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Originaltitel: The Northern Star
Episodennummer: 2x01
Bewertung:
    
Weltweite Internet-VÖ: 25. März 2026
Drehbuch: Dario Scardapane
Regie: Justin Benson & Aaron Moorhead
Besetzung:
Charlie Cox als Matt Murdock / Daredevil,
Vincent D'Onofrio als Wilson Fisk,
Margarita Levieva als Heather Glenn,
Arty Froushan als Buck Cashman,
Nikki M. James als Kirsten Mcduffie,
Ayelet Zurer als Vanessa Fisk,
Michael Gandolfini als Daniel Blake,
Zabryna Guevara als Sheila Rivera,
Clark Johnson als Cherry,
Deborah Ann Woll als Karen Page,
Genneya Walton als BB Urich,
Hamish Allan-Headley als Powell,
Matthew Lillard als Mr. Charles,
Ty Jones als State Attorney General Steverud,
Tony Dalton als Jacques Duquesne,
Leeanna Rubin als Receptionist,
John Benjamin Hickey als District Attorney Hochberg,
Thomas Cokenias als Achilleo,
Yorgos Karamihos als Christofi,
Annie Parisse als Ariana,
Theo Motsios als Cook,
Shakura Tolliver als New Yorker,
Lenny Platt als Lt. Governor Gomez,
Andreas Pliatsikas als Man,
Zoe Anastassiou als Woman,
Michael Anthony Cruz als Longshoreman u.a.
Kurzinhalt:
New York ist nach wie vor in der Hand des korrupten Bürgermeisters Wilson Fisk, der mit seiner brutal-rücksichtslosen Anti-Vigilante-Task-Force (AVTF) unerbittlich Jagd auf maskierte Rächer und Regimegegner macht. Trotz der damit verbundenen Gefahr formiert sich jedoch Widerstand. In seiner Rolle als Daredevil spielt dabei auch Matt Murdock eine entscheidende Rolle – einerseits mit seinem Einsatz, und andererseits auch einfach als Symbol, weshalb auch immer wieder die Initialen auf seinem Kostüm als Zeichen der Rebellion auf Wände gesprayt werden. Neben ihm ist auch Karen Page in New York untergetaucht. Die gemeinsame Mission hat auch dazu geführt, dass die alten Gefühle zwischen ihnen wieder hochgekommen sind. Als ein Frachtschiff die AVTF mit Waffen versorgen soll, schleicht sich Daredevil an Bord, um mehr über die Lieferung zu erfahren. Wie es ihm befohlen wurde, löst der Kapitän daraufhin einen Mechanismus aus, der dazu führt, dass das Schiff im Hudson River versinkt. Das wiederum bringt Wilson Fisks Pläne durcheinander…
Review:
In der heutigen Zeit ist man es gewohnt, dass die Pause zwischen zwei Staffeln – teilweise sogar deutlich – über einem Jahr liegt. Insofern ist es nett, mal eine Serie zu haben, die uns nicht zu lange auf die Fortsetzung warten lässt – war es doch zum Start der zweiten Staffel noch keine zwölf Monate her, dass die letzte Folge von Season Eins auf Disney+ veröffentlicht wurde. "Die Northern Star" legt dann auch gleich ordentlich los, mit Daredevils Einbruch auf das titelspendende Schiff, die dortigen Kämpfe, sowie letzten Endes – als der Kapitän gemäß seinen Befehlen Löcher in die Hülle sprengt – dem Sinken des Schiffes im Hudson River. Ich fand es auch positiv, dass man, nachdem Karen am Ende von "Ab in die Hölle" zurückgekehrt ist, jetzt nicht ewig wieder ein "will they/won't they?"-Spielchen durchzieht, sondern sie uns gleich hier in der ersten Folge der neuen Staffel als Paar präsentiert. Rein von der Ausgangssituation her finde ich das jedenfalls schon mal deutlich interessanter und vielversprechender, als das Setting zu Beginn der ersten Staffel (also nach "Eine halbe Stunde im Himmel).
Was ebenfalls hervorsticht, ist, wie eindeutig "Daredevil: Born Again" auch in der zweiten Staffel politisch Stellung bezieht. Wilson Fisk ist weiterhin ganz klar auf Donald Trump angelegt, während seine Anti-Maskierten-Taskforce wiederum ICE zum Vorbild hat. Diese Parallelen zur USA der Gegenwart lassen einige Szenen gleich noch um einiges stärker wirken. Darüber hinaus hinterließ bei mir nicht zuletzt der erste Auftritt von Matthew Lillard als geheimnisvoll-bedrohlicher Mr. Charles bei mir für Aufsehen. Und so wie der Auftakt so war auch das Finale, mit dem Kampf im Apartment, dann durchaus packend (und gut inszeniert). Zwischen diesen beiden Szenen hat mich "Die Northern Star" allerdings nur bedingt mitgerissen. Ich fand auch, dass die Episode zwar stark an Message, aber eher schwach an Inhalt war. Teilweise mag das dem Charakter als Staffelauftakt geschuldet sein; zumal es, da zwischen den beiden Seasons ja offensichtlich doch ein bisschen Zeit vergangen ist, auch erstmal notwendig war, zu etablieren, was sich zwischenzeitlich getan hat, und wo die Figuren stehen – und damit eben auch die Handlung der restlichen Staffel vorzubereiten. So oder so: Im Mittelteil zog sich "Die Northern Star" meinem Empfinden nach doch etwas dahin. Ein Eindruck, der auch der Tatsache geschuldet sein mag, dass ich zwar alles rund um Matt, Karen, Wilson, Vanessa und auch Neuzugang Mr. Charles durchaus interessant fand, wir aber auch bei Personen wie Heather Glenn, Daniel Blake, B.B. Urich, Kirsten McDuffie usw. vorbeischauen, die mich vergleichsweise weniger interessieren. Last but not least: Eine kurze Szene, welche die Post-Credits-Szene der ersten Staffel rund um Frank Castle aufgreift, hätte man uns auch ruhig gönnen können. Trotz dieser Kritikpunkte hat der Auftakt der zweiten "Daredevil: Born Again"-Staffel insgesamt aber schon gepasst.
Fazit:
Im Vergleich zum großartigen Auftakt von Season 1 und/oder dessen sogar noch eine Spur besserem Finale fällt "Die Northern Star" doch ein wenig ab. Während mich die ersten und die letzten paar Minuten durchaus mitreißen konnten, gelang dies der rund Dreiviertelstunde dazwischen nur sporadisch – wie z.B. beim Auftritt des ominösen Mr. Charles. Positiv finde ich aber jedenfalls, dass man uns zu Beginn der zweiten Staffel von "Daredevil: Born Again" Matt und Karen gleich als Paar präsentiert (statt diesbezüglich rumzueiern). Und auch im Hinblick auf die (aktuell auch durchaus brisante) politische Aussage stehe ich voll und ganz auf Seiten der Serie und ihrer Macher. Im Vergleich zwischen Message und Inhalt schlug mir bei "Die Northern Star" das Pendel aber etwas zu stark in Richtung ersterer aus.
Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Disney+)
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