichtigen Hintergrund, die Arbeiten daran sind immer noch nicht abgeschlossen… ich persönlich glaube ja nicht, dass sie schon weit genug sind um die Station zu eröffnen, aber wir und die Minbari haben einiges an Geld hineingesteckt, und jetzt haben wir sie am Hals. Wie nun auch Sie." Das war's auch schon, was mir an nennenswerten Unterschieden aufgefallen wäre.

Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5"


Stimmen zur Episode:
Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Peter Jurasik über die Szene mit G'Kar: „Andreas und ich führten lange Diskussionen mit Joe Straczinsky darüber, wie G'Kar in Londos Geist eindringt. Andreas und ich probierten in seinem Haus einiges aus, und wir arbeiteten daran und versuchten es so hinzubekommen, dass dieser Blick in Londos Geist funktioniert. Ich erinnere mich an das Gefühl, bei einigem davon übertrieben zu haben, was nicht funktioniert hat. Ich dachte dass wenn Londo von G'Kar zusammengeschlagen wird sein wahres Ich an die Oberfläche kommen würde, aber dann habe ich darauf vergessen. Ich hätte mich stärker darauf konzentrieren sollen, gute Mine zum bösen Spiel zu bewahren. Es ist eine interessante und herausfordernde Episode, aber ich bin mir nicht sicher ob ich ihr gerecht wurde.”

  • David Eagle über die Inszenierung der Episode: „Die Idee war dass wir als wir in G'Kars Gedanken sind uns in jeder Einstellung, bis auf einer, im Limbus befinden, in Schwärze, im Nichts, selbst wenn das bedeutete dass er in einer Einstellung quasi in der Luft schweben würde. Und immer wieder hervorluchsen würde, vor und hinter Londo. Bei dieser Szene war ich sehr von der englischen Serie "Nummer 6" beeinflusst. Es gab dort eine Episode die hieß "A, B und C", die in vielerlei Hinsicht genau so gedreht wurde, im Limbus, in Dunkelheit. Er drehte sich um und jemand war dort, dann drehte er sich zurück und plötzlich würde eine andere Person vor ihm stehen. Das hat mich stark beeinflusst, und in etwa daran hatte ich auch gedacht als ich diese bestimmte Folge gedreht hatte.”

  • Andreas Katsulas über G'Kars Wandlung: „Auf einmal hat er eine Erleuchtung. Alles woran ich glaube befindet sich darin. Es ist eine Konfrontation. Eine Art Erkenntnis von etwas, dass zuvor nur in der Vorstellung existierte, und sich nun herauskristallisiert, mit einer Stimme spricht und dir sagt: "Das ist der Pfad den du nehmen sollst." Niemand wusste welchen Effekt die Droge auf einen Narn haben würde. Zum Glück hatte es diesen Effekt auf G'Kar, ihm diese Erfahrung zu versüßen. Er ahnte dass es einen anderen Weg durch das Leben gäbe, um ein anderes Ergebnis zu erzielen, aber bislang sah er immer nur die Oberfläche. Nun hat er auf einmal einen Vorgeschmack auf das Innenleben dieser neuen Möglichkeit. Ich liebe die Szene unmittelbar bevor er ins Gefängnis geht, nachdem er verurteilt wurde. Er gibt Garibaldi das Buch zurück und sagt "Ich denke ich brauche es nicht mehr. Ich bin jetzt näher an der Quelle." Genau das meine ich – diese Erfahrung. Es ist nicht nur das Lesen von Wörtern und über ihre Bedeutung nachdenken. Er hat diese Erfahrung gemacht und weiß jetzt, was sie bedeuten.”


  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Kommentare von JMS
  • Eigentlich wollte ich Bester in der dritten Staffel so früh als möglich in die Story bekommen, aber ich war in einer Zwickmühle. Wenn jeder Geheimnisse mit sich herumträgt, wie bringst du einen Telepathen in die Story ohne dass ihm dies offenbart wird? Erst als ich auf jene Lösung gestoßen bin die in der Episode gezeigt wird – die Verwendung von Minbari-Telepathen um Bester zu blockieren, und danach das Schläferserum um seine Fähigkeiten einzudämmen – konnte ich ihn endlich wieder zurückbringen.

  • Episodenbild (c) Warner Bros. Eines meiner erklärten Ziele bei dieser Episode war es, Bester als ernstzunehmenden Gegner zu behalten, mit dem man rechnen muss. Die Gefahr eines wiederkehrenden Bösewichts in jeder TV-Serie ist dass du nachdem er x-mal verloren hat aufhörst, ihn ernst zu nehmen (Ich nenne es das "Skeletor-Syndrom"). Dass sie vier Minbari-Telepathen verwenden mussten um ihm Einhalt zu gebieten half dabei, die Bedrohung durch Bester als Feind zu bekräftigen, und zu zeigen, dass es ihm auch ohne diesen Aspekt problemlos gelingt, Stärke zu vermitteln.

    Aber der wichtigste Teil davon, ihn in dieser Episode als ernstzunehmenden Charakter und als echte Bedrohung zu zeigen, war es, sicherzustellen, dass Bester entweder gewinnt, oder in allem recht hatte. Und er tat beides. Er liegt richtig was die Bedrohung betrifft, damit wie er mit Sheridans Bedingungen umgeht, darin wie er sagt dass das Corps manchmal alles ist was zwischen der Menschheit und dem Abgrund steht… und auch in der Art und Weise wie er die Dust-Bedrohung verfolgt. Er verbringt praktisch die gesamte Episode damit, im Recht zu sein, und auch wenn es nichts ärgerlicheres gibt als Bester wenn er recht hat, hilft es dabei ihn als dreidimensionalen Charakter am Leben zu erhalten.

    Was das betrifft geht auch viel Lob an Walter Koenig, der in dieser Episode zahlreiche Farben zeigen kann die üblicherweise außerhalb Besters Palette waren. Eine der großen Freuden daran, Babylon 5 zu machen, war es, Walter und anderen Schauspielern die Möglichkeit zu geben, eine Reichweite an Rollen zu spielen die sie zuvor noch nicht in Angriff genommen hatten. Walter ist von Natur aus eher ruhig und zurückhaltend, spricht eher leise, aber mit einem sehr durchtriebenen Sinn für Humor der von Zeit zu Zeit durchblitzt… und er schafft es, diesen Sinn für Humor in der Verhörszene in dieser Episode an den Tisch zu bringen.

  • Während der Produktionssitzung für die Episode kam die Frage auf: Was soll Vir tragen wenn er von Minbar zurückkommt? Sollte er in der Centauri-Version eines Anzugs gekleidet sein, oder in etwas zeremoniellem? Ich kann mich nicht mehr erinnern wer es vorschlug, aber an einem Punkt in der Diskussion sagte jemand: "He, es ist Vir… er würde in der Minbari-Version eines Hawaiihemds zurückkommen, was auch dafür verwendet werden kann um zu zeigen, dass er dabei ist, dort heimisch zu werden." Und genau das taten wir. Ich denke es muss wohl sehr spät am Tag gewesen sein als wir dieses Meeting hatten…

  • Wenn du eine Episode einer Serie drehst, kommt der Film von Tag 1 an Tag 2 an, und du siehst dir die "Dailies" in deinem Büro an. Wenn du mal den master shot und ein bisschen etwas von den Nahaufnahmen gesehen hast, achtest du normalerweise schon nicht mehr so genau drauf, und wartest darauf, dass die nächste Szene geladen wird. Nicht diesmal. Nicht bei der Szene zwischen Londo und G'Kar. Jeder im Büro sah sich jede Klappe an, wie versteinert von der Kraft die Andreas in die Geschichte brachte als er von einem Schrei zu einem Flüstern zu einem Lachen zu Schreien des Schmerzes und der Erkenntnis wechselte, alles in sich konsistent, alles natürlich, nichts fühlte sich erzwungen oder künstlich an.

    Episodenbild (c) Warner Bros. Dies ist die Schwellen-Episode; der Punkt, an dem G'Kar wirklich von jenem Pfad heruntersteigt dem er die ganze Zeit gefolgt ist. Dass Kosh in seinen Gedanken ist und manipuliert was er sieht, ist zweitrangig. Was in G'Kar erwacht oder, korrekter ausgedrückt, entsteht, war die ganze Zeit dort. Gnade, Toleranz, Glauben, Mitgefühl, Mitleid, Vergebung, Verständnis, Aufopferung. Sie brauchten nur einen Stups um hervorzutreten, verstärkt durch das Gefühl dass indem er diese Emotionen an die Oberfläche lässt, er seinem Volk besser dienen kann. Das ist der gemeinsame Nenner zwischen Londo und G'Kar, der einzelne Faden der sie verbindet. Sie sind beide, auf ihre Art, Patrioten. Und sie sind beide bereit ihr Leben im Dienste ihres Volkes zu geben. … So stolz ich darauf bin, diese Szene geschrieben zu haben, und auf G'Kars Charakterentwicklung generell, am meisten bin ich stolz darauf, die Ehre gehabt zu haben, Andreas Katsulas dabei zuzusehen, wie er all dies zum Leben erweckte. Er machte die Reise wahr, für alle die das Glück hatten es zu sehen. Und nun ist er von uns gegangen. "Beyond the rim" – über den Rand. Und er nahm G'Kar mit sich. Und verdammt, aber ich vermisse sie beide.

  • Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5"


  • Die Schlussmusik hat sich geändert!
    Ja, wir haben sie geändert. … Warum wir die Musik während des Abspanns nicht gleich zu Beginn der Staffel geändert haben, fragst du? Nanu, was für eine dumme Frage, das war alles geplant, alles beabsichtigt, das heißt… ähem… das heißt…. Das heißt, wir haben es vergessen. Genauer gesagt, ich hab's vergessen. Wir waren alle so damit beschäftigt, den neuen Vorspann fertig zu kriegen, dass wir es bis zum ersten Mix irgendwie vergessen haben… und dann guckten wir irgendwie in die Runde und sagten: "Ups…"

  • G'Kar hat Londo wirklich ganz schön zusammengeschlagen.
    Mehr anzudeuten als zu zeigen ist etwas, das man im Lauf der Zeit irgendwie lernen muss. Es kann sehr effektiv sein, wie hier. Man muss sich einfach in eine schwierige Lage bringen, als Autor oder als Schauspieler. Diese Szene *sollte* sehr ergreifend sein. Sie gehört zu "Joes Theorie von der Gewalt im TV". Nämlich… dass wir mehr davon brauchen, aber es muss realistische Gewalt sein. Sie muss die Folgen zeigen. Man verherrlicht Gewalt oder verharmlost sie, wenn man jemanden erschießt, und sie gehen einfach zu Boden, kein Schmerzgeschrei, kein Schluchzen, wenn ihre Eingeweide runter aufs Pflaster fallen. Da ist bloß Gewehrfeuer, Lärm, Aufregung und Spaß. Wenn man Gewalt zeigen will, dann mit der Absicht, zu zeigen, was Gewalt ist, und auf eine Art, auf die die Leute reagieren. Man muss das Publikum begreifen lassen, dass es sich um eine Person handelt, nicht ein weiterer Treffer in der Gesamtzahl an toten Körpern.

  • Episodenbild (c) Warner Bros. Betr. dem Willkommensgewand… hier habt ihr einen kleinen Leckerbissen: Wir mussten für die meisten unserer größeren Rassen ein komplettes Alphabet erfinden (und ich habe allmählich da und dort ein Wörterbuch für Sprachen aufgebaut). Also kamen sie an und fragten, ob sie auf das Hemd, das Vir trägt, als er zurückkommt, etwas auf Minbarisch sticken könnten. Sicher, meinte ich. Ob ich mir etwas Spezielles dafür vorstellte? Nein, eigentlich nicht. Ich bin also an jenem Tag auf dem Set und ich sehe das Hemd mit der Stickerei und ich frage, was diese fünf Buchstaben bedeuten, da ich nicht so ohne weiteres Minbarisch lesen kann. Er sah auf zu mir und lächelte. "Es bedeutet ALOHA."

    Wir haben eine sehr verrückte Crew.

  • Es wird aber auch Zeit, dass wir einige gewichtige Arc-Episoden bekommen!
    Ich kriege das zu Beginn jeder Staffel zu hören. Lasst mich wiederholen, was ich, oh, eigentlich schon zwei Dutzend Mal zuvor gesagt habe: Zu Beginn von jeder Staffel gibt es neue Zuschauer, die es mit der Serie versuchen. Willst du, dass die Serie weitergeht? Wenn ja, dann musst du weiterhin neue Zuschauer gewinnen. Wenn Zuschauer einschalten und sie finden sich in dem übergeordneten Handlungsbogen, dem Arc, nicht zurecht, dann schalten sie wieder aus. Also gibt man ihnen einige für sich stehende Episoden am Anfang, Folgen, die etwas leichter zugänglich sind, die sie aber bekannt machen mit den Personen, den Situationen und dem Universum, sodass sie, wenn die übergeordnete Handlung wieder weitergeht, genügend wissen, um mitzukriegen, worum es geht.

    Sicher hätte ich einfach so weitermachen können mit den starken Arc-Episoden. Episoden, denen die neuen Zuschauer, von denen 99 % die ersten paar Wochen einer neuen Staffel einer Serie anschauen und danach nicht mehr, nicht sehr gut hätten folgen können. Und sie hätten ausgeschaltet. Und das wäre ein ganz dicker Nagel zu jenem Sarg gewesen, auf dem "Abgesetzt" steht. Du kannst neue Zuschauer an Land ziehen, oder es kann sein, dass du abgesetzt wirst und niemals die ganze Geschichte erzählen kannst. Such dir's aus.

    Zweitens kann man nicht – NICHT – die Art von Intensität, die man in den letzten vier Episoden hatte, über den ganzen Verlauf einer Staffel halten. Man braucht einige leichtgewichtigere Momente als Kontrast, sonst fangen im ganzen Land die Leute an, ihre Köpfe in den Ofen zu stecken. Also versuche ich, am Anfang einer Staffel etwas Leichteres zu bringen und die Leute ein wenig aufzumuntern, damit sie gestärkt sind, wenn der Achterbahnwagen das nächste Mal in die Tiefe fährt. Man braucht Gipfel und Täler, um irgendeine Form von Rhythmus zu entwickeln oder um die jeweils andere Seite davon richtig einzuschätzen.

    In Staffel Eins ging's mir genauso, und in Staffel Zwei… "Warum diese leichtgewichtigen Episoden? Was ist mit diesem Arc passiert?" Und dann, gegen Staffelende, wandelt sich der allgemeine Chor zu einem "Das war eine TOLLE Staffel!". Meine Erwiderung lautet also: Sofern ihr nicht glaubt, ich sei plötzlich dämlich geworden oder hätte beschlossen, Verrat zu begehen an der Serie, die zu produzieren ich nun 10 Jahre meines Lebens gearbeitet habe… würdet ihr mir dann Herrgottnochmal hin und wieder einfach vertrauen? Zeigt ein bisschen Geduld. Als ich Vir einführte, fiel jeder auf diesem Planeten über mich her. "Er ist bloß eine Witzfigur! Es ist Flounder! Er macht die Serie lächerlich! Stoßt ihn in den Weltraum! Er ist hundsmiserabel! Joe kommt ins Schleudern!" Und jetzt, natürlich, sehen wir, was Vir ist, und in vielen Umfragen ist er eine der populärsten Figuren.

    Episodenbild (c) Warner Bros. Ihr wisst, was Kommentar Nummer Eins über den Pilotfilm war, im Internet und anderswo? "Schmeißt den Kerl mit den komischen Haaren raus! Er ist einfach nur lächerlich." Londo. Jedes Mal, wenn ich etwas in der Serie gemacht habe, das ein wenig andersartig war, ist man gewöhnlich über mich hergefallen, weil man nicht willens ist, darauf zu vertrauen, dass ich weiß, was ich tue… bis sie es eine Weile gesehen haben, dann Kapieren Sie, und dann heißt es: "Oh, jetzt verstehe ich." Toll, danke sehr, jetzt, wo ihr sechs Monate lang auf mich eingedroschen habt. Das nächste Mal zeigt ein bisschen Geduld. (Und, nebenbei, alle Kommentare, auf die ich mich oben bezog, sind echt, viele davon gerade hier bei CompuServe, von Leuten, die immer noch hier sind.)

    Nicht jede Geschichte kann zum Arc gehören; es ist nötig, dass man die Figuren auch außerhalb der übergeordneten Handlung erlebt, das heißt welche Art Leben sie führen, welche anderen Dinge ihnen passieren, denn sonst würde es einem EGAL sein, was mit ihnen in der übergeordneten Handlung passiert. Nein, die Purpur/Grün-Drazi-Geschichte hat den Arc nicht vorangebracht, aber sie zeigte euch eine Menge über Ivanova, nicht? Falls und wenn im Arc etwas mit ihr passiert, nehmt ihr folglich Anteil daran. Das ist der Unterschied, ob es bloß Schachfiguren sind oder richtige Personen.

    Okay, hier also die genaue Aufgliederung. Staffel Drei. In der ersten Gruppe hatten wir nur ein paar wenige Arc-Episoden. "Schattenschiff", "Beweis" und jetzt ein wenig in "Selbstversuch". Nächste Woche kriegt ihr eine weitere allein für sich stehende Episode, "Die Hüter des Wissens". Das ist für lange Zeit die letzte. Episoden 8, 9, 10, 11, 14, 15, 16, 17, 20, 21 und 22 sind alles Arc-Geschichten, die meisten von ihnen sehr gewichtig und bedeutend und keine weniger als durchschnittlich wichtig.

    Ich sagte von Anfang an, dass jede Staffel allein für sich stehende, abgeschlossene Geschichten und Arc-Episoden haben würde. Ungefähr 20 % in Jahr Eins, 35 % in Jahr Zwei, 50 % in Jahr Drei, 70 % in Jahr Vier und 100 % in Jahr Fünf. Und die für sich stehenden Episoden werden in der Regel an den Anfang einer Staffel geschoben, aus den bereits angeführten Gründen. Passt denn gar keiner auf, wenn ich diese Dinge sage? Falls doch, warum werde ich dann jede Staffel am Anfang von Leuten genervt, die sagen: "HE! WARUM SIND DAS KEINE ARC-EPISODEN?" (Und so wie es jetzt aussieht, hat Jahr Drei an die 13-14 Arc-Episoden, also haben wir einen kleinen Vorsprung.)

    Bevor die Leute allzu verallgemeinernd über die Staffel reden, wäre es vielleicht anständig von euch, die Staffel erstmal anzuschauen. Wenn ich mir so betrachte, was für Jahr Drei gemacht worden ist, wäre, wenn überhaupt, meine Befürchtung, dass wir den größeren Teil über zu DÜSTER gewesen sind und vielleicht ein bisschen komplex… und so arbeite ich daran, hier und da ein paar Dinge zu verdeutlichen, während ich die letzten paar Episoden mache.

  • Quelle: Der deutsche Lurker’s Guide für Babylon 5

    Zusammengestellt von Christian Siegel
    (Bilder © Warner Bros.)







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