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Lieber Doktor Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Dear Doctor
Episodennummer: 1x13
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 23.01.2002
Erstausstrahlung D: 13.06.2003
Drehbuch: André & Maria Jacquemetton
Regie: James A. Contner
Hauptdarsteller: Scott Bakula als Captain Jonathan Archer, Connor Trinneer als Commander Charles "Trip" Tucker III, Jolene Blalock als Subcommander T'Pol, Dominic Keating als Lieutenant Malcolm Reed, Anthony Montgomery als Ensign Travis Mayweather, Linda Park als Ensign Hoshi Sato, John Billingsley als Doctor Phlox.
Gastdarsteller: Kellie Waymire als Crewman Elizabeth Cutler, David A. Kimball als Esaak, Christopher Rydell als alien astronaut, Karl Wiedergot als Larr, Alex Nevil als Menk man u.a.

Kurzinhalt: Doktor Phlox schreibt seinem Brieffreund und menschlichen Kollegen Jeremy Lucas, der seit kurzem auf Denobula ordiniert, und berichtet ihm von seinem Alltag an Bord der Enterprise. Am Abend besucht er mit Crewman Cutler den Filmabend, und zeigt sich ob der emotionalen Reaktionen der Menschen auf den Film verwundert. Und nicht nur darüber: Scheint es doch so, als hätte Cutler auf ihn ein Auge geworfen – was in ihm die Frage aufwirft, wie er mit diesen Avancen umgehen soll. Doch schon bald erfordert eine dringlichere und wichtigere Aufgabe seine Aufmerksamkeit: Die Enterprise traf im All auf das Raumschiff eines bisher unbekannten Volkes, die Valakianer, welche Captain Archer um seine Hilfe ersuchen – leiden sie doch an einer tödlichen Seuche, die droht, ihre komlette Zivilisation auszulöschen. Die Valakianer leben jedoch nicht allein auf dem Planeten, sondern teilen sich diesen mit den vergleichsweise rückständigen Menk. Da diese an der Seuche, die wie Dr. Phlox schon bald herausstellt genetischen Ursprungs ist, nicht erkranken, hofft er in deren Blut ein Heilmittel zu finden. Dann jedoch macht er eine erschreckende Entdeckung, die in ihm Zweifel aufkommen lassen, ob man den Valakianern denn überhaupt helfen soll…

Denkwürdige Zitate: "They don't have movies where you come from, do they?"
"We had something similar a few hundred years ago, but they lost their appeal when people discovered their real lives were more interesting."
(Bei "Enterprise" kann ich dieses Eindruck leider überwiegend nachvollziehen; auch wenn "Lieber Doktor" diesbezüglich eine rühmliche Ausnahme darstellt.)

"You two are not from the same planet?"
"No. We may look alike, but the similarity ends there."
(T'Pol lässt sich nicht gerne mit den irrationalen Menschen in eine Schublade stecken.)

"On the surface the Menk appear to be a primitive species, unsophisticated even by human standards. No offence."
(Sehr charmant, lieber Doktor.)

"The Vulcans stayed to help Earth ninety years ago. We're still there."
(Guter Punkt.)

"What are you suggesting? We choose one species over the other?"
(Archers schockierte Reaktion auf Phlox' Meinung, dass man sich nicht einmischen sollte.)

"Forgive me for saying so, but I believe your compassion for these people is affecting your judgment."
"My compassion guides my judgment."
(Phlox und Archer, kurz darauf.)


Review von Christian Siegel: Episodenbild (c) CBS Auch wenn ich "Lieber Doktor" insgesamt als die beste der bisherigen "Enterprise"-Folgen ansehe, aber… perfekt ist sie nicht. Einer der größten Schwachpunkte ist die Tatsache, wie lange die Episode braucht, um so richtig in Fahrt bzw. auf den(moralischen) Punkt zu kommen. Gerade auch der Einstieg ist noch sehr unspektakulär und uninteressant; das beginnt schon wieder einmal mit dem absolut nichtssagenden Teaser, geht über die Szene beim Filmabend bis hin zum ersten Treffen mit den Valakianern. In "Lieber Doktor" versuchte man sich – neben dem interessanten moralischen Dilemma – in erster Linie an einer Charakterfolge für Phlox, und eben dieser Teil der Episode hat für mich kaum funktioniert, da wir wenig (interessantes) neues von ihm erfahren, und ihn auch nicht wirklich viel besser kennen lernen. Szenen wie die angedeutete Romanze mit Cutler oder auch der Filmabend mögen für sich genommen ganz nett sein – sind aber wenig packend und/oder interessant, und scheitern darin, uns einen echten Einblick in die Persönlichkeit des Doktors – abseits solch netter Widersprüche wie das er sich über Archer wundert, der mit seinem Hund redet, obwohl er gleich im Teaser selbst mit seinen Tieren in der Krankenstation spricht – zu geben.

Erst als die Enterprise den Heimatplaneten der Valakianer erreicht, kommt schön langsam Schwung in das Ganze. Phlox untersucht deren genetische Krankheit, und wir lernen auch die zweite auf dem Planeten beheimatete Rasse, die Menk, kennen, wo es mit den Auffassungsunterschieden zwischen Phlox und den Menschen – denen er vorwirft, die Gesellschaftsstruktur des Planeten nach ihren eigenen moralischen Vorurteilen zu bewerten – erste Ansätze einer interessanten Diskussion gibt. So richtig begeistert hat mich "Lieber Doktor" dann aber erst im letzten Drittel, wo man beweist, dass es nicht immer Action, Abenteuer oder eine bedrohliche Situation braucht, um unterhaltsame, gelungene "Star Trek"-Unterhaltung zu kreieren – im Gegenteil, fand ich dieses moralische Dilemma doch tausendmal packender als den temporalen Kalten Krieg und Konsorten. An dieser Stelle gelingt es dann auch Phlox zum ersten Mal so richtig, aus dem Schatten hervorzutreten und sich als interessante, vielschichtige Figur zu präsentieren. Seine Diskussion mit Archer ist toll geschrieben, und wird von Scott Bakula und John Billingsley auch wunderbar gespielt. Nicht zuletzt hält einen die Episode auch dazu an, sich als Zuschauer zu fragen, wie man in dieser Situation an Archers Stelle entscheiden würde, der hier die Qual der Wahl hat. Wenn er den Valakianern nicht hilft, wird ihr Volk binnen zwei Jahrhunderten aussterben. Verhindert er dies, droht er jedoch dafür zu sorgen, dass die Menk in ihrer Entwicklung behindert werden. Ist es denn überhaupt Archers Entscheidung? Was gibt ihm das Recht, Gott zu spielen?

Episodenbild (c) CBS Jedoch: So gut mir dieser moralische Konflikt grundsätzlich auch gefallen haben mag, gänzlich ungetrübt sehe ich ihn leider nicht. So war mir offen gestanden nicht ganz klar, warum die Valakianer von der Bildfläche verschwinden müssen, damit sich die Menk weiterentwickeln – vor allem, da Phlox ja bereits jetzt Anzeichen für einen evolutionären Sprung findet, obwohl sie von den Valakianern "unterdrückt" werden und sie ihnen alles zur Verfügung stellen, was sie zum Leben benötigen. Generell tut Phlox ja fast so, als hätte die Natur entschieden, dass die Valakianer aussterben sollen. Aber was, wenn diese in der Lage wären, selbst ein Heilmittel zu entwickeln? Generell denke ich, dass man hier bewusst bestimmte Lösungen (wie Umsiedelung) außer acht lässt, um den zentralen moralischen Konflikt und das damit einhergehende tragische Ende nicht zu verlieren. Der zweite Punkt den ich kritisch sehe ist, wie Archer hier auf die Oberste Direktive anspielt. Diese halte ich nämlich generell für ein problematisches Konstrukt, deren Willkürlichkeit gerade auch hier recht deutlich wird: Denn geht es nach der obersten Direktive, hätten Archer & Co. den Valakianern wohl geholfen, wenn sie über einen Warpantrieb verfügt hätten. Diese Grenze erscheint doch sehr beliebig gezogen.

Weitere ungeordnete Gedanken meinerseits zu dieser Folge: Der Translator arbeitet wieder einmal recht schnell. Das finde ich irgendwie schon schade, da nehmen sie extra eine Linguistin an Bord, und dann bekommt die nix weiter zu tun, als auf ein paar Knöpfe zu drücken. Das hätte ich wohl auch hinbekommen. Gut gefiel mir allerdings, dass Archer T'Pol in dieser Folge gleich mehrmals um ihren Rat fragt. Dies verdeutlicht, wie sehr sich das Verhältnis zwischen den beiden entspannt hat, und Archer nicht nur sein Misstrauen gegenüber ihr abgelegt hat, sondern ihren Ratschlag mittlerweile wirklich zu schätzen weiß. Sehr gut gemacht fand ich auch das digitale Matte Painting der außerirdischen Stadt; das sah wirklich klasse aus. Generell gaben sich die Effekte – wo man sich diesmal quantitativ ein wenig zurückgehalten hat – keine Blöße. Auch der Soundtrack ist mir zum wiederholten Mal positiv aufgefallen. Positiv fand ich auch, dass man uns eine Episode erspart hat, in der z.B. die Menschen ebenfalls erkranken, und Phlox in einen Wettlauf gegen die Zeit gerät, um die Crew zu retten. In "Lieber Doktor" gibt es keine Action, keine Bedrohung… stattdessen konzentriert man sich ganz auf das moralische Dilemma. Das ist zweifellos sehr positiv. Etwas zwiespältig stehe ich hingegen den Voice Over-Kommentaren in Form von Nachrichten an seinen Kollegen gegenüber. Zwar erlaubte man uns dadurch einen Blick in Phlox' Gedanken- und Gefühlswelt, aber da ich nicht den Eindruck hatte, ihn dadurch unbedingt viel besser kennenzulernen, hätte man sich dieses etwas gar bequem wirkende Stilmittel eventuell auch sparen können. Und angesichts der Tatsache, dass sich der Einstieg doch ein wenig zieht, hätte "Lieber Doktor" wohl auch von einer B-Story profitieren können. Trotz dieser kleineren und der oben angeführten größeren Kritikpunkte ist "Lieber Doktor" aber zweifellos die bisher beste Episode von "Enterprise".

Fazit: Episodenbild (c) CBS Vieles an "Lieber Doktor" gefällt mir sehr gut, es gibt aber auch ein paar Kritikpunkte, die für mich den ganz großen Vorwurf verhindern. Zwar reicht es – dank der meines Erachtens nicht wirklich überzeugenden Qualität der bisherigen Episoden noch für den Titel "bisher beste Folge der Serie", aber in anderen "Star Trek"-Serien bzw. -Staffeln hätte sich "Lieber Doktor" mit einer 7er-Wertung nur im guten Mittelfeld eingereiht. Am besten hat mir an dieser Episode das im Zentrum stehende moralische Dilemma gefallen – und vor allem auch, dass man ein eben solches in den Mittelpunkt stellt und auf Action, Spannung und Bedrohungsszenarien verzichtet. Das Ergebnis zeigt, dass es dieser nicht Bedarf, um eine packende, interessante Geschichte zu erzählen. Jedoch: Ehe es soweit ist, fließt einiges an Wasser die Donau hinunter. Der Einstieg ist noch sehr gemächlich, wenig spektakulär, und schrammt haarscharf an der Grenze zur Langeweile vorbei. Erst das letzte Drittel konnte mich dann so richtig begeistern. Insgesamt fand ich "Lieber Doktor" jedenfalls als moralische Aufgabenstellung gelungener denn als Charakterfolge – denn als letztere ließ die Episode in meinen Augen doch etwas zu wünschen übrig.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel


Inhaltsbeschreibung: Der Tag beginnt wie jeder andere auf der Krankenstation. Doktor Phlox füttert seine "Haustiere" und freut sich des Lebens. Plötzlich kommt Hoshi herein und bringt ihm einen Brief vorbei. Dieser stammt von Dr. Lucas, einem Kollegen, der auf Denobula praktiziert. Dr. Lucas erzählt in seinem Brief davon, dass auf Denobula die Paarungszeit begonnen hat, und er deshalb eine stressige Woche hatte. Phlox beginnt natürlich sofort damit eine Antwort zu verfassen. In dieser geht er auf die verschiedenen Besonderheiten ein, die ihm bei den Menschen aufgefallen sind. Vom Fakt, dass sie sich langsam an einen außerirdischen Doktor an Bord gewöhnen, bis hin zu seiner Verwunderung darüber, dass ein Mensch eine so starke emotionale Bindung zu einer niederen Lebensform eingehen kann. Zweifellos spricht er damit Archer und Porthos an, die die Krankenstation an diesem Morgen aufgesucht hatten. Am Abend besucht Phlox zusammen mit Crewman Cutler eine Filmvorführung und nutzt diese Gelegenheit, um das menschliche Verhalten gegenüber fiktionalen Charakteren zu beobachten. Nach dem Film bringt Phlox Cutler zurück zu ihrem Quartier. Gerade als er sich verabschieden will, beginnt sie ein neues Gespräch und dankt ihm für den netten Abend. Gleichzeitig lädt sie ihn zu einem Film in der nächsten Woche ein und gibt ihm einen Gute-Nacht-Kuss. Am nächsten Tag entdeckt die Enterprise ein Schiff, das im All treibt. Es wird als Prä-Warp identifiziert. Als zwei schwache Lebenszeichen an Bord geortet werden, wird das Schiff in den Hangar und die Besatzung auf die Krankenstation gebracht.

Episodenbild (c) CBS Als diese wieder zu Bewusstsein kommen, erzählt einer der beiden Neuankömmlinge, dass seine Spezies an einer tödlichen Krankheit leidet, die das Volk langsam aber sicher ausrotten könnte. Sie sind nun ausgezogen, um andere Spezies mit Warptechnologie zu treffen, die möglicherweise eine Heilungsmethode haben. Erstaunt fragt T'Pol nach, ob ihr Volk denn schon Kontakt zu anderen Spezies hergestellt hat. Der Fremde antwortet, dass die Meglaxa und die Ferengi schon auf ihrer Welt waren, aber beide haben keine Heilung gefunden. Nun erhoffen sie sich von der Crew der Enterprise Hilfe. Nach einem kurzen Beratungsgespräch mit T'Pol entschließt sich Archer dazu, die Welt der Fremden zu besuchen. Dort angekommen berät sich Phlox mit dem leitenden Mediziner in einem der Krankenhäuser. Dieser Teilt ihm mit, dass, egal was man bisher versucht hat, die Krankheit immer wieder mutiert ist und gegen die Antikörper resistent wird.

Kurz darauf entdeckt Hoshi, dass auf dem Planeten zwei verschiedene humanoide Arten überlebt haben. Da wären zunächst die Valakianer - die Spezies, zu der auch die Besatzung des Raumschiffs gehört. Und dann gibt es da noch die Menk. Diese sind weniger entwickelt als die Valakianer. Archer ist sichtlich überrascht darüber, hat es doch auf den anderen Planeten, die er bisher besuchte, immer nur eine humanoide Spezies geschafft sich im Laufe der Evolution durchzusetzen. Als Phlox nachfragt, ob die Menk ebenfalls an der Krankheit leiden, verneint dies der leitende Mediziner. Laut seiner Aussage sind die Menk immun. In den folgenden Tagen versucht Phlox geeignete Heilungsmethoden zu finden und nutzt dabei auch die Hilfe von Crewman Cutler. Wenig später findet Phlox heraus, dass die Krankheit nicht durch einen Virus oder eine Bakterie verursacht wird, sondern durch einen genetischen Defekt, der seit Jahrtausenden unbemerkt seine Arbeit verrichtet. In den letzten Jahrhunderte jedoch, ist dieser Defekt mutiert und dezimiert die Bevölkerung jetzt schneller als jemals zuvor. Da Phlox kein Heilmittel finden kann, gibt er den Valakianern noch höchstens 200 Jahre. In der Hoffnung vielleicht doch noch ein Mittel zu finden, untersucht Phlox die Menk, deren Immunität gegen die Krankheit vielleicht der Schlüssel zur Heilung sein könnte. Während er die Menk untersucht, kommt es zur Aussprache mit Cutler. Phlox hatte in der letzten Zeit bemerkt, dass sie sich anscheinend zu ihm hingezogen fühlt. Als er ihr erklärt hat, dass es auf Denobula ziemlich normal ist, dass eine Person jeweils drei Ehemänner bzw. Frauen hat, reagiert Cutler ein wenig geschockt. Sie sagt Phlox, dass sie nur seine Freundin sein möchte und abwarten will, wie sich die Dinge entwickeln.

Episodenbild (c) CBS Kurz darauf wird Archer in das Krankenhaus bestellt, in dem der Pilot untergebracht ist, den die Enterprise aufgefunden hatte. Da Phlox offensichtlich keine Heilung gefunden hat, bittet er Archer nun ihnen die Warptechnologie zu überlassen, so dass sie sich selbst auf die Suche nach Rassen machen können, die vielleicht eine Antwort haben. Archer willigt ein darüber nachzudenken und kehrt zur Enterprise zurück. Als er das Thema mit T'Pol bespricht, stellt sich schnell heraus, dass die Vulkanierin absolut dagegen ist, da die Valakianer noch viel zu unterentwickelt sind. Trotz ihrer Einwände, zieht es Archer weiterhin in Betracht die Warptechnologie zu teilen. Wenig später unterhält sich Archer mit Phlox. Der Doktor teilt dem Captain seine Untersuchungsergebnisse der Menk mit und geht dabei besonders auf die Tatsache ein, dass die Menk im Begriff sind, die dominante Spezies auf diesem Planeten zu werden, während die Valakianer langsam aussterben werden, ähnlich wie damals der Neandertaler auf der Erde.

Für Phlox steht die Sache fest. Die Crew der Enterprise darf sich nicht in den evolutionären Prozess eines Planeten einmischen, auch wenn die Absicht noch so nobel ist. Dramatisch wird die Situation in dem Moment, als Archer den Doktor fragt, ob er ein Mittel gegen die Krankheit finden kann und Phlox nach kurzem Zögern antwortet, dass er schon eine Medizin entwickelt hat. Nichtsdestotrotz kann und will er sich nicht in die Evolution dieses Planeten einmischen. Nach einer langen Nacht des Überlegens, begibt sich Archer auf die Krankenstation, um dem Doktor zu sagen, dass er den Valakianern den Warpantrieb nicht geben kann und ihnen nichts von der Medizin erzählen wird. In Archers Augen wird die Menschheit früher oder später mit einer Art Direktive kommen, die genau festlegt, was man tun darf und was nicht. Doch bis es diese geben wird, muss sich der Captain immer wieder daran erinnern, dass man nicht unterwegs ist, um Gott zu spielen. Das Einzige, was Archer den Valakianern geben kann, ist ein Mittel, dass die Schmerzen lindert - mehr jedoch nicht. Obwohl der Captain weiß, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat, verbleibt in ihm ein Gefühl der Schuld. Mit all diesen Informationen und seinen Berichten, beendet Phlox den Brief an Dr. Lucas, gibt ihn Hoshi, damit sie ihn wegschicken kann und löscht das Licht in der Krankenstation.

Review von Alex Bernhardt: Episodenbild (c) CBS In dieser Folge steht einmal Doktor Phlox im Mittelpunkt und lädt den Zuschauer ein, sich näher mit dem Leben des Bordarztes zu beschäftigen. Dabei wird nicht nur sein Privatleben berücksichtigt, sondern auch sein Berufsleben. Bevor man es überhaupt ahnt, wird man vor eine Entscheidung gestellt, die wohl niemandem leicht fallen würde. Kann man den Tod von Millionen von Lebewesen in Kauf nehmen, nur um nicht in die Evolution einzugreifen? Auf eine dramatische, aber verständliche Weise zeigt uns "Lieber Doktor", wie sehr die "Oberste Direktive", die Archer erwähnt, benötigt wird, um nie wieder in solch einem Dilemma zu enden. Im Verlaufe der Folge, und ganz besonders zum Schluss, sieht sich der Zuschauer, der bis dahin nur beobachtet hat, selber in diesem Konflikt und muss sich entscheiden. Wie würde er handeln? Würde er einer unterentwickelten Spezies den Warpantrieb geben? Sollte man die Medizin verabreichen, obwohl man damit den Aufstieg einer anderen Spezies vermeidet?? Das sich Archer zum Schluss dafür entscheidet, nicht einzugreifen, zeugt von großem Vertrauen in seinen Arzt und in dessen Urteilsvermögen. Der Erzählstil der Folge und Phlox' Auszüge aus dem Brief an Dr. Lucas von Zeit zu Zeit runden die Geschichte ab und vermitteln dem Zuschauer ein Gefühl der Verbundenheit, sowohl mit dem Doktor, als auch mit dessen Patienten.

Fazit: "Lieber Doktor" zählt mit zu meinen absoluten Lieblingsepisoden und zeigt sehr deutlich, dass man nicht immer Phaserfeuer braucht, um einer Folge Wärme zu geben.

Wertung: 5 von 5 Punkten
Alex Bernhardt
(Bilder © CBS/Paramount)




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