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Blutschwur Drucken E-Mail
Titel: "Blutschwur"
Originaltitel: "Blood Oath"
Bewertung:
Autor: John Vornholt
Übersetzer: Torsten Dewi
Umfang: 256 Seiten
Verlag: Goldmann (D), Dell Publishing (E)
Veröffentlicht: Januar 1997 (D) bzw. September 1995 (E)
ISBN: 3-442-25015-3
Setting: Ende Juni 2259, wenige Tage nach "Schatten am Horizont"
Relevanz: Keine
Spoiler? Keine
Wo erältlich? Sowohl die deutsche als auch die Original-Ausgabe sind vergriffen, jedoch werden immer wieder Exemplare des Romans auf ebay oder dem amazon marketplace angeboten.
 

Kurzinhalt: G'Kar erhält eine Botschaft von Mi'Ra, ihres Zeichens Tochter von Du'Rog. Dieser hatte ihm ja einst einen Killer der Tenta'Makur auf den Hals gesetzt, da G'Kar ihn, um seinen eigenen Aufstieg zu begünstigen, ruiniert hat. Du'Rog's Tochter Mi'Ra schwört G'Kar nun Schon'Kar – Blutrache. Da dieser kein Interesse daran hat, erneut in ständiger Angst leben zu müssen, täuscht G'Kar kurzerhand seinen Tod vor, und macht sich auf dem Weg zur Narn-Heimatwelt. Doch auch Garibaldi, Ivanova, und Na'Toth sind dorthin unterwegs, um an einer Gedenkfeier für den vermeintlich verstorbenen Botschafter teilzunehmen. Schon bald finden sie heraus, dass G'Kar noch lebt, und auch wenn sie mit seinen Plänen nicht einverstanden sind, tun sie ihr Möglichstes, um ihn zu beschützen. Auch jedoch auch Mi'Ra erfährt, dass G'Kar seinen Tod nur vorgetäuscht hat, lockt sie ihn und seine Begleiter in eine Falle…

Review: Bereits von John Vornholts erstem "Babylon 5"-Roman, "Tödliche Gedanken" war ich ja nicht unbedingt angetan. Einerseits aufgrund seines oberflächlichen Schreibstils, der mir persönlich nun mal nicht unbedingt liegt, vor allem aber aufgrund der mangelnden Relevanz für die fortlaufende Handlung der Serie. Dennoch war "Tödliche Gedanken" für sich genommen, zumindest in der ersten Hälfte, noch halbwegs unterhaltsam. Von "Blutschwur" kann ich hingegen leider nicht einmal das behaupten. Der erste Kritikpunkt ist natürlich auch hier wieder, dass "Blutschwur" für den Handlungsrahmen der Serie völlig unwichtig ist. Zwar ist der Roman eine Fortsetzung zu "Angriff auf G'Kar", aber wenn man von den Details absieht, wie genau G'Kar Du'Rog damals hintergangen ist (und die fand ich weder wichtig noch interessant) erfahren wir über die Figuren wieder einmal kaum Neues. Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass jene Informationen, die wir erhalten – wie z.B. rund um G'Kars Ehefrau – von der Serie nicht bestätigt wurden, und daher nicht als Kanon zu betrachten sind. Zudem haben sich auch hier wieder kleinere Kontinuitätsfehler eingeschlichen, die es zusätzlich erschweren, "Blutschwur" als Teil der Geschichte aus der Serie zu betrachten. So will allein die Darstellung des Heimatplaneten der Narn zu jenen kleineren Einblicken, die man in weiterer Folge in der Serie erhielt, nur bedingt passen (was John Vornholt natürlich nicht wirklich vorzuwerfen ist, es war zweifellos eine undankbare Aufgabe, sich das Aussehen des Planeten aus den Fingern zu saugen; aber dann hätte er Mi'Ra halt auf eine Kolonie der Narn verlegt, und das Problem wäre beseitigt gewesen). Zudem referenziert G'Kar mehrmals irgendwelche Propheten, von denen in der Serie nie etwas zu hören war; fast könnte man den Eindruck gewinnen, Vornholt wäre auf dem Weg nach "Babylon 5" irgendwo falsch abgebogen, und stattdessen irrtümlich auf "Deep Space Nine" gelandet. Untypisch auch, dass Sheridan bei G'Kars Trauerfeier ein Gebet spricht (das hätte ich wenn dann eher beim spirituelleren Sinclair erwartet).

Das größte Kontinuitätsproblem ergibt sich jedoch aus Vornholts willkürlicher zeitlicher Einordnung. Natürlich konnte er nicht wissen, dass innerhalb der Serie Mitte Juni in "Schatten am Horizont" ein Krieg zwischen den Narn und den Centauri ausbrechen würde, aber ungeachtet dessen ist es halt problematisch, wenn er seinen Roman zur bzw. nach der Sonnwendfeier (und damit wenige Tage nach "Schatten am Horizont") ansiedelt, und auf die Ereignisse dort nicht Bezug nimmt (und Garibaldi an einer Stelle sogar meint, dass die Narn die Aggressoren im Konflikt mit den Centauri wären – was genau genommen schon seit "Chrysalis" nicht mehr gestimmt hat). Aber selbst, wenn man die mangelnde Relevanz für den Storyarc verzeiht und über diese Kontinuitätsprobleme wohlwollend hinwegsieht, ist "Blutschwur" einfach nur uninteressant und langweilig, und das von der ersten bis zur letzten Seite. Es ist klar, dass keiner der bekannten Figuren etwas zustoßen kann, weshalb der Versuch, durch die Morddrohung Spannung zu erzeugen, einfach von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Besonders schlimm macht sich dies dann leider auch beim viel zu ausgedehnten Showdown bemerkbar, der mit der Zeit einfach nur langweilt – nicht, dass die Seiten zuvor so viel unterhaltsamer gewesen wären. Es gibt zwar hie und da mal kurze gelungene Momente, doch die meiste Zeit schleppt sich die Handlung sehr dröge dahin und ist zudem auch sehr vorhersehbar. Die neu hinzugekommenen Figuren sind bestenfalls uninteressant und schlimmstenfalls nervig (Al Vernon), und auch die aus der Serie bekannten Personen agieren nicht immer so, wie man sich das von ihnen erwarten würde. Insgesamt wollte bei "Blutschwur" bei mir jedenfalls keinen Moment echte "Babylon 5"-Atmosphäre aufkommen, und fühlte ich mich größtenteils in einem Paralleluniversum. Zusammen mit der langweiligen Handlung ergibt das insgesamt einen der schwächsten B5-Romane, die je erschienen sind.

Fazit: Selbst nach dem ohnehin schon nicht übermäßig gelungenen "Tödliche Gedanken" ist John Vornholts zweiter Beitrag für die "Babylon 5"-Literatur enttäuschend. Nicht nur, dass "Blutschwur" wieder einmal keine Relevanz für die fortlaufende Handlung der Serie her und dementsprechend überflüssig erscheint, diesmal schleichen sich auch einige markante Kontinuitätsfehler in den Roman ein, wie z.B. dessen zeitliche Einordnung; und auch die Darstellung des Heimatplaneten der Narn will zu den entsprechenden Szenen aus der Serie nicht so recht passen. Zudem wurde ich neuerlich mit John Vornholts doch recht oberflächlichen Schreibstil nicht warm; er geht kaum auf das Innenleben der Figuren ein und verabsäumt es zumeist auch, eine gewisse Atmosphäre aufzubauen, und begnügt sich überwiegend mit einer sachlichen Beschreibung der Ereignisse – was mir nun mal nicht wirklich liegt. Vor allem aber leidet "Blutschwur" unter einer uninteressanten und – da hier G'Kar in Gefahr gebracht wird, man aber von vornherein weiß, dass diesem nichts passieren kann – gänzlich unspannenden Handlung. Vor allem der Showdown leidet darunter, und zieht sich dadurch enorm. Aber auch der Rest des Romans wollte mich einfach nicht ansprechen. Aus meiner Sicht ist "Blutschwur" jedenfalls leider ein völliger Reinfall, der sich nicht einmal für die größten "Babylon 5"-Fans und/oder -Sammler lohnt.

Bewertung: 1/5 Punkten
Christian Siegel





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