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Mit allen Mitteln Drucken E-Mail
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Originaltitel: By Any Means Necessary
Episodennummer: 1x12
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 11.05.1994
Erstausstrahlung D: 22.12.1995 (Pro7)
Drehbuch: Kathryn M. Drennan
Regie: Jim Johnston
Hauptdarsteller: Michael O'Hare als Cmdr. Jeffrey Sinclair, Claudia Christian als Lt. Comdr. S. Ivanova, Jerry Doyle als Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Andrea Thompson als Talia Winters, Stephen Furst als Vir Cotto, Bill Mumy als Lennier, Andreas Katsulas als G'Kar, Peter Jurasik als Londo Mollari
Gastdarsteller: Katy Boyer als Neeoma Connoly, John Snyder als Orin Zento, Aki Aleong als Senator Hidoshi

Denkwürdige Zitate: „Gentleman, I've been up for about two days, with no sleep, this makes me a very cranky man.“
„Yes, we've noticed. Have you considered meditation?“
(Solche Kommentare von Londo dürften wohl kaum helfen, Sinclairs Laune zu verbessern.)

Kurzinhalt: ImageIn einem der Raumdocks kommt es zu einem verheerenden Unfall, bei dem ein Schiff der Narn zerstört wird und ein Dockarbeiter sein Leben verliert. Die nachfolgende Untersuchung zeigt, dass der Fehler nicht auf menschliches Versagen, sondern auf Materialverschleiß zurückzuführen ist. Das wiederum ruft die Gewerkschaftsvertreterin der Dockarbeiter, Frau Connally, auf den Plan, versucht sie doch schon lange, mehr Mittel für ihre Arbeiter zu erhalten. Diese sind extrem unterbezahlt, unterbesetzt und müssen sich zudem mit veraltetem Material herumschlagen. Doch als das neue Budget von der Erde eintrifft, sind darin keine weiteren finanziellen Mitteln für die Weltraumdocks eingeplant. Dies veranlasst die Dockarbeiter, sich in Scharen krank zu melden - der Warenverkehr kommt zum erliegen.

Dies führt wiederum dazu, dass die Erdregierung Orin Zento auf die Station schickt, um den Streik mit allen erforderlichen Mitteln niederzuschlagen - notfalls auch mit dem Notstandserlass, der die Verhaftung der streikenden Arbeiter ermöglichen würde. Sinclair versucht sein bestes, um Connally und Zento zu einer Einigung zu bewegen, doch als die Arbeiter offiziell ihren illegalen Streik bekunden, drängt Zento darauf, die Situation in den Griff zu bekommen - notfalls mit Gewalt. Als ob dieser Konflikt Sinclair nicht schon schwer genug belasten würde, bekommt er es auch noch mit einem anderen Problem zu tun: Bei dem Unfall in den Docks in eine Pflanze der Narn zerstört worden, die G'Kar unbedingt für ein wichtiges religiöses Ritual braucht, dass in Kürze ansteht. Als er sich erkundigt, ob jemand auf Babylon 5 eine solche Pflanze hat, erfährt er, dass just Londo eine besitzt. Doch dieser denkt selbst gegen Bezahlung eines exorbitant hohen Preises nicht daran, seinem Erzfeind die Pflanze zu überlassen. In seiner Verzweiflung wendet sich G'Kar hilfesuchend an Sinclair.


Erwähnenswerte Synchro-Fehler: Nichts weltbewegendes, aber ein paar unnötige Kleinigkeiten: Aus dem Jupitermond Europa wurde ein Raumschiff gemacht („auf der Europa“), G'Kar lobt Sinclair für seine Fähigkeit, logisch zu denken, statt für seine Spiritualität, und am Ende sagt der Computer Commander Sinclair, dass Senator Hidoshi mit ihm sprechen will, wo es ihm Original nur heißt „One transmission waiting.“ Dadurch geht der kleine Gag, dass Sinclair - auch ohne aufdringliche Computermeldung - genau weiß dass es sich dabei nur um Hidoshi handeln kann, leider verloren.


Review: ImageAngesichts der ebenfalls auf einer Raumstation spielenden Konkurrenzserie "Deep Space 9" war es ein Hauptanliegen von JMS in der ersten Staffel, deutlich zu machen, dass "Babylon 5" anders, und nicht einfach nur eine Star Trek-Serie unter anderem Namen ist. Viele der ersten Episoden zielen darauf ab; so auch "Mit allen Mitteln". Während man sich in anderen SF-Serien eigentlich immer nur um die großen Helden kümmert, werden hier nun endlich auch mal die kleinen Leuten betrachtet, die zwar keine Schlachten schlagen oder wichtige Verhandlungen führen, aber nichtsdestotrotz einen essentiellen Teil zum Funktionieren der Station beitragen. Ohne ihren Einsatz und ihre Arbeit könnten die Hauptcharaktere ihre Heldentaten gar nicht erst vollbringen – und hier werden sie nun endlich einmal ins Zentrum des Geschehens gerückt. Doch wie bei "Babylon 5" üblich, so ist auch hier nicht alles eitel Wonne. Getreu dem Motto, dass wir wenn ihr eines Tages ins All aufbrechen sollten auch all unsere Probleme und unsere Fehler mitnehmen werden, werden die Arbeiter von Doppelschichten, geringen Löhnen und mangelhaftem Material geplagt – und als letzteres schließlich zum Tod eines Arbeiters führt, haben sie endgültig genug und rufen zum Streik auf.

Worüber man durchaus geteilter Meinung sein kann, ist die Art und Weise, wie diese Problematik behandelt wird: Denn "Mit allen Mitteln" ergreift schonungslos und uneingeschränkt Partei für die Arbeiter. In einer für die Serie sehr ungewöhnlichen Schwarz-Weiß-Zeichnung sind diese die Guten, während die Regierung als hinterlistige Ausbeuter dargestellt wird. Dies wird auch bei ihren jeweiligen Repräsentanten deutlich: Während Neeoma Connally mit ihrer kämpferischen Art ungemein sympathisch wirkt, erscheint der Vermittler der Regierung ungewöhnlich eindimensional, platt und farblos. Hier muss man sich allerdings auch in Erinnerung rufen, dass die Verhältnisse in den USA deutlich arbeitnehmerfeindlicher sind als im vergleichsweise paradiesischen Europa; und selbst bei uns geht der Trend dazu, dass die Arbeitnehmer mehr und mehr ins Hintertreffen geraten. All-Inclusive-Verträge ohne Stundenaufzeichnung und oftmals mit deutlich mehr Überstunden, als dort eigentlich vorgesehen wären, nicht eingehaltene Ruhezeiten, der Druck auf "Wünsche" des Arbeitgebers einzugehen da man ansonsten befürchten muss vor die Tür gesetzt zu werden... und trotzdem geht es uns immer noch vergleichsweise gut.

ImageIn den USA haben die Gewerkschaften teilweise immer noch einen schweren Stand. Viele Unternehmen in vielen Branchen versuchen – meist erfolgreich – die Bildung einer solchen zu verhindern. Gerade auch große Konzerne wie Wal-Mart beuten ihre Arbeitnehmer ohne Rücksicht auf Verluste aus – hier sei ein Blick auf die interessante Dokumentation "Wal-Mart: Der hohe Preis der Niedrigpreise" empfohlen. Und auch die Regierung hat immer wieder mitgeholfen, die Arbeitnehmer möglichst klein zu halten. Eine der größten Inspirationsquellen von Kathryn M. Drennan beim Verfassen des Drehbuchs war der Streik der Fluglotsen in den frühen 80er Jahren (klick), der von Ronald Reagen damals kurzerhand für illegal erklärt wurde, woraufhin alle daran beteiligten Arbeitnehmer fristlos entlassen wurden. Damit will ich nur zum Ausdruck bringen, dass man bevor man die Einseitigkeit der Handlung kritisiert, auch in Betracht ziehen muss, unter welchen Rahmenbedingungen sie zustande gekommen ist – und man sie nur bedingt mit europäisch-verklärten Augen sehen darf.

Neben dem Streik geht es bei "Mit allen Mitteln" in erster Linie um Sinclair und seine Fähigkeit, elegante Lösungen für schwierige Probleme zu finden. Damit rückte der Commander zum erst zweiten Mal in dieser Staffel in den Mittelpunkt, während man sich zuvor oftmals entweder mit den anderen Hauptcharakteren oder auch den Gaststars beschäftigt hat. "Mit allen Mitteln" konzentriert sich nun wieder auf ihn, und zwar im Gegensatz zu "Gefangen im Cybernetz" nicht auf seine Vergangenheit, sondern auf seine Gegenwart. Im Verlauf der Episode sehen wir, wie Sinclair das Problem mit den Dockarbeitern zunehmend belastet. Von Szene zu Szene wirkt er müder, erschöpfter – und als wäre dieses Problem nicht schon genug muss er sich auch noch mit einem Streit zwischen G'Kar und Londo herumschlagen, der sich auf Kindergartenniveau bewegt. Angesichts der größeren Probleme, mit denen er sich konfrontiert sieht, kann man seine wachsende Ungeduld und seinen Unmut den beiden Botschaftern gegenüber sehr gut nachvollziehen. Doch "Mit allen Mitteln" zeigt auch wieder einmal Sinclairs Cleverness und seine Tendenz, Regeln ein bisschen zu verbiegen und sie so zu seinen Gunsten auszulegen – eine Fähigkeit, mit der er letztendlich beide Konflikte löst.

ImageNeben Sinclair werden vor allem auch Londo und G'Kar näher beleuchtet, wobei sich ihre Dynamik in dieser Episode zum ersten Mal um 180° dreht. Diesmal ist G'Kar das Opfer und Londo der Aggressor, der seinem Feind aus schierer Bosheit – und als Rache für den Angriff auf Ragesh 3 – die G'Quan-Eth nicht überlassen will. G'Kar wiederum darf zum ersten Mal seine spirituelle Seite zeigen und die Figur damit um eine weitere Facette bereichern. Generell erfahren wir hier zum ersten Mal etwas über die Religion(en) der Narn, nachdem uns diese in "Angriff auf G'Kar" unterschlagen wurde. Was die Episode ebenfalls aufwertet, ist der wieder einmal herrliche Humor, der immer wieder eingestreut wird. Sei es das Zitat zur Folge oder auch, wie Sinclair die nervige Reporterin und die beiden Botschafter aus der Kommandozentrale befördern lässt ("2, 1... was hab ich verpasst?"), trotz der im Zentrum stehenden Konflikte gibt es zwischendurch auch immer wieder mal was zum Lachen. Zuletzt muss auch noch Gaststar Katy Boyer positiv hervorgehoben werden. Meines Erachtens liefert sie von allen Schauspielern, die nur in einer einzigen Episode zu sehen waren, die beste Leistung ab; voller Energie und Enthusiasmus, und trotzdem sehr natürlich und glaubhaft. Schade, dass ihr trotz einiger Gastrollen in bekannten (oft auch Genre-)Serien der große Durchbruch – zumindest bisher – nicht vergönnt war.


Fazit: "Mit allen Mitteln" dreht sich ausnahmsweise mal nicht um große Heldentaten und wichtige interplanetarische Verhandlungen, sondern um ein kleines Rädchen des Uhrwerks, dass dafür verantwortlich ist dass die Station funktioniert. Der Streik der Dockarbeiter lässt uns einen Blick auf jene normalen Leute und Arbeiter im Hintergrund werfen, die einen wichtigen Beitrag leisten, jedoch in anderen Serien meist übersehen werden. Ungewohnt ist allerdings die undifferenzierte Betrachtungsweise, die für Babylon 5 so überhaupt nicht typisch ist. Die sehr klare Aussage der Episode wird jedenfalls bestimmt nicht jedermanns Sache sein – wenn auch ich nicht umhin komme ihr uneingeschränkt zuzustimmen. Gut gefallen haben mir auch die cleveren Lösungen, die Sinclair für beide Konflikte findet. Eine bessere Bewertung wird lediglich durch den Mangel an Spannung und Dramatik verhindert.

Bewertung: Spannung: 2/5 | Action: 1/5 | Humor: 2.5/5 | Dramatik: 2.5/5 | Inhalt: 4/5 | Gesamteindruck: 3/5

Christian Siegel
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Produktionsnotizen:
Vom Skript zur Folge:
Vol. 2 der "Other Voices"-Skriptbücher bietet einen herrlichen, ausführlichen Überblick über die Entwicklung des Drehbuchs von "Mit allen Mitteln". Da dieser leider den Rahmen sprengen würde, hier "nur" eine Zusammenfassung von Kathryn M. Drennan's erstem Abriss, der sich am stärksten von der fertigen Episode unterscheidet:

ImageIn der Landebucht kommt es zu einem Unfall mit einem Shuttle, dass einen Senator nach Babylon 5 befördern sollte. Dabei verlieren sein Stabschef und einer der Dockarbeiter ihr Leben. Der Senator ist außer sich und verlangt, dass ihm die Namen der Verantwortlichen mitgeteilt werden, damit diese bestraft werden können. Doch die Gewerkschaftsvertreterin weigert sich, da ihrer Meinung nach nicht menschliches Versagen, sondern Materialfehler und Unterbesetzung zum tragischen Unfall geführt haben. Sie verlangt vom Senator, sich für mehr finanzielle Mittel einzusetzen, was dieser erbost zurückweist, und seinerseits auf seiner Forderung beharrt. Daraufhin ruft die Gewerkschaftsvertreterin offiziell den Streik aus.

Einer der Dockarbeiter macht sich Selbstvorwürfe wegen des Unfalls, und der Streik steigert seine Schuldgefühle nur noch. Als die Lage schließlich eskaliert und der Senator alle streikenden Dockarbeiter feuert, ist das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Der schuldgeplagte Dockarbeiter nimmt den Senator als Geisel und zwingt ihn dazu, den Forderungen der Gewerkschaft nachzugeben, und alle Mitarbeiter wieder einzustellen. Der Senator stimmt zu, und der Arbeiter tötet sich selbst, bevor Sinclair dies verhindern kann. Daraufhin möchte der Senator natürlich seine unter Druck geäußerte Zustimmung wieder zurückziehen, doch Sinclair kann ihn davon überzeugen, einem Kompromiss zuzustimmen. Genauer gesagt: Er erpresst ihn – würde doch das Video des schweißgebadeten Senators, der ängstlich den Forderungen des Verrückten nachgibt, dessen Chancen nicht gerade erhöhen, wieder gewählt zu werden.

Und hier noch die größten Unterschiede zwischen dem im Script Book enthaltenen ersten richtigen Drehbuchentwurf und der fertigen Folge:

  • Im ersten Entwurf gibt es noch keinen Orin Zento, der auf die Station kommt um mit der Gewerkschaft zu "verhandeln".


  • Es gibt einige Gespräche zwischen Sinclair und Delenn über den Streik, in der die Botschafterin der Minbari ungewöhnliches Interesse an dieser Auseinandersetzung zeigt. Am Ende offenbart sich, dass sich die Minbari bereit erklärt haben, ihre finanzielle Unterstützung für Babylon 5 deutlich zu erhöhen – sofern Sinclair für seine Entscheidung im Streik keine Konsequenzen drohen. Da Mira Furlan für die Dreharbeiten nicht zur Verfügung stand, musste dieser kleine Sub-Plot gestrichen werden.


  • ImageG'Kar erklärt Sinclair, dass Religion für die Narn etwas sehr persönliches ist – was wohl auch erklären soll, warum man kein Ritual ihres Glaubens in der Episode "Angriff auf G'Kar" gezeigt hat. Das, und die Tatsache dass man das Ritual zu einem bestimmten Zeitpunkt ausführen muss.


  • Wenn Sinclair seinen Plan am Ende vorstellt, gibt es einen kleinen Haken: Mrs. Connally muss zur Erde zurück, um sich dort einer Anklage zu stellen. Dies veranlasst einen der Dockarbeiter, eine Waffe zu ziehen – er wird jedoch von seinen Kollegen gestoppt, ehe er Commander Sinclair erschießen kann.


  • Die beiden besten Sätze der Episode fehlen in diesem Erstentwurf noch: „Geben Sie jemandem nie eine Pistole wenn sie sich nicht sicher sind, wo er hinzielen wird” und das oben angegebene "denkwürdige Zitat".


  • „Quelle: „Babylon 5: Other Voices - Volume 2”


    Hintergründe zur Produktion der Episode:
  • Der Notstandserlass heißt im Original "Rush Act". Benannt wurde er nach dem amerikanischen Radiomoderator Rush Limbaugh, der für seine rechtspopulistischen Aussagen berüchtigt ist.


  • Orin Zento wird von John Snyder dargestellt, der bereits als zweiter Seelenjäger in der gleichnamigen Episode einen Auftritt hatte.



  • Das sagen die Schauspieler, die Drehbuchautorin und der Regisseur:
  • ImageKathryn M. Drennan über Sinclair: „Ich habe ihn ganz bewusst ins Zentrum beider Handlungen in "Mit allen Mitteln" gestellt, um ihm eine Chance zu geben gleichermaßen sehr menschlich und heroisch zu wirken; zumindest war das meine Absicht. Ich wollte die emotionale Seite der Figur zeigen – seinen Verdruss bezüglich G'Kar und Londo, seine Sorge und seinen Ärger über den eskalierenden Streik – und auch seine intellektuelle Seite, die es ihm schließlich erlaubt für beide Situationen eine Lösung zu finden.“


  • Michael O'Hare über Kathryn M. Drennan: „Sie schreibt sehr gute Dialoge. Joe ist der bessere Geschichtenerzähler, und ihre Stärke ist der Dialog, und die Beziehung der Figuren. Ich fand sie hatte dafür wirklich Talent, und deswegen habe ich diese Episode sehr genossen.“


  • Regisseur Jim Johnston über Michael O'Hare: „Ich fand das war eine von Michaels besten Leistungen. Es begann damit dass er am ersten Tag der Dreharbeiten gerade von New York zurückkam, wo er das Wochenende verbracht hatte. Er kam Montag in der Früh zurück, und wir schickten ihn gleich auf das Set, und er sah schrecklich aus. Ich fand seine Leistung an diesem Tag großartig... er agierte nicht, er reagierte, und versuchte, irgendwie durch den Tag zu kommen. Ich dachte mir "Das ist perfekt". Also verbot ich ihm, sich den Rest der Woche zu rasieren, und sagte ihm, er solle lang aufbleiben, damit er richtig müde ist. Und so haben wir das zu unserem Vorteil genutzt.“


  • Kathryn M. Drennan über G'Kars Handlung in "Mit allen Mitteln": „Angriff auf G'Kar" war sicherlich eine der Inspirationen für meine G'Kar/Londo Handlung. Wir sahen in dieser Episode nie etwas von der Religion der Narn, da G'Kar damit beschäftigt war um sein Leben zu rennen. Deshalb habe ich Joe gefragt, ob ich ein bisschen Narn-Religion erfinden könnte, um G'Kars religiöse Seite zu zeigen.“


  • ImageJim Johnston über seinen Auftritt als Schauspieler: „Ich las das Drehbuch durch und etwas störte mich: Wir reden die ganze Zeit über einen Streik, aber wir gehen nie wirklich streiken. Ich sagte "Das ist es was wir tun müssen, wir müssen die Linie überqueren und sagen "Streik!" Ich hatte dieses Bild davon, wie jeder "Streik, Streik, Streik" ruft, also rief ich John Copeland, den Produzenten, an und erzählte ihm meine Idee. Doch er sagte "Es ist zwar eine tolle Idee, aber dafür ist es jetzt zu spät, Warner haben das Budget bereits genehmigt, und es kostet dreitausend Dollar einen Schauspieler für einen Tag zu bekommen, und wir können das Budget nicht mehr verändern." Ich verstand, aber es ließ mir keine Ruhe. Am letzten Drehtag entschloss ich mich dann: "Nun, wenn sie mir keinen Schauspieler geben wollen, dann gebe ich Ihnen eben einen Schauspieler!" Also zog ich einen dieser Anzüge an, ging zum Makeup und sagte "Schmiert mir so viel Dreck als möglich auf mein Gesicht", dann ging ich zu unserem Kameramann John Flinn und sagte zu ihm "Wenn ich lächerlich aussehe, wirst du in dieser Stadt nie wieder eine Arbeit bekommen!", und ging hinaus und sagte diesen einen Satz. Nicht nur, dass er in der fertigen Folge blieb, er wurde sogar im Trailer für die Episode verwendet!.“


  • Quellen:
    „Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 1: Signs and Portents”
    „Babylon 5: Other Voices - Volume 2”



    Kommentare von JMS
    „Kathryn wollte unbedingt ein Drehbuch für Babylon 5 schreiben. Aber wegen meiner Abneigung gegen Vetternwirtschaft lehnte ich ab (Ich kann ein echtes A****loch sein). Etwas ähnliches war schon bei "The Real Ghostbusters" passiert. Sie hat die Serie geliebt und wollte eine Episode schreiben. Also habe ich sie "durch den Fleischwolf gedreht". Sie mußte ihre Entwürfe den Produzenten vorlegen, erst danach sollte entschieden werden, ob das Skript gedreht werden würde. Die Produzenten aber wußten nichts von meiner Beziehung zu Kathy. Ihre Entscheidung, daß Skript zu kaufen, basierte also einzig und allein auf der Qualität des Drehbuchs. Punkt. Und so lieferte Kathy Skripts für zwei Episoden: "Egon's Dragon" und "The Man Who Never Reached Home", von denen erstere eine der Lieblingsepisoden der Fans wurde. Erst lange nach den Arbeiten zu "The Real Ghostbusters" erfuhren die Produzenten von unserer Beziehung.

    ImageAber im Fall von Babylon 5 bin ich ausführender Produzent, was die Sache erschwerte. Zu aller erst sagte ich nein. Aber schließlich stellte ich eine Anzahl von Bedingungen und Vorgaben auf. Nicht weil ich erwartete, sie würde kein gutes Skript schreiben, sondern weil ich Vetternwirtschaft nicht mag. Ich hasse sie, und die Art und Weise, wie diese Stadt nach dem Prinzip der Vetternwirtschaft arbeitet. Die Bedingungen waren, dass sie das Skript ohne Garantie auf Verwendung (und Bezahlung) schreiben musste. Und sie musste nicht nur - wie üblich - einen Entwurf abliefern, sondern ein komplett ausgearbeitetes Skript. Dieses Skript musste dann zunächst von der Crew Bestand haben, hätte nur einer von der Crew etwas gegen das Skript eingewendet, so wäre es das gewesen. Und diese Überprüfung wurde nicht von mir, sondern von Larry überwacht, der in solchen Angelegenheiten nicht besonders großzügig ist, was Kathryn Lawrence bestätigen kann. Keine Bevorzugung. Danach wurde das Skript an Warner weitergegeben. Und erst falls auch sie zustimmten, nicht einen Moment vorher, würde das Skript gekauft werden. Andernfalls wäre es nur eine 50-seitige Übung für Kathryn gewesen, und nichts mehr.

    Ich bin froh berichten zu können dass das Skript bestanden hat und dass die Arbeiten an "Mit allen Mitteln" bereits zur Hälfte abgeschlossen sind. Michael O'Hare und andere Schauspieler sagen bereits jetzt, dass dies ihre Lieblingsfolge bis jetzt ist, aus sehr merkwürdigen Gründen. Wir haben es uns für diese Episode zur Aufgabe gemacht, etwas zu machen, was in "Star Trek" unter keinen Umständen denkbar wäre, etwas, was ich daran mag. Darüber hinaus erhalten wir einen Einblick hinter die Kulissen von Babylon 5 auf die Arbeiter, die die Station am Laufen halten - und was geschieht, wenn dort etwas passiert. Die Nebenhandlung handelt von einer Konfrontation zwischen Londo und G'Kar, da sich Londo in eine für die Narn wichtige religiöse Zeremonie einmischt. Die Handlung ist sehr intensiv und darauf angelegt, Sinclair 48 Stunden lang zu hetzen und zum Wahnsinn zu treiben. Bis zu einem gewissen Punkt gelingt es uns auch.

    Quelle: Der deutsche Lurker’s Guide für Babylon 5


    Zusammengestellt von Christian Siegel



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