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Die Strafaktion PDF Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Warner Bros.

Originaltitel: Severed Dreams
Episodennummer: 3x10
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 01. April 1996
Erstausstrahlung D: 24. November 1996
Drehbuch: J. Michael Straczynski
Regie: David Eagle
Hauptdarsteller: Bruce Boxleitner als Captain John Sheridan, Claudia Christian als Commander Susan Ivanova, Jerry Doyle als Security Chief Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Richard Biggs als Doctor Stephen Franklin, Bill Mumy als Lennier, Stephen Furst als Vir Cotto, Jason Carter als Marcus Cole, Jeff Conaway als Zack Allaln, Peter Jurasik als Londo, Andreas Katsulas als G'Kar.
Gastdarsteller: Bruce McGill als Major Ryan, Kim Miyori als Captain Hiroshi, Rance Howard als David Sheridan, Phil Morris als Bill Trainor, James Parks als Drakhen, Joshua Cox als Lt. Corwin, Maggie Egan als ISN Reporter #1, Matt Gottlieb als ISN Reporter #2 u.a.

Kurzinhalt: General Hagues Schiff, die Alexander, musste ein paar schwere Treffer einstecken und befindet sich auf dem Rückzug. Um notwendige Reparaturen vorzunehmen und wieder ihre Kräfte zu sammeln, fliegen sie den einzigen sicheren Hafen an, der ihnen jetzt noch geblieben ist: Babylon 5. Damit bringt man allerdings Captain Sheridan und seinen Kommandostab in die Bredouille. Hat man es bisher vermieden, sich offen gegen den Präsidenten zu stellen, müssen sie nun Farbe bekennen – mit dem Wissen, dass Präsident Clark kurz darauf eine Flotte zur Station schicken wird. Der Kommandostab kommt überein, dass es an der Zeit ist, offen Stellung zu beziehen, und sich gegen die illegalen Befehle von Präsident Clark zu wehren. Captain Sheridan verkündet, dass die Station Babylon 5 dem Beispiel der Kolonien auf dem Mars und auf Proxima folgt, und sich von der Erde lossagt. Sie wollen so lange ihre Unabhängigkeit bewahren, bis Präsident Clark zurückgetreten ist. Danach bereitet man sich auf die große Schlacht vor. Währenddessen erfährt Delenn, das die Schatten weiter auf dem Vormarsch sind, der Graue Rat sich jedoch nicht dazu durchringen kann, etwas zu unternehmen. Die Probleme anderer seien für sie nicht von Belang. Delenn fliegt los, um den Grauen Rat zur Rede zu stellen…

Denkwürdige Zitate: "That's what makes this war different from anything we've ever gone through before. This time, we know everyone we kill."
(Major Ryans nachdenklichen Worte, nachdem sie die Clarkestown zerstört haben.)

"Delenn, please be careful. The Grey Council is not what it was. They may not receive you well. If they will see you at all."
"They will see me, whether they like it or not."
(Delenn, kurz bevor sie zum Grauen Rat aufbricht.)

"I told you, Delenn, they will not speak to you."
"Then they will listen to me."
(Delenn ist fest dazu entschlossen, sich Gehör zu verschaffen.)

"Never start a fight, but always finish it."
(Das Familienmotto der Sheridans, das JMS später auch prominent in "Der fremde Sohn" untergebracht hat.)

"Do not force us to engage your ships."
"Why not? Only one human captain has ever survived battle with a Minbari fleet. He is behind me. You are in front of me. If you value your lives, be somewhere else."
(Eines der beliebtesten Zitate der Serie, und einer der stärksten Momente für Delenn.)


Review: Episodenbild (c) Warner Bros. Bereits in der allerersten Episode von "Babylon 5" wurde der Grundstein für jene Entwicklung gelegt, die hier nun ihren vorläufigen Höhepunkt findet – fanden in "Ragesh 3" doch die Präsidentschaftswahlen statt. Beim ersten Sehen der Folge mag Ivanova's Kommentar "This to me is no good combination" – bezogen auf den Präsidentschaftskandidaten Santiago und seinen Vize Clark – vergleichsweise unwichtig erscheinen. Erst im Nachhinein wird deutlich, wie prophetisch ihre Aussage war, und dass JMS mit diesem kleinen Kommentar alle weiteren Entwicklungen vorbereitet hat. In "Chrysalis" kam es dann zur Ermordung des Präsidenten, und in "Der Arzt des Präsidenten" kam zum ersten Mal der Verdacht auf, dass der nunmehrige Präsident Clark darin seine Finger im Spiel gehabt haben könnte. Zu Beginn der dritten Staffel fand man dafür schließlich den Beweis – und ebnete damit den Weg zu dieser Entwicklung. Zugleich begann sich in den letzten Folgen, die Schlinge um unsere Helden immer enger zu ziehen. Bislang haben sie nur im Hintergrund agiert und intrigiert, doch mit dem Befehl dass die Nighwatch die Sicherheit der Station übernehmen soll sowie dem Anflug der Alexander ist nun der Punkt ohne Wiederkehr endgültig erreicht, und Sheridan & Co. haben keine andere Wahl mehr, als Stellung zu beziehen und sich dem Präsidenten offen zu widersetzen.

Was dabei durchaus überrascht, ist die plötzliche Abwesenheit von General Hague. Auch wenn dieser bislang nur zwei Auftritte in der Serie hatte und sein letzter - in "Auf dem Pulverfass" - schon wieder eine Weile her ist, war er dennoch eine ständige Präsenz im Hintergrund, und schien jene Person zu sein, die sich im Zentrum des jetzigen Aufstands befindet. Und nun erfahren wir, dass er bei einem Gefecht ums Leben gekommen ist. Heutzutage kenne ich natürlich die Umstände dahinter, und dass es keine dramaturgische Entscheidung von JMS war, sondern dieser von Hagues Abwesenheit ebenso überrascht war wie die Zuschauer. Und ich bin mir sicher, dass sich JMS bis zu einem gewissen Grad bis zum heutigen Tag darüber ärgert, angesichts der Art und Weise, wie er die triumphale Rückkehr der Figur vorbereitet hat. Dennoch denke ich, dass es der Episode letztendlich nicht im Geringsten schadet, und ihr vielleicht sogar ein bisschen hilft. Immerhin war General Hague die Speerspitze des Aufstands – jene Person, in die Sheridan & Co. – und damit auch wir als Zuschauer – all ihre Hoffnungen setzten. Und nun kehrt er nicht nur nicht zurück, sondern starb abseits der Kamera; nicht einmal ein aufopfernder Heldentod wird ihm spendiert. Sein Verlust trifft uns somit völlig unerwartet, lässt die Situation von Sheridan & Co. noch ein bisschen auswegloser erscheinen, und unterstreicht zudem den Eindruck, dass bei "Babylon 5" niemand 100%ig sicher ist. Jedenfalls glaube ich, dass sich General Hagues off-screen Tod letztendlich spannungssteigernd auf die Episode ausgewirkt hat, da zumindest ich mir als Garibaldi und Ivanova in den Kampf ziehen nicht sicher war, ob sie heil wieder zurückkehren würden.

Episodenbild (c) Warner Bros. Was "Babylon 5" im Allgemeinen und "Die Strafaktion" im Besonderen für mich dabei so auszeichnet, ist, dass die Action nicht auf cool getrimmt wird. Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber nehmt "Star Wars". Alle die das hier lesen wissen hoffentlich, dass ich ein großer Fan der (meisten) Filme bin, aber wenn Luke am Ende den Todesstern zerstört, ist es ein reiner, ungetrübter Triumph. An die vielen Todesopfer wird kein Gedanke verschwendet – ja soll auch gar kein Gedanke verschwendet werden, da es dem süßen Geschmack des Triumphs eine bittere Note geben würde. Ähnlich verhält es sich z.B. bei "Deep Space Nine" bei den großen Weltraumschlachten während des Dominion-Krieges. Mein hauptsächlicher Gedanke als ich diese sah, war "Cool!". Nicht so hier. Es ist nicht cool, wenn die Alexander das Schiff das sie verfolgt aus dem All schießt. Es ist nicht cool, wenn sich die Churchill opfert, um ein gegnerisches Schiff auszuschalten, oder wenn kurz darauf ein weiterer Angreifer zerstört wird. Und so sehr man auch jubeln mag, wenn am Ende, just wenn alles verloren scheint, Delenn mit der Kavallerie anmarschiert um den Tag zu retten, lässt uns JMS selbst in diesem Moment den Preis des Krieges nicht vergessen, als er uns dazu zwingt, einen Blick auf die Leichen, die Sterbenden und die schwer verletzten Soldaten auf beiden Seiten zu werfen.

Generell halte ich "Die Strafaktion" für eine absolute Sternstunde der Serie, und sogar der TV-Unterhaltung an sich. Das Drehbuch von JMS ist dicht, packend und bereits mit einigen wesentlichen Regieanweisungen – wie der Zeitlupensequenz – gespickt, welche die Episode aufwerten. Dennoch war vermutlich keine andere Episode der Serie zuvor so von einer tollen Inszenierung abhängig, die es versteht, die auf dem Papier existierende Spannung auf den TV-Schirm zu übertragen und einige denkwürdige Momente zu erschaffen. Wenn die ohnehin schon besser informierten "Babylon 5"-Fans an die wichtigsten und besten Regisseure denken, fällt üblicherweise zuerst der Name Mike Vejar, dicht gefolgt von Janet Greek. Beides kann ich nachvollziehen, und stimme mit dieser Ansicht ja auch überein – dennoch habe ich manchmal das Gefühl, dass dabei zu Unrecht auf David Eagle vergessen wird. Ich halte "Die Strafaktion" jedenfalls für eine der am besten inszenierten Episoden der Serie. Eagle versteht es, die Spannungsschrauben konstant anzuziehen. Er schmückt die Geschichte mit einigen netten Einstellungen und Kamerafahrten – wie z.B. einen aus "Vertigo" und "Der weiße Hai" berühmten "dolly zoom" – und auch die Zeitlupensequenzen setzt er absolut phantastisch um. Mit einer solch hochwertigen Inszenierung ist jedenfalls zuvor noch keine "Babylon 5"-Episode aufgefallen. Hier wurde zum ersten Mal das damalige – recht enge – Korsett von "TV-Inszenierungen" durchbrochen, und das Ergebnis hat mich damals absolut begeistert, und kann mir auch heutzutage immer noch ungemein gut gefallen.

Episodenbild (c) Warner Bros. Nicht vergessen werden darf auch Christopher Franke. Auf die Gefahr hin, dass ihr langsam müde werdet, meine ständigen Lobpreisungen auf ihn zu lesen, aber in der dritten Staffel übertrifft er sich einfach von einer Episode auf die nächste selbst. Nach seiner phantastischen Arbeit für "Das Netz der Lügen" setzt er hier nun mit seinem eindringlichen Score zu "Die Strafaktion" noch einmal eins drauf. Seine Musik passt sich dem tragisch-dramatischen Ton der Episode perfekt an, und vor allem auch die Zeitlupensequenz der stürmenden und fallenden Krieger wäre – nicht zuletzt da man dort gänzlich auf Soundeffekte verzichtet und nur die Bilder und die Musik sprechen lässt – ohne seine musikalische Untermalung nicht einmal halb so gut. Zusammen ergibt sie jedoch einen absoluten Gänsehautmoment. Auch die Arbeit von Foundation Imaging kann nicht genug gelobt werden. Die schiere Anzahl an Effektszenen war für damalige Zeiten absolut beeindruckend, und auch ihre Qualität konnte mir wieder einmal gefallen. Von der vergleichsweise schlechten Auflösung abgesehen gibt es daran aus meiner Sicht nichts auszusetzen, und ich finde, viele Szenen hier sehen um einiges besser aus als z.B. bei "Enterprise", was in erster Linie der künstlerischen Gestaltung der Einstellungen zu verdanken ist.

Und dann sind da eben noch die Handlung bzw. das Drehbuch, die uns zahlreiche großartige Momente bescheren. Der Einstieg ist, mit Londos Wettern über die Narn und der auf dem Fuße folgenden Rache noch recht amüsant und beschwingt, doch dann schwenken wir auch schon zur Alexander, auf der mittlerweile Major Ryan das Kommando übernommen hat. Dieser wird von Bruce McGill gespielt, der kurzfristig – und eher zufällig – dazu gestoßen ist, aber die Rolle sehr überzeugend und warmherzig ausfüllt. Kurz darauf treffen Sheridan, Ivanova, Garibaldi und Franklin den Entschluss, zu kämpfen, und kurz darauf wird der restliche Kommandostab im Kontrollzentrum in die Krise – und die bevorstehende Ankunft der Alexander – eingeweiht. Wunderbar finde ich auch immer die ruhige Szene mit Sheridan und seinem Vater. Momente wie diese tragen ungemein viel dazu bei, uns den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Zudem war diese Szene auch wegen eines späteren Moments aus "Zeit des Abschieds" wichtig. Etwas später gibt Sheridan dann mittels des Holoprogramms der großen Maschine die Unabhängigkeit der Station bekannt (wo sich auf der deutschen DVD-Veröffentlichung leider wieder der eine oder abgeschnittene Kopf bewundern lässt, was ich gerade bei einer so wichtigen Episode wie "Die Strafaktion" bedauerlich finde). Was mir an dieser Szene so gut gefällt, ist dass nachdem er meint, dass alle die sich mit seiner Entscheidung unwohl fühlen die Kommandozentrale verlassen sollen, auch wirklich ein oder zwei Personen aufstehen und gehen. Wie oft haben wir ähnliche Szenen in Serien und Filmen schon gesehen, und alle stehen immer uneingeschränkt hinter ihrem Captain? Ich fand das jedenfalls sehr erfrischend. Sehr interessant auch das, was sich auf der Erde abspielt, wo ISN von Clarks Truppen übernommen und vorübergehend abgeschaltet wird – wodurch Sheridan & Co. ihre einzige Verbindung zur "Außenwelt" (also den Ereignissen auf der Erde) verlieren.

Episodenbild (c) Warner Bros. Die Nebenhandlung rund um Delenn wiederum sorgt dafür, dass trotz des erdinternen Kampfes auch die Bedrohung durch die Schatten nicht gänzlich in Vergessenheit gerät (wenn diese auch, wie man nie vergessen sollte, auch beim Bürgerkrieg ihre Finger im Spiel haben). Denn nicht nur was die Menschen sondern auch was die Minbari betrifft werden langfristige Entwicklungen hier zu ihrem vorläufigen Höhepunkt geführt. Dass im Grauen Rat schon lange nicht mehr alles eitel Wonne ist, haben die letzten Episoden immer wieder gezeigt – nicht zuletzt, als man nachdem Delenn die Führungsposition ablehnte mit Neroon jemanden von der Kriegerkaste damit beauftragt und damit das von Valen verordnete Gleichgewicht der Kasten gebrochen hat. Nun kehrt sie zurück um dem Rat die Leviten zu lesen – und diesen zuletzt sogar aufzulösen. So sehr die Episode ansonsten auf die Erde fokussiert sein mag, aber das ist ein weiterer ganz großer Höhepunkt der Episode, von Mira Furlan ungemein druckvoll gespielt und von David Eagle auch wieder wunderbar inszeniert, mit einer recht langen Einstellung, die es der Stimmung der Szene erlaubt, sich so richtig zu entfalten. Und dann ist da natürlich noch einer der Delenn-Momente schlechthin. "Be somewhere else." Zweifellos eines der denkwürdigsten Zitate der Serie!

Fazit: Wenn ich gefragt werde, warum "Babylon 5" meine Lieblingsserie ist, würde ich am liebsten auf Episoden wie "Die Strafaktion" deuten und sagen: "Da, schau. Deshalb." Leider funktioniert dies nur halt bei dieser Serie nicht so recht, da vieles an Wirkung der Vorarbeit aus den ersten beiden Staffeln zu verdanken sind, und die Episode daher aus dem Kontext gerissen nie so gut funktionieren kann. Und dennoch ist sie genau genommen ein perfektes Beispiel dafür, was "Babylon 5" für mich so auszeichnet. JMS mag sich Zeit nehmen, um die fortlaufende Handlung aufzubauen –aber im Gegensatz zu anderen Serien mit Handlungsrahmen (*hust*Akte X*hust*) versteht er es dann auch, diese zu einem ungemein packenden, begeisternden, überzeugenden und befriedigenden Höhepunkt zu führen. "Die Strafaktion" schließt nun die Geschichte rund um Präsident Clark, die Ermordung von Santiago sowie die Wirren innerhalb der Erdregierung auch hochdramatische Art und Weise ab. Wo andere Serien die Weltraumkämpfe und die Action zelebriert und auf cool getrimmt hätten, lässt uns JMS dabei den Preis des Krieges nie vergessen, weshalb der Triumph mit einem äußerst bitteren Beigeschmack serviert wird. Neben seinem Drehbuch stechen vor allem die Inszenierung von David Eagle und die Musik von Christopher Franke hervor. Letztere verbinden sich bei den Kampfszenen auf der Station, dank des Zeitlupeneinsatzes, zu einem der stärksten Gänsehautmomente der Serie. Es gibt ungemein viele starke, denkwürdige Szenen, die schauspielerischen Leistungen sind sehr gut – wobei vor allem Bruce Boxleitner und Mira Furlan hervorstechen – und die Effekte für damalige TV-Verhältnisse (und angesichts des bescheidenen Budgets der Serie) sensationell. Insgesamt macht das eine der absoluten Sternstunden der Serie, und für mich auch der TV-Unterhaltung im Allgemeinen.

Wertung: 5 von 5 Punkten
Christian Siegel


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Hintergrundinformationen:
Stimmen zur Episode:
Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Jerry Doyle über seinen Unfall während der Dreharbeiten: „Meine Beine gaben nach, ich fiel hin und brach mir als ich auf den Boden fiel den Ellenbogen. Ich wusste sofort dass etwas nicht in Ordnung ist, und ich lag nur schwitzend da und dachte "Gottverdammt, tut das weh." Dann sagte der Regisseur "Wir haben da ein kleines Problem, wir haben es irgendwie verpasst." Ich sagte "Was meinst du damit, ihr habt es verpasst?" "Wir haben es nicht mit der B-Kamera eingefangen… wir müssen es nochmal drehen." Und ich meinte "Nun, da ist definitiv etwas mit meinem Arm nicht in Ordnung. Ich bin mir nicht sicher ob ich mich übergeben, mir in die Hose scheißen oder in Ohnmacht fallen werde, oder alles drei zusammen. Wenn ihr die verfickte Szene nochmal drehen wollt, stellt die Kamera auf, holt alle auf ihre verdammten Plätze zurück, und macht es jetzt!" Er meinte ganz zaghaft "Ok, dann…" Und so drehten wir das ganze nochmal, und ich will verdammt sein, das gleiche passierte nochmal! Ich fiel erneut hin, und diesmal erwischte es mein Handgelenk."”

  • David Eagle über den Zwischenfall: „Er hatte entsetzliche Schmerzen, und wir hatten immer noch eine Szene mit ihm zu drehen. Wir wollten ihn ins Krankenhaus verfrachten, aber er bestand darauf zu bleiben und die Szene abzudrehen.”

  • Jerry Doyle über den Rest der Dreharbeiten an diesem Tag: „Mein Arm war ziemlich tot, und ich war in diesem vor-Schock-artigem Zustand. Ich musste die Markierung treffen, alles fallen lassen und langsam auf den Boden sinken, und der Regisseur sieht mich an und sagt "Und mach es mit genau diesem Ausdruck auf deinem Gesicht." Und das machten wir. Danach schnitten sie mir die Kleider vom Leib, warfen mir ein anderes Gewand über, und ich ging ins Krankenhaus.”

  • Mira Furlan über ihre Probleme mit dem Stab: „Das Problem war unfassbar, und es frustrierte mich ungemein. Ich brach ihn immer an einer anderen Stelle. Ich wusste im Vorhinein nie wo er brechen würde und wie stark ich drücken müsste um ihn zu brechen. Es war jedes Mal anders. Zuerst ging er zu leicht zu Bruch. Es war dieser Höhepunkt, und wenn wir zu diesem Moment kamen, war es so antiklimaktisch. Du wolltest diesen großen Bruch, du wolltest nach deinem langen Monolog eine Betonung dieses Moments, aber nein, es wirkte so als würde ich einen Zahnstocher zerbrechen! Dann versuchten sie ihn zu verstärken, und dann konnte ich ihn wieder nicht brechen. Es war einfach eine dieser Kleinigkeiten die völlig außer Kontrolle gerieten.”


  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Produktionsnotizen
    Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Eigentlich hätte Robert Foxworth seine Rolle als General Hague für "Die Strafaktion" wieder aufnehmen sollen. Allerdings bekam dieser dann kurzfristig ein besser bezahltes Angebot für einen Auftritt in einer Doppelfolge von – just – "Deep Space Nine", und sagte daher ab. Daraufhin beschloss JMS, Hague in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Sein "Ersatz" Bruce McGill sorgte dann während der Dreharbeiten für einen der bekanntesten und lustigsten Blooper der Serie: Als Sheridan Major Ryan fragt, wo General Hague ist, sagt dieser mit schwerer, bedrückter Stimme: "General Hague… macht Deep Space Nine." Leider hat es dieser Outtake nicht in die kleine Easter Egg-Sammlung der DVD-Veröffentlichung geschafft. Dafür kann man dort zwei andere lustige Outtakes der Episode betrachten, nämlich einerseits, wie Mira Furlan daran scheitert, den Stab zu zerbrechen, und andererseits, wie Ivanova als sie versucht sich aus der Starfury abzusprengen plötzlich den entsprechenden Hebel in der Hand hat.

  • Als JMS diese Episode ausarbeitete war kurz angedacht, dass auch Schiffe der Schatten die Station angreifen und man diese dann mit Hilfe der großen Maschine auf Epsilon 3 zurückschlagen sollte. Dann beschloss er allerdings, sich auf den Konflikt zwischen den Menschen zu konzentrieren.

  • Sheridans Vater wird von Rance Howard – dem Vater von Regisseur Ron Howard ("Apollo 13", "Rush") – gespielt.

  • Nach "Schatten am Horizont" war "Die Strafaktion" die zweite – und letzte – Episode der Serie, die den prestigeträchtigen Hugo-Award gewinnen konnte.


  • Vom Skript zur Folge:
    Obwohl JMS in den Script Books einen früheren Drehbuchentwurf präsentiert, in dem General Hague noch vorkommt, halten sich die Änderungen wieder mal in Grenzen. Ja, die Dialoge von Hague wurden auf Ryan übertragen und dabei leicht angepasst. Am Anfang der Episode wurde noch kurz besprochen, dass die neuen Befehle der Nightwatch nun eingetroffen sind. Und Delenn hat am Ende neben den Minbari-Schiffen auch noch ein paar Vorlonenkreuzer im Schlepptau, die ihrer Drohung Nachdruck verleihen. Davon abgesehen wäre mir nichts aufgefallen.

    Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 6"


    Kommentare von JMS
    Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Weil emotional so viel auf dem Spiel steht ist der einzige Weg, überzeugend davon zu schreiben dass eine Figur eine bestimmte Emotion durchläuft, dich selbst in diese Position zu bringen und diese Emotionen selbst zu fühlen. Es ist die Aufgabe eines Autors die Leidenschaft zu berühren, dich dabei zu verbrennen, und dann davon zurückzukommen und dir zu sagen wie es war. Ich musste das durchleben was die Figuren durchleben. Außerdem griff ich so vieles wieder auf das von langer Hand vorbereitet wurde, und dabei gibt es immer die Angst "Oh mein Gott, was wenn ich das nicht hinkriege?". Ich weiß was ich tun will, aber es befinden sich oftmals Lichtjahre zwischen dem was ich tun will und was ich auch wirklich tue. Jeder Künstler fühlt glaube ich so. Und merkwürdigerweise hatte ich das Drehbuch dann sehr schnell geschrieben. Es war schwierig, und es war schnell. Ich glaube ich habe das Drehbuch in nur zwei oder drei Tagen geschrieben. Deshalb war es emotional sehr anstrengend, aber zum Schluss dann auch emotional sehr befriedigend. Ich wollte es nicht schreiben bevor ich nicht völlig dazu bereit war, diese Geschichte zu erzählen, und dann sagte ich allen "Lasst mich in Ruhe." Jeder wusste, "stört Joe nicht, denn das ist eine ganz Wichtige." Ich war sehr schnell damit durch, während ich es noch ganz frisch in meinem Kopf hatte, und das Ergebnis war sehr gut.

  • Ich hasse es, die Zuschauer mit einem übermütigen Gefühl zu einer Episode zurückzulassen, und mit "Wie wundervoll für uns!". Die meisten anderen Serien hätten abgeblendet nachdem Sheridan sagte "Alle Schiffe zurück zur Basis. Die Krise ist nun vorbei." Es war wichtig, den Preis dieses Sieges zu zeigen, in Leichen, in Menschen mit Schmerzen, und mit einem verletzten Garibaldi. Siege oder Schlachten sind nicht etwas das man bejubeln sollte; du bist einfach nur froh, dass du lebend rausgekommen bist. Hurrapatriotismus ist nicht der Stil der Serie, und es war wichtig damit aufzuhören, was die meisten anderen Serien nicht gezeigt hätten.


  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"

  • Zwei Jahre lang haben wir den Erdbürgerkrieg sorgfältig vorbereitet, und Sheridans Platz in einem Netz aus Verschwörungen. Zwei Jahre lang machten wir allen die es betraf deutlich dass General Hague zurück sein würde um das was er begonnen hat in Glanz und Gloria zu beenden. Ich schrieb das Drehbuch. Wir arrangierten unseren Drehplan rund um jene Termine zu denen uns gesagt wurde dass der betreffende Schauspieler, Robert Foxworth, verfügbar sein würde. Wir überprüften wieder und wieder seine Verfügbarkeit. Dann, kurz bevor die Dreharbeiten beginnen sollten, kam John Copeland in mein Büro mit der folgenden Ankündigung: "Foxworth kann 'Die Strafaktion' nicht machen." "Was?!", sagte ich. "Sein Agent rief an um sich zu entschuldigen und meinte, er sei irrtümlicherweise doppelt gebucht worden. Auch wenn wir zuerst da waren, zahlt die andere Serie mehr Geld, und…" "Welche andere Serie?", fragte ich. "Deep Space Nine", sagte John. "WAS?!"

    Episodenbild (c) Warner Bros. Was in Wahrheit nicht genau das ist, was ich gesagt habe. Was ich in Wirklichkeit gesagt habe war…

    "WAS?!"

    …gefolgt von ein paar anderen Worten in noch größerer Schrift die hier nicht wiederholt werden sollten. "Aber er hofft er kann in einer späteren Folge zurückkommen.", sagte John. Und so geschah es, dass sich an jenem Tag General Hague von einem strahlenden Helden zu einzelnen Stücken totem Fleisch verwandelte, dass im kalten Vakuum des Alls herumfliegt. Nicht dass ich solche Dinge persönlich nehmen würde, wohlgemerkt.

    Um euch zu zeigen dass ich nicht nachtragend bin: Jahre später brauchten wir jemanden um den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu spielen, für die Serie die ich für Showtime produzierte, "Jeremiah". MGM rief mit einem Vorschlag an. "Wie wäre es mit Robert Foxworth?", meinten sie, und folgten rasch mit "wir wissen du hast ein Problem mit ihm, aber wenn du darüber hinwegsehen und ihn verwenden könntest…" und ich unterbrach sie und sagte "Seht mal, letzten Endes machst du das, was für die Serie am besten ist, und Foxworth wäre eine großartige Wahl für den Präsidenten, deshalb bin ich mehr als glücklich ihn zu verwenden." Und das taten wir. Und ich tat mein Menschenmöglichstes, um ihn willkommen zu heißen. Ich fügte sogar immer mehr und mehr Sätze zu seinen Szenen hinzu, ganze Zeiten an Material dass er bei seiner Ankunft lernen musste. Oh, natürlich wusste ich dass wir sie vermutlich schneiden würden, weil wir in der Episode nicht wirklich genau Zeit für sie hatten, und so kam es dann auch, aber ich dachte mir, zeigen wir ihm dass wir die Vergangenheit restlos hinter uns gelassen haben. Hier sind zehn Seiten an Monolog die du dir merken musst. Um noch deutlicher zu zeigen wie sehr wir wollten dass er bei uns bleibt, stellte ich sicher dass der Regisseur nach einem take nach dem anderen für diese entbehrlichen Sätze fragen würde… weit in den Tag hinein… wieder und wieder… nur um dem ollen Kerl zu zeigen dass wir ihn einfach nicht gehen lassen wollten. Ich bin halt ein anhänglicher Typ, wisst ihr?


  • Nachdem ich erfahren hatte dass Foxworth nicht verfügbar war, ging ich zu einem späten Abendessen aus, zu einem Ort der "The out-Take Café" heißt, in Studio City (mittlerweile weg). Das Café wurde oft von Schauspielern besucht, und auch an diesem Abend waren einige anwesend, inklusive eines Schauspielers den ich von Twin Peaks wiedererkannte, Everett McGill. Ich bin ein großer Fan von Twin Peaks, und ich liebte seine Arbeit, aber an diesem Abend konnte ich mich um alles in der Welt nicht an seinen Namen erinnern. Ich habe vermutlich das schlechteste Schauspieler-Gedächtnis auf dem gesamten Planeten. Aber ich kannte seine Arbeit, und ich dachte dass er in die Rolle die dank Foxworth nun frei war großartig wäre. Und so ging ich nachdem ich mein Abendessen beendet hatte an seinen Tisch, stellte mich vor, sagte dass ich ein großer Fan sei und eine Rolle für ihn hätte. Er lächelte, nickte, und dachte vermutlich ich sei ein Verrückter, da jeder in dieser Stadt sagt er sei ein Produzent von irgendwas, und ich ging meines Weges.

    Episodenbild (c) Warner Bros. Am nächsten Tag rief ich unseren casting director an und erzählte ihr von der Begegnung. Sie hörte aufmerksam zu, und schrieb sich "Twin Peaks" auf. "Wie ist der Name des Schauspielers nochmal?", fragte sie. Es war eine große Besetzung, und sie hatte sich die Serie seit einer Weile nicht mehr angesehen. "Ich erinnere mich nicht", antwortete ich in diesen vor-IMDB.com-Tagen. "Wenn ich ihn wieder hören würde, würde ich mich aber wohl daran erinnern." Wir dachten beide für einen Moment nach, und dann sagte ich "Ich denke es war irgendwas McGill." "McGill… McGill… Bruce McGill?", sagte sie. "Yeah, ich glaube das ist es." "Perfekt", sagte sie, "Ich kenne ihn, er ist großartig, ich kümmere mich gleich drum." Sie musste sich beeilen da wir kurz davor standen zu drehen, was auch bedeutete, dass es ein direktes Rollenangebot ohne Vorsprechen geben würde. Und das, so dachte ich, wäre das Ende der Casting-Situation gewesen… bis ich ein paar Tage später aufs Set ging um Everett McGill zu begrüßen… und Bruce McGill im Sessel des Captains sitzen sah. Nicht falsch verstehen, Bruce hat in der Rolle einen großartigen, vorbildlichen Job gemacht. Er brachte eine freundliche, sympathische aber dennoch starke Präsenz ein die den Part zum Leben erweckte. Aber ich muss sagen… wenn Leute wie ich TV-Serien machen, wundert man sich manchmal wie wir überhaupt jemals irgendetwas hinbekommen.

  • Einer der Unterschiede im Drehbuch ist der Wechsel von Jennings zu Hiroshi. Dazu kam es deshalb, weil wir während der Produktion von "Babylon 5" eine "offene Tür"-Politik bezüglich der Castings hatten. Eine Rolle mag für einen Mann geschrieben worden sein, aber wir waren auch immer gegenüber Frauen offen, vor allem in Kommandorollen. Die Casting-Aufstellungen die an die Agenten rausgingen spezifizierten nur selten den ethnischen Hintergrund eines Charakters, damit wir eine so große Auswahl an Schauspielern wie möglich sehen konnten. Geschlecht oder ethnischer Hintergrund waren für unseren Casting-Prozess irrelevant; welcher Schauspieler auch immer hereinkam und das beste Vorsprechen ablieferte, bekam den Job, Punkt. Und genau so landeten wir auch bei einer asiatischen Schauspielerin in einer Rolle die ursprünglich für einen kaukasischen Mann geschrieben war.

  • Um ein Gefühl dafür zu geben wie schwierig es war, die Episode rechtzeitig fertig zu stellen: Koproduzent George Johnson stand in jener Nacht beim Post-Produktions-Haus bereit, an dem wir die Episode per Satelliten-Uplink an die TV-Sender schicken sollten aus denen PTEN bestand, um die Episode persönlich mit dem Auto zur Uplink-Einrichtung zu bringen, und kam nur wenige Minuten an bevor wir sie an die verbundenen Sender schicken sollten. Knapper hätten wir es gar nicht hinbekommen können. Aber das Resultat, so denke ich, spricht für sich.

  • Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 6"

  • Als Produzent George Johnson das Drehbuch für #10, "Die Strafaktion", sah, lachte er, ging rüber zu mir und sagte "Mann, das ist die beste Episode die wir nie abliefern werden. BIST DU VERRÜCKT?!"

  • Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Was du bedenken musst: Wenn wir zu den anderen Captains rübergeschaltet und gezeigt hätten, was in den anderen Schiffen vor sich geht, hätten wir, um Platz für diese Szenen zu machen, 3-5 Minuten irgendwo vom Rest der Folge wegschneiden müssen. Du kannst nicht einfach Laufzeit zur Episode hinzufügen; wenn das hineingeht, muss etwas anderes herauskommen. Du müsstest also wohl die Szene zwischen Sheridan und seinen Vater rausschneiden da es die einzige Szene war die für sich selbst stand.

    Wann immer du etwas schreibst musst du entscheiden "Um wen geht es?" Diese Episode war über unsere Figuren, jene die wir zu schätzen gelernt haben, und wie sie mit dem Ganzen umgehen. Davon wegzugehen und mehr Zeit mit Leuten zu verbringen die wir nie zuvor gesehen haben, und nicht mehr sehen werden, würde unsere Figuren um jene Zeit on-screen bringen um all die Dinge abzuschließen die wir über Jahre hinweg aufgebaut haben.

    Wäre es interessant gewesen, die anderen Captains zu zeigen? Sicher. In einem Film, mit offener Laufzeit, hätte ich das vielleicht auch. Aber da ist nichts dass ich aus der Episode so wie sie jetzt ist schneiden wollen würde um dafür Platz zu machen.

  • Warum hat Sheridan nicht Draal oder Delenn um Hilfe ersucht?
    Was du bei all dem bedenken musst ist die Frage nach einem "sauberen Kampf". Wenn Sheridan außerirdische Kräfte hineinbringen würde die auf seinen Befehl hin Menschen umbringen, würde das seine Glaubwürdigkeit größtenteils ruinieren. Delenn kam zwar am Ende zu Hilfe, aber nur nachdem er sich ihnen allein gestellt und Widerstand geleistet hatte. Einer der Gründe für die Französische Revolution war die Anschuldigung dass der König preußische Truppen hineingebracht hatte um dabei zu helfen, die Dissidenten niederzuschlagen. So lange alles mehr oder weniger in der Familie blieb, war das eine Sache… aber Außenstehende hineinzubringen war für sie ein absoluter Affront. … Zwei Brüder mögen sich gegenseitig bekämpfen, aber wenn eine dritte unverwandte Person hineinkommt und einen der Brüder herumschubst, werden sie sich beide auf ihn stürzen.

    Während der schlimmsten Tage des amerikanischen Bürgerkriegs wurde sogar Lincoln Hilfe durch Truppen von zumindest einem anderen Land angeboten; er lehnte ab, weil es eine interne Angelegenheit war, und von denen geklärt werden musste, die es betrifft, und nicht von Außenstehenden. Sheridans Logik war genau die gleiche. Es musste ein sauberer Kampf sein.

  • Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Kontrapunkt heißt, von einer Emotion oder einem thematischen Element zu einem völlig anderen, aber ebenso starken Element zu wechseln, entweder als Buchstützen oder dadurch, zwischen ihnen hin- und herzuwechseln. Vom Hoch des Sieges plötzlich zur Einstellung der toten Truppen wechseln, ist z.B. so ein thematischer Kontrapunkt.

    Hier ist noch einer: In "Cabaret" gibt es eine Szene wo die Künstler im Cabaret eine Art deutschen Tanz aufführen wo du dir auf die Knie und Hüften und den Bauch schlägst… und sie gehen noch etwas weiter, und beginnen sich gegenseitig zu Ohrfeigen, aber alles für den komödiantischen Effekt… aber dann wechselst du zwischen dieser Szene und jener die zeig, wie der Besitzer des Cabarets von einigen Braunhemden fast zu Tode geschlagen wird. Du wechselst von Komik zu brutal und wieder zurück, mit dem Ergebnis dass der glückliche kleine Tanz plötzlich die Form von etwas hässlichem annimmt, und die Schlägerei das Gefühl vermittelt als hätten die Beteiligten auf kranke Art und Weise Spaß dabei, dass es nur eine andere Form des Tanzes ist, oder ein Ritual.

    Genau danach musst du als Autor suchen… wie diese Szene funktioniert, und wie sie mit den Szenen davor, danach und währenddessen (für Dinge die gleichzeitig geschehen) interagiert. Manchmal kannst du, mit dem richtigen Kontrapunkt, einer Szene eine völlig neue Bedeutung verleihen, oder eine Szene viel stärker machen als sie für sich allein genommen wäre.

  • Quelle: The Lurker’s Guide for Babylon 5

    Zusammengestellt und übersetzt von Christian Siegel
    (Bilder © Warner Bros.)







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