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Ein neuer Anfang PDF Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Warner Bros.

Originaltitel: Ceremonies Of Light and Dark
Episodennummer: 3x11
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 08. April 1996
Erstausstrahlung D: 01. Dezember 1996
Drehbuch: J. Michael Straczynski
Regie: John Flinn III
Hauptdarsteller: Bruce Boxleitner als Captain John Sheridan, Claudia Christian als Commander Susan Ivanova, Jerry Doyle als Security Chief Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Richard Biggs als Doctor Stephen Franklin, Bill Mumy als Lennier, Stephen Furst als Vir Cotto, Jason Carter als Marcus Cole, Jeff Conaway als Zack Allaln, Peter Jurasik als Londo, Andreas Katsulas als G'Kar.
Gastdarsteller: William Forward als Lord Refa, Don Stroud als Boggs, Paul Perri als Sniper, Kim Strauss als Lenann, Joshua Cox als Lt. Corwin, Harlan Ellison als Sparky the Computer u.a.

Kurzinhalt: Die Station Babylon 5 kommt nach der Unabhängigkeitserklärung von Sheridan und dem nachfolgenden Kampf gegen die Truppen der Erdregierung langsam wieder zur Ruhe. Delenn möchte angesichts all dieser Veränderungen und der zurückliegenden dramatischen Ereignisse eine Wiedergeburtszeremonie der Minbari abhalten. Ein Vorschlag, der jedoch nicht überall auf viel Gegenliebe stößt: Londo Mollari denkt gar nicht daran, an dieser teilzunehmen, G'Kar sieht darin keinen Sinn und Zweck und hat ohnehin wichtigeres zu tun, und auch Marcus zeigt sich – zur großen Überraschung von Delenn und Lennier – abweisend. Nur kurz nachdem sich Delenn näher mit ihm unterhalten hat und er ihr die Gründe für seine ablehnende Haltung erklärt hat, wird die Botschafterin der Minbari von einer Gruppe übrig gebliebener Nightwatch-Agenten entführt. Diese wenden sich kurz darauf mit der Forderung am Captain Sheridan, dass die Kriegsschiffe der Minbari binnen vier Stunden abziehen soll – ansonsten werde man Delenn und die anderen Geiseln töten. Wenn sich die Minbari zurückziehen, wäre die Station einem neuerlichen Angriff der Erdstreitkräfte schutzlos ausgeliefert. Verzweifelt versuchen Sheridan, Garibaldi und Marcus, herauszufinden, wo sich die Entführer befinden, um sie anzugreifen und die Geiseln zu befreien. Doch die Zeit arbeitet gegen sie…

Denkwürdige Zitate: "Only an idiot fights a war on two fronts. Only the heir to the throne of the kingdom of idiots would fight a war on twelve fronts."
(Londo Mollari rügt Lord Refa für dessen aggressive Kriegsstrategie.)

"You've been nervous about this ever since I mentioned it. What are you afraid of?"
"Nothing. Well… spiders."
(Marcus lapidarer Kommentar, mit der er sich gegenüber Delenn aus der Affäre zu ziehen versucht.)

"With everything that is going on, I'm surprised you even invited me."
"In the matter of confessions, meditation and the closing of past wounds, Ambassador, you were on the top of my list."
(Delenns für ihre Verhältnisse sehr direkter Kommentar in Richtung Londo.)

"Bugger, now I have to wait for someone to wake up."
(Marcus, nachdem er alle Gauner in der Bar ausgeschaltet hat.)

"I see they trained you well back home."
"Yeah, well… they said I was carrying around a lot of repressed anger."
"And?"
"I'm not repressed anymore."
(Ein sehr amüsanter Dialog zwischen Lennier und Marcus.)

"They can't be that stupid, can they?"
"Always bet on stupidity."
(Ein toller Spruch; schade, dass er in meinen Augen an eine unwichtige Figur verschwendet wurde.)

"I can no longer imagine my world without you in it."
(Eine der schönsten Liebeserklärungen die ich je gehört habe – und übrigens nicht im Drehbuch!)


Review: Episodenbild (c) Warner Bros. Frei nach Gandalf würde ich "Ein neuer Anfang" als das tiefe Luftholen nach dem Sprunge bezeichnen. In den letzten drei Episoden haben sich die Ereignisse überschlagen, und auch wenn von vornherein klar und logisch war, dass es so jetzt nicht bis zum Ende der Serie weitergehen kann, brauchte ich nach diesem Dreifach-Schlag doch ein wenig, um mich wieder auf eine deutlich ruhigere und weniger dramatische Episode einzulassen. Zumal die Episode vom Handlungsaufbau her generell ein bisschen schräg ist. So plätschert die Handlung in der ersten Hälfte noch sehr unspektakulär auf sich hin und lässt keinen klaren roten Faden erkennen. Erst die Entführung von Delenn bringt etwas Spannung und Tempo hinein, und gibt der Episode – und den Protagonisten – ein klares Ziel. Ehe es soweit ist, ist aber rund die Hälfte der Folge auch schon rum. Diese bietet zwar durchaus die eine oder andere gelungene Szene – allen voran das Treffen zwischen Londo und Refa, das Begräbnis im Weltall (wo Christopher Franke auf wunderschöne Art und Weise das klassische Trauerlied des US-Militärs, "Taps", in seine Musik einfließen lässt; was mich unweigerlich an "Wing Commander" denken ließ) sowie die wunderbare Szene, als Marcus Delenn seine traurige Geschichte erzählt. Ganz große dramatische Höhepunkte sucht man in der ersten Hälfte der Folge aber vergeblich.

Nicht, dass es mit der Entführungshandlung um so viel besser werden würde. Ja, danach ist wenigstens eine klare Richtung zu erkennen, und haben die Protagonisten ein Ziel vor Augen, aber die Darstellung der Nightwatch-Agenten war mir doch etwas zu klischeehaft und eindimensional. Don Stroud wirkt als Boggs aufgrund seiner Narben (die übrigens kein künstlicher Makeup-Effekt sondern echt ist) wie die Karikatur eines Bösewichts, und Paul Perri spielt als der namenlose Scharfschütze überhaupt einen völligen Psychopathen, der sowohl aufgrund seines Schauspiels als auch des Drehbuchs (vor allem die Rezitation des "Bone"-Reims war für mich etwas zu viel des Guten, und erzielte bei mir eher das Gegenteil der von JMS gewünschten Wirkung). Ich verstehe, dass nur mehr die radikalsten Mitglieder von Nightwatch auf der Station geblieben sind und sich diesem Plan anschließen, dennoch… bislang war JMS bei diesem Plot im Speziellen und bei "Babylon 5" im Allgemeinen doch überwiegend darauf bedacht, die Charaktere in Graustufen zu zeichnen, dass ich von dieser pechschwarzen Darstellung doch etwas irritiert war. Es schien mir einfach teilweise etwas zu übertrieben und auch konstruiert. Zudem wollte bei mir trotz der Entführung Delenns und des Ultimatums irgendwie keine rechte Spannung aufkommen. Auch der Moment, wo sich Delenn für Sheridan ein Messer einfängt, ist ein einziges Klischee. Und auch die Art und Weise, wie man die Entführer aus ihrem Versteckt gelockt hat, konnte mich nicht wirklich überzeugen. An deren Stelle wäre ich nämlich ob des Timings doch ein bisschen stutzig geworden. Und da ich Christopher Franke sonst bei diesen Reviews immer in den Himmel lobe, sei an dieser Stelle auch mal leise Kritik vorgebracht: Die Musik in jener Szene, als der Minbari von den Entführern getötet wird um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, war schon ein wenig over the top.

Episodenbild (c) Warner Bros. Eher durchwachsen sehe ich auch alles rund um die neue Computerstimme (gesprochen vom kreativen Berater der Serie Harlan Ellison). Es bot zwar die eine oder andere amüsante Szene (allen voran jene im Fahrstuhl), und ich kann JMS verstehen, dass er nach drei hochdramatischen Folgen wieder etwas Humor in die Serie hineinbringen wollte, aber es ist ein für "Babylon 5" an dieser Stelle doch eher ungewohntes vom Rest der Serie gänzlich losgelöstes Element, das sich letztendlich auch als gänzlich belanglos erweist. Umso besser konnte mir dafür alles rund um die Wiedergeburtszeremonie gefallen. Etwas irritiert war ich nur, da es sich dabei um die gleiche Zeremonie handeln soll, die Delenn in "Angriff auf G'Kar" abgehalten hat. Möglicherweise sehen wir in beiden Episoden ja unterschiedliche Teile der gleichen Zeremonie, aber irgendwie wollte das eine für mich mit dem anderen nicht viel zu tun haben. Dennoch hat mir alles rund um die Zeremonie sehr gut gefallen, zumal es – im Gegensatz zum Plot rund um die Computerstimme – auch eine wichtige Funktion erfüllt, einerseits mit der Vorstellung der schicken neuen Uniformen, und andererseits, da wir durch die Geständnisse der Figuren wieder mehr über sie erfahren. Eine wunderschöne Szene und ein gelungener Abschluss einer soliden – aber nach diesem Dreiteiler halt doch eher unspektakulären und deshalb etwas enttäuschenden – Episode.

Fazit: Nach den dramatischen Ereignissen aus den letzten drei Folgen kehrt in "Ein neuer Anfang" auf der Station Babylon 5 – und auch innerhalb der Serie – nun wieder ein bisschen Ruhe ein. Ein Tempowechsel, auf den ich mich doch erst einstellen musste. Erschwert wird dies unter anderem durch die Tatsache, dass es eine Weile braucht, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Zudem wirkt die Handlung in der ersten Hälfte doch noch etwas zerfahren, und plätschert eher gemächlich vor sich hin – trotz vereinzelter Highlights wie dem Treffen zwischen Londo und Refa, der Trauerfeier, oder auch dem Gespräch zwischen Marcus und Delenn. Ab der Entführung ist dann wenigstens ein klarer roter Faden erkennbar, wirkliche Spannung wollte bei mir aber selbst dann noch nicht wirklich aufkommen. Zumal mir die Entführer etwas zu eindimensional und zu übertrieben schwarz gezeichnet wurden, und sich auch das eine oder andere klischeehafte Element eingeschlichen hat. Gut gefallen konnte mir aber alles rund um die von Delenn geplante Wiedergeburtszeremonie, wobei vor allem die Geständnisse der Protagonisten fantastisch waren und letztendlich auch hauptverantwortlich sind, dass sich "Ein neuer Anfang" doch noch über eine Wertung knapp über dem Durchschnitt freuen kann.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel


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Hintergrundinformationen:
Vom Skript zur Folge:
Episodenbild (c) Warner Bros. Im Großen und Ganzen beschränken sich die Unterschiede wie gewohnt auf kleinere Kürzungen, die an der Episode vorgenommen wurden. So fehlt nachdem Sheridan zu Beginn der Folge die kommandozentrale verlassen hat ein kurzer klagender Kommentar von Garibaldi in Richtung Ivanova: "Er hört nie auf mich." (weil dieser ohne Eskorte unterwegs ist). Nachdem der Scharfschütze von Boggs davon abgehalten wurde, Sheridan zu töten, sagt er noch "Boggs… das erste Opfer gehört mir." Bei Londos Drohung an Lord Refa fehlt noch der kleine amüsante Nachsatz "Ich vermute mal Sie könnten es vermeiden, bis zum Ende ihres Lebens etwas zu essen oder zu trinken, aber das Ergebnis wäre ebenso tödlich, nicht?" Auch bei den Gesprächen von Delenn mit Londo und G'Kar, als sie die beiden zur Wiedergeburtszeremonie einlädt, wurden aus Zeitgründen einzelne Textzeilen gestrichen (jedoch nichts, das interessant genug wäre, es hier im Detail anzuführen). Nachdem sich Boggs mit seiner Forderung an Sheridan gewandt hat, sagt dieser am Ende der Szene noch zu Ivanova "Stellen Sie eine Verbindung zu den Kriegsschiffen der Minbari her. Sie sollen wissen was vor sich geht." "Was soll ich ihnen sagen?" "Dass wir nicht mit Terroristen verhandeln, und Delenn sicher zurückholen werden." Beim Gespräch mit Delenn (kurz bevor er auf Lenann schießt) gibt der Scharfschütze dann noch ein sadistisches Kleinod zum Besten: "Was komisch ist an euch Minbari: Wenn man sie erschießt, wälzen sie sich nicht herum, sie jammern oder stöhnen nicht… sie liegen einfach nur da und sterben. Machte meinen Job leichter, effizienter… aber auch weniger interessant." Und an Lenniers Geständnis an Marcus hätte eigentlich folgender kurzer amüsanter Dialog anknüpfen sollen: "Hier, manchmal macht es ein Drink leichter über Dinge zu reden." "Das ist Wasser." "Nun, wenn du unbedingt ein Spielverderber sein musst…" "Es gibt sonst nichts zu sagen." "Nur 'ich liebe Delenn, Ende des Gesprächs, reich mir die Erdnüsse?' Komm schon, Lennier…"

Aber auch zwei größere Szenen wurden geschnitten. Die erste ist ein netter kleiner Moment zwischen Garibaldi und Londo, wo uns letzterer wieder die andere, höflichere Seite von sich zeigen kann. Garibaldi fragt ihn, ob er etwas über Delenns Entführung weiß, und Londo bittet seine Hilfe an und meint, er würde sich mit seinen eigenen Kontakten in Verbindung setzen. "Es stimmt schon, ich habe nicht viel für die Minbari übrig. Sie haben sich in unsere Angelegenheiten eingemischt, und haben eine gewisse lästige Selbstgefälligkeit an sich. Aber Delenn ist anders. Sie war freundlich zu mir, selbst wenn sie dadurch nichts zu gewinnen hatte. Ich würde nicht wollen, dass ihr etwas geschieht." "Ja, nun, ihr wird schlimmes geschehen wenn wir sie nicht finden. Ich weiß dass Sie ein Netzwerk an Kontakten haben, und wenn Sie…" "sie bitten nach ihr zu suchen? Natürlich. Und Mr. Garibaldi… diese Hilfe ist mit keinem Preis verbunden. Ich sehe die diesbezügliche Befürchtung in Ihren Augen. Seien sie beruhigt. Sie kam zu mir, nur kurz bevor all das passiert ist, wissen Sie? Sie ersuchte mich an dieser… Wiederbelebungszeremonie teilzunehmen. Ich wies sie zurück. Ich war ohne Grund grob zu ihr. Nun denke ich, wäre es wirklich eine so große Unannehmlichkeit gewesen? Ich würde es bevorzugen wenn meine letzte Erinnerung an Delenn nicht durch meine eigene Torheit besudelt wäre. Finden Sie sie, Mr. Garibaldi." Anstelle dieser Szene wurde das Gespräch zwischen Delenn, Lenann und dem Scharfschützen vorgezogen. Und am Ende der Folge fehlt ein Gespräch zwischen Sheridan, Lennier und Ivanova, wo sie sich darüber unterhalten, was mit jenem Wächter geschehen soll, der ihnen am Ende geholfen hat. Sheridan weist darauf hin, dass Meuterer eigentlich ins All gestoßen werden, doch Lennier hat einen anderen Vorschlag: "Wir haben eine Kolonie auf einem unserer Monde. Die Umweltbedingungen sind nicht angenehm, die Versorgungslieferungen treffen nur sporadisch ein… nichtsdestotrotz kann man dort überleben. Einige unseres Volkes sind dorthin gegangen da die schweren Verhältnisse sehr dafür geeignet sind, über die eigenen Fehler zu meditieren. Deshalb könnte dies eine passendere Bestrafung sein."

Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 6"


Stimmen zur Episode:
Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Marcus Cole über den moralischen Zwiespalt seiner Figur: „Das war eine interessante philosophische Debatte die hier aufkam. Ich mochte diese Folge. Er hatte nichts mehr dass er aufgeben konnte weil er alles verloren hat, seine Freunde und seine Familie, und Delenn meint wiederum dass eben genau das die Sache ist die er aufgeben muss, diese Schuld dass er immer noch am Leben ist und diesen vorherrschenden Gedanken. So wie bei jedem der etwas aufgibt. Wenn jemand mit dem Rauchen aufhört und ein militanter Nichtraucher wird, der gegen das Rauchen auf der ganzen Welt ins Feld zieht da er so davon überzeugt ist, dass Rauchen schlecht ist, ersetzt er eine Sucht durch eine andere. Es ist keine klare Trennung… du bist nur dann von etwas losgelöst wenn es dich nicht kümmert."”

  • Peter Jurasik über seine Szene mit William Forward: „Wir hatten an diesem Tag viel Spaß. Es war eine sehr lange, redselige Szene die mühsam und langweilig hätte sein können, aber stattdessen hätten wir sie wieder und wieder spielen können, da wir es genossen, als diese beiden Figuren miteinander zu interagieren. Das ist einer der Vorteile von wiederkehrenden Figuren. Bill kommt zurück und Londo und Refa entwickeln diese Beziehung zueinander, aben eben auch Bill Forward und Peter Jurasik.”

  • Mira Furlan über die Szene, in der Delenn von einem Messer getroffen wird: „Das war eine riesige Szene. Sie erforderte so viele Statisten und präzise Bewegungen, und ich musste an einem bestimmten Zeitpunkt reagieren ohne genau zu wissen wann Delenn das Messer treffen würde. Ich brauchte das Gefühl dafür, dass ich von hinten angeschossen wurde – denn natürlich erstechen sie dich nicht wirklich. Sie kleben ein kleines Messer auf der Rückseite deines Kleids. Es ist lustig, weil es so unwirklich ist. Ich ging mit dem Kleid herum und vergas natürlich, dass ein Messer im Rücken steckte. Ich trinke Kaffe und sage zu allen "Hallo!", und die Leute flippen aus!”

  • Claudia Christian über Ivanovas Geständnis: „Das kam für mich wie aus dem Nichts. Ich dachte ich werde ihr sagen dass ich eine latente Telepathin bin oder dass ich Angst habe oder etwas Ivanova-typisches wie "Manchmal bin ich verängstigt." oder etwas in der Art. Ich war geschockt als es stattdessen "Ich denke ich habe Talia geliebt" war, aber andererseits, falls dies einen derartigen Eindruck auf sie gemacht hat, dass es sie derart verwirrt hat und sich deswegen schlecht gefühlt hat, oder vielleicht auch so mitgenommen, war dies eine Art Heilungsprozess, in dem sie zugab, dass sie diese Person tatsächlich geliebt hat. … Manchmal ist es in Ordnung auf einen wilden Ritt genommen zu werden, wenn du nach bestem Wissen und Gewissen handelst, und einfach nur jemanden aufrichtig geliebt hast. Es ist deren Schuld dass sie dich beschissen haben: Es ist deren Schuld, deren Unvermögen zu lieben, deren Unfähigkeit Liebe zu geben und zu akzeptieren. Ich denke, dass Ivanova zugibt, Talia geliebt zu haben, ist ein Weg, nach diesem ganzen Vorfall zu heilen.”


  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"


    Produktionsnotizen:
    Die hämische Zeile des Computers in Richtung Garibaldi – "What, you've got a broken arm or something?" – nahm Jerry Doyle ursprünglich wenig erfreut zur Kenntnis. Er hatte das Drehbuch erst am Tag vor Beginn der Dreharbeiten zu "Ein neuer Anfang" gelesen und gedacht, JMS würde sich hier über ihn lustig machen. JMS wies ihn dann allerdings auf das Datum des Drehbuchentwurfs hin: Denn tatsächlich wurde diese Zeile Wochen vor den Dreharbeiten zu "Die Strafaktion" geschrieben, bei denen sich Jerry Doyle dann schließlich den Arm brach. Laut JMS ersuchten – nach diesem und einem ähnlichen Zwischenfall mit Claudia Christian und ihrem Knöchel in "Eine Frage der Farbe" – danach alle Schauspieler, von weiteren Erwähnungen irgendwelcher Körperteile in seinen Drehbüchern abzusehen.

    Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 6"


    Kommentare von JMS
    Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Die Mitglieder von Nightwatch sagen deutlich zwielichtiger als früher aus.
    Ich bin hier ein bisschen in die Richtung eines metaphorischen Ansatzes gegangen. Bisher haben wir die Nightwatch-Leute als steif, sauber geschruppt und optisch ansprechend präsentiert… jenes Gesicht von dem sie wollten, dass andere es sehen. Nun sehen wir ihr wahres Gesicht, die vernarbten, dunklen, leeren Augen, die nicht länger versuchen sich zu verstecken. Deshalb haben wir auch in diese Richtung gecastet.

  • Die Narbe ist echt. Er hatte vor ein paar Jahren ein paar harte Zeiten (Er trat übrigens mit der Narbe so wie sie auch hier zu sehen ist bereits in "Im Ring des Blutes" als Garibaldis Mann in der Ecke auf, auch wenn sie dort ein bisschen versteckt war). Er arbeitet aber dennoch immer noch viel. (Am Lustigsten war es ja, die gelegentlichen Kommentare im Netz zu sehen, die meinen dass sie fanden, dass das Makeup unecht aussah, und warum wir nicht etwas hinbekommen haben, dass realistischer aussieht).

  • Quelle: Der deutsche Lurker’s Guide für Babylon 5

  • Die Zuschauer sind nicht an große Umbrüche in der Struktur ihrer Serien gewöhnt. Wenn du dir die erste und die letzte Episode einer Serie ansiehst, ist zwischen den beiden üblicherweise kein großer Unterschied. Bei uns gibt es allerdings entscheidende Veränderungen, und jeder der schon mal mit einem Auto mit Gangschaltung gefahren ist weiß dass wenn du versuchst den nächsten Gang zu schnell einzulegen, die Schaltung schleifen wird. Wir brauchten also ein paar Momente wo wir die Kupplung betätigen und langsam in den nächsten Gang schalten, und Episoden wie diese helfen dabei, genau das zu tun.

  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 3: Point Of No Return"

  • Als ich begann diese Geschichte auszuarbeiten fiel mir auf, dass nachdem es in der ersten Hälfte der Serie darum ging, Geheimnisse zu bewahren, sich diese Episode nun darum drehen sollte, Geheimnisse aufzudecken. Bei Figuren die es derart gewohnt sind ihre Gedanken für sich zu behalten wir unsere Truppe, könnte das eine mitreißende Geschichte werden. Der Scharfschützen-Plot funktioniert hier sehr ähnlich wie der Bombenleger in "Bombenterror", seine Aktionen formen den Schmelztiegel in dem unsere Figuren schließlich Dinge über sich offenbaren. Es geht nicht wirklich um ihn, oder die anderen die in die Verschwörung verwickelt sind… sie sind in erster Linie dazu da um den Kontrast herauszuarbeiten, dass nun jene Figuren die Geheimnisse bewahren die bösen Jungs sind, während diejenigen die ihre Geheimnisse offenbaren die symbolischen guten Kerle.

    Was nun die Art dieser Geheimnisse betrifft… nach "Verräter ohne Schuld" fragten sich einige ob tatsächlich zwischen Ivanova und Talia etwas vorgefallen war. Die Angelegenheit wurde mit Behutsamkeit und Diskretion gehandhabt als wir diese Geschichte erzählten, aber es gibt den Punkt am dem Diskretion der direkten Wahrheit im Weg stehen kann. Deshalb traf ich die Entscheidung diese Beziehung aufzuknöpfen in dem Ivanova geradeheraus sagt, dass sie glaubt dass sie in Talia verliebt war. Was sie nicht nur zur ersten jüdischen Hauptfigur in einer Science Fiction-Fernsehserie machte, sondern auch zur ersten bisexuellen Figur.

    Episodenbild (c) Warner Bros. Dies ist auch jene Episode die Lenniers Liebe von, und für, Delenn offenbart. Als wir damit begannen die Serie zu produzieren, gab es mehrere verschiedene Pfade die ich mit Lenniers Figur hätte nehmen können. Da es sich um eine vergleichsweise kleine Rolle gehandelt hat, hatte ich das Gefühl dass meine Zeit zunächst besser damit aufgehoben war all meine Aufmerksamkeit auf die Hauptfiguren zu lenken, um mich Lennier später zuzuwenden. Das änderte sich als Bill Mumy gegen Ende der zweiten Staffel zu mir kam und sagte "Hör mal, ich glaube meine Figur ist in Delenn verliebt." "Wirklich?" sagte ich. "Wie kommst du darauf?" Ich war fasziniert da dies eine jener Optionen war die ich in Betracht gezogen, aber eben noch nicht endgültig festgenagelt hatte. "Nun, es ist ziemlich offensichtlich.", sagte Bill, "Ich meine, die Art wie er zu ihr aufsieht, manchmal nicht mal seine Augen hebt und sie anzuschauen, die Art und Weise wie er von ihr schwärmt… der Kerl ist verliebt. Er ist was das betrifft wie Lanzelot. Es steckt alles in der Art wie du ihn schreibst." "Bist du dir sicher, dass es das ist, was du willst?" frage ich in meiner besten "Bist du dir sicher dass du dafür ein Geschäft mit dem Teufel eingehen willst?"-Stimme. Da unerwiderte Liebe nie ein gutes Ende nehmen kann. "Absolut", sagte er. Und damit wurde die Entwicklung von Lenniers Gefühlen, die hier zum ersten Mal von seiner Figur laut ausgesprochen werden, in Gang gesetzt.

  • Als ich diese Episode geschrieben habe war es immer meine Absicht Harlan Ellison – Freund, Autor von spekulativer Fiktion, Bonvivant, Geschichtenerzähler und ein rundherum dufter Kerl – Sparky den Computer spielen zu lassen. Einige der Dinge die geschrieben aber letztendlich nicht verwendet wurden entstammten Kommentaren die Harlan gemacht hatte, kleine Liedchen die er zu singen pflegte, wie den "Erdnuss-Song" [Anm. des Übersetzers: Anbei der besagte Song aus dem Drehbuch, im Original: ""]. Wenn ich Harlan mit der Idee, dass er Sparky spielen sollte konfrontierte, war seine naheliegende Frage natürlich: "Warum ich?" "Ich brauche jemanden der wirklich nervtötend sein kann.", sagte ich, und dachte dabei zwar an die Bedürfnisse der Geschichte, vergas aber dass dies auch missverstanden werden könnte. Es ist, ganz ehrlich, eines der ganz großen Mysterien der modernen Wissenschaft, das wir immer noch Freunde sind.

  • Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 6"

    Zusammengestellt und übersetzt von Christian Siegel
    (Bilder © Warner Bros.)







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