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24 Stunden bis zum Ende PDF Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Warner Bros.

Originaltitel: A Day in the Strife
Episodennummer: 3x03
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 20. November 1995
Erstausstrahlung D: 06. Oktober 1996
Drehbuch: J. Michael Straczynski
Regie: David Eagle
Hauptdarsteller: Bruce Boxleitner als Captain John Sheridan, Claudia Christian als Commander Susan Ivanova, Jerry Doyle als Security Chief Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Richard Biggs als Doctor Stephen Franklin, Bill Mumy als Lennier, Stephen Furst als Vir Cotto, Jason Carter als Marcus Cole, Jeff Conaway als Zack Allaln, Peter Jurasik als Londo, Andreas Katsulas als G'Kar.
Gastdarsteller: Stephen Macht als Na'Far, Marshall Teague als Ta'Lon u.a.

Kurzinhalt: Nachdem sich Sheridan und Ivanova mit dem Interessensverband der Transportunternehmen getroffen haben, werden sie in der Kommandozentrale erwartet. Eine Sonde unbekannten Ursprungs ist in den Orbit von Babylon 5 eingetreten, und sendet eine Übertragung. Nachdem es gelungen ist, diese zu entschlüsseln, erfährt die Besatzung, dass die Sonde von einer fortschrittlichen Zivilisation geschickt wurde. Sie bietet ihnen allerhand Daten und Unterlagen aus den Bereichen der Medizin, Technologie und so weiter an – sofern man sich als würdig erweist, und einen Fragenkatalog binnen 24 Stunden beantwortet. Der Haken an der Sache: Gelingt dies nicht, wird sich die Sonde selbst zerstören – und dabei auch die Station mit sich reißen. Währenddessen beobachtet Garibaldi, dass Doctor Franklin aufgrund des enormen Drucks und des hohen Stressfaktors in der Krankenstation immer häufiger auf Stims zurückgreift. Als er ihn darauf anspricht, reagiert dieser zuerst gereizt – ehe er Michael verspricht, mit dem Konsum von Aufputschmitteln aufhören zu wollen. Doch die nächste große Krise lässt nicht lange auf sich warten. Londo Mollari verfolgt indes einen Plan, um sich Vir vom Leibe zu halten. Dieser soll der neue Botschafter der Centauri auf Minbar werden. Und auch Bürger G'Kar soll – auf Anweisung der Übergangsregierung der Centauri – die Station Babylon 5 verlassen, und auf den Heimatplaneten der Narn zurückkehren, wo ihm, als letzten des Kha'Ri, der Prozess gemacht werden soll. Doch die anderen Narn auf der Station denken gar nicht daran, ihn einfach so ziehen zu lassen…

Denkwürdige Zitate: "The work farms, the relocation camps, the construction gangs are all operating at capacity? And the executions, Na'Far? The executions continue?"
"The executions… continue."
"Progress!"
(Nicht genug, dass sie besiegt wurden, Londo muss auch noch so richtig schön auf die Narn draufhauen, wenn sie eh schon am Boden liegen.)

"Stop trying to put your problems on me, just because you never met a bottle you didn't like."
(Puh. Unerlaubter Tiefschlag, Doktor!)

"I'm not entirely sure what my peers back home would think if I suddenly began showing places with a Narn bodyguard."
"They would say: Here is a man who will live to be a hundred and fifty."
(GTa'Lon zu Sheridan)

"You have been promoted. You'll earn more money, receive more attention, women may even come to find you attractive! In time…"
(Na das sind ja mal Aussichten!)

"Corwin, check this figures again, make sure they came through the translator okay. I don't wanna get killed because of a typo. It would be embarrassing."
(Mal wieder ein klassischer Ivanova-Spruch. Herrlich!)

"Always finding the good in every situation, eh, Captain?"
"Absolutely. If I didn't, I might end up like you."
(Fast noch besser als der Spruch selbst sind die Reaktionen von Ivanova und Corwin.)

"If I live through this job without completely losing my mind, it will be a miracle of biblical proportions."
(Eines der besten Zitate von Ivanova überhaupt.)

"I carry my sword in my hand. You carry yours in your heart and in your mind. As I see it, that gives you a two to one advantage in arms."
(Ta'Lons wundervolle Loyalitätsbekundung an G'Kar.)


Review: Episodenbild (c) Warner Bros. Die Inhaltsangabe macht es schon deutlich: "24 Stunden bis zum Ende" ist voller Handlung. Zu voll, leider, in meinen Augen. Aufgrund der Fülle an unterschiedlichen Handlungssträngen blieben die meisten davon nämlich leider letztendlich auf der Strecke, und konnten nicht ihr volles Potential entfalten. Auch wirkt die Episode ziemlich zerfahren. Fünf parallele Geschichten sind einfach um rund zwei zu viel. Ich kann zwar verstehen, was JMS hier beabsichtigt hat. Er wollte eine Episode schaffen, die praktisch das gesamte Ensemble beschäftigt und dem Zuschauer den stressigen Alltag auf der Station vor Augen führt – und dass es auch genug für Sheridan & Co. zu tun gibt, wenn sie sich nicht gerade mit den Schatten oder einer Verschwörung innerhalb der Erdregierung herumschlagen müssen – aber dadurch fehlt es der Episode leider an Fokus, bzw. den einzelnen Geschichten an Laufzeit, um Eindruck zu hinterlassen.

Als am überflüssigsten empfand ich dabei alles rund um die Transportgesellschaft. Diese Storyline liefert uns den Einstieg und den Ausklang, dazwischen rückt sie aber völlig in den Hintergrund, und spielt – bis auf kurze Erwähnungen – keine Rolle mehr. Ja, der Moment mit Sheridan und der Waffe war recht nett. Aber das allein ist mir als Daseinsberechtigung für diesen fünften Handlungsstrang zu wenig. Wäre ich der Drehbuchautor dieser Folge, wäre das als erstes geflogen. Ein wenig besser ergeht es der Handlung rund um Londo und Vir. Gegenüber Delenn mag Londo vorgeben, dass Vir ein Stolperstein für ihn wäre. Allerdings wird deutlich, dass es ihm eher darum geht, Vir vor seinen dreckigen Geschäften zu beschützen. Damit macht Londo wieder einen Schritt in die Rehabilitation – jedoch nicht, ohne zuvor mindestens zwei Schritt zurückzugehen, als er Na'Far auf grausame Art und Weise an die Niederlage seines Volkes erinnert. Für mich ganz klar die stärkste Szene der Londo-Handlung. Noch einen Hauch besser gefiel mir alles rund um G'Kar. Vor allem über das Wiedersehen mit Ta'Lon (aus "Alarm in Sektor 92") habe ich mich gefreut; damit wird wieder einmal deutlich, dass man bei "Babylon 5" viel wert auf Kontinuität legt. Auch das Zitat, mit dem Ta'Lon G'Kar schließlich doch dazu überredet, an Bord zu bleiben, ist wunderschön – wie das Drehbuch generell mit ein paar phantastischen Dialogen aufwarten kann. Die Probleme dieser Folge liegen jedenfalls nicht daran bzw. an den Worten, sondern an der Struktur. Jedoch: Ganz ungetrübt verlief der Handlungsstrang rund um G'Kar für mich nicht. So fällt mir negativ auf, dass sich G'Kar erst kürzlich zwei mal hintereinander beweisen musste und man ihn eigentlich schon absetzen wollte. Zuerst in "Auf dem Pulverfass", und später dann in "Das Verhör des Inquisitors". Die Ereignisse aus der letztgenannten Folge können eigentlich noch nicht viel länger als ein paar Wochen her sein. Etwas seltsam erscheint es schon, dass er kürzlich erst um seine Stellung als Anführer kämpfen musste, und ihm nun plötzlich alle Narn derart treu ergeben sind, dass sie treu ergeben hinter (und vor) ihm stehen, und ihn partout nicht gehen lassen wollen.

Episodenbild (c) Warner Bros. Zweifellos die beste Handlung ist jene rund um Dr. Franklin und die sich verschlimmernde Stim-Sucht – und wie Garibaldi ihn darauf anspricht. Die Freundschaft dieser beiden, die ja in gewisser Weise in "Rettet die Cortez!" ihren Anfang zu nehmen schien (als Garibaldi Franklin zu seinem "Bagna Cauda"-Geburtstagsessen eingeladen hat) wird zwar leider etwas selten thematisiert, gefällt mir aber eben grade wegen diesem gemeinsamen Problem, mit dem sie sich in ihrer Vergangenheit (Garibaldi) bzw. der Gegenwart (Franklin) stellen müssen, ungemein gut. Garibaldi ist wohl der einzige an Bord der Station, der Franklins Misere ansatzweise nachvollziehen kann. Doch dieser ist davon überzeugt, die Sache unter Kontrolle zu haben, und ist einfach noch nicht bereit, sich selbst einzugestehen, dass er ein Problem hat – geschweige denn anderen. Er macht allen anderen, und auch sich selbst, etwas vor. Doch so verständlich sein Stim-Konsum in dieser enormen Stress-Situation auch sein mag, aber spätestens am Ende, als er Garibaldi diesbezüglich belügt, steht für den Zuschauer fest, dass Doktor Franklin ein ernstes Problem hat.

Wäre da noch die Handlung rund um die Sonde. Diese hätte ja grundsätzlich das Potential dazu gehabt, so richtig zu packen. Letztendlich halte ich sie aber für das größte Opfer der zu vollgestopften Episode – denn obwohl man meinen sollte, dass mit der Bedrohung der Station bzw. generell dem Mysterium rund um die Sonde alle Zutaten für eine packende, interessante Handlung gegeben sind, verläuft diese Storyline überwiegend dermaßen im Hintergrund, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass sie sonderlich wichtig sei. Fast noch schwerwiegender: Ich hatte vor allem auch nicht den Eindruck, dass sie JMS selbst sonderlich wichtig gewesen wäre. Somit wirkt das ganze leider doch ein wenig um ein Lückenfüller. Das ist insofern enorm schade, als das Verwirrspiel rund um die Sonde und ihren Auftrag wirklich packen und begeistern hätte können, wenn man ihr nur mehr Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt hätte. So hingegen kommt irgendwie auch Sheridans Überlegung, die Sonde könnte ihnen eine Falle stellen, wie aus dem Nichts. Fast drängt sich der Verdacht auf, diese Storyline wäre in erster Linie dazu da, dass Sheridan wieder einmal (und allfälligen in der dritten Staffel neu hinzugekommenen Zuschauern zum ersten Mal) seine Schläue und Cleverness unter Beweis stellen darf; wäre somit nur ein Mittel zum Zweck gewesen. Rückwirkend betrachtet fällt zudem negativ auf, dass die angebliche Mission der Sonde eigentlich keinen Sinn ergibt. Wenn man sich dem Wissen als würdig erweisen muss, und ansonsten in die Steinzeit zurückgebombt wird – wie soll sich intelligentes Leben dann jemals entfalten, und letztendlich jene Stufe der Evolution erreichen, nach der man aus der Sicht der Sonde würdig wäre? Eigentlich hätten da bei allen Beteiligten schon viel früher die Alarmglocken schrillen müssen – denn das ergibt bei genauerer Betrachtung überhaupt keinen Sinn.

Episodenbild (c) Warner Bros. Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass Sheridans Schlussfolgerung, so richtig sie auch sein mag, so wie er sie erklärt auch nicht wirklich Sinn ergibt. Ich zitiere: "We've been operating under the assumption that whoever sent the probe is deciding wether or not a sentient race is fit to survive based on what they know at the moment of contact. But if that's true, why give them a leg up on more advanced technologies?" Das ist ein kompletter Denkfehler, denn das entsprechende Wissen soll ja angeblich erst dann übermittelt werden, nachdem das entsprechende Volk bewiesen hat, dass es über eine ausreichende Entwicklungsstufe verfügt. Vorher bekommen die gar nichts. Doch wie auch immer er zu diesem Schluss gelangt ist, er traf die richtige Entscheidung – und ich muss gestehen, diese Szene in der Kommandozentrale war durchaus spannend. Zudem zeichneten sich die entsprechenden Momente durch einige humorvolle Dialoge aus, welche die Folge für mich aufwerteten. Auch Regie, schauspielerische Leistungen, und Christopher Frankes Musik sind wieder einmal top, und auch die Computereffekte können sich für die damalige Zeit erneut sehen lassen. Ich wünschte nur, JMS hätte der Handlung rund um die Sonde mehr Zeit eingeräumt, damit sie sich besser entfalten kann.

Fazit: Mit gleich fünf parallel verlaufenen Handlungen ist die "24 Stunden bis zum Ende" leider deutlich zu überladen, was dazu führt, dass auch die einzelnen Geschichten selbst teilweise hinter dem vorhandenen Potential zurückbleiben. Am besten ergeht es dabei noch jener rund um Dr. Franklins zunehmende Stimsuch, die mit einigen tollen Momenten (insbesondere die Gespräche mit Garibaldi) aufwarten kann, und sehr dramatisch rüberkommt. Auch wird hier deutlich, dass seine Abhängigkeit in Zukunft noch eine große Rolle und für ihn zum Problem werden wird. Noch ok, aber auch nicht mehr überragend, ist die Handlung rund um G'Kar. Zwar gibt es einige nette Szenen, und vor allem über das Wiedersehen mit Ta'Lon hat mich gefreut. Aber einerseits fällt auf, dass G'Kar den anderen Narn an Bord der Station erst kürzlich zweimal hintereinander beweisen muss, dass er der richtige ist, um sie anzuführen – und nur wenig später sind sie ihm nun derart treu ergeben. Und andererseits kommt man nicht umhin zu bemerken, dass sich letztendlich nicht das Geringste am Status Quo ändert, weshalb sie doch vergleichsweise unnötig erscheint. Zumindest diesen Vorwurf kann man der Geschichte rund um Londo und Vir, wo letzterer als Botschafter nach Minbar versetzt wird, nicht machen. Allerdings, aufgrund der Tatsache, dass angesichts der vielen unterschiedlichen Handlungsstränge vergleichsweise wenig Zeit dafür ist, bleibt der Abschied zwischen den beiden meines Erachtens doch ein wenig hinter den Möglichkeiten zurück. Die Story rund um die Transportgilde wiederum hat zwar einen netten Moment mit Sheridan zu bieten, ist jedoch mit Abstand die unnötigste, die nichts zum Gelingen der Episode beiträgt, weshalb ich es besser gefunden hätte, man hätte sie sich gespart, und so den anderen vier parallel verlaufenden Handlung zumindest etwas mehr Luft zum Atmen gegeben.

Episodenbild (c) Warner Bros. Und dann ist da noch alles rund um die Sonde unbekannten Ursprungs, die ich zwar nicht für die schlechteste und/oder unnötigste, aber die enttäuschendste Geschichte der Episode halte. Zwar ungewöhnlich "Star Trek"-ish für "Babylon 5"-Verhältnisse, und mit "alien (probe) of the week"-Syndrom, aber – mit dem knappen Zeitrahmen, in dem die Fragen beantwortet werden müssen, und der späteren Wendung, dass eben diese Beantwortung zur Vernichtung geführt hätte – grundsätzlich mit dem Potential für eine sehr spannende, interessante und wendungsreiche Geschichte. Aber so, wie es in der Episode behandelt wurde – nämlich ganz nebenbei – konnte sich nicht nur zu keinem Zeitpunkt Spannung einstellen, es war zudem von vornherein klar, dass nichts wichtiges passieren wird, da die Handlung ja scheinbar JMS selbst zu unwichtig war, um sich näher mit ihr auseinanderzusetzen. Der einzige Grund für diese Geschichte ist wohl, um neu hinzugekommenen Zuschauern deutlich zu machen, dass Sheridan ein guter Stratege ist und er etwas im Köpfchen hat. Trotzdem hätte man da deutlich mehr draus machen können. Was leider auch für die Episode im Gesamten gilt.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel


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Hintergrundinformationen:
Vom Skript zur Folge:
Viele Unterschiede gibt es wieder einmal nicht. Im Gegensatz zur fertigen Episode startet das Drehbuch mit einem kurzen Gespräch zwischen Garibaldi und Vir, das in erster Linie nur dazu da ist, die Verhandlungen mit der Vereinigung der Transportpiloten vorzubereiten (Garibaldi erzählt Vir von den schärferen Bedingungen zur Durchsuchung von Frachtschiffen, um zu verhindern, dass Waffen auf die Station geschmuggelt werden) – was aber dann ohnehin auch in der nachfolgenden Diskussion klar wird. Vermutlich deshalb hat es JMS wohl letztendlich auch gestrichen. Davon abgesehen sind es in erster Linie kleine Dialogzeilen oder kurze Momente, die gestrichen wurden. So schlägt Ivanova beim Meeting mit der Transportgilde Sheridan scherzhaft vor, man sollte die Vertreter mal für ein paar Minuten Vakuum atmen lassen, was Sheridan trocken mit "Unkonventionell, aber sehr verlockend." quittiert. Und als Sheridan und Ta'Lon sich zum ersten Mal sehen, hätte eigentlich eine Rückblende zu "Alarm in Sektor 92" eingeblendet werden sollen. Sheridan hätte dann Ivanova gegenüber die Erlebnisse auf dem Streib-Schiff noch einmal kurz rekapituliert. Davon abgesehen wäre mir nichts größeres/erwähnenswertes aufgefallen.

Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5"


Stimmen zur Episode:
  • Episodenbild (c) Warner Bros. Richard Biggs über Franklins Stimsucht: „Ich habe ein bisschen über Suchtverhalten recherchiert, und es gibt bestimmte Stufen die jeder durchmacht, und die erste davon ist Verleugnung. Du bestreitest, dass du ein Problem hast, und es schreitet voran. Dann kommen die Schuldgefühle, und letztendlich akzeptierst du es. Und wenn du es einmal akzeptierst, ist das der erste Schritt, um dich zu verändern.”

  • Jerry Doyle über Garibaldis Rat an Franklin: „Ich denke wenn du ein Freund bist – und ich glaube dass die Figuren Freunde sind, gute Freunde sogar – musst du manchmal ein unangenehmes Gespräch mit deinen Freunden führen. Es ist einfach, eine locker-flockige Konversation mit Bekanntschaften zu führen, aber bei Freunden musst du ihnen manchmal die Realität vor Augen führen, und ihnen Weckrufe geben. Du musst sie manchmal auf ihren Bullshit ansprechen, und ihnen klar machen was sie sich oder anderen antun. Dies ist eine dieser Situationen.”

  • Andreas Katsulas über Garibaldis unerwarteten Besuch bei G'Kar: „Ich weiß nicht warum gerade die beiden begannen, sich so gut zu verstehen, und nicht z.B. er und Doktor Franklin. Woher weiß G'Kar, dass Garibaldi anders ist als alle anderen? Es ist, wie wenn du jemanden im Krankenhaus besucht. Eigentlich ist es nicht der Rede wert, aber wenn du es nicht machst, zeigst du nicht was du empfindest. Und so kommt hier Garibaldi, der sich wegen ihm Sorgen macht, und das entgeht G'Kar nicht. Niemand sonst ist gekommen um zu sehen, wie es G'Kar geht und warum er fortgeht, und deshalb ist das ein Häkchen für Garibaldi in G'Kars Herzen.”

  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Produktionsnotizen:
  • Während der Dreharbeiten zu dieser Episode kam es zu einem Streik. Während die Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren usw. alle Teil einer Gewerkschaft waren, war die Crew selbst nicht in einer Gewerkschaft organisiert. Dies war weniger der Crew als vielmehr den Gewerkschaften selbst ein Dorn im Auge – vor allem auch, da es in Los Angeles, also quasi vor ihrer Haustür, stattfand. Und so wendete sich die Gewerkschaft an die Crew, und sorgte schließlich dafür, dass die Dreharbeiten mitten in der Produktion dieser Episode abgebrochen wurde, um Verhandlungen mit den Produzenten und Warner Bros. zu führen. Einer der größten Stolpersteine dabei war, dass es keine Vorlagen für Gewerkschaftsverträge für Serien gab, deren Episoden für weniger als eine Million Dollar gedreht wurden (was bei "Babylon 5" der Fall war). Kurze Zeit sah es so aus, als müsste man die Produktion von "Babylon 5" nach Canada verlagern, oder die Serie überhaupt komplett einstellen. John Copeland und JMS gelang es dann aber schließlich, mit der Gewerkschaft eine Einigung zu erzielen, und einen Präzedenz-Vertrag mit ihnen abzuschließen. Um dieses Ziel bzw. die von der Gewerkschaft gewünschten Zahlen zu erreichen, verzichtete JMS auf ein Drehbuch- und Regisseur John Flinn III auf ein Regie-Honorar, um das Budget der Serie trotzdem einhalten zu können.

  • Der Nebenplot rund um Vir, der auf Geheiß von Londo die Station verlässt und auf Minbar als Botschafter der Centauri eingesetzt wird, ist Ereignissen aus dem realen Leben geschuldet: Schauspieler Stephen Furst konnte eine Rolle in der Sitcom "Misery Loves Company" ergattern und stand daher für "Babylon 5" einige zeit lang nur sporadisch zur Verfügung. Dass die Sitcom nach nur acht Episoden abgesetzt wurde, erlaubte es ihm, früher als gedacht wieder "Vollzeit" zur Serie "Babylon 5" zurückzukehren.

  • Quellen: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5", "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Kommentare von JMS
    Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Als wir mit der dritten Staffel begannen, landete Stephen Furst eine Rolle in einer Sitcom, was bedeutete, dass er "Babylon5" eine Zeit lang fernbleiben musste. Es wäre unser gutes Recht gewesen darauf zu bestehen, dass wir den ersten Anspruch auf seine Leistungen hatten, aber das war nicht, wie wir Dinge bei "Babylon 5" gehandhabt haben. Deshalb passten wir seinen Vertrag an um es ihm zu erlauben, mehr Zeit von der Serie fernbleiben und so an der Sitcom arbeiten zu können – was der Grund dafür ist, warum Londo in dieser Episode Virs Posten als Centauri-Botschafter auf Minbar arrangiert. Das brachte Vir weg von der Station, und damit auch Stephen für längere Zeiträume weg aus der Serie. Das coole an der Sache ist, dass, wie so viele andere Zufälle bei "Babylon 5", Vir's Abreise der Story mehr geholfen als behindert hat. Es isolierte Londo zu genau dem Zeitpunkt wo ich ihn am dringendsten allein brauchte, um seinen kontinuierlichen Absturz in die Finsternis zu akzentuieren. Zu entscheiden, Vir zu diesem Zeitpunkt wegzuschicken verlieh Londo auch eine seltsame Art des Anstands, eine Eigenschaft die wir für eine lange Zeit nicht von ihm gesehen hatten.

  • In 1968 hielt das Wissenschaftskomitee des Repräsentantenhauses hinter verschlossenen Türen eine Reihe von Anhörungen zum Thema extraterrestrisches Leben ab. Wissenschaftler aus dutzenden Zweigen und aus der ganzen Welt erschienen, um auszusagen, darunter auch der mittlerweile verstorbene Carl Sagan. Im Verlauf dieser Diskussionen wurden verschiedene Szenarien besprochen die beschrieben, auf welchen Wegen wir eines Tages Lebewesen außerirdischen Ursprungs begegnen könnten. Fast alle waren sich einig, dass das wahrscheinlichste Szenario eine Sonde war, die unser Sonnensystem auf der Suche nach Leben erreicht – so wie auch wir Forschungssatelliten auf ähnlicher Mission ins All geschickt haben. Die größere Frage war aber: Wenn solch eine Sonde die Erde erreichen und ein Signal ausschicken würde um zu überprüfen, ob jemand zu Hause ist, sollten wir antworten, oder nicht?

    Diese Frage wurde einer der größten Zankäpfel zwischen den Anwesenden. Einige von ihnen waren der Ansicht, dass es unbedingt erforderlich war, dass wir antworten, während andere zu Bedenken gaben, dass es mit großen Gefahren verbunden wäre, auf das Signal einer Sonde zu antworten, deren Absichten uns nicht bekannt ist. Vielleicht war sie nur auf einer Sonntagsspazierfahrt, oder suchte nach Wesen sie sie ins intergalaktische Teekränzchen einladen kann. Vielleicht war es aber auch ein Berserker, der geschickt wurde um konkurrierende Spezies zu lokalisieren und zu eliminieren. Am Ende der Anhörung wurde schließlich entscheiden dass falls solch eine Sonde ins Sonnensystem eindringen und ein Signal auf der Suche nach Leben aussenden würde, es die Position unserer Regierung ist, nicht zu antworten. Wir stellen uns tot… und lassen sie vorbeiziehen.

    Während der Produktion von "Babylon 5" wurde ich ins kalifornische Institut für Technologie in Pasadena eingeladen, um zusammen mit einer Gruppe von Wissenschaftlern und Leuten mit hohem IQ an einem Abendessen teilzunehmen, darunter niemand geringerer als Freeman Dyson, Physiker, Schöpfer der Dyson-Sphäre, und Professor Emeritus am Institut der höheren Wissenschaften in Princeton, New Jersey. So sehr ich auch gerne von mir denken würde, ein einigermaßen kluger Kerl zu sein, war ich in dieser Gesellschaft derart überfordert wie ein Cro-Magnon-Mensch auf einem Kostümfest. Als ich mit ihnen in einem privaten Raum saß, suchte ich verzweifelt nach etwas wertvollen, dass ich zur Diskussion beitragen konnte, und nicht so klingen würde wie "So, uhm, wenn Sie ein Baum wären, welcher Art von Baum wären Sie dann?" Dieses Ziel wurde erheblich durch die Tatsache erschwert dass mein Hirn scheinbar durch ein Freizeichen ersetzt wurde. Dann erinnerte ich mich an die besagten Anhörungen.

    Episodenbild (c) Warner Bros. "Ich habe eine Frage, Mr. Dyson", sagte ich schließlich. Die Gespräche hörten unverzüglich auf. Jeder sah mich an, davon erschreckt dass sich von diesem bestimmten Platz auf einmal eine Stimme erhoben hatte. Obwohl ich mir vorkam wie ein Kind dass am Kindertisch sitzt und die Erwachsenen unterbricht um zu Fragen, was das Ding ist dass er da grad aus seiner Nase herausgezogen hat, sprach ich weiter. Ich fragte Dyson ob er mit den Erkenntnissen des Komitees vertraut war, was extraterrestrischen Kontakt betrifft. War er. (Duh.) Und so stellte ich ihm nun meine Frage: "Wenn Sie in einem Observatorium wären, und ein Signal von einer Sonde empfangen würde dass durch unser System fliegt, und Sie hätten nur wenige Stunden Zeit um zu antworten, würden sie auf den Knopf drücken?" Nachdem er mit der Frage mehrere Minuten gerungen hatte, sagte er: "Wenn ich allein wäre, im Weltraum, in einer Art Kapsel, so dass ich nur mein Leben riskieren würde, dann besteht kein Zweifel daran dass ich auf den Knopf drücken würde um Kontakt herzustellen. Aber hier auf der Erde, mit Milliarden von Leben die auf dem Spiel stehen, da ich die Absichten der Sonde nicht kenne, müsste ich sagen dass ich den Knopf nicht drückten könnte. Ich würde ihn nicht drücken. I würde mich danach für immer hassen, aber ich würde ihn nicht drücken." Und ich dachte, wenn das eine Geschichte ist die einen Kerl wie Freeman Dyson auf seine philosophischen Knie zwingen kann, dann ist das verdammt noch mal eine Story die wir bei "Babylon 5" erzählen sollten. Was der Grund ist, wie und warum diese Episode zustande kam.

  • Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 5"


  • Hätte die Explosion einen Planeten zerstören können?
    Nein, wahrscheinlich hätte sie nicht einen ganzen Planeten vernichten können, aber sie hätte sicher jegliche Kommunikation auf lange Sicht unterbrechen können, vielleicht einen Staubteppich aufwirbeln, um die Temperatur empfindlich sinken zu lassen. Mit Sicherheit hätte es den Planeten lange genug geschwächt, um weitere Sonden schicken zu können. Wenn eine die Sache zu Ende bringen kann, tut sie das, wenn mehr benötigt werden, werden mehr geschickt.

  • Quelle: Der deutsche Lurker’s Guide für Babylon 5

    Zusammengestellt von Christian Siegel
    (Bilder © Warner Bros.)







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