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Oscar-Tipps 2019 Drucken E-Mail
Meine Prognose zur 91. Oscar-Verleihung Kategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 23 Februar 2019
 
Oscar-SPECiAL

Dies diesjährige Oscar-Verleihung verspricht in einzelnen Kategorien ähnlich spannend zu werden wie die letzte. Vor allem in der Königsklasse "Bester Film" scheint das Rennen ziemlich offen zu sein. In anderen Kategorien mag es zwar vermeintliche Favoriten geben, aber dass die Academy immer wieder für eine Überraschung gut ist, haben die vergangenen Jahre (und Jahrzehnte) gezeigt. Zumal sich zuletzt auch zunehmend die Frage stellt, wie die veränderte Zusammensetzung der Academy (mehr junge, nicht-weiße Mitglieder) die Wahlergebnisse beeinflussen könnten. Trotz dieser Unwägbarkeiten will ich aber auch heuer wieder versuchen, die vierundzwanzig Oscar-Gewinner zu erraten. Wie erfolgreich ich damit bin, wird sich dann in der Nacht auf den 25. Februar 2019 zeigen.

Bester Hauptdarsteller (Best Performance by an Actor in a Leading Role)
Erinnert ihr euch noch an die Oscar-Verleihung im Jahr 2013, wo Seth MacFarlane im Hinblick auf die mangelnde Nominierung für Ben Affleck den Witz riss, dass die Academy wohl nicht wüsste, wer "Argo" inszeniert hat? Die Kampagne hinter "Bohemian Rhapsody" tat nun ihr Bestes, um dafür zu sorgen, dass sie es beim Queen-Biopic ebenfalls vergisst – angesichts der Vorwürfe gegen Bryan Singer, die erst im Herbst wieder an die Oberfläche kamen. Und zumindest den bisherigen Verleihungen nach ist ihnen das durchaus gelungen – weshalb ich auch nicht erwarte, dass die Kontroverse rund um Singer Auswirkungen auf Rami Maleks Oscarchancen hat. Nach den bisherigen Awards, die er abgestaubt hat, ist er zweifellos der Favorit. Einen "upset" würde ich maximal Christian Bale zutrauen – der jedoch ein weitaus gefährlicherer Konkurrent wäre, hätte er nicht schon einen Oscar zu Hause im Regal stehen.

Mein Tipp: Rami Malek (Bohemian Rhapsody)


Beste Hauptdarstellerin (Best Performance by an Actress in a Leading Role)
Trotz aller hochkarätiger Konkurrenz (und der wirklich auffälligen Leistung, die Olivia Colman in "The Favourite" zeigte) – dieser Preis dürfte Glenn Close nicht zu nehmen sein. Seit über dreißig Jahren eine so hochkarätige wie beliebte Aktrice, heuer zum siebenten Mal für den Oscar nominiert, den sie bislang nicht gewinnen konnte. Nicht nur ich sage: Das ist heuer ihr Jahr.

Mein Tipp: Glenn Close (The Wife)


Bester Nebendarsteller (Best Performance by an Actor in a Supporting Role)
Nach Bekanntgabe der Nominierungen gab es zwar – nicht unberechtigte – Unkenrufe, die Mahershala Alis Einstufung als besten Nebendarsteller kritisierten (ähnlich wie auch bei Rachel Weisz und Emma Stone für "The Favourite"). Ich denke aber nicht, dass sich dies negativ auf seine Chancen auswirken wird – weil warum den Darsteller für etwas bestrafen, für das er nichts kann? Ich würde es zwar auch Sam Rockwell gönnen, und auch Richard E. Grant (ähnlich lange im Geschäft wie Glenn Close, und heuer zum ersten Mal nominiert) sollte man auf der Rechnung haben. Letztendlich denke ich aber, dass Mahershala Ali die Gala mit seinem zweiten Oscar in der Tasche verlassen wird.

Mein Tipp: Mahershala Ali (Green Book – Eine besondere Freundschaft/Green Book)


Beste Nebendarstellerin (Best Performance by an Actress in a Supporting Role)
Es wird immer schwieriger. Marina de Tavira sehe ich zwar eher als Außenseiterin (nicht wenige, mich eingeschlossen, dürften im ersten Moment nicht einmal gewusst haben, welche Rolle die bei "Roma" überhaupt gespielt hat), und bei Emma Stone und Rachel Weisz ist zu befürchten, dass sie sich "The Favourite"-Stimmen wegnehmen und damit gegenseitig ausschalten (was angesichts ihrer Rollen im Film nicht einer gewissen Ironie entbehrt). Bleiben Regina King und Amy Adams. Es ist immer schwer, sowas zu beurteilen, wenn man einen der Filme (im vorliegenden Fall "Beale Street") noch nicht gesehen hat, aber auch wenn ich Adams Performance in "Vice" sehr gut fand, war das doch in erster Linie Bales Film. Ich fand nicht, dass es ihr gelang, jetzt wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Somit spricht für sie in erster Linie, dass es ihre sechste Nominierung ist. Überraschen würde es mich jedenfalls nicht, wenn sie den Oscar bekommt – trotzdem sehe ich Regina King leicht in der Favoritenrolle.

Mein Tipp: Regina King (Beale Street/If Beale Street Could Talk)


Beste Kamera (Achievement in Cinematography)
Wenn man den diversen Oscar-Artikeln glauben kann, ist dies das erste Mal in der Geschichte der Academy Awards, dass ein Regisseur für einen Film den er selbst gedreht hat als Kameramann nominiert ist. Eben diese war zudem in "Roma" so auffällig wie originell. Man muss die ständigen Kameraschwenks nicht mögen, aber es war definitiv ein Merkmal, das hervorsticht und in Erinnerung bleibt. Gleiches gilt für die Fischaugenlinse aus "The Favourite". Und da Schwarz/Weiß-Filme in dieser Kategorie auch immer gute Chancen haben, ist auch "Cold War" in den engeren Favoritenkreis zu ziehen. Vor allem auch wenn die meisten für Cuaròn als Regisseur abstimmen wäre es möglich, dass sie hier lieber noch eine zweite Kameraarbeit belohnen, und den Preis jemand anderem geben. Letztendlich denke ich aber, dass an Cuaróns hervorstechender Kameraarbeit bei "Roma" kein Weg vorbeiführt.

Mein Tipp: Alfonso Cuarón (Roma)


Bester Schnitt (Achievement in Film Editing)
Jetzt wird's spannend. Um ehrlich zu sein, ist mir der Schnitt bei keinem der angegebenen Filme groß aufgefallen, weder positiv noch negativ. Was manche wiederum erst recht als Auszeichnung ansehen würden, da der Schnitt ja eigentlich keine Aufmerksamkeit auf sich lenken soll. Wenn überhaupt, würde ich hier am ehesten "Bohemian Rhapsody" hervorheben, schon allein aufgrund des aufpeitschenden Konzertmaterials. Auch, dass John Ottman den Preis von der entsprechenden Gilde erhalten hat, spricht dafür. Zwar schließe ich nicht aus, dass mich meine eigene Vorliebe für den Film hier beeinflusst, mangels eines besseren Tipps bleibe ich aber dabei:

Mein Tipp: John Ottman (Bohemian Rhapsody)


Beste Filmmusik (Achievement in Music Written for Motion Pictures - Original Score)
Eine weitere Kategorie, wo alles auf ein offenes Rennen hindeutet. Vor allem auch, nachdem Michael Hurwitz zur Überraschung aller – mich eingeschlossen – nicht für "Aufbruch zum Mond" nominiert wurde. Ähnlich ahnungslos, wer den Preis nun erhalten könnte, bin ich sonst nur bei den Kurzfilm- aka Rate-Kategorien. Es hilft auch nicht, dass ich bislang nur einen der fünf Scores kenne. "Black Panther" könnte helfen, dass dies eine der wenigen Kategorien ist, wo ein Sieg plausibel erscheint. Wenn man den Publikumserfolg also irgendwo auszeichnen will, warum nicht hier? Allerdings wurde Nicholas Britell für seine Arbeit für "Beale Street" allerorts gefeiert. In Ermangelung einer besseren Idee…

Mein Tipp: Nicholas Britell (Beale Street/If Beale Street Could Talk)


Bester Filmsong (Achievement in Music Written for Motion Pictures - Original Song)
Nach der ganzen Herumraterei zum kurz Durchschnaufen die wohl eindeutigste Kategorie des Abends. Wer hier gegen Lady Gaga wettet, ist selbst schuld.

Mein Tipp: "Shallow" (A Star Is Born)


Beste Ausstattung (Achievement in Production Design)
Sowohl hier als auch bei den Kostümen dürfte es auf einen Wettkampf zwischen "The Favourite" und "Black Panther" herauslaufen. Historische Dramen haben in den beiden Kategorien zwar meist Vorteile, "Black Panther" sollte aber in den technischen Kategorien seine große Popularität helfen. Da ich nicht glaube, dass er reelle Chancen auf den "Besten Film"-Oscar hat und es ja nun doch keine Auszeichnung für den besten populären Film gibt, wird die Academy ihn wohl so belohnen. Letztendlich halte ich beide Kategorien für einen Münzwurf. Gut möglich, dass beide an einen von ihnen gehen, oder sie splitten. Ich tippe auf letzteres – auf die Gefahr hin, es genau falsch herum zu erwischen.

Mein Tipp: Black Panther


Beste Kostüme (Achievement in Costume Design)
Siehe oben. Wenn ein Film beide Oscars gewinnt, habe ich zumindest einen Punkt; und bei einem Split kann ich nur hoffen, dass die Academy diese auch wirklich genau so aufteilt, wie ich. Denn auch wenn durchaus das Risiko besteht, dass sich Sandy Powell hier selbst Konkurrenz macht, bzw. es mit "Mary Queen of Scots" auch noch einen zweiten Konkurrenten mit historischem Setting gibt, aber die Kostüme von "The Favourite" fand ich schon auffällig. Ich denke, dagegen dürfte selbst die Konkurrenz aus Wakanda nicht ankommen.

Mein Tipp: The Favourite


Bestes Make-Up (Achievement in Makeup)
Im Gegensatz zu Kostüme und Ausstattung sieht das wieder wie eine "gmahde Wiesn" aus, wie man bei uns in Österreich so schön sagt.

Mein Tipp: Vice – Der zweite Mann/Vice


Beste Visuelle Effekte (Achievement in Visual Effects)
Hier wird's schon wieder spannender. Die meisten scheinen hier zwar von einem Sieg für "Avengers: Infinity War" auszugehen, aber, ganz ehrlich: "Black Panther" wäre wohl der gefährlichere Kandidat gewesen. Es wäre auch ungewöhnlich, dass die Academy für ein derartiges CGI-Fest stimmt. Gleiches gilt übrigens für "Ready Player One", wobei ich dem aufgrund der Art und Weise, wie man Realaufnahmen in einer CGI-Umgebung eingebunden hat, sogar noch den höheren künstlerischen Anspruch in diesem Bereich zugestehen würde. Letztendlich denke ich aber, dass dies eine der beiden Kategorien ist, wo sich "First Man" durchsetzen wird.

Mein Tipp: Aufbruch zum Mond/First Man


Bester Ton (Achievement in Sound Mixing)
Bei der Tonmischung haben Musicals bzw. Musikfilme meist Vorteile, und, ganz ehrlich: Schon allein für die Mischung der Konzertaufnahmen, sowie dem Einbinden von Freddies Originalaufnahmen sollte in dieser Kategorie eigentlich kein Weg an "Bohemian Rhapsody" vorbeiführen.

Mein Tipp: Bohemian Rhapsody


Bester Tonschnitt (Achievement in Sound Editing)
Mag im ersten Moment kontraintuitiv klingen, aber die beiden Soundkategorien gehen gar nicht mal so oft an den gleichen Film. Immerhin geht's 1x um die Abmischung, und hier um die Geräuscheffekte. Insofern haben beim Tonschnitt üblicherweise Kriegs- oder Actionfilme einen Vorteil. Sofern es nicht zu viele Academy-Mitglieder gibt, die den Unterschied nicht verstehen, sollte also auch dieser Preis an die wirklich beeindruckende Geräuschkulisse aus "First Man" gehen.

Mein Tipp: Aufbruch zum Mond/First Man


Bester Animationsfilm (Best Animated Feature Film of the Year)
Wohl nach "Bester Song" die zweitsicherste Kategorie des Abends (ja, sogar noch vor dem besten Make-Up).

Mein Tipp: Spider-Man: A New Universe/Into the Spiderverse


Bester fremdsprachiger Film (Best Foreign Language Film of the Year)
Normalerweise musst du diesen Award eigentlich automatisch an jenen Film geben, den du zugleich als Besten Film insgesamt nominierst. Aber, ähnlich wie bei "Beste Kamera" und "Beste Regie", stellt sich mir hier die Frage, ob die Academy diese Gelegenheit ev. nutzt, um einen der anderen Filme zu prämieren, weil "Roma" ja eh für den besten Film im Rennen ist. Dann könnte sich "Cold War" doch noch über einen Oscar freuen. Dennoch, die Logik spricht ganz klar für "Roma".

Mein Tipp: Roma (Mexiko)


Bester Dokumentarfilm (Best Documentary Feature)
Glaubt man den Experten, dürfte dies auf einen Showdown zwischen der Freiluftkletter-Doku "Free Solo" (am El Capitan im Yosemite Nationalpark – von dem bereits vor ein paar Jahren "Am Limit" beeindruckende Kletteraufnahmen lieferte) und jener über Ruth Bader Ginsberg hinauslaufen. Letztere ist zweifellos für all jene Academy-Mitglieder, welche die Awards als Chance zum politischen Statement (miss)verstehen, die Doku ihrer Wahl. Da ich aber – trotz aller Beweise zum Gegenteil – ans Gute im Menschen glaube, gehe ich davon aus, dass die Academy die Leistung, die hinter den Dreharbeiten von "Free Solo" stand, zu würdigen weiß – und eben auch würdigen wird.

Mein Tipp: Free Solo


Bester Dokumentar-Kurzfilm (Best Documentary, Short Subject)
Wir wären wieder beiden drei Kurzfilm- aka Rate-Kategorien angekommen – wobei es heuer, Pixar sei Dank, dann doch nur zwei Ratekategorien sind.

Mein Tipp: Endgame


Bester Kurzfilm (Best Short Film, Live Action)
Möge mir das Würfelglück hold sein!

Mein Tipp: Marguerite


Bester animierter Kurzfilm (Best Short Film, Animated)
Im Gegensatz zu den anderen beiden Kategorien, wo ich echt nur raten konnte, setze ich hier auf Pixar (nicht zuletzt, da die beim animinerten "Langfilm" heuer ohnehin durch die Finger schauen werden).

Mein Tipp: Bao


Bestes adaptiertes Drehbuch (Best Writing, Screenplay based on material previously produced or published)
Wer die Oscars so wie ich schon länger verfolgt, weiß, dass die Drehbuchkategorien meist der perfekte Ort sind, um etwas ungewöhnlichere Filme zu belohnen, die zwar nicht gut genug waren, um sich die Trophäe als "Bester Film" zu holen, aber doch auszeichnungswürdig genug, dass man sie nicht mit leeren Händen nach Hause gehen will. Im vorliegenden Fall kommt nun noch dazu, dass die Academy, so denke ich, diese Gelegenheit nutzen wird, um Spike Lee (mit-)auszuzeichnen.

Mein Tipp: Spike Lee, David Rabinowitz, Charlie Wachtel, Kevin Willmott (BlacKkKlansman)


Bestes Original-Drehbuch (Best Writing, Screenplay written directly for the screen)
Schon allein für den Begriff "cuntstuck" haben sich Deborah Davis und Tony McNamara diesen Oscar verdient.

Mein Tipp: Deborah Davis, Tony McNamara (The Favourite")


Beste Regie (Achievement in Directing)
Der Einzige, der vielleicht noch eine Chance hat, Alfonso Cuarón diesen Oscar streitig zu machen, ist Spike Lee, der auf eine lange Karriere im Filmgeschäft zurückblicken kann, dieses – und insbesondere den afroamerikanischen Film – stark geprägt hat, und dem man hier quasi einen Ehrenoscar zuteil werden lassen könnte. Allein, ich glaub nicht so recht dran. Auch wenn gegen Cuarón spricht, dass er schon einen Regieoscar in der Tasche hat, hat er bislang nicht nur jeden Regie-Award im Vorfeld der heurigen Oscars abgestaubt, "Roma" ist auch mit Abstand jener Film, wo die Handschrift bzw. die Vision des Regisseurs am deutlichsten erkennbar ist. Wenn es das nicht wert ist, mit einem Oscar ausgezeichnet zu werden, was denn bitte schön dann?

Mein Tipp: Alfonso Cuarón (Roma)


Bester Film (Best Motion Picture of the Year)
Zum Abschluss wird's nochmal so richtig spannend. Letztendlich kann man aus meiner Sicht, trotz gradueller Unterschiede bei den Chancen, wirklich keinen der acht Filme völlig ausschließen. Klar gibt es jene, wo es mich mehr überraschen würde, als bei anderen, ein richtiger Schock wäre letztendlich aber kein Sieg (zumindest für mich; angesichts der harschen Kritiken gegenüber "Bohemian Rhapsody" würden das manche wohl anders sehen). Dennoch will ich mich daran versuchen, die Filme so zu reihen, wie ich ihre Chancen in der Kategorie sehe. Hier macht aus meiner Sicht "A Star Is Born" den Anfang. Gut möglich, dass ich die Chancen des Films aufgrund meiner persönlichen Meinung ihm gegenüber falsch einschätze, aber schon allein die Tatsache, dass es sich um ein Remake handelt, könnte viele Academy-Mitglieder davon abhalten, ihn auf ihrem Stimmzettel zu hoch anzusiedeln. Auf dem zweiten Platz – von unten gesehen – sehe ich dann "Black Panther". Trotz seiner kulturellen Vorreiterrolle kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass ein Großteil der Academy einem letzten Endes gewöhnlichen Superheldenfilm ihre Stimme gibt. Auch "BlackKklansman" sehe ich eher in der Außenseiterrolle. Der Film wird zwar sicher seine Fans haben – aber ich denke zu wenig, um ihn im Oscarrennen wirklich deutlich nach vorne zu bringen. Ähnlich "Vice", der dann die nächste Position auf meiner Liste einnimmt. Ein sehr spezieller Film, der einige so richtig begeistern wird. Zudem hat er den Vorteil, dass man mit ihm ein politisches Zeichen setzen könnte. Aber ich denke, dass er die Academy doch sehr spalten dürfte, und ihm daher wohl die Stimmen aus der Masse, die er für einen Sieg benötigt, fehlen würde. "Bohemian Rhapsody" wiederum wird glaube ich im Oscar-Rennen fast unterschätzt. Er ist definitiv nicht mein Top-Favorit, und vor allem die Singer-Kontroverse spricht natürlich enorm gegen ihn. Allerdings zeigen die Nominierungen – und auch so manche Auszeichnungen der Awards-Saison – dass er quer durch alle Filmbranchen hinweg seine Fans hat – was ihm angesichts des eigenwilligen Votingsystems beim Besten Film helfen könnte.

Bleiben drei. Von denen sehe ich "The Favourite" in der Außenseiterrolle. Sein Vorteil ist allerdings, dass er von den drei verbliebenen wohl der massentauglichste ist. Getreu dem Motto "wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte" könnte es durchaus sein, dass er sich, mit vielen Nominierungen auf Platz zwei des Stimmzettels, die goldene Trophäe holt. Letzten Endes denke ich aber, dass es sich zwischen "Roma" und "Green Book" entscheiden wird. In beiden Fällen gibt es Aspekte, die sowohl für als auch gegen einen Sieg sprechen. So ist "Green Book" neben "Bohemian Rhapsody" wohl jener Film, der die meisten Kontroversen aushalten musste, beginnend beim "white savior"-Vorwurf, über Viggo Mortensens N-Wort-Sager in einem Interview, bis hin zu ungeschickten Twitter-Meldungen von Tony Vallelongas Sohn (warum zum Teufel auch immer das auf den Film zurückfallen sollte – schräge neue "Outrage"-Welt). Für ihn spricht jedoch der Sieg bei den Awards der Produzentengilde, die meist einen guten Gradmesser für diese Kategorie darstellen. Und abseits der erwähnten Kontroverse ist es eine Story über ein politisches Thema (Rassismus), sowohl unterhaltsam als auch sozialkritisch, und mit positiv-erhebenden Ausgang. "Roma" wiederum hat das Problem, ein Film zu sein, der die Gemüter doch spaltet. Zudem wäre es der erste fremdsprachige Film, der diese Auszeichnung für sich gewinnt. Vor allem aber sind weite Teile der Filmindustrie Netflix gegenüber doch eher feindlich eingestellt – weshalb es doch irgendwie zweifelhaft erscheint, dass sie einen Film des Studios in der Königsklasse auszeichnen. Und doch sprechen – bis auf den PGA – fast alle im Vorfeld der Oscars vergebenen Awards für einen Sieg von "Roma". Er ist auch zweifellos – ob man ihn nun mag oder nicht – der ungewöhnlichste (und wohl auch künstlerisch anspruchsvollste) Film auf dieser Liste. Ob das reichen wird, um den ungeliebten Beigeschmack des "anderen" N-Worts zu überdecken? In ungefähr siebenunddreißig Stunden werden wir es wissen!

Mein Tipp: Roma



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