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Bombenterror PDF Drucken E-Mail
< Vorherige Episode | Nächste Episode >

Episodenbild (c) Warner Bros.

Originaltitel: Convictions
Episodennummer: 3x02
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 13. November 1995
Erstausstrahlung D: 29. September 1996
Drehbuch: J. Michael Straczynski
Regie: Mike Vejar
Hauptdarsteller: Bruce Boxleitner als Captain John Sheridan, Claudia Christian als Commander Susan Ivanova, Jerry Doyle als Security Chief Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Richard Biggs als Doctor Stephen Franklin, Bill Mumy als Lennier, Stephen Furst als Vir Cotto, Jason Carter als Marcus Cole, Jeff Conaway als Zack Allaln, Peter Jurasik als Londo, Andreas Katsulas als G'Kar.
Gastdarsteller: Patrick Kilpatrick als Robert Carlson, Louis Turenne als Brother Theo, Cary-Hiroyuki Tagawa als Morishi u.a.

Kurzinhalt: Die Raumstation Babylon 5 wird von einer Reihe von scheinbar willkürlichen Bombenanschlägen erschüttert, welche die Bewohner der Station in Angst und Schrecken versetzen. Dem jüngsten Anschlag fällt Lennier zum Opfer, der Londo dabei das Leben gerettet hat. Nun liegt er schwer verletzt in der Krankenstation. Garibaldi und sein Sicherheitsteam sucht fieberhaft nach einer Spur, um den Bombenleger zu stellen, doch dieser kommt ihnen mit einem weiteren Anschlag zuvor, bei dem Londo und G'Kar in einer Transportkapsel gefangen werden. Während die beiden langsam aber sicher zu ersticken drohen, gelingt es mit Hilfe einer Gruppe von Mönchen, die vor kurzem auf die Station gekommen sind, den Attentäter ausfindig zu machen: Robert Carlson, der erst kürzlich seinen Job im Wartungsdienst angetreten hat. Sheridan und Garibaldi lassen daraufhin sein Quartier abriegeln – doch Robert ist auf sie vorbereitet…

Denkwürdige Zitate: "Zack, do me a favor and explain the missionary… ah… position to these folks."
(Garibaldi zu Zack bei der Ankunft der Drazi-Pilger.)

"You want to live as much as I!"
"Oh, yes, but I would much rather see you dead."
(G'Kar klärt Londo über seine Prioritäten auf.)

"Now, look, we're gonna play this by the book."
(Garibaldi zu seinen Leuten, als man sich Carlsons Quartier näher. Unmittelbar darauf fällt das Licht aus. Sheridan:) "Somebody just rewrote the book."


"Take a good look, John, and remember it well. That is the face of our enemy."
(Delenn zu Sheridan, im Angesicht des Schattenschiffes.)

"How do you feel?"
"As though a great many heavy objects had fallen on me."
(Woran könnte das nur liegen?)

"I did what I did, because all life is sacred. But when the object of your actions does not share that belief… I fear I have served the present by sacrificing the future."
(Lenniers nachdenklicher Kommentar am Ende.)

"Well, it is an imperfect universe."
(G'Kar, nachdem er und Londo entdeckt wurden.)


Review: Episodenbild (c) Warner Bros. Ein wiederkehrendes Thema von "Babylon 5" ist, dass jeder von uns die Fähigkeit dazu hat, die Welt zu verändern – und zwar sowohl zum Guten als auch zum Schlechten. So gesehen befindet sich "Bombenterror" voll und ganz in der Tradition einer der Haupt-Thematiken der Serie – davon abgesehen ist die Episode jedoch eine "stand alone"-Geschichte, die mich in dieser Phase der Serie, wo der Handlungsbogen endlich Fahrt aufzunehmen schien damals wie heute doch etwas irritiert. Tatsache ist: Jede Episode seit "Minbari lügen nicht" hatte mehr Bedeutung für die fortlaufende Handlung der Serie, als "Bombenterror". So gesehen empfand ich den Rückgriff auf eine derart unabhängige Geschichte (im Übrigen die erste von drei in Folge) doch als ziemlichen Rückschritt für die Serie. Allerdings… wie "Die Schrift aus Blut" in kürze beweisen wird, ist es selbst zu diesem Zeitpunkt der Serie noch möglich, eine spannende, packende, interessante und überzeugende "stand alone"-Geschichte zu erzählen. Es liegt also nicht nur an diesem Zugang an sich, sondern vor allem auch an der Handlung und deren Umsetzung.

Unter anderem begeht "Bombenterror" eine der Kardinalssünden von Film- und Fernsehen. Anstatt dem Motto "show, don't tell" zu folgen, hören wir in der Folge zwar ständig, wie die Bombenanschläge die Station in Angst und Schrecken versetzen, bekommen dies aber nur ausreichend gezeigt, und zumindest ich konnte es auch nie wirklich nachfühlen. Dadurch hatte das ganze für mich eine ziemlich akademisch-theoretische Qualität, und war ich nie so recht in die Handlung eingebunden. Dies liegt sicherlich zum Teil auch daran, dass z.B. eine Zerstörung der Station, wie sie am Ende angedroht wird, von vornherein auszuschließen war. Und auch wenn "Babylon 5" vor allem zur damaligen Zeit diesbezüglich zu den mutigeren Serien gehört hat, zog ich auch den Tod eines Hauptcharakters – in erster Linie aufgrund des "stand alone"-Charakters der Folge – nie ernsthaft in Betracht. Dadurch befand sich die Spannung kontinuierlich auf dem Nullpunkt, und gerade auch der Showdown verfehlte die gewünscht packende Wirkung komplett. Wenn JMS nicht gleich damit gedroht hätte, die ganze Station zu sprengen, wäre die Bedrohung am Ende glaubwürdiger gewesen. Generell zähle ich das Drehbuch leider nicht gerade zu JMS' Sternstunden. Negativ fällt dabei u.a. auf, dass uns JMS hier in der Art und Weise, wie er ein neues Element erst in jener Folge einführt, wo es dann essentiell für die Lösung des zentralen Problems ist (Stichwort: Bruder Theo und sein Mönchsorden), ein Drehbuch auf Star Trek-Niveau offeriert. Wenn JMS den Orden wenigstens schon in der vorangegangenen Episode eingeführt hätte, würde es nicht ganz so erzwungen wirken, aber so. Last but not least hat mich auch die Darstellung von Patrick Kilpatrick als Robert Carlson nicht wirklich überzeugt. Trotz eines sehr kraftvollen, aggressiven Auftritts wirkte er auf mich nie bedrohlich. Ein uninteressanter Wegwerf-Bösewicht, der bei mir schnell wieder in Vergessenheit geriet.

Episodenbild (c) Warner Bros. Dass sich "Bombenterror" trotz dieser teils eklatanten Schwächen noch über eine durchschnittliche Wertung freuen kann, verdankt die Episode in erster Linie den wundervollen Szenen von G'Kar und Londo, als diese zusammen in der defekten Transportkapsel eingesperrt sind. Die entsprechenden Momente zähle ich zu den Höhepunkten nicht nur der (an Höhepunkten nicht gerade armen) dritten Staffel, sondern der Serie insgesamt. Was mir daran einerseits so gut gefällt ist die Art und Weise, wie JMS hier ein typisches Film- und Fernsehklischee auf den Kopf stellt. Wie oft gibt es Szenen, wo sich zwei verfeindete Personen in einer Situation befinden, aus der sie sich nur befreien können wenn sie zusammenarbeiten? Doch G'Kar denkt gar nicht daran, und seine strikte Weigerung vermag bei der Erstsichtung zweifellos zu überraschen. Wunderbar auch wieder einmal die Darstellung von Peter Jurasik und Andreas Katsulas in diesen Szenen – wobei letzterer mit seiner unbändigen Heiterkeit auch beim Zuschauer für viel Amüsement sorgt. Jedenfalls: Die betreffenden Szenen waren wirklich klasse, und hätten sich eine deutlich bessere Folge drumherum verdient.

Was mir ebenfalls gut gefallen konnte, ist alles rund um Lennier und Londo, wo letzterer einen weiteren kleinen Schritt zur Rehabilitierung machen darf, als er den Minbari, der sein Leben riskiert hat um ihn zu retten, in der Krankenstation besucht – und dabei hoffentlich wieder ein bisschen an Sympathien der Zuschauer zurückgewinnt. Wunderbar auch Lenniers Worte nachdem er aufgewacht ist, dahingehend dass er befürchtet, die Gegenwart gerettet zu haben, indem er die Zukunft opferte. Sehr nett und witzig war auch noch der Einstieg rund um die Ankunft der Drazi, die auf die Station kommen um etwas vom Segen Droshallas zu empfangen, sowie Lenniers Begegnung mit einem lästigen Kerl in der Ankunftshalle, wo dieser sich letztendlich doch tatsächlich zu einer Lüge gezwungen sieht (für die er Buße tun will), um ihn loszuwerden. Der Einstieg war somit insgesamt ja noch recht gelungen, und durchaus vielversprechend. Mit zunehmender Laufzeit fiel die Episode für mich aber, abseits der tollen Szenen von Londo und G'Kar im Fahrstuhl, nun mal eben leider für mich zunehmend zusammen. Gut gefallen konnte mir allerdings überwiegend die Inszenierung. Besonders positiv stechen auch einige Effekte ins Auge, allen voran die kurze Einstellung mit zwei Ebenen. Und auch das Finale beim Fusionsreaktor war mal was anderes, und bot uns den Blick auf einen Teil der Station, der uns bisher verborgen geblieben ist. Negativ fällt hingegen – auch wenn die Macher der Serie dafür nichts können – auf, dass sehr viele "normale" Szenen mit Effekten erweitert wurden, und daher für den DVD-Release oben und unten abgeschnitten wurden. Was nicht nur wegen der geringeren Qualität der betreffenden Szenen ins Auge sticht, sondern auch da der Bildausschnitt gelegentlich auch wieder sehr suboptimal ausgewählt wurde. Jedenfalls habe ich mir bei "Bombenterror" wieder einmal – trotz ihrer durchschnittlichen Qualität – ganz besonders gewünscht, Warner würden das notwendige Geld für eine aufwändige Blu Ray-Restauration in die Hand nehmen. Aber das wird wohl auf ewig ein Wunschtraum bleiben…

Fazit: Episodenbild (c) Warner Bros. "Bombenterror" ist sicherlich keine schlechte Folge, aber definitiv eine der schwächsten der 3. Staffel. So interessant die Grundidee rund um die Bombenanschläge auch sein mag, die auf der Station Angst und Schrecken verbreiten – aber eben diesen vermochte mir JMS leider nie so recht spürbar und nachvollziehbar zu machen. Der Bombenleger selbst passt zwar zu einer der Grundthematiken der Serie – nämlich dass eine einzelne Person großen Einfluss haben kann, sowohl zum Guten als auch zum Bösen – aber als völlig losgelöster Einzeltäter fehlte mir etwas der Bezug auf und die Bedeutung für den laufenden Handlungsbogen. Insgesamt ist "Bombenterror" diesbezüglich jedenfalls die unabhängigste – und überflüssigste – Episode seit einer halben Staffel, und stellte für mich nachdem die fortlaufende Handlung zuletzt zunehmend Fahrt aufnahm doch einen unangenehmen Stilbruch dar. Zumal die Darstellung des Bombenlegers selbst, sowohl wie er geschrieben als auch gespielt wurde, ungemein klischeehaft war – vor allem dies zog die Episode für mich letztendlich in die Durchschnittlichkeit. Positiv stechen hingegen in erster Linie die phantastischen Szenen mit Londo und G'Kar im Fahrstuhl hervor – diese sind einfach nur grandios, toll geschrieben und gespielt, und auch sehr amüsant. Gut gefällt mir auch, dass Londo mit seiner Fürsorge für Lennier – nachdem ihm dieser das Leben gerettet hat – wieder einen kleinen Schritt in Richtung Rehabilitation machen darf. Zusammen mit ein paar weiteren guten Momenten sorgt dies zwar dafür, dass "Bombenterror" ein gröberer Absturz erspart bleibt – aber nach den letzten, überwiegend gelungenen bis richtiggehend grandiosen Episoden stellt diese Folge doch einen bedauernswerten und etwas enttäuschenden Rückschritt dar.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel


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Hintergrundinformationen:
Erwähnenswerte Synchro-Fehler:
Dieser Teil des Guides wird in Kürze nachgereicht.

Vom Skript zur Folge:
Mit Abstand der größte Unterschied vom in den Script Books vorliegendem Drehbuch zur fertigen Folge ist die Tatsache, dass Lennier hier nur Delenn vor der Bombe rettet, und nicht Londo. Er wird auch ursprünglich nicht so schwer verletzt, sondern geht nach der Explosion mit Delenn herum, um den Opfern des Anschlags zu helfen. Erst als er eine Frau, deren Beine eingeklemmt sind, vor herabstürzendem Material schützt, landet er schwer verletzt in der Krankenstation. Wie in der Episode wird er dann zwar von Londo besucht, dieser bedankt sich jedoch nur dafür, das Leben einer Centauri – und zugleich einer guten persönlichen Freundin von ihm – gerettet zu haben, was längst nicht so wirkungsvoll ist, als wenn er sich für seine Rettung bedankt. sowie Lenniers Satz darüber, dass er befürchtet, die Gegenwart auf Kosten der Zukunft gerettet zu haben. Eine weitere kleine Änderung: Im Drehbuch war ursprünglich vorgesehen, dass wir Carlson zu Gesicht bekommen, ehe Sheridan und Garibaldi ihn in seinem Quartier stellen. Und: Im Drehbuch lacht G'Kar noch nicht so manisch, als er mit Londo im Fahrstuhl spricht. Dies wurde erst im Zuge der Dreharbeiten, aufgrund eines Vorschlags von Andreas Katsulas, eingebaut (siehe "Kommentare von JMS").

Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5"


Produktionsnotizen:
Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Der aufdringliche Mann, der Lennier in der Ankunftshalle auf die Nerven geht, wird vom Haupt-Kameramann der Serie, John C. Flinn III, dargestellt – der bereits in "Die Heilerin" in einer kleinen Gastrolle zu sehen war, nämlich als Mann, der einen Außerirdischen verklagt, weil dessen Vorfahren angeblich seinen Urgroßvater entführt haben. Ursprünglich war für die Rolle des nervtötenden Mannes ja der Berater der Serie, Harlan Ellison geplant, doch der erteilte JMS eine Absage. Das in der Szene erwähnte Netter-Syndrom wiederum ist eine Anspielung auf den ausführenden Produzenten Doug Netter, und laut JMS "eine seltene Krankheit, dass dich zugleich unverständlich und nervtötend macht.

  • Bruder Theo, der Anführer der Mönche die in "Bombenterror" auf die Station kommen, wird von Louis Turenne dargestellt, der im Zweiteiler "Angriff der Aliens" aus der ersten Staffel als Draal zu sehen war, und bei Draals Auftritt in der zweiten Staffel ("Die Armee des Lichts") aus gesundheitlichen Gründen durch John Schuck ersetzt werden musste. JMS versprach daraufhin, eine Rolle für ihn zu schreiben, sobald es ihm wieder besser geht.

  • In den Szenen mit Lennier in der Krankenstation liegt nicht wirklich Bill Mumy im Krankenbett. Vielmehr wurde ein Dummy mit Lennier-Kopf angefertigt, der für Mumy eingesprungen ist. Für die Gründe dafür siehe "Stimmen zur Episode".

  • Quellen: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5", "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Stimmen zur Episode:
  • Episodenbild (c) Warner Bros. Bruce Boxleitner über Gaststar Patrick Kilpatrick: „Er hat mich vollgespuckt. Ich sollte ganz heroisch dastehen, ganz ernst, mit angespanntem Kiefer, und er hat diese Bombe, deshalb bin ich ziemlich angespannt, und dieser Schauspieler hat mich vollgesabbert als wäre er ein tollwütiger Hund – und ich stand da und dachte "Urghh!" Ich weiß es ist ziemlich unappetitlich, aber sowas kommt vor.”

  • Kameramann John C. Flinn III über seinen zweiten Gastauftritt: „Es hat so viel Spaß gemacht, mit Bill Mumy zu arbeiten. Als wir die Szene ausarbeiteten, sagte Bill: "Ich hab eine Idee. Wenn du sagst, 'Ich habe Haare, und Sie haben einen Knochen', klopf mir auf den Kopf." Ich wollte eigentlich mit ihm überhaupt nicht körperlich werden, weil man das mit einem Minbari nicht macht! Und verdammt, das gesamte Set ist gelegen vor Lachen! Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, und bekam viel positives Feedback dafür.”

  • Andreas Katsulas über die Fahrstuhl-Szene: „Jeder spricht über diese Szene. Es war eine der seltenen Gelegenheiten wo ich an meinem Part wirklich gearbeitet habe, es sehr ernst nahm, es mit nach Hause nahm und mir das Hirn darüber zermarterte wie ich es angehen soll. Üblicherweise sehe ich das sehr klar, und fast unverzüglich; es ist wie ein Impuls, "Oh, ich spiele das auf diese Weise" oder "Ich spiele das auf jene Weise." Dann traf es mich wie Dynamit, dass ich all das ungemein witzig finde. Die Ironie darin amüsiert die Figur mehr als alles andere, dieses "Ich habe ihn genau dort wo ich ihn haben will, und wir werden beide sterben." Ich sagte zu Joe "Ich bin mir nicht sicher, ob ich das hinkriege", weil Lachen schwerer ist als Tränen. Authentisches Gelächter zu spielen, Klappe für Klappe, ist schwer. Aber ich denke, die Szene ist ganz gut geworden.”

  • Episodenbild (c) Warner Bros. Bill Mumy über die Szenen in der Krankenstation: „Ich konnte es nicht. Ich bin zu ihnen gegangen und sagte: "Ich beerdige heute meinen Vater, und ich habe gerade drei Monate mit ihm im Krankenhaus verbracht, wo er genau so dalag. Ich kann das nicht machen." Sie sind großartig damit umgegangen, und machten diesen falschen Lennier-Kopf. Makeup-Künstler Greg Funk sagte: "Mach dir deshalb keine Sorgen, Ich werde dieses Ding machen, und niemand wird den Unterschied erkennen." In all den Szenen im Medlab, mit Ausnahme jener wo ich aufwache, sprechen sie daher mit einem Dummy. Es war der Abdruck eines Kopfes, und niemand wusste es! Das war so lustig für mich, jetzt wo ich so daran zurückdenke. Andreas kam eines Tages zu mir in den Make-Up-Raum nachdem er die Folge gesehen hatte nachdem sie einige Zeit später ausgestrahlt wurde, und sagte zu mir: "Es ist so schwierig, sich so ruhig zu verhalten, und du warst so fokussiert; versteh das bitte nicht falsch, aber das war eine deiner besten Leistungen." Ich lachte nur, sah ihn an und sagte: "Danke, Andreas."”

  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Kommentare von JMS
  • Der Bombenleger ist mehr oder weniger ein Plotkonstrukt, mit dem ich eine Situation erschaffen wollte die alle in den Druckkochtopf steckt. Wir hatten damals erst kürzlich den Bombenanschlag in Oklahoma City, und ich war darüber sehr verärgert und wollte sie finden und sie bewusstlos schlagen. Und wenn ich es schon nicht wirklich machen kann, so kann ich es doch wenigstens schreiben. Ich bin mir sicher, dass ich das damals im Hinterkopf hatte.

  • Es gibt da dieses Stereotyp bei Geschichten im Fernsehen, in dem man zwei Figuren nimmt die sich gegenseitig hassen, und sie in eine schlimme Situation steckt, und sie sich gegenseitig helfen müssen, um da wieder lebend heraus zu kommen, und ich habe das so satt. Ich dachte, lasst mich diese alte Idee nehmen und sie auf den Kopf stellen, und sehen was passiert. Die Idee, dass G'Kar sagt "Nein, ich werde dir nicht helfen. Stirb. Ist mir doch egal" war wundervoll. Ich kann mir dieses Stück Film endlos ansehen, auch wenn er den kleinen Fisch-Song singt, und mich vor Lachen auf dem Boden wälzen.

  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"

  • Episodenbild (c) Warner Bros. Um die sich angesichts des zuvor darüber gesagten, den Handlungsrahmen der Serie so rasch als möglich voranzutreiben und auf Einzelepisoden weitestgehend zu verzichten, aufdrängende Frage zu beantworten… Warum etwas so scheinbar Alleinstehendes wie eine Bombenanschlags-Geschichte erzählen? Meine Logik dahinter, falls man dies so nennen will, war dass die Geschichte eigentlich nicht über die Bombenanschläge ist, sondern die Auswirkungen der Anschläge auf unsere Figuren. Nachdem ich die Geschichte der Staffel eingeführt habe, würde dieses Element die Spannung erhöhen und die verschiedenen Aspekte der sich bereits in Bewegung befindlichen Handlung zum Vorschein bringen. G'Kar macht also die Centauri dafür verantwortlich, Londo die Narn, Ivanova denkt der Bombenleger könnte von der Home Guard oder von Free Mars sein, Gruppierungen die zuvor vorgestellt wurden… es war ein Weg um die laufenden Handlungsstränge zu entlasten, indem wir die Bombenleger-Geschichte dazu verwendeten, Druck auf unsere Figuren auszuüben.

  • Ein paar Worte über Mike Vejar. Wie in Volume 4 erwähnt, wenn du dich mit einen Regisseur vor den Dreharbeiten triffst, musst du ihm sehr oft im Detail erklären wie du dir eine bestimmte Szene vorgestellt hat. Mike jedoch hatte schon fast ein telepathisches Gespür dafür, was ich im Kopf hatte. Von allen Regisseuren die an der Serie gearbeitet haben, von denen viele außerordentlich talentiert waren, waren Mikes Episoden jene, die fast genau so aussehen, wie ich es in meinem Kopf gesehen hatte als ich sie schrieb. Er brachte ein großartiges Gefühl von Bewegung und Energie in die Serie. Wenn ihr euch die Szene anseht in der G'Kar und Garibaldi vom Zoll bis zum Zocalo gehen – das ist alles in einer Einstellung gedreht, und umfasste praktisch jedes Set, dass wir in Bühne A stehen hatten, was eine Verbeugung an sowohl die Schauspieler als auch den Regisseur ist. Wenn Mike drehte, fühlte sich die Babylon 5-Station lebendig an, und groß. Er war, und bleibt, mein bevorzugter Regisseur, weshalb ich darauf wert legte, bei Crusade, Rangers und Jeremiah erneut mit ihm zu arbeiten.

    Mike Vejar brilliert wenn es darum geht, Szenen größer aussehen zu lassen als sie das eigentlich dürften, eine Szene zu nehmen und sie stylistisch hervorstechend umzusetzen. Wenn Londo in dieser Episode in einem explodierenden Korridor gefangen ist, wollte er, dass das Feuer durch den Gang rast, aber er wollte das nicht nur mit CGI umsetzen. Deshalb baute er eine Miniatur-Version des Gangs mit etwa drei Meter Länge, und brachte sie vertikal an der Außenseite jenes Gebäudes an, in dem alle B5-Bühnen und Büros beheimatet waren. Dann setzte er eine Kamera auf das obere Ende des Miniatur-Korridors, mit dem Blick nach unten, legte eine Plexiglasscheibe dazwischen um die Kamera zu beschützen, und zündete eine kleine Explosion am unteren Ende der Miniatur. Die Detonation schoss die Miniatur hoch und genau auf die Kamera zu. Dann nahm er dieses Filmmaterial und setzte die Aufnahme mit Londo hinein. Wenn sich also Londo umdreht und in Richtung der Explosion blickt, ist das in Wahrheit Peter wie er vor einem Green Screen steht und auf ein Feuer reagiert, dass gar nicht da ist. […] Mikes andere große Begabung ist es, den Schauspielern zuzuhören, und die Szene in der Transportröhre in dieser Folge – eine der beliebtesten Szenen der Fans aus der gesamten Serie – markiert genau so einen Moment. So wie es geschrieben war, hatte die Szene zwar eine reizvolle Perversität an sich, aber G'Kars Verhalten ist ziemlich geradlinig und Zen-artig. Er folgt seinem Pfad, und ist auf ruhige Art und Weise zufrieden und glücklich über die ganze Sache. Weiter als das bin ich nicht gegangen.

    Episodenbild (c) Warner Bros. Am Tag als wir die Szene drehten, kam ich auf meinem Weg zurück ins Büro von der Snackbar, wo ich mir ein bisschen Autoren-Treibstoff geholt hatte, an Bühne A vorbei, als ich Gelächter hörte. Nicht nur ein kleines Kichern, an das ich mich rund um das B5-Set schon gewöhnt hatte, sondern schallendes Gelächter, das von einem Ende der Bühne zum anderen hallte. "Was zum Teufel…?" dachte ich mir, und ging aufs Zocalo-Set, wo wir die Transportkapsel aufgebaut hatten, da nirgendwo sonst Platz dafür war. Als ich auftauchte, sahen mich Mike Vejar, Peter, Andreas und die Crew mit einem schuldbewussten Blick an, den du bei einem Kind erwarten würdest, dass dabei erwischt wird, sich aus dem Klassenzimmer geschummelt zu haben um hinter der Turnhalle zu rauchen. Sie erstarrten und schauten verlegen drein. Mike räusperte sich. "Hey, Joe," sagte er, "wir waren gerade… Andreas hatte diese Idee, dass er sich in der Rolle kaputtlacht, und… wir wollten's dir gerade sagen, es war nur…" "Lasst es mich sehen", sagte ich. Mike rief nach Klappe zwei. Als die zweite Klapp fertig war, rannen Tränen über mein Gesicht weil ich mich so angestrengt hatte nicht zu lachen, da dies die Aufnahme ruinieren würde… und ich war nicht der Einzige. Die Crew war komplett hysterisch. Es war eines der lustigsten Dinge, die ich je gesehen hatte. Mike sah mich mit diesem Ausdruck an, "Schau, ich hab einen süßen Hundewelpen gefunden! Kann ich ihn behalten?" Und das ist die Aufnahme die wir für den Großteil der Szene verwendet haben. Bis zum heutigen Tag, elf Jahre später, kann ich mir diese Szene nicht ansehen ohne zu lachen. Viel.

  • Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5"


  • Eine andere Szene mit Londo und Lennier enthält, nebenbei gesagt, eine kleine Verbeugung in Richtung der Online-Fans der Serie. Wir können und werden keine Drehbuchvorschläge benutzen, aber da ist soviel Humor, Berge von Humor, jeder erdenkliche Witz, so dass ich einen dieser Witze in eine Episode habe einfließen lassen… einen der in vielen Gesprächen und im Netz immer wieder hoch kam. Nur um den Fans Anerkennung auf dem einen Wege zukommen zu lassen, den ich gehen darf.

    Den genauen Ursprung des Witzes kann ich nicht mit Sicherheit angeben, er wurde im ganzen Netz gepostet, in dem Mailboxen und überall zusammen mit einigen fantastillionen anderen Glühbirnenwitzen hochgeladen (nachdem ich die Originalversion davon in die Show eingebaut hatte). Deswegen dachte ich mir, ich könne ihn in die Episode einpassen, da er so weit verbreitet und mit den Netzen verbunden war. Während ich in England war, traf ich einen jungen Mann, der meinte, er wäre der erste gewesen, der mit dieser Variation aufgewartet hätte und ich habe keinen Grund, ihm nicht zu glauben. (Ein paar andere Leute haben mir e-mails geschickt und gesagt, dass sie diesen Witz erfunden hätten. Es liegt also auf der Hand, doch ich sage es nochmal: ich habe keine Ahnung was davon wahr ist, denn er war einfach überall und nie gab es eine Quellenangabe).

  • Dougs Reaktion auf das "Netter-Syndrom" war… amüsiert, chagriniert und verbunden mit dem Versprechen schnellstmöglicher, furchtbarer Rache.

  • Quelle: Der deutsche Lurker’s Guide für Babylon 5

    Zusammengestellt von Christian Siegel
    (Bilder © Warner Bros.)







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