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Führungskampf auf der Destiny
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Originaltitel: Air (Part 2)
Episodennummer: 1x02
Bewertung:
Erstausstrahlung USA: 02.10.2009
Erstausstrahlung D: 24.02.2010 (Free-TV, RTL II)
Drehbuch: Robert C. Cooper, Brad Wright
Regie: Andy Mikita
Hauptdarsteller: Robert Carlyle als Dr. Nicholas Rush, Justin Louis als Colonel Everett Young, David Blue als Eli Wallace, Brian J. Smith als Matthew Scott, Elyse Levesque als Chloe Armstrong, Jamil Walker Smith als Sgt. Ronald Greer, Alaina Kalanj als Tamara Johansen, Ming-Na als Camille Wray
Gastdarsteller: Lou Diamond Phillips als Telford, Christopher McDonald als Senator Armstrong, Richard Dean Anderson als Lt. General Jack O'Neill, Amanda Tapping als Colonel Samantha Carter, Michael Shanks als Daniel Jackson, Gary Jones als Walter Harriman>, Julia Benson als 2nd Lt. Vanessa James, Haig Sutherland als Sgt. Hunter Riley, Jennifer Spence als Lisa Park, Peter Kelamis als Adam Brody, Mark Burgess als Jeremy Franklin, Peter Kelamis als Adam Brody, Jeffrey Bowyer-Chapman als Pvt. Darren Becker, Josh Blacker als Marine Sgt. Spencer, Patrick Gilmore als Dale Volker

Spoilerwarnung: Die nachfolgende kurze Inhaltsangabe sowie das Review beinhalten leichte Spoiler, und nehmen bestimmte Punkte der Handlung vorweg. Große Spoiler wurden von uns hingegen markiert. Solltet ihr euch also einfach nur ein Bild von der Episode machen wollen und es euch nicht stören, ein bisschen etwas über ihre Handlung zu erfahren, könnt ihr gefahrlos weiterlesen. Achtet nur darauf, allfällig ausgewiesene Spoiler zu vermeiden!

Inhalt: ImageAuf der anderen Seite des Tores angekommen, müssen die Überlebende feststellen, dass Sie auf dem Antikerschiff „Destiny“ sind, welches auf Automatikkurs Billiarden von Lichtjahren von der Erde entfernt in weit entfernte Galaxien fliegt. Der Zweck des von der Erde gestarteten Antikerschiffes ist die Tiefenerkundung des Weltalls auf der Suche nach bewohnbaren Planeten, und dabei folgt es einem anderen Schiff, welches automatisch Stargates fertigt und auslegt. Die Anwahl der Erde ist unmöglich, und andere Adressen die mit dem Erreichen von ausgelegten Gates möglich werden, sind immer nur für 12 Stunden anwählbar, danach verläßt das Schiff deren Reichweite und geht wieder in den Hyperraum.

So landen sie also auf der Destiny, nur um festzustellen, dass das Schiff seine Lebenserhaltung nicht mehr lange aufrecht erhalten kann. Offenbar tritt aus einem Leck Atmosphäre aus. Nachdem man dieses Leck endlich ausfindig gemacht hat zeigt sich, dass sich die Tür die zum Raum führt nur von innen geschlossen werden kann. Damit die anderen Zeit gewinnen können, muss sich einer von ihnen opfern. Daneben kommt es zwischen Dr. Rush und dem kommandierenden Offizier zunehmend zu Konflikten, da der Doktor die Leitung der Expedition an sich reißen will. Er behauptet, mittels Antikerfunksteinen Kontakt mit der Erde aufgenommen und von O'Neill das Kommando erhalten zu haben. Als die Destiny einen nahegelegenen Planeten ansteuert, ist sich Dr. Rush sicher, dass man dort genau jene Teile findet, die man zur Reparatur der Lebenserhaltungssysteme braucht. Kurz darauf tritt ein Außenteam durch das Stargate, um die unbekannte Welt zu besuchen.
Mr.T. (aus der SF-Community)


Review von Robert Lissack: ImageLange genug mussten die Fans  warten auf die schon seit Jahren angekündigte neue Stargate-Serie. Nun endlich ist sie gestartet und es fragt sich: Wie gut ist der Pilotfilm? Lohnt es sich die Serie zu verfolgen? Stargate Universe präsentiert sich so ganz anders als man es von den vorherigen Serien gewohnt ist. Keine schrillen Aliens und übermächtige Gegner, statt dessen der Kampf gegen die Elemente – und der Kampf mit sich selbst. Schon der Einstieg in die Folge erfolgt unmittelbar: Die Expeditionsteilnehmer stürzen aus dem Stargate, fallen aufeinander, viele leicht und einige schwer verletzt. Unter ihnen auch der militärische Anführer der Expedition: Colonel Everett Young. Das erzeugt eine bedrückende Stimmung. Speziell, als man sieht, dass einige schon vorher verletzt waren.

In der darauffolgenden Rückblende erfährt man einen Teil der Vorgeschichte am Beispiel von Eli Wallace. Ein äußerst sympathischer Jedermann, mit dem sich der Zuschauer leicht identifizieren kann und welcher für den Humor zuständig ist. Er kam nur zur Crew, weil er in einem Onlinegame ein bedeutendes Rätsel knackte, welches, wie er nicht wissen konnte, von der Airforce erschaffen wurde, um einen besonders begabten Menschen zu finden. Sie haben ihn, Eli Walace, entdeckt, den faulen, verklemmten Computerzocker, welcher nichts desto weniger ein Mathe-Genie ist, auch genannt „Math-Boy“. Die Szenen rund um die fliegenden Kameras, als Eli anfängt hier ein Tagebuch mit Bild zu sprechen und er dafür zurechtgewiesen wird, sich jedoch nicht beirren lässt - das ist schon für einen Lacher gut. Die Antiker-Langstreckenkommunikation ist eine sehr witzige Angelegenheit, in welcher die Crew mit der Erde Kontakt aufnehmen kann, trotz der gigantischen Entfernung. Dabei übernehmen sie jedoch einen Körper auf der Erde. In einer späteren Episode (1x06 „Earth“) wird dieses Thema noch genauer herausgearbeitet.

ImageAnsonsten ist der Pilotfilm von einer düsteren Stimmung gekennzeichnet. Es beginnt schon mit der melodramatischen Musik von Jery Goldsmith zu Beginn des Filmes, welche die „Destiny“ im Vorbeiflug begleitet und dann einen kurzen Flug durch das beeindruckende Raumschiff zeigt. Dazu dann noch ein erschreckendes Quietschen und Kreischen des Raumschiffes, der „Destiny“. Oder als die Ikarus-Basis angegriffen wird und schwere Erschütterungen die Basis treffen. Als später an Bord der „Destiny“ dann auch noch Sgt. Ronald Greer fast durchdreht und die Waffe auf Dr. Rush richtet, weil er nicht glaubt, dass dieser die Lebenserhaltungssysteme wieder herstellen kann, als er auf einen Knopf drücken will. Nur Lt. Matthew Scott beherztes Eingreifen kann die Situation unblutig entschärfen. 

Als es dann schließlich heißt, jemand muss sich opfern, um die Luftwiederaufbereitung in Gang zu setzen, weil ein Loch Luft ausströmen lässt und der Mechanismus der Tür klemmt, und sich dann (Achtung, Spoiler!)der schwer verletzte Senator Armstrong überraschend dafür opfert(Spoiler Ende), bekommt der Zuschauer einige bewegende Szenen serviert. Die Verzweiflung (Achtung, Spoiler!)seiner Tochter(Spoiler Ende) darüber kommt gut rüber. Es gibt jedoch auch einige Aha-Effekte. Beispielsweise, als einige Expeditionsteilnehmer auf die Ikarus-Basis „gebeamt“ werden. Das erinnert verblüffend an „Star Trek“. Ja mehr noch, der Serie gelingt es hier sogar, wieder das „Entdecker-Feeling“ auszulösen, was schon die ersten Staffeln von „Star Trek Enterprise“ und „Battlestar Galactica“ so gut machte. Und nun stecken sie in einer unbekannten Galaxie fest und müssen einen Weg zurück finden. Und schließlich erinnert die Musik teilweise an einige langsame Tracks aus dem „Battlestar Galactica“-Soundtrack. Auch die Tatsache, dass man nun erst mal völlig allein im All zu sein scheint, ist ein weiterer gemeinsamer Punkt.

ImageStargate-Fans bekommen ein Wiedersehen mit Jack O’Neil, Daniel Jackson und Sam Carter. Die Charaktere insgesamt wirken sehr lebensnah: Der verspielte Computer-Freak Eli, für den das Ganze das Abenteuer seines Lebens ist. Oder die verängstigte Senatorentochter, die schnell die Nerven verliert. Oder eben Lt. Matthew Scott, den man teilweise seine Überforderung anmerkt, der jedoch dennoch nicht seine Coolness völlig verliert. Für echte Gelassenheit sorgt dagegen Colonel Everett Young, er scheint der einzige Fels in der alles andere als erfahrenen Crew zu sein. Aber das ist es dann auch, was die Qualität des Pilotfilms ausmacht: Wir haben es mit gewöhnlichen Menschen in einer außergewöhnlichen Situation zu tun. Keine Actionhelden die sich mit großem Geballer in Szene setzen müssen, um überzeugen zu können.

Fazit: Eine höchst dramatische Wendung wirkt den Rest des Pilotfilms nach und beschließt die Folge in eher bedrückender Stimmung. Die Charaktere sind größtenteils schwer einzuschätzen, was noch einiges Konfliktpotenzial verspricht. Als das Schiff selbstständig stoppt und ein Stargate, mit einer 12 Stunden Frist anwählt, kommt wieder ein wenig Entdeckerfeeling auf. Und so können wir gespannt darauf sein, was die Produzenten aus der Serie machen werden, ob die Serie sich weiter von der üblichen „Stargate-Routine“ entfernen und uns keinen „Planeten der Woche“ präsentieren wird. Wenn dies gelingt, dann haben wir eine Science Fiction Serie mit einer langen Zukunft vor uns.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Robert Lissack


Review von Christian Siegel: ImageAls Stargate-Fan der ersten Stunde, der jedoch nach den meines Erachtens sehr durchwachsenen letzten beiden SG-1 Staffeln sowie dem wie eine billige Kopie der Originalserie wirkendem Spin-Off „Atlantis“ zunehmend das Interesse verloren und dem Universum zuletzt sogar (vorerst) den Rücken gekehrt hat, war ich auf diesen Pilotfilm schon sehr gespannt. Seit ca. einem Jahr sagt man uns, dass „Universe“ düsterer, ernster und erwachsener werden soll als die Vorgänger, und der Trailer ließ hoffen, dass man uns damit nicht zu viel versprochen hat. Und in der Tat (wie Teal’c so schön sagen würde), geht man nach diesem Pilotfilm so kann man nur sagen: Mission erfüllt! „Universe“ ist tatsächlich eine deutliche Richtungsänderung für das Franchise – und eine, die sicherlich nicht jedem gefallen wird. Ich für meinen Teil kann nur festhalten, dass ich mit dem Pilotfilm sehr, sehr zufrieden war. Mit den komplexeren Figuren, der interessanten Ausgangssituation (die zwar nicht allzu originell ist, aber aufgrund der sehr unterschiedlichen Herangehensweise im Vergleich zu „Voyager“ fallen die Ähnlichkeiten nicht unangenehm auf) und einem Hauch von Tiefgang hat man genau meinen Geschmack getroffen und mich davon überzeugt, dass in diesem Universum, dass zuletzt auf mich etwas einfallslos und festgefahren gewirkt hat, doch noch einiges an Leben – und frischen Ideen – steckt.

Einer der häufigsten Kritikpunkte, der im Zuge des Pilotfilms angeführt wird, ist für mich seine mit Abstand größte Stärke: Die Abwesenheit eines Feindes. Zwar fürchte ich, dass dies wohl nicht lange anhalten wird, aber… nach 15 Staffeln mit dem ewig gleichen Muster empfand ich diesen Zugang als eine Wohltat. Nach einem konzeptionell interessantem (Goa’Uld) und einem durchaus originellen (Replikatoren) Feind präsentierte man uns bei SG-1 und Atlantis mit den Wraith und insbesondere den Ori nur mehr billige, einfallslose Kopien – bei SGU eine weitere erleben zu müssen war das Letzte, das ich wollte. Meines Erachtens hat sich sowohl bei Atlantis als auch ab Season 9 bei SG1 gezeigt, dass man nicht ständig das gleiche machen kann, ohne mit enormen Ermüdungserscheinungen kämpfen zu müssen. Universe geht hier – zumindest bisher – einen anderen Weg: die Bedrohung kommt nicht von Aliens, sondern vom Schiff sowie den Menschen selbst. Das macht „Universe“ frisch, vom Ton her sehr anders, und meines Erachtens auch etwas anspruchsvoller als die bisherigen Serien (sofern man das vom Pilotfilm her beurteilen kann. Mir hat die neue Ausrichtung jedenfalls sehr gut gefallen, weshalb ich inständig hoffe, dass man diesen Kurs auch beibehält und die Macher nicht schon bald den Mut verlieren und die Destiny auf gewohntere Bahnen zurückbringen.

ImageWährend ich der Kritik an der neuen Ausrichtung und dem mangelnden Feind wenn schon nicht beipflichten zumindest verstehen kann, haben mich einige kritische Äußerungen zu den Figuren wirklich (unangenehm) überrascht. Hier drängt sich mir die Frage auf: Kann sich eigentlich noch irgend jemand an „Das Tor zum Universum“ erinnern? Im direkten Vergleich sind die Figuren selbst im Pilotfilm zu „Universe“ schon deutlich vielschichtiger, zwielichtiger und meines Erachtens auch interessanter. Ich will damit das kultige Vierergespann aus „SG-1“ keinesfalls schlecht machen, ganz im Gegenteil. Jack O’Neill, Daniel Jackson, Samantha Carter und Teal’c haben mit ihrer Chemie und ihrem Zusammenspiel wesentlich dazu beigetragen, dass sich SG-1 trotz weniger neuer Ideen noch relativ unbeschadet bis in die 8. Staffel retten konnte. Aber nun mal ehrlich: Sonderlich komplex waren die Figuren nie – schon gar nicht im Pilotfilm. Hier ist für mich bei „Universe“ schon allein nach den ersten beiden Teilen von „Air“ deutlich mehr an Potential zu erkennen. Vor allem der zwielichtige Dr. Rush, von Robert Carlyle sehr gut dargestellt, hat sofort mein Interesse geweckt. Irgendwie ist man sich bei ihm von der ersten Minute an nicht sicher, woran man ist. Selbst in seinen wenigen freundlichen Momenten ist man sich irgendwie nicht sicher, ob er es ernst meint, oder ob dies nur Fassade ist, um seinen wahren Absichten zu verschleiern.

Die zweite Hauptfigur des Pilotfilms ist wohl eindeutig Eli Wallace, aus dessen Sicht ein Großteil der Handlung erzählt wird. Er sorgt für den angesichts des sehr düsteren Geschehens dringend notwendigen auflockernden Humor, und ist als Ottonormalbürger, bei dem sich wohl viele von uns zumindest in Ansätzen wiedererkennen werden, definitiv der bisher größte Sympathieträger der Serie. Clever, charmant und mit einigen coolen Sprüchen auf den Lippen hat er all meine Bedenken, dass er sich als zu übertrieben auf cool getrimmte, potentielle Nervensäge entpuppen könnte, schnell im Keim erstickt. Zudem durfte er in einigen ruhigen Szenen auch schon einiges an Tiefgang erkennen lassen. Ein weiterer großer Vorteil der Figur ist, dass er als Unwissender die perfekte Gelegenheit bietet, um neue Zuschauer, die den Pilotfilm quasi mit seinen Augen verfolgen, über die wichtigsten Hintergründe (wobei aufgrund der hohen Eigenständigkeit kaum Hintergrundwissen erforderlich ist) aufzuklären. Überdurchschnittlich viel Zeit auf dem Bildschirm wurde außerdem Matthew Scott und Chloe Armstrong eingeräumt. Während ersterer sehr souverän wirkt, und möglicherweise auch genau deshalb bisher noch der uninteressanteste Charakter der Hauptfiguren ist, bekommt letztere durch (Achtung, Spoiler!) den Tod ihres Vaters (Spoiler Ende) die Gelegenheit, gleich zu Beginn viel Profil zu zeigen und die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen.

ImageBei den anderen Figuren, von denen mir vorläufig insbesondere Young und Greer sehr interessant erscheinen, wird zwar vorerst nur an der Oberfläche gekratzt, trotzdem lassen auch sie schon einiges an Potential für Charakterentwicklung und interessante Offenbarungen über ihre Vergangenheit erkennen. Kurze Gastauftritte von O’Neill, Carter und Jackson sorgen schließlich für ausreichende Kontinuität und einen fließenden Übergang von der Original-Serie. Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, gibt es meines Erachtens – zumindest bisher – nicht das Geringste zu meckern. Robert Carlyle ist erwartungsgemäß souverän, David Blue spielt seinen Allerweltskerl Eli mit viel Charme, und Elyse Levesque bekommt gleich einige anspruchsvollere und fordernde Szenen, die sie meines Erachtens sehr gut meistert. Justin Louis verfügt über große Bildschirmpräsenz, die es geschafft hat, zumindest meine Aufmerksamkeit in praktisch jeder seiner Szenen auf ihn zu lenken. Auf seine weiteren Scharmützel mit Carlyle bin ich jetzt schon sehr gespannt. Was die Effekte betrifft, gibt sich auch die neue Stargate-Serie keine Blöße und offeriert wie ihre Vorgänger State of the Art-Niveau. Großartig gefallen hat mir auch der hochwertige Soundtrack von Joel Goldsmith. Der Stargate-Stammkomponist liefert mit seinem sehr atmosphärischen Score, bei dem er auch häufig auf den Einsatz eines Klaviers setzt, eine seiner bisher besten Arbeiten überhaupt ab.

Zugegeben, die Handlung war, da man sich sehr auf die Vorstellung der Figuren und den Aufbau einer düsteren Atmosphäre konzentriert hat, etwas dünn. Während beim SG-1 Pilotfilm mit Sha’Res Entführung und ihrer Übernahme durch einen Goa’Uld gleich ein sehr wirksamer Köder ausgeworfen wurde, der Spannung für das weitere Geschehen erzeugt hat (nur um diesen Handlungsstrang schon bald wieder vorläufig aufs Abstellgleis zu schicken und sich auf „Planet of the Week“-Episoden zu verlegen), fehlt eine entsprechende Wendung hier. Der Pilotfilm lässt sich, was die weitere Ausrichtung und Entwicklung der Serie betrifft, noch alle Möglichkeiten offen, und hat damit zumindest bei mir Interesse geschürt, wohin uns die Macher wohl führen werden. Zudem hatte ich mit sich eher langsam entwickelnden Handlungen oder handlungsarmen Filmen – solange sie nur gut gemacht sind – noch nie ein Problem, weshalb mich der Mangel an einer packenden Geschichte nicht im Geringsten gestört hat. Zumindest ich fand die Figuren und wie sie auf diese Situation reagieren interessant genug, um mich fast 90 Minuten lang prächtig zu unterhalten. Humor und Dramatik waren zudem sehr gut ausgewogen, wobei für letzte natürlich vor allem die – zwar heillos pathetische, aber nichtsdestotrotz durchaus berührend in Szene gesetzte – (Achtung, Spoiler!) Selbstaufopferung des Senators (Spoiler Ende) hervorsticht.

ImageWas mir auch sehr gut gefallen hat – wenn es auch zugegebenermaßen aufgrund der konsequenten Anwendung in Lost, wo es ja eins der prägenden Stilmittel ist, schon ein wenig abgenutzt wirkt – sind die Rückblenden. Der Einstieg war dadurch, dass uns erst später in eben solchen die Vorgeschichte dazu erzählt wurde, sehr packend und hat sofort mein Interesse geweckt. Davon abgesehen wurden sie vor allem erfolgreich dazu eingesetzt, den Figuren mehr Profil zu verleihen und einige interessante Fragen zu ihrer Vergangenheit aufzuwerfen. Ich gehe jedenfalls davon aus – und würde mich darüber freuen – wenn man diese Rückblenden nach dem Pilotfilm nicht einfach einstellt, sondern uns diese auch noch in der Serie begleiten werden. Der einzige Punkt, wo ich der allgemein vorherrschenden Verunsicherung zustimmen kann, ist die 12-Stunden-Frist für den Besuch von Planeten und der Autopilot. Auch wenn der enge Zeitplan und die Möglichkeit, auf einem fremden Planeten zurückzubleiben in Zukunft wohl noch das eine oder andere Mal für Spannung sorgen wird, birgt dieses Konzept die Gefahr einer Rückkehr ins "Planet of the Week"-Schema und eine Abkehr der zusammenhängenden Handlungsrahmen, wie man sie zuletzt bei Stargate doch konsequent (und meines Erachtens erfolgreich) eingesetzt hat. Aber auch hier will ich mal im Zweifel für den Angeklagten sprechen, und einfach mal abwarten, was uns die Macher zu bieten haben.

Ich für meinen Teil war mit diesem Pilotfilm jedenfalls sehr zufrieden, und finde es bedauerlich, innderhalb des Fandoms damit scheinbar in der Minderheit zu sein. Gibt es denn wirklich nur mehr Actionfreaks, wo es ständig krachen muss, damit sie zufrieden sind?!?! Auch verstehe ich die Verwunderung einiger Leute nicht ganz: Seit einem Jahr wird uns nun gesagt, dass SGU anders sein würde, und jetzt beklagen sich manche, dass die Serie anders ist, so als wäre diese neue Ausrichtung wie aus dem nichts gekommen. Ich finde die Richtungsänderung nicht nur gut, sondern für die Zukunft von Stargate absolut notwendig. Die ewig gleichen Geschichten zu bringen und das ewig gleiche Konzept zu fahren, hat schon "Star Trek" den Fernseh-Tod gebracht. SGU birgt mit der neuen, erwachseneren und ernsteren Ausrichtung die Möglichkeit, neue Fans anzuziehen – wie z.B. jene, die nach dem BSG-Finale nun eine neue Heimat suchen. Und das war notwendig, denn das alte Stargate hatte – so sehr ich die ersten 8 Staffeln gemocht habe – mittlerweile sogar mich, einen Fan der ersten Stunde, verloren. Lange hätte man so bestimmt nicht weitermachen können. Der Pilotfilm zu „Universe“ bot zwar auch noch Raum für Verbesserungen, doch hat er meines Erachtens mehr Potential aufgezeigt als der ähnlich gelagerte Atlantis-Einstieg „Aufbruch in eine neue Welt“. Dem „Tor zum Universum“ (in seiner guten alten, unzensierten Fassung) schien mir „Air“ jedenfalls mindestens ebenbürtig zu sein.

Fazit: ImageStargate ist tot – lang lebe Stargate! Auch als Fan der erste Stunde kam ich nicht umhin zu bemerken, dass das Konzept nach so vielen Staffeln deutliche Ermüdungserscheinungen gezeigt hat. Die ewig gleichen Geschichten, die ewig gleichen Feinde – mit der Zeit war selbst ich es leid, weshalb ich ca. zur Mitte der 2. Atlantis-Staffel ausgestiegen bin (SG-1 habe ich allerdings bis zum bitteren Ende verfolgt). „Universe“ macht gleich im Pilotfilm deutlich, dass die Produzenten nicht gelogen haben, als sie uns eine erwachsenere, ernstere, düsterere und vor allem andere Stargate-Serie versprachen. Wer sich nach dieser Frischzellenkur nach der „guten alten Zeit“ sehnt, dem empfehle ich einfach die DVD’s einzulegen – mit 15 (!!) Staffeln und insgesamt 314 Episoden (+2 DVD-Filmen) sollte es doch genug Stoff geben, um selbst den innovationsscheusten Stargate-Fan zufrieden zu stellen. Und wer jetzt einwendet „Aber ist doch dann nur mehr eine Wiederholung“ – das waren die letzten Staffeln beider Serien auch schon. „Universe“ geht einen anderen und aufgrund der recht drastischen Änderungen auch durchaus mutigen Weg. Der Verzicht auf einen übermächtigen Feind, den es zu besiegen gilt, die zwielichtigen und vielfältigen Figuren, das interessante Konzept und die Konflikte innerhalb der Gruppe halte ich bisher für die größten Stärken der Serie. Die ersten zwei Teile des Pilotfilms „Air“ haben mich jedenfalls sehr an den Beginn von SG-1 erinnert, als wir erfahren haben, dass sich das Stargate noch zu vielen weiteren Welten öffnet, und der Serie daraufhin alle Möglichkeiten offen zu stehen schienen. Ein ganzes Universum, in dem man spielen und originelle Geschichten erzählen kann. Hier hatte ich nach dem Pilotfilm genau das gleiche Gefühl, und ich bin schon sehr gespannt, wohin uns die Reise an Bord der Destiny noch führen wird.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © SyFy)




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Kommentare (3)
RSS Kommentare
1. 09.10.2009 20:11
 
Dr. Nicolas Rush...
...wird von Robert Carlyle gespielt und NICHT, wie in der Besetzungsliste angegeben, von Lou Diamond Phillips, und auch NICHT, wie Christian Siegel schreibt, von Gabriel Byrne.
 
2. 09.10.2009 21:59
 
Natürlich :-)
Hallo Namuura :-) 
Natürlich war dies nur ein Test, ob das Review auch bis unten gelesen wird. Herzlichen Glückwunsch, du hast ihn bestanden ;)
 
Robert Lißack
3. 11.10.2009 11:08
 
Peinlich...
Hallo Nauura, 
du hast natürlich recht. Peinlich, peinlich, aber Robert Carlyle und Gabriel Bynre habe ich - vom Namen her - schon immer gern verwechselt. Das sind dann noch dazu solche Fehler, über die man 20x drüber liest, und sie fallen einem nicht auf ;). Insofern herzlichen Dank für den Hinweis, das sowie der Fehler in der Besetzungsliste wurden nun korrigiert :).
 
Christian Siegel

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