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FilmRückblick 2015 - Die besten Filme des Jahres: Das Verfolgerfeld Drucken E-Mail
Die Plätze 25-11 werden enthüllt Kategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 09 Januar 2016
 
FilmRückblick 2015

Die besten Filme des Jahres 2015 – Das Verfolgerfeld

Angesichts der Tatsache, dass ich im letzten Jahr ganzen 36 Filmen eine Wertung von 8/10 oder darüber gegeben habe, ist mir die Auswahl des Verfolgerfelds überaus schwer gefallen – hieß das doch, dass ich gleich elf Filme die mir sehr gut gefallen haben hier außen vor lassen musste. Wie immer gilt, dass diese Liste nicht nur völlig subjektiv ist, sondern zudem bis zu einem gewissen Grad von der "Tagesverfassung" abhängt. Sowohl die Reihung der einzelnen Filme sowie auch meine Auswahl jener, die es in die Top 25 geschafft haben, oder eben nicht, könnte morgen schon wieder etwas anders aussehen. In diesem Sinne ersuche ich um eine kurze Schweigeminute für jene Filme, die es trotz einer hohen 8/10er-Wertung nicht in diese Liste geschafft haben (das Verfolgerfeld zum Verfolgerfeld, quasi), die da wären (in alphabetischer Reihenfolge): A Girl Walks Home Alone at Night (>> Zum Review), Am grünen Rand der Welt, Avengers 2: Age of Ultron (>> Zum Doppelreview von M. Spieler und M. Wetzel), Bande de Filles, Dating Queen, Die Entdeckung der Unendlichkeit (>> Zum Review), Fast & Furious 7 (>> Zum Review von Michael Spieler), Housebound (>> Zum Review), John Wick, Mistress America & She's Funny That Way.


VacationPlatz 25: Vacation – Wir sind die Griswolds
Ich bin wahrscheinlich so ziemlich der einzige auf der ganzen weiten Welt, der "Vacation" tatsächlich auf einer Bestenliste für 2015 anführt (zumindest in den USA kam er, wie man der Seite Rotten Tomatoes entnehmen kann, weder bei Kritikern noch Publikum sonderlich gut an), aber scheiß drauf. Ich mochte die alten Filme, und halte "Vacation" für eine gelungene Mischung aus nostalgischer Verbeugung und Modernisierung/Fortführung der Reihe. John Francis Daley und Jonathan M. Goldstein sind offenkundig große Fans der alten Filme, und fangen deren absurd-albernen Ton gekonnt ein. Ed Helms (der Chevy Chase's Clark Griswold perfekt imitiert) und Christina Applegate erweisen sich darüber hinaus als Idealbesetzung für die nächste Generation des Franchise. Generell fand ich das Wiedersehen mit der Familie Griswold sehr schön. Nett war auch der eingestreute Meta-Humor, wo sich die Filmemacher über ihren eigenen Film lustig machen. Last but not least fand ich es sehr positiv, dass "Vacation" den vulgären "R"-Wurzeln des Originals treu blieb. In meinen Augen stach der 2015-Vacation jedenfalls alle Fortsetzungen des Originals – mit Ausnahme des unvergleichlichen "Schöne Bescherung", versteht sich – locker aus. 8/10


Wild Tales Platz 24: Wild Tales
Zuerst einmal: Angesichts der Ereignisse rund um Flug 4U9525 im letzten Jahr ist die allererste (kürzeste) Episode dieser rabenschwarzen Anthologie-Komödie nur schwer zu ertragen. Andererseits kann da ja der Film nichts dafür, und wem das Lachen dabei dann doch etwas zu tief im Hals stecken bleibt, sollte ganz einfach auf die nächste Geschichte weiterspringen. Denn insgesamt halte ich "Wild Tales" für durchaus empfehlenswert, wobei sich die Qualität der einzelnen Episoden in meinen Augen bis zuletzt fast kontinuierlich steigerte, mit dem absoluten Höhepunkt der Geschichte rund um die Hochzeit, die ich dann wirklich zum Brüllen komisch fand. Wobei sich da und dort durchaus auch Thriller-Elemente eingeschlichen hatten, die ich durchaus zu schätzen wusste. Jedenfalls: Wer seinen Humor mindestens ebenso schwarz mag wie seinen Kaffee, sollte sich diese argentinisch-spanische Koproduktion unbedingt vormerken. 8/10


FrankPlatz 23: Frank
"Frank" hat mich gleich in mehrerlei Hinsicht überzeugt. In erster Linie stach für mich hervor, wie er in weiterer Folge einen überaus düsteren Blick auf Ambitionen wirft. Sehr offenbarend war darüber hinaus, wie wichtig es für unsere Kommunikation ist, das Gesicht des anderen zu sehen. Nett fand ich auch die Einblicke in künstlerisch-kreative Prozesse (wenn ich mir auch sicher bin, dass es dabei nicht überall so wild zugehen wird wie bei Franks Band), sowie die grundsätzliche Idee rund um einen Mann, der die ganze Zeit mit einem Holzschädel auf dem Kopf herumläuft. Vor allem aber ist "Frank" – insbesondere in seiner ersten Hälfte – sehr witzig und damit unterhaltsam, ehe das Ganze dann zunehmend eine düstere Wendung nimmt. Eben diese hat mich insofern überrascht, als ich nach rund 30 Minuten eigentlich dachte, ich hätte den Film durchschaut – doch die Quelle des späteren Niedergangs hat mich dann völlig überrascht. Es ist schwer, viel über den Film zu sagen ohne zu viel zu verraten, drum rate ich einfach, gebt ihm bei Gelegenheit mal eine Chance. 8/10


AnderswoPlatz 22: Anderswo
Ich kann immer noch nicht glauben, dass dieser Film von einer Studentin als Abschlussfilm gedreht wurde. "Anderswo" ist von der gesamten Machart her so "erwachsen", dass ich die ganze Zeit über den Eindruck hatte, in wesentlich erfahreneren Händen zu sein. Die Geschichte selbst überzeugt dabei mit ihrem interessanten Blick auf das Leben von Immigranten, die sich weder in ihrer neuen noch in ihrer alten Heimat wirklich zuhause fühlen. Sehr nett fand ich darüber hinaus Noas Projekt rund um unübersetzbare Wörter (kleines Trivia von der nachfolgenden Q&A: Das entsprechende deutsche Lieblingswort, für das es in anderen Sprachen keine Entsprechung gibt, ist übrigens "Feierabend") – wobei "Anderswo" auf mich teilweise auch den Eindruck eines solchen Begriffs machte, den man irgendwie schwer in Worte fassen kann. Einzig die Filmmusik war grauenhaft – kam aber zum Glück nicht oft vor. Mit tollen schauspielerischen Leistungen, interessanten Einblicken in die jüdische Kultur und zahlreichen gelungenen Szenen sei "Anderswo" jedenfalls allen die meinen, sich auch nur ansatzweise für das Thema zu interessieren, wärmstens empfohlen. 8/10


EverestPlatz 21: Everest
Ich kannte im Vorfeld die wahre Begebenheit von der dieser Film inspiriert wurde – und damit auch dessen Ausgang – nicht. Es war nur aufgrund der Einblendung irgendwie von Anfang an klar, dass das Ganze nicht gut ausgehen würde – zumindest nicht für alle. Eben dies verlieh dem Film ein Gefühl drohenden Unheils, das von Anfang an für Spannung sorgte. Die hochkarätige Besetzung trug ebenfalls viel zum Gelingen des Films bei. In erster Linie stach er für mich jedoch optisch hervor. In IMAX war "Everest" einfach nur eine Wucht, und erinnerte mich an jene Zeit, als in dem Format noch ausschließlich Naturdokus gezeigt wurden. Zahlreiche optisch beeindruckende Szenen vermittelten mir doch tatsächlich das Gefühl, tatsächlich mit dieser Gruppe von mutigen Bergsteigern den Mount Everest zu besteigen. Einige emotionale Momente, die dann vor allem zum Ende des Films hin auftraten, rundeten das positive Gesamtbild für mich schließlich ab. Wie schon bei meiner Auflistung der besten Momente des letzten Kinojahres geschrieben: Näher daran, zu erfahren, wie es ist, den Mount Everest zu besteigen, als diesen Film zu sehen, werde ich in meinem ganzen Leben wohl nie kommen – und eben deshalb fand ich ihn sehr interessant und faszinierend. 8/10


Bridge of SpiesPlatz 20: Bridge of Spies – Der Unterhändler
Nachdem ich schon zahlreiche Städte, Länder und Kontinente besuchte, war es 2015 endlich Zeit, dass erste Mal meinem Nachbarland Deutschland einen Besuch abzustatten. Neben Hamburg suchte ich dabei auch Berlin heim. Da ich es in Filmen immer schätze, Orte zu sehen, die ich selbst schon besucht habe, war es dementsprechend sehr interessant, zusammen mit Steven Spielberg und Tom Hanks einen Blick in die Vergangenheit dieser geschichtsträchtigen Stadt zu werfen. Aber auch davon abgesehen hat mir "Bridge of Spies" sehr gut gefallen, und erwies sich als klassischer Spielberg. Eine ruhige Erzählweise, die einen langsam in die Geschichte zieht; zahlreiche packende Momente, eine überaus stilvolle Inszenierung, ein wunderschöner Score (wenn auch diesmal ausnahmsweise nicht von John Williams, der – vermeintlich – mit "Star Wars" beschäftigt war) sowie ein gewohnt guter Tom Hanks machten "Bridge of Spies" zu einer unterhaltsamen, interessanten und lohnenswerte Reise in die Vergangenheit des Kalten Krieges – die jedoch in Teilbereichen (wie der Reaktionen auf Donovans Verteidigung des angeblichen Spions) auch heute noch Relevanz besitzt. 8/10


Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2Platz 19: Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2
Ja, "Mockingjay" litt insgesamt unter der Entscheidung, den letzten Teil aus kommerziellen Gründen auf zwei Filme aufzusplitten. Dementsprechend war auch hier wieder der Einstieg sehr gemächlich, und hatte ich insgesamt das Gefühl, dass praktisch jede Seite und jede Zeile des Buchs verfilmt wurden, was die Intensität letztendlich reduzierte. Und auch über die allerletzte Szene kann man geteilter Meinung sein. Dennoch fand "Hunger Games" mit dem zweiten Teil von "Mockingjay" und zugleich dem letzte Teil der Reihe für mich wieder zu alter Klasse zurück. Dies liegt insbesondere am ungemein packenden und teils hochdramatischen zweiten Hälfte, wobei der Angriff in der Kanalisation für mich der Wendepunkt war. Mit Ausnahme der angesprochenen allerletzten Szene war der Film nämlich ab dieser Stelle nahezu perfekt, wobei mir vor allem gefiel, wie Katniss zuletzt ihr Schicksal endlich zum ersten Mal selbst in die Hand nimmt – und somit nicht nur das Volk, sondern auch sich selbst "befreit". Die wieder einmal großartige Schauspielerische Leistung von Jennifer Lawrence sowie einer von James Newton Howards bester Score seiner gesamten Karriere machten den würdigen Abschluss der Reihe dann schließlich perfekt. 8/10
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Ich seh ich sehPlatz 18: Ich seh ich seh
Österreichische Horrorfilme haben ja grundsätzlich eher Seltenheitswert, weshalb ich mich schon allein deshalb über jeden neuen entsprechenden Eintrag in die heimische Filmografie freue. Wenn der Film darüber hinaus auch noch richtig gut ist, umso besser! Denn abseits des potentiellen Kritikpunkts, dass die Offenbarung am Ende nicht gerade unvorhersehbar ist, gelang Veronika Franz und Severin Fiala mit "Ich seh ich seh" ein kleiner moderner Klassiker des Horror-Genres. Neben den tollen schauspielerischen Leistung und der bedrückend-düster-unheilvollen Grundstimmung, die den Film praktisch von Anfang an beherrscht, verdanken sie dies in erster Linie der einen oder anderen harten Szene, die der Zuschauer in weiterer Folge zu sehen bekommen, und mit der sie die üblichen österreichischen Sehgewohnheiten brechen. Aber auch mir, der ich nun nicht gerade zimperlich und mittlerweile auch durchaus Horror-erfahren bin, ging der eine oder andere spätere Moment unter die Haut. Für mich ist "Ich seh ich seh" jedenfalls einer der Horror-Tipps des letzten Jahres! 8/10
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Inherent VicePlatz 17: Inherent Vice – Natürliche Mängel
Ich wusste im Vorfeld echt nicht, was ich von "Inherent Vice" erwarten soll – und wurde dann von Paul Thomas Andersons jüngstem Film (und nur zur Erinnerung: Nicht alle seine Werke sind bei mir so gut angekommen, wie dies beim überwiegenden Teil der Kritiker und auch Teilen des Publikums der Fall war) doch positiv überrascht. Normalerweise bin ich ja kein Freund von Kiffer-Filmen, aber was "Inherent Vice" für mich so auszeichnete war, dass er weniger ein Film über Kiffer war, als vielmehr mir als Zuschauer angesichts der Atmosphäre, der teils wirren Handlung und so manch absurder Szene den Eindruck vermittelte, selbst bekifft zu sein. Neben der großartigen Atmosphäre und der teils absurden Stimmung stachen für mich dann in erster Linie noch die schauspielerischen Leistungen (Joaquin Phoenix war schon lange nicht mehr so gut wie hier, und vor allen Katherine Waterston glich einer Offenbarung) sowie die teils langen Einstellungen (mit Shasta's "Entschuldigung" ein besonders hervorstechender Moment). Ob ich die Handlung komplett verstanden habe, da bin ich mir zwar nicht sicher (wobei ich vor habe, mir in Kürze die Romanvorlage vorzuknöpfen; vielleicht hilft das ja), aber solange ich mich bei einem Film so gut unterhalten fühle, wie dies hier der Fall war, ist mir das letztendlich auch wurscht. 8/10
>> Zum Review von Michael Spieler


Mr. HolmesPlatz 16: Mr. Holmes
Als großer Fan von Sherlock Holmes der sowohl all seine von Sir Arthur Conan Doyle geschriebenen Abenteuer als auch zahlreiche Verfilmungen kennt, verfolge ich jede neue Inkarnation mit großem Interesse. Auf "Mr. Holmes" war ich aber zugegebenermaßen schon ganz besonders gespannt, einerseits wegen des interessanten (und für Holmes-Geschichten ungewöhnlichen) Settings an seinem Lebensabend, sowie der Besetzung von Ian McKellen. Nun gebe ich unumwunden zu, dass der Film ein ziemlich ungewöhnliches Holmes-Abenteuer ist – aber genau das hat mir wiederum sehr gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich es schön gefunden hätte, wenn Holmes vielmehr seine Fähigkeiten der Deduktion hätte verwenden müssen, um den damaligen Fall nochmals aufzurollen, anstatt dass es ihm nach und nach einfach wieder einfällt; zumal dies mal eine etwas andere, ungewöhnliche Anwendung seiner Fähigkeiten gewesen wäre. Davon abgesehen fand ich "Mr. Holmes" aber phantastisch, wobei für mich vor allem der damalige Fall an den er sich erinnert hervorstach. Auch Ian McKellens Leistung ist phantastisch. Und auch, dass "Mr. Holmes" einen etwas anderen Sherlock zeigt, als man das sonst gewohnt ist – nämlich deutlich sentimentaler – hat mir gefallen. Letztendlich denke ich zwar, dass der Film gerade auch bei Holmes-Fans unterschiedlich ankommen wird – mich hat er aber überwiegend überzeugt. 8/10


Mission: Impossible – Rogue NationPlatz 15: Mission: Impossible – Rogue Nation
Ich bin zwar – mit Ausnahme des grauenhaften zweiten Teils – eh nicht der größte Kritiker der "Mission Impossible"-Reihe – aber dass sich in diesem Jahr just Ethan Hunts jüngster Einsatz als der beste (ernsthafte) Agentenfilm des Jahres herausstellen würde, damit hätte ich angesichts der großen Konkurrenz nicht wirklich gerechnet. Dabei gebe ich unumwunden zu, dass Wien als Schauplatz sicherlich eine gewisse Rolle gespielt hat – hatte der Film für mich als Wiener dadurch doch zweifellos einen ganz besonderen Reiz. Aber auch davon abgesehen war Ethan Hunts fünfte unmögliche Mission in meinen Augen zugleich auch seine beste. Mit an besten hat mir dabei gefallen, dass er teilweise zum Statisten seines eigenen Films wurde – stellte sich doch in weiterer Folge immer mehr heraus, dass es statt ihm vielmehr Ilsa Faust (dargestellt von einer ungemein sympathischen und eindrucksvollen Rebecca Ferguson) ist, deren Pläne und Ziele den Verlauf der Handlung bestimmen. Die Action war ebenfalls wieder imposant (wobei in meinen Augen nichts mehr an den Einstieg mit den Flugzeug herankam), und vor allem auch der Showdown dann überaus packend. Insgesamt kann ich euch jedenfalls nur raten, diese fünfte filmische unmögliche Mission anzunehmen! 8/10


Still AlicePlatz 14: Still Alice
Zugegeben, die eine oder andere ach-so-ironische Bemerkung zu Beginn hätte nicht sein müssen; zudem fand ich die Entwicklung der Handlung teilweise etwas sprunghaft. Von diesen Punkten abgesehen erwies sich "Still Alice" jedoch als packendes und bewegendes Drama, dass uns dazu zwingt, den Verfall von Alice – von einer gebildeten, intellektuellen, intelligenten und unabhängigen zu einer dahinvegetierenden Frau – mit anzusehen. Was zwar alles andere als leicht, in meinen Augen aber trotzdem wichtig ist. Die Chancen stehen leider gut, dass wir alle in irgendeiner Art und Weise früher oder später in unserem Leben mit Alzheimer in Berührung kommen werden – oder dies vielleicht sogar schon sind. Insofern verstehe ich auch jeden, der sagt, das ist im echten Leben schon schlimm genug, da brauch ich mir das nicht auch noch in einem Film anschauen. Ich für meinen Teil bin jedoch froh, es getan und Alice (dargestellt von einer überragenden Julianne Moore) und ihre Familie auf ihrem Leidensweg begleitet zu haben. 8/10


VictoriaPlatz 13: Victoria
Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob "Victoria" – so wie "Birdman" – jetzt nur den Eindruck vermittelt, in einer einzigen Einstellung gedreht worden zu sein, oder tatsächlich ohne jeglichen Schnitt in einem Versuch gedreht wurde (und will es offen gestanden auch gar nicht wissen) – so oder so kann ich aber vor Sebastian Schipper und seinem gesamten Team nur meinen nicht vorhandenen Hut ziehen. Wie schon an anderer Stelle angemerkt: Ich hatte schon immer ein Faible für solche lange Einstellungen (eine der ersten, die mir diesbezüglich ins Auge gestochen ist, war der Einstieg von Brian DePalmas – ansonsten eher mittelmäßigen – "Spiel auf Zeit"), und halte sie für mehr als nur ein Gimmick: Für mich intensivieren sie den Eindruck der betreffenden Szenen, fühlen sich unmittelbarer und echter an, und geben mir das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein. Insofern profitierte auch "Victoria" wieder enorm von diesem Stilmittel, und erreichte im weiteren Verlauf der Geschichte eine enorme erzählerische Kraft. Einzig die eine oder andere dämlich Aktion der Protagonisten verhinderte für mich eine höhere Wertung – und damit auch Platzierung. 8/10
>> Zum Review von Björn Flügel


CarolPlatz 12: Carol
"Carol" ist ein wunderschönes, berührendes und von Rooney Mara und Cate Blanchett vor allem auch phänomenal gespieltes (historisches) Liebesdrama. Mir gefiel die klare Charakterisierung der beiden, die sich deutlich voneinander unterscheiden – und dennoch ist in beiden Fällen klar, was die jeweils andere an ihr so anziehend findet. Carol ist ungemein selbstbewusst, aber auch zurückhaltend, während Therese ihr Herz ganz offen trägt und aus ihren Gefühlen keinen Hehl macht. Carol sieht in Therese die anziehende Unbekümmertheit der Jugend, während Therese in Carol jene Frau sieht, zu der sie hofft, eines Tages selbst heranzuwachsen. Beide sind in dieser – in der damaligen Zeit – unmöglichen, da vom Großteil der Bevölkerung nicht verstandenen, wenn nicht gar geächteten, Liebe gefangen. Lediglich den Einstieg fand ich weniger gelungen (ich habe mittlerweile einfach etwas gegen Anfänge, wo eine spätere Szene vorweggenommen wird), und was die emotionale Intensität betrifft, konnte "Carol" zugegebenermaßen für mich nicht ganz mit "Brokeback Mountain" (den ich zudem auch noch als etwas gewagter empfand) mithalten. 8/10


The VoicesPlatz 11: The Voices
Ich liebe rabenschwarze Komödie – weshalb "The Voices" meinen Geschmack genau getroffen hat. Ein Film, bei dem mir das Lachen immer wieder im Hals stecken geblieben ist – und das ist auch gut so! – und der als Thriller ebenso gut funktionierte wie als Komödie. Amüsante, teils absurde Momente wechseln sich ab mit düsteren, teils richtiggehend erschreckenden und bedrückenden Szenen. Getragen wird das Ganze von einem Ryan Reynolds, der nie besser war als hier, und der es schafft, dass man mit Jerry mindestens so viel Mitleid hat, wie man ihn verabscheut. Zusätzlich aufgewertet wird der Film dann durch die beiden toll umgesetzten Haustieren, sowie dem hochkarätigen erweiterten Ensemble an talentierten DarstellerInnen. Einzig die – meines Erachtens – unpassende Musical-Nummer am Ende verhindert eine höhere Wertung, und damit auch einen Platz unter den Top 10. 8/10
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