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Der Weg ins Licht PDF Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Warner Bros.

Originaltitel: Sleeping In Light
Episodennummer: 5x22
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 25. November 1998
Erstausstrahlung D: 10. April 1999
Drehbuch: J. Michael Straczynski
Regie: J. Michael Straczynski
Hauptdarsteller: Bruce Boxleitner als John Sheridan, Claudia Christian als General Susan Ivanova, Jerry Doyle als Michael Garibaldi, Mira Furlan als Delenn, Richard Biggs als Doctor Stephen Franklin, Stephen Furst als Vir Cotto, Jeff Conaway als Zack Allan.
Gastdarsteller: Wayne Alexander als Lorien, Romy Rosemont als Publicist, David Wells als Commander Nils, Sharon Annett als Mary, Dan Sachoff als Aide, Lair Torrent als Ranger, Kent Minault als Captain of the Guard u.a.

Kurzinhalt: Zwanzig Jahre nach seinem "Tod" auf Z'ha'dum ist die Lebensenergie, die John Sheridan von Lorien erhielt, nahezu aufgebraucht. Es ist an der Zeit, jene Briefe auszuschicken, vor deren Erhalt sich seine Freunde und Weggefährten seit langem fürchten. General Ivanova ist die erste, welche die Nachricht erhält. Eine weitere geht an Michael Garibaldi auf dem Mars, der gerade Stephen Franklin zu Besuch hatte. Und auch dem neuen Imperator der Centauri, Vir Cotto, wird ein Umschlag überreicht. Sie alle brechen daraufhin nach Minbar auf, wo neben John auch dessen Frau Delenn schon auf sie warten. Dr. Franklin lässt es sich nicht nehmen, seinen früheren Kommandanten selbst zu untersuchen, kann jedoch an der Diagnose auch nichts ändern. Man verbringt einen gemeinsamen, gemütlichen Abend bei Speis und Trank, schwelgt in Erinnerungen, und gedenkt all jenen, die nicht mehr bei ihnen sein können. Danach macht Delenn Ivanova das überraschende Angebot, das Kommando über die Rangers zu übernehmen. In der Nacht offenbart ihr John dann schließlich, am nächsten Morgen aufbrechen und die letzte Reise seines Lebens allein bestreiten zu wollen. Diese führt ihn zuerst nach Babylon 5 – kurz bevor die Station außer Betrieb genommen und gesprengt wird – und schließlich nach Coriana 6, wo Lorien schon auf ihn wartet, um ihn auf seiner letzten Reise – jenseits aller Grenzen – zu begleiten…

Denkwürdige Zitate: "To absent friends, in memory still bright."
(Sheridans Toast beim letzten Abendmahl.)

"There's so much I still don't understand."
"As it should be."
(Sheridan und Lorien, kurz bevor dieser unsere Existenzebene verlässt.)

"Babylon 5 was the last of the Babylon stations. There would never be another. It changed the future, and it changed us. It taught us that we have to create the future, or others will do it for us. It showed us that we have to care for one another, because if we don't, who will? And that true strength sometimes comes from the most unlikely places. Mostly, though, I think it gave us hope. That there can always be new beginnings. Even for people like us."
(Ivanovas wunderschöner Abschlussmonolog.)


Review: Episodenbild (c) Warner Bros. Das Finale von "Babylon 5" war für mich, ganz unabhängig vom Inhalt, ein emotionales Ereignis. Wie u.a. in meiner Einleitung zur Besprechung der Serie erwähnt, hat mich die Serie genau zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben erwischt – und hatte, da sie mir in einer schwierigen Zeit meines Lebens für eine Stunde in der Woche eine Zuflucht bot (und als solche ganz einfach aufgrund der fortlaufenden Handlung, in die ich ganz besonders involviert war, am besten funktioniert hat), einen ganz besonderen Stellenwert. Zudem kommt noch hinzu, dass dies das erste "echte" Serienfinale war, das die dort erzählte Geschichte auch so richtig abschloss. Nicht falsch verstehen, die letzte Folge von "Star Trek: The Next Generation" war auch stark, aber dort saßen halt am Ende alle einfach am Pokertisch, bereit, zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Im Falle von "Der Weg ins Licht" haben wir es hingegen wirklich mit dem Ende der Story – und genau genommen eigentlich schon einen Epilog für eben diese – zu tun. Zwar macht die Abschlussmontage deutlich, dass das Leben für die (meisten) Beteiligten auch nach der Serie weitergeht (und das Gefühl, dass es sowohl eine Vergangenheit als auch eine Zukunft gibt, und wir nur einen kleinen Einblick in eine lebende, atmende Geschichte erhielten, macht ja einen großen Reiz der Serie aus), doch die eigentliche Geschichte, um die es in diesem fünfjährigen Handlungsrahmen ging, ist mit dem Ende dieser Episode nun abgeschlossen. Das allein lässt "Der Weg ins Licht" hervorstechen.

Ziemlich einzigartig in der Serienlandschaft ist auch, hier quasi einen Epilog zur Serie zu erzählen, der achtzehn Jahre nach den dortigen Ereignissen angesiedelt ist. "Breaking Bad" sollte sich zwar in weiterer Folge daran ein bisschen ein Beispiel nehmen, als man für die letzte Folge dann ebenfalls leicht in die Zukunft sprang, dennoch ist das bis zum heutigen Tage – soweit mir bekannt – ein Alleinstellungsmerkmal von "Der Weg ins Licht". Das Altersmakeup wirkt dabei insgesamt sehr gelungen – auch wenn mittlerweile tatsächlich ziemlich genau zwanzig Jahre seit der Erstausstrahlung der Episode ins Land gestrichen sind, und man im direkten Vergleich halt schon merkt, dass man es nicht immer 100%ig getroffen hat (zumindest dort, wo es noch möglich ist, denn leider mussten sich "Babylon 5"-Fans in der Zwischenzeit von viel zu vielen Darstellern verabschieden – u.a. Richard Biggs, Andreas Katsulas, Jeff Conaway, Michael O'Hare, Jerry Doyle und Stephen Furst – was auch Sheridans Toast "To absent friends" nochmal eine ganz besondere, eigene Bedeutung verleiht). Aber das ist vernachlässigbar. Wie auch die einzigen beiden – sich aus der Produktion ergebenden – objektiven Kritikpunkte, die man ins Treffen führen könnte. So irritiert einen die Abwesenheit von Captain Elizabeth Lochley schon (andererseits, was weiß man, was mit ihr passiert ist – vielleicht ist sie in der Zwischenzeit verstorben?); vor allem aber fand ich es selbst damals schon irgendwie schräg, dass Sheridan auf seine letzte Reise aufbricht, ohne sich von seinem Sohn zu verabschieden. Aber JMS wollte sich dessen Casting für einen allfälligen späteren Auftritt frei halten. Letztendlich ist jedoch beides für mich verschmerzbar, und hat auf die Wertung keine Auswirkung. Was mich damals bei der Erstsichtung besonders überrascht und gefreut hat, war die "Rückkehr" von Claudia Christian. Ich habe die Serie damals ohne besonderes Vor- und/oder Hintergrundwissen verfolgt, und wusste dementsprechend auch nicht, dass sich ihr Auftritt hier letztendlich daraus ergibt, als diese Episode bereits zum Ende der vierten Staffel gedreht und dann nur "aufgehoben" wurde. So oder so, ich fand es sehr schön, sie beim Finale wieder dabeizuhaben.

Episodenbild (c) Warner Bros. Jedenfalls sticht das Setting dieser letzten Episode für mich immer noch hervor. Achtzehn Jahre in die Zukunft zu gehen, bei den Figuren noch ein letztes Mal vorbeizuschauen, und uns zugleich einen Eindruck zu geben, wie es ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist – aber auch, wie es mit ihnen nun weitergehen könnte – war damals wie heute außergewöhnlich. Auch hier darf man nicht vergessen, dass die Episode, wäre sie bereits zum Ende der vierten Staffel ausgestrahlt worden, wichtige Informationen vermittelt hätte. So wissen wir dank Season 5 zwar schon, dass es Franklin zurück zur Erde verschlagen hat, und sahen, wie Michael Garibaldi das Kommando über Edgars Enterprises übernimmt – aber ohne die Staffel hätten wir es ohne diese kleinen Infohäppchen sonst nie erfahren. Wobei sich die Episode auch am Ende der fünften Staffel überaus nett und stimmig einfügt (so meinte Zack zuletzt ja noch, er würde so lange auf der Station bleiben, bis sie das Licht abdrehen – und macht dieses Versprechen hier nun wahr). Nett war es zudem, hier Garibaldis Tochter kennenzulernen. Und auch, dass Ivanova am Ende das Kommando über die Rangers übernimmt, sowie das Zack Vir nach Centauri Prime begleitet (um bei seinem Memoiren zu helfen), war überaus schön.

In erster Linie sind es aber die großartigen Einzelszenen, die hervorstechen – nicht wenige davon treiben mir selbst beim x-ten Ansehen immer noch Tränen in die Augen. Der erste ganz große emotionale Höhepunkt ist das letzte Abendmahl. Zuerst dieser wunderschöne Moment, wo Vir von einer Begegnung zwischen ihm und Londo mit den Pak'ma'ra erzählt (eine Szene, die in einer Einstellung ohne Schnitt gezeigt wird, und wo Stephen Furst eine großartige schauspielerische Leistung zeigt), und dann schließlich der zuvor bereits angesprochene Toast an abwesende Freunde, wo jeder von ihnen eine bestimmte Person die ihm nahe stand herausgreift. G'Kar. Londo. Lennier (der in der Zwischenzeit verstorben ist; ohne die fünfte Staffel wäre das wohl noch überraschender gekommen). Sowie zuletzt Marcus, den Stephen gerade erwähnen wollte, bevor Susan ihm doch noch knapp zuvorkam. Das nachfolgende Gespräch zwischen Delenn und Susan war auch sehr schön, der nächste große emotionale Höhepunkt war für mich aber das Gespräch zwischen John und Delenn im Bett (auch diese Szene übrigens lange ohne Schnitt; wie die Episode generell von JMS wirklich ausgesprochen schön und hochwertig inszeniert ist), sowie ihr Abschied am nächsten Morgen – der natürlich nicht so verläuft, wie sich Sheridan das eigentlich gewünscht hatte (nämlich ohne Tränen und großes Drama). Die beiden versuchen es zwar, aber sobald John Delenn mit der Hand an der Schulter berührt, bricht die Fassade, und die beiden lassen ihren Gefühlen freien Lauf. Danach besucht Sheridan ein letztes Mal Babylon 5, und wir erfahren, dass die Station in Kürze gesprengt werden soll, da man gerade dabei ist, sie stillzulegen. Wunderbar der kurze Flashback zu seiner Rückkehr von Z'ha'dum, sowie das nette kleine Gespräch mit Zack. Danach ist es an der Zeit, zu seiner letzten Reise aufzubrechen. Koshs Nachricht aus "Der Tag der Toten" folgend, reist er nach Coriana 6 – wo sie einst die Schatten und die Vorlonen aus der Galaxis vertrieben – wo Lorien schon auf ihn wartet, um ihn "beyond the rim" (auf Deutsch mit "Jenseits aller Grenzen" etwas ungelenk übersetzt) zu nehmen – das "Babylon 5"-Äquivalent zu "in den Westen gehen" aus "Der Herr der Ringe".

Episodenbild (c) Warner Bros. All dies waren bereits sehr emotionale Momente – doch ich kann mir nicht helfen, jene Szene, wo ich immer am meisten mit den Tränen zu kämpfen habe, ist die Zerstörung der Station selbst. Zuerst kommt dieser schöne Moment auf der Station, wo sich die verbliebenen Helden von ihr verabschieden, dann sehen wir JMS bei seinem einzigen Cameo-Auftritt innerhalb der Serie, als er selbst das Licht auf "Babylon 5" abdreht – und dann kommt dieser sowohl ungemein traurige als auch triumphale Moment, als – begleitet von einer absoluten Meisterleistung von Christopher Franke; "Dying Station" gehört für mich zu den schönsten Soundtrack-Musikstücken überhaupt (und wird die ganze Episode über immer wieder angespielt) – die Station, um die herum sich eine Art Ehrengarde gebildet hat, wie von Lady Ladira viereinhalb Staffeln zuvor in "Visionen des Schreckens" prophezeit, gesprengt wird. Ich gebe es offen und ehrlich zu: Beim ersten Mal habe ich da geheult wie ein Schlosshund. Nicht nur, weil die Szene phantastisch gemacht, inszeniert, getrickst und musikalisch unterlegt war, sondern vor allem auch wegen dem, was sie symbolisierte: Das Ende einer Geschichte, die mir einfach unheimlich viel bedeutet hat. Danach folgt Ivanovas wunderschöner Abschlussmonolog, der die schöne Endmontage unterlegt, und uns schließlich – nach einem kurzen Blick aufs Produktionsteam – in die großartig gemachten Endcredits führen, die – mit dem ersten und letzten Bild jeder dort vorkommenden Figuren – noch einmal die Reise, welche die Figuren hinter sich haben, verdeutlicht. Besser kann man eine Serie einfach nicht abschließen.

Fazit: Es fällt mir schwer, die emotionale Wirkung von "Der Weg ins Licht" damals bei meiner Erstsichtung in Worte zu fassen. Die Serie hatte mich über Jahre hinweg begleitet, und dabei so gefesselt wie keine vor und nur wenige nach ihr – und war zudem in einer belastenden Zeit mein Rettungsanker. Dementsprechend schwer fiel es mir, am 10. April 1999 sowohl ihr als auch all den liebgewonnen Figuren, sowie generell auch der Geschichte an sich, Lebewohl zu sagen. Doch auch abseits meiner persönlichen Verbindung zur Serie halte ich "Der Weg ins Licht" für nicht weniger als das – auch zwanzig Jahre später immer noch – beste Serien-Finale aller Zeiten. Einerseits, weil es eben auch wirklich ein Ende bzw. ein Abschluss war, und nicht einfach "nur" die letzte Episode (die noch dazu die Tür für weitere Abenteuer offenhielt). Aufgrund des interessanten Settings 18 Jahre in der Zukunft (von der restlichen Serie aus gesehen). Der berührenden Geschichte rund um das letzte Wiedersehen zwischen diesen alten Freunden. Den großartigen schauspielerischen Leistungen. JMS' kompetente Inszenierung, der mit vielen langen Einstellungen den Emotionen der jeweiligen Szene Raum gibt, um sich zu entfalten. Dem wunderschönen Flashback während Sheridans Besuch der Station. Vor allem aber jenem ungemein bewegenden Moment, als die Station – begleitet von Christopher Frankes zum Sterben schönen Musikstück "Dying Station" – gesprengt wird (und sich damit Lady Ladiras Vision zweiundzwanzigeinhalb Jahre später erfüllt). Gefolgt von der wundervollen Abschlussmontage, unterlegt mit dem großartigen Monolog von Susan Ivanova, sowie danach den Credits, die uns die Figuren bei ihrem ersten und letzten Auftritt zeigen. Besser kann man eine Serie einfach nicht abschließen. Bleibt nur noch, allen Schauspielern, Crewmitgliedern und insbesondere natürlich JMS, für diese großartige Geschichte, und ihr ungemein berührendes Finale, zu danken.

Wertung: 5 von 5 Punkten
Christian Siegel


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Vom Skript zur Folge:
Lediglich ein paar kleine Details haben es nicht in die fertige Folge geschafft. So geht dort unter, dass der Kommandant der Station an einer Erkältung leidet. Als Sheridan den Korridor betrifft hätte es vor dem Flashback zu seiner Rückkehr auch noch einen kurzen, rein akustischen Flashback geben sollen. Und zum Abschluss der Szene hätte man sehen sollen, wie er einen Zettel, der auf dem Boden liegt aufhebt und ihn in eine Mülltonne schmeißt – um zu symbolisieren, dass ihm dieser Ort nach wie vor am Herzen liegt. Davon abgesehen hat JMS seine Vision 1:1 umgesetzt.
Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczinsky - Volume 11"


Stimmen zur Episode:
Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Bruce Boxleitner über den älteren Sheridan: „Ich habe mir den Bart wachsen lassen, etwas weiß in mein Haar getan, und der Bart war viel länger – ich sah aus wie Ulysses S. Grant. Statt einer Uniform hatte ich eine Minbari-Robe an; damit fühlte ich mich wesentlich mittelalterlicher. Jetzt weiß ich wie sie sich die ganze Zeit fühlten – man hat das Gefühl, man wäre in einem Stück von Shakespeare. Ich habe mich wirklich bemüht, mich 'älter' zu bewegen, auch wenn er gar nicht so viel älter ist, sondern erst in seinen mittleren 60ern. Ich bemühte mich einfach, einen Mann zu spielen, der mit sich viel mehr im Reinen ist, viel weiser, wesentlich nachdenklicher in allen Belangen, aber auch sein Schicksal akzeptierend, und dass es an der Zeit ist, die Zeche zu bezahlen. Das war sehr traurig. Meine Vorlage dafür war Sean Connery in 'Der erste Ritter', der alte König Artus.”

  • Richard Biggs über den leeren Korridor auf Babylon 5: „Ich erinnere mich noch daran, wie ich sah, dass sie den Zocalo ausgeräumt hatten. Da waren wir nun alle, sahen allesamt ein bisschen älter aus, und da war dieses Gefühl im Raum, dass dies das letzte Mal sein könnte, dass wir alle Babylon 5 sehen, sowohl im Drehbuch wie auch im echten Leben. Es ist sehr leicht, die Gefühle deiner Figur nachzuvollziehen, wenn du hinüberschaust und jemanden sieht mit dem du vier Jahre lang gearbeitet hast, und blickst nach oben und siehst den Zocalo, und dir wird bewusst, dass dies das letzte Mal sein könnte, dass du dies alles sehen wirst.”

  • Mira Furlan über die Abschiedsszene zwischen Delenn und Sheridan: „Es war eine seltsame Erfahrung, das zu drehen. Nicht nur wegen dem, wie es geschrieben ist, und dem, was wir spielen, was für sich genommen schon wahnsinnig traurig war, sondern auch, weil es das Ende der gesamten Serie war. Wir waren alle mit der kompletten Crew zusammen, und hatten ständig Tränen in den Augen. Bruce und ich hatten immer wieder Momente, wo wir warten mussten, bis wir uns ausreichend beruhigt hatten, um unseren Text aufsagen zu können.”

  • Bruce Boxleitner über die gleiche Szene: „Es wurde viel geschluchzt. All die Mädels aus dem Büro waren da um uns zuzusehen. Wir wollten, dass es auf diese großartige Art und Weise romantisch ist, wie das bei älteren Menschen der Fall ist. Nicht mehr so leidenschaftlich-sexuell, sondern einfach verständnisvoll und fürsorglich, zwischen zwei Personen, die sehr vertraut miteinander sind. Die Sätze des anderen beenden, die Gedanken des anderen lesen. Ich denke, sowohl Mira als auch ich genossen es, diese Rollen spielen zu können. Es war sehr traurig, vor allem bei unserem letzten Abschied. Das war verdammt hart. Überdramatisiert bis zum geht nicht mehr, aber spaßig. Ich scheue mich nie davor, sentimental zu sein. Ich bin davon überzeugt, dass die Leute Sentimentalität wollen. Und ich denke, in dieser Art von Szenen, wenn du sie spielst, dann mach es, und hab keine Bedenken.”

  • Quelle: "Babylon 5: Season by Season-Guides - Volume 5: The Wheel of Fire"


    Kommentare von JMS
  • Mein Ziel am meinem ersten Tag als Regisseur war einfach: Es nicht vermasseln und mich wie ein Idiot aufführen. Etwas, dass ich bereits in den ersten zehn Minuten vermasselte. Regieführen läuft so ab: Du bringt die Darsteller vor dem letzten Makeup- und Kostüm-Chek ans Set, und gehst mit ihnen die Szene durch, sagst ihnen wo sie sich platzieren sollen, bzw. arbeitest die Bewegungen gemeinsam mit ihnen aus, die für die Szene am besten funktionieren. Gleichzeitig gehst du die Szene auch mit dem Kameramann durch, damit er ein Gefühl dafür bekommt wo er die Kamera positioniert, bzw. wie sich diese während der Szene bewegen wird. So etwas nennt man "eine Szene blockieren". Nachdem das erledigt ist, gehen die Darsteller weg während du mit Stand-Ins die Szene fertig vorbereitest, um die Kamerapositionen, die Bewegungen und den Fokus zu finalisieren. Dann bringst du die Schauspieler zurück ans Set – nun voll kostümiert und mit fertiger Maske – gehst die Szene noch ein bis zwei Mal durch, und wenn alle zufrieden sind, drehst du es. Wir hatten also all dies getan, die Darsteller sind am Platz, ich beobachte den Monitor, und Doug, der erste Kameramann, ruft "Sound ab!", um den Kerlen am Audio-Board zu signalisieren dass sie mit der Aufnahme beginnen sollen. Das Klappbord mit der Szeneninformationen wird geklackt, um die Nummer des Takes zu protokollieren, und Bild und Ton zu synchronisieren. Der Mann an der Kamera ruft "Frame!" um zu signalisieren dass die Kamera dort ist, wo sie sein soll, und das Bild scharf ist. Ich beobachte den Monitor. Die Sekunden ziehen vorbei. Nichts passiert. Schließlich lehnt sich Doug zu mir und flüstert mir ins Ohr: "Sie können nicht anfangen, sich zu bewegen, bevor du nicht 'Action!' rufst. Hätte es in dem Moment in der Nähe einen bodenlosen Abgrund gegeben, ich hätte mich ohne Reue hineingestürzt.

  • Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Am dritten Tag, beim Mittagessen, unterhielt ich mich mit den beiden Johns (Flinn und Copeland) darüber, wie Sheridan an diesem Punkt seines Lebens zu einer Art Christusfigur in unserer Geschichte geworden ist, mit seinem Tod, und dem Körper, der im "Himmel" verschwindet. Danach wendeten wir uns anderen Themen zu, und dann wurde es Zeit, die nächste Szene zu drehen: Die Tageslicht-Szene in Sheridans Schlafzimmer und dem Raum danach. Eine davon war jene Einstellung, wo er sich seinen Mantel anzieht, während er sich selbst im Spiegel betrachtet; über seiner Schulter ist ein kreuzgeripptes Fenster zu sehen. Wie zuvor "blockierten" wir die Szene, fixierten die Kameraposition, und brachten Bruce zurück um es zu drehen. Bruce stellt sich also auf seine Markierung, und blickt in den Spiegel. Ich schaute auf den Monitor und sah etwas höchst Unwahrscheinliches. "Bruce, kannst du bitte aus der Szene heraus und dann nochmal hineintreten?" Er tat wie gewünscht. Das Unwahrscheinliche trat neuerlich auf. Ich schaute rüber zu unserem Kameramann, John Flinn. "John, kannst du bitte mal eine Sekunde rüberkommen? Ich will, dass du dir das ansiehst." Er stellte sich neben mich hinter den Monitor. "Bruce, tritt noch einmal heraus und dann wieder hinein." Er trat heraus. Das kreuzgerippte Fenster war wieder nur ein kreuzgeripptes Fenster. Als er wieder in die Einstellung trat, machte die Platzierung seiner Schulter aus dem Fenster ein Kreuz. Es sah so aus, als würde er ein Kreuz über seiner Schulter tragen. "Jesus Christus", flüsterte Flinn. "Ganz genau", sagte ich. John richtete sich auf, und mit einer Stimme laut genug dass sie hätte Blei zerschmettern können, schrie er "NIEMAND RÜHRT AUS WELCHEM GRUND AUCH IMMER DIESEN SPIEGEL AN, HÖRT IHR MICH? NIEMAND!". Er erzählt bis zum heutigen Tag davon.

  • Bühne B war leer. Eine Stunde zuvor hatten wir zum letzten Mal "Cut!" gerufen. Es war sechs Uhr Abends, draußen war es immer noch licht, und Besetzung und Crew kamen draußen für ein letztes gemeinsames Abendessen zusammen. Ich saß ganz allein bei Bühne B, als John Copeland hereinkam, nachdem er überall nach mir gesucht hatte. "Sie warten draußen auf dich", sagte er, "Was zur Hölle machst du noch hier drin?". Für einen Augenblick konnte ich nicht antworten. Fand die Worte nicht. Dann, schließlich, sagte ich "War es das wert? Für all die Fans, für all die Leute die mitgemacht haben, die sich all das angetan haben, die der Story die ganze Strecke hinweg folgten und uns beistanden… wenn dies wirklich und wahrhaftig das Ende ist… wird es das für sie Wert gewesen sein? Oder denkst du, dass sie enttäuscht sein werden?" Er sah mich an als wären mir grad Federn und ein Schnabel gewachsen. "Bist du jetzt völlig übergeschnappt?", sagte er. "Natürlich war es das wert! Machst du Witze? Wir haben hier etwas Besonderes erschaffen. Etwas, dass uns beide überleben wird." "Ich hoffe es", sagte ich", Ich hoffe, du hast recht." "Natürlich habe ich recht. Und jetzt schwing deinen Arsch hier raus."

    Zusammen gingen wir zum Zelt dass für die letzten vier Jahre unser Treffpunkt gewesen war, und es gab Steak, und Shrimps, und Hummerschwanz, und viel Limonade (die ich trank), Bier und Champagner (die ich – als Nicht-Trinker – stehen ließ), und vor allem viel Gelächter, viele Tränen, und viele Glückwünsche. Inmitten von alldem, als ich dachte dass niemand aufpasste, schnappte ich mir leise mein Drehbuch und mein Polo-Shirt und ging wieder zum Set zurück. Das war ihre Zeit, um zu feiern, und ich musste weg, da all dies was ich den ganzen Dreh hinweg in mir unterdrückt hatte, langsam an die Oberfläche kam, und wenn dies geschah, musste es allein und im Stillen sein. Aber gerade als ich mich davonschlich, sah Flinn wie ich versuchte mich aus dem Staub zu machen, und… beim Fernsehen gibt es eine Tradition, wenn ein Schauspieler seine oder ihre letzte Szene in einer Episode, oder noch wichtiger, der Staffel gedreht hat. Nachdem ihre letzte Szene abgeschlossen ist, ruft der Kamermann "Sagt gute Nacht zu Mira, Jungs", oder "Sagt gute Nacht zu Bruce, Jungs!". Und sie stehen alle auf, applaudieren und jubeln. Es ist unweigerlich für alle Beteiligten ein sehr emotionaler Moment. Als John Flinn also sah, wie ich mich davonmachte, stand er vom Tisch auf und rief, laut genug dass ihn alle trotz des Gemurmels hören konnten – ja vermutlich sogar laut genug dass man ihn bis nach Pasadena hören konnte – "Sagt gute Nacht zu Joe, Jungs!". Und das taten sie. Und ich winkte ihnen, ohne mich umzudrehen, weil ich nicht zu ihnen zurückblicken konnte. Ich konnte es einfach nicht.

    Ich habe in dieser Nacht geweint. So wie ich jetzt weine, als ich diese Zeilen schreibe. Zehn Jahre später, und ich kann mich noch immer nicht umdrehen.

  • Quelle: "Babylon 5: The Scripts of J. Michael Straczynski - Volume 11"

    Zusammengestellt und übersetzt von Christian Siegel


    Episodenbild (c) Warner Bros.
  • Mit großen Befürchtungen und auf das Drängen von Warner Bros. hin, habe ich mich entschlossen bei einer Episode in dieser Staffel Regie zu führen… nicht, weil ich irgendeinen Ehrgeiz habe, Regisseur zu werden, sondern weil ich denke, dass es mir hilft, ein besserer Autor zu werden, indem ich besser verstehe, was auf dieser Seite der Kamera geschieht. Wenn man davon ausgeht, wie beschäftigt ich sowieso schon bin, wird diese Entscheidung wohl als Beweismittel herangezogen werden, wenn man mir jemals den Prozess wegen meiner geistigen Gesundheit macht.

  • Was ich wirklich hassen würde ist, dass B5 zu irgendeiner Art von sogenanntem "Franchise" wird. Sobald das nämlich geschieht, wird man daran gehindert irgendetwas zu verändern, Dinge zu tun, die Leute erschrecken könnten, alles was ins Geld gehen könnte. Sobald das passiert, ist man tot. Ich habe auch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich mich danach fühle, mich - sollte B5 die vollen fünf Jahre laufen (und davon ausgehend, dass aus der Nebengeschichte nicht wird; ich würde jedenfalls nicht damit rechnen)- aus dem Fernsehgeschäft zurückzuziehen. An diesem Punkt hätte ich dann mehr oder weniger alles gesagt, was ich im Fernsehen sagen will, und es wäre Zeit, aufzuhören, ein kleines Haus irgendwo außerhalb Londons zu kaufen, und den Rest meines Lebens damit zu verbringen, Romane zu schreiben, so wie ich angefangen habe (ich habe 2 Roman, eine Anthologie, und einige Kurzgeschichten veröffentlicht, sowie ungefähr 500 Artikel). Ich hatte nie vor, ein FRANCHISE zu machen, und hatte auch nie wirklich vor, Executive Producer zu werden. Ich mag es nur nicht, wenn meine Sachen umgeschrieben werden… also stieg ich höher, bis endlich niemand mehr über mir war, der an meinen Drehbüchern herumdoktern konnte. Wenn außerhalb der B5-Realität jemand zu mir käme und mir einen Job als "Vertragsautor" bei einer Serie anbieten würde - die unterste Position im Fernseh-Totempfahl - aber mit der Garantie, dass meine Sachen nicht umgeschrieben werden, dass sie die Worte nicht verändern… ich würde sofort zugreifen. Ich bin aus reiner Selbstverteidigung da, wo ich jetzt bin.

  • "Mal ganz ehrlich, was für Reaktionen erwartest Du in der Woche nach der letzten Episode in dieser Newsgroup?" Da fragst Du irgendwie den Falschen, weil ich sozusagen im Inneren des Aquariums sitze und die Serie nicht so sehen kann wie ein Außenstehender. Der einzige Maßstab, den ich habe, ist die Reaktion, die das Drehbuch im Studio bekam, als die Crew und die Schauspieler es lasen (mit einer angehefteten Notiz, dass die Episode möglicherweise als 522 oder 422 ausgestrahlt würde, aber dass dies auf jeden Fall das Ende der Geschichte wäre). So ziemlich alle haben geweint. Als ich nach Hause kam, war auf meinem Anrufbeantworter eine Nachricht von Mira, die kaum sprechen konnte, und eine weitere von Claudia, die sagte, dass sie geehrt und stolz sei, ein Teil davon zu sein, und dass das Drehbuch sie zum Weinen gebracht hätte. Bruce, Richard und große, muskulöse Typen von der Crew… alle sagten dasselbe. Und da muss ich ihnen zustimmen: Mir sind auch ein paarmal beim Schreiben die Tränen gekommen, wegen des Inhalts - es gibt da speziell eine Szene… ihr werdet es wissen wenn ihr sie seht… die mich für eine Stunde geschafft hat, als ich sie fertig geschrieben hatte.

    Aber das Interessante daran… jede einzelne Person, die bei dem Drehbuch geweint hat, hatte hinterher das Gefühl, dass es kein trauriges Drehbuch sei oder ein deprimierendes Ende… dass es sie sich stolz und positiv fühlen ließ… dass das Leben weitergeht… dass es eine Bekräftigung des Lebens selbst auf seiner grundsätzlichsten Ebene sei. Sie fühlten sich gut bei dem Ende. Und das war für mich eine große Erleichterung, weil ich von der Perspektive der Schreibens aus etwas sehr schwieriges versucht habe, und dem ersten Anschein nach sieht es so aus, als ob ich es geschafft hätte (und jetzt trete ich als Regisseur dafür an und werde es total versauen). Nur ein Fan hat das Drehbuch gelesen… jemand auf dessen Meinung ich vertraue. Weil ich neugierig auf die Reaktion von dieser Seite des Bildschirms war. Und die Reaktion war exakt dieselbe.

    Episodenbild (c) Warner Bros. Also, wie glaube ich, werden die Leute reagieren? Ich glaube, eine Menge Leute werden weinen. Aber am Ende, denke ich, wird es in Ordnung sein… und diese Leute werden vorwiegend auf die gesamte Geschichte zurückblicken, auf all diese langen Jahre und sagen: "Es war eine gute Geschichte." Und das Buch zuklappen und es ins Regal zu den anderen Büchern stellen, die man irgendwann wieder lesen wird, das Licht ausmachen, zu Bett gehen und das Gefühl haben, dass sie ihre Zeit gut verbracht haben. Mehr kann kein Autor verlangen. Eine Geschichte zu erzählen, die es wert ist, erzählt zu werden. Die Leute zum Weinen zu bringen. die Leute zum Lachen zu bringen. Und sogar manchmal dazu, über Dinge nachzudenken und die Welt ein wenig anders zu sehen als am Anfang. Und dann kann man mich meinetwegen auf der Autobahn überfahren oder mir ein Flugzeug auf den Kopf fallen lassen, es würde mich nicht stören. Weil ich alles was ich beweisen wollte, bewiesen habe. Alles gesagt habe, was ich sagen wollte.

    Ich habe diese Geschichte für fünf lange Jahre, wenn man den Pilotfilm mitzählt, mit mir herumgetragen, wie ein Einsiedlerkrebs sein Haus. Es war ein verdammt langer und schwieriger Weg, und niemand wird je wirklich wissen, wie schwer es tatsächlich war, diese Serie zu machen. Das sollten sie auch nicht, denn es sind nicht die Schwierigkeiten, die die Geschichte ausmachen, es ist die Geschichte, die die Geschichte ausmacht. Aber so oder so, ob es nun als 522 oder 422 ausgestrahlt wird, wenn es soweit ist, wird diese Bürde von mir abfallen. Dann gehört es nicht länger mir. Es gehört Euch. Und so sollte es sein.

    Und ich glaube, am Ende werdet Ihr zufrieden sein.

  • Quelle: Der deutsche Lurker's Guide für "Babylon 5"

    (Bilder © Warner Bros.)






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