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FilmRückblick 2012 - Der flotte 3x3er Drucken E-Mail
Die schlechtesten Filmleistungen des Jahres Kategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 08 Januar 2013
 
FilmRückblick 2012

FilmRückblick 2012 – Der flotte 3x3er

In dieser Kategorie wollen wir uns den schlechtesten Filmleistungen des vorangegangenen Jahres widmen. Hier also nun – kurz und schmerzvoll – meine ganz persönliche Flopliste des Kinojahres 2012:


Die 3 schlimmsten Filmmomente 2012 Es gibt Filme, die sind nicht unbedingt in ihrer Gesamtheit schlecht, aber in denen es einfach einzelne grauenhafte Momente gibt. Um eben diese geht es im ersten Teil dieser Kategorie, wo die dämlichste Szene, die unfreiwillig komischste Szene und die schlechteste Szene des Jahres 2012 prämiert wird.


PrometheusKopfschüttler des Jahres – Die dämlichste Szene 2012
Nachdem ich "Prometheus" gesehen hatte, war mir klar, dass an ihm in dieser Kategorie kein Weg vorbeiführen würde – ist mir doch schon lange nicht mehr so eine Ansammlung von dämlichen Szenen, die zum Kopfschütteln einladen, untergekommen wie in Ridley Scotts Pseudo-"Alien"-Prequel. Dementsprechend schwer ist es mir gefallen, mich für eine bestimmte Szene zu entscheiden. Soll ich jenen Moment nehmen, in dem sich zwei Wissenschaftler im fremden Raumschiff verlaufen, obwohl man dieses zuvor kartographiert hat? Oder jene Szene, in der sich einer der Wissenschaftler schmollend betrinkt, weil die Aliens nicht in der Kammer auf ihn gewartet haben um ihm endlich zu verraten, was zum Teufel denn nun eigentlich bei "Lost" los war? Oder vielleicht doch die mangelnde Reaktion der Anwesenden eines Raumes, als eine andere Figur blutüberströmt diesen betritt? Nicht zu vergessen einer der bescheuertsten Tode der Filmgeschichte, als eine Figur versucht vor einem abstürzenden Raumschiff davonzulaufen und dabei munter geradeaus läuft, statt auf die Seite zu hüpfen. Im Endeffekt müssen sich aber alle diese durchaus würdige Kandidaten jenem Moment geschlagen geben, als zwei Wissenschaftler, einer von ihnen sogar ein gottverdammter Biologe, ein außerirdisches Raumschiff mit einem Streichelzoo verwechseln und meinen, das liebe süße niedliche Tentakelwesen dass sich aus dem schwarzen "Akte X"-Öl erhebt streicheln zu müssen. Nobelpreis wird’s dafür zwar keinen geben, aber dafür immerhin den "Kopfschüttler des Jahres 2012". Ist ja auch etwas!
>> Zum Review


BattleshipAugenverdreher des Jahres – Die unfreiwillig komischste Szene 2012
"Battleship" war von vornherein ein heißer Kandidat für diese Kategorie. Ich meine, ihr habt den Trailer gesehen, richtig? Eine "Transformers"-Kopie, die noch dazu auf dem Brettspiel "Schiffe versenken" basiert, und vor Pathos nur so trieft? Und so gab es dann auch einen verdienten Favoritensieg, was die unfreiwillig komischste Szene betrifft – nicht weiter verwunderlich, war "Battleship" doch meines Erachtens auch der unfreiwillig komischste Film des letzten Jahres. Ich denke jedenfalls, es war absolut fatal, diesen Film dermaßen ernst und ohne jegliche Ironie umzusetzen; schon ab der ersten Szene hatte ich "In the Navy" von den Village People im Ohr. Wenn man die Albernheit des Films bzw. des Grundkonzepts umarmt hätte, statt sie zu negieren, wäre "Battleship" wohl deutlich besser gewesen. Jedenfalls: Es gäbe viele Momente, die es wert wären, sie hier zu erwähnen, wie z.B. der vor übertriebenem Heldenmut nur so strotzende Showdown, der auch sonst nach dem "Malen nach Zahlen"-Handbuch für Blockbuster-Showdowns gedreht zu sein scheint. Oder auch die klischeehafte Versöhnung zwischen Vater und angehendem Schwiegersohn am Ende. Aber am Witzigsten fand ich im Endeffekt den krampfhaften Versuch, das Spiel in den Film einzubinden. Bei der entsprechenden Szene bin ich wirklich gelegen vor Lachen. Köstlich!
>> Zum Review von Marcel Wetzel


Der Chaos-DadWeggucker des Jahres - Die schlechteste Szene 2012
Wusstet ihr schon: Verführung von Minderjährigen ist lustig! Ehrlich, was ist schon dabei, wenn eine Lehrerin auf die Avancen ihres viel zu jungen Schülers eingeht, und mit ihm eine Affäre beginnt? Ist doch zum Brüllen! Außerdem, wo soll da bitte schön der Schaden sein? Junge Burschen denken doch ohnehin die ganze Zeit an nix anderes als Sex, also tut sie ihm ja genau genommen nur einen Gefallen. Zumal er noch dazu zuerst zum Helden seiner Schule wird und ihn in weiterer Folge sogar die Öffentlichkeit zum Star erhebt! Also, liebe Lehrerinnen, rammelt eure Schüler was das Zeug hält!

Wenn ihr das so seht wie von mir gerade beschrieben, seid ihr damit in bester Gesellschaft – oder zumindest in jener von Adam Sandler. Wenn ihr das nicht so seht, werdet ihr verstehen, warum ich den Einstieg zu "Der Chaos-Dad" zu meiner schlimmsten Szene des Jahres erkoren habe. Sorry, ich bin ja nun wahrlich nicht prüde, aber Adam Sandlers Figur in diesem Film war bei weitem zu jung, als das ich das auch nur ansatzweise lustig finden könnte. Das ist Nötigung von Minderjährigen, Punkt. Was kommt als nächstes, eine lustige Vergewaltigung?!?! Oh je, dieses Jahr steht ja "Hangover 3" an – mir schwant übles! Dem würde ich so etwas nämlich tatsächlich zutrauen…


Die 3 enttäuschendsten Filme 2012 Während ich in den Vorjahren in dieser Kategorie zumeist eher zu richtig schlechten Filmen tendiert habe – wodurch sie drohte, zu einem inoffiziellen Verfolgerfeld der schlechtesten Filme des Jahres zu verkommen – habe ich mir heuer bewusst drei zwar enttäuschende, aber keineswegs schlechte, Filme herausgepickt. Bei allen dreien handelt es sich demnach um Enttäuschungen auf hohem Niveau; sie hatten zwar ihre Schwächen, waren aber keineswegs schlecht. Sie waren nur halt eben längst nicht so gut, wie ich mir das erhofft hatte. Da ich alle drei qualitativ in etwa auf Augenhöhe sehe, richtet sich die Reihung dabei nach jener aus meiner "Most Wanted"-Liste für 2012 – soll heißen: Der Film, auf den ich mich von diesen dreien am meisten gefreut hatte, hat mich entsprechend auch am meisten enttäuscht.


The Dark Knight RisesPlatz 3: The Dark Knight Rises
Bereits in meiner Kinovorschau habe ich erwähnt, dass ich dem Abschluss von Nolans Batman-Trilogie gegenüber skeptisch bin – blieb aber dennoch hoffnungsfroh, und setzte ihn immerhin auf Platz 6 (bzw. wenn man die Liste um jene Filme bereinigt, die aufs kommende Kinojahr verschoben wurden, sogar Platz 4). Dies sollte sich als zu hoffnungsfroh erweisen. Zwar keineswegs ein schlechter Film, konnte "The Dark Knight Rises" das Niveau des genialen Vorgängers nicht halten, und fiel vielmehr auf das gute, aber keineswegs überragende Niveau von "Batman Begins" zurück. Bis auf die gemeinsamen Szenen mit Catwoman sowie jener Moment, als Bane Batman das Rückgrat bricht, konnte mich kein Moment so richtig begeistern; vor allem den Showdown fand ich enorm enttäuschend. Mit dem Fall von Gotham City schien man an "The Dark Knight" anknüpfen zu wollen, zumindest auf mich wirkte die Entwicklung aber zu keinem Zeitpunkt plausibel und/oder nachvollziehbar. Dass das Ende ungemein vorhersehbar war, trugt auch nicht gerade dazu bei, den Film spannender zu machen. Und lasst mich erst gar nicht von den Logikfehlern anfangen. Wie "Batman Begins" so ist auch "The Dark Knight Rises" ein guter, gelungener Film; aber im Vergleich zum grandiosen Vorgänger ist er eine herbe Enttäuschung. 7/10
>> Zum Review von M. Spieler & M. Wetzel


Dame König As SpionPlatz 2: Dame, König, As, Spion
Ich habe ja nun wahrlich kein Problem mit langsamen und/oder unaufgeregt erzählten Filmen, aber "Dame, König, As, Spion" war dann selbst für meinen Geschmack zu sachlich, trocken, ausgedehnt, und fad. Ich kenne noch weder die Vorlage von John le Carré noch die TV-Adaption aus den späten 70ern, gehe aber davon aus, dass die Erzählweise dem Inhalt des Romans geschuldet ist. Und ich will ihn ja auch nicht schlecht reden; es war durchaus nett, mal einen realistischeren Spionage-Film zu sehen. Es gab einige gute Szenen (allen voran Smileys Erinnerungen an sein Aufeinandertreffen mit Karla), und die schauspielerischen Leistungen waren beachtlich. Aber sonderlich packend war das Geschehen leider nicht. Besonders enttäuscht war ich von der Auflösung rund um den Maulwurf. Zuerst versteckt man ihn und spannt uns auf die Folter, und dann zeigt man schon fast beiläufig, um wen es sich handelt. Weder an der großen Konfrontation zwischen Smiley und den Maulwurf noch an jenem Moment, als auch Smiley erkennt um wen es sich handelt, lässt man uns teilhaben. Angesichts des langen Weges bis dahin fand ich das schon sehr enttäuschend; man hätte die Geduld des Zuschauers hier wenigstens mit einer tollen Szene belohnen dürfen. Jedenfalls: Wenn das tatsächlich ein recht realitätsnaher Spionage-Film gewesen sein mag, dann ziehe ich –zumindest bei Filmen – eindeutig die Phantasie (sprich: 007) der Wirklichkeit vor. 7/10


PrometheusPlatz 1: Prometheus
Er war nicht schlecht, und konnte vor allem optisch überzeugen – ich halte ihn nach wie vor für den imposantesten Film aus 2012, trotz teils starker Konkurrenz (z.B. "Cloud Atlas") – aber vor allem inhaltlich sowie als angeblichen "Alien"-Prequel war "Prometheus" eine ungemeine Enttäuschung. Von der Rückkehr Ridley Scotts ins Science Fiction-Genre, dem er mit "Alien" und "Blade Runner" zwei absolute Meisterwerke beschert hat, hätte ich mir einfach deutlich mehr erwartet und erhofft, als ich es dann schließlich zu sehen bekam. Das Traurigste an der Sache ist, dass ich nachdem ich einige Interviews mit Ridley Scott gelesen habe nicht einmal mehr sicher bin, ob ich denn überhaupt Antworten auf die zahlreichen im Film aufgeworfenen und auch nach der Abblende immer noch offenen Fragen haben will. Die von ihm kolportierte Begründung, warum uns die Engineers ausschalten wollten, ist derart lächerlich, dass ich froh bin, diese nicht im Kinosaal vorgesetzt bekommen zu haben – sonst hätte sie wohl "Battleship" bei der lächerlichsten Szene des Jahres abgelöst. Und selbst wenn man diese Erklärung mit einbezieht, gibt es einfach immer noch so vieles, dass keinen Sinn ergeben scheint – wie z.B. warum sollten uns die Konstrukteure just die Koordinaten ihres Waffendepots hinterlassen? Von den zahlreichen dümmlichen Aktionen der Protagonisten ganz zu schweigen. Jedenfalls hoffe ich nach "Prometheus" noch mehr als vorher schon, dass aus dem geplanten "Blade Runner"-Sequel nichts wird. 7/10
>> Zum Review


Die 3 schlechtesten Filme 2012 Jeder Film kann mal im einen oder anderen Aspekt danebenhauen. Aber um hier genannt zu werden, müssen die Beteiligten schon richtig Mist gebaut haben. Filme, die in ihrer Gesamtheit nicht überzeugen können und bei denen selbst die positiven Elemente (so denn überhaupt vorhanden) die zahlreichen schlechten Szenen und ungelungenen Aspekte nicht im Geringsten ausgleichen können. Vor allem der erstgenannte Film wird wohl einige von euch überraschen – und vielleicht auch so manchem an meiner geistigen Zurechnungsfähigkeit zweifeln lassen – während die beiden anderen wohl eher "Favoritensiege" darstellen. Mit insgesamt sieben Filmen, welche mir eine Wertung von nur 2 Punkten oder sogar noch darunter wert waren, hatte ich dieses Jahr jedenfalls genug Auswahl, um diese Kategorie zu füllen (für alle die es interessiert: Die vier anderen betreffenden Filme, die es nicht in die "Flop 3" geschafft haben, sind "Cosmopolis", "Der Chaos-Dad", "Ghost Rider – Spirit of Vengeance" und "Safe House").


We need to talk about KevinPlatz 3: We need to talk about Kevin
Nein, ihr habt euch nicht verlesen, und ja, das ist mein Ernst. Und wenn ihr jetzt überrascht seid, wisst ihr wie es mir ergangen ist, als ich nach dem Film ungläubig auf den TV-Schirm gestarrt habe. Denn eigentlich hatte ich gerechnet, hier einen Fixstarter für meine Top 10 zu haben – und dann das. Nun gebe ich unumwunden zu… objektiv betrachtet müsste man die vier gerade genannten Filme wohl noch schwächer einstufen als diesen hier. Wie ich jedoch in meinem FilmRückblick Jahr für Jahr nicht müde werde zu betonen, ist an ihm überhaupt nichts objektiv. Und Tatsache ist nun mal: Kein Film hat mich so frustriert und geärgert, wie "We need to talk about Kevin". Das beginnt bei der unchronologischen, verwirrenden Erzählweise (die in einem Thriller angebracht sein mag, wo man sich dann konstant fragen kann, was hier eigentlich vor sich geht, bzw. was genau passiert ist; bei einem Drama, wo wir in die Handlung eintauchen und mit den Figuren mitfühlen sollen, halte ich diesen inszenatorischen Kniff jedoch für gänzlich fehl am Platz), geht über die eine oder andere logische Schwäche (warum zieht Eva nicht um? Warum ist sie nicht in psychiatrischer Behandlung? Warum macht man ihr Vorwürfe, obwohl [Achtung, Spoiler!] ihre Familie auch nicht ungeschoren davon kam? [Spoiler Ende]) bis hin zur meines Erachtens höchst fragwürdigen "Er wurde so geboren"-Aussage (was ist das hier, "Das Omen V"?). Darüber hinaus störte mich vor allem, dass sich der Film nicht entscheiden konnte, ob wir mit Eva mitfühlen oder sie für die Wahnsinnstat ihres Sohnes (mit-)verantwortlich machen sollen. Von der meines Erachtens zu überzeichneten Mutter-Sohn-Beziehung, die ich einfach nicht ernst nehmen konnte, sowie Kevins "weapon of choice" (wo ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass man diese nur deshalb gewählt hat, um es sich nicht mit der NRA zu verscherzen), die ebenfalls nicht gerade sehr lebensnah wirkte, ganz zu schweigen. Ja, natürlich, die schauspielerischen Leistungen waren herausragend. Davon abgesehen hat an "We need to talk about Kevin" für mich aber rein gar nichts funktioniert. 2/10


Abraham Lincoln – VampirjägerPlatz 2: Abraham Lincoln – Vampirjäger
Ok, lest den Titel noch einmal. Was erwartet ihr euch von so einem Film? Ich sage euch, was zumindest ich nicht erwartet hatte: Dass man eine derart absurde Thematik derart bierernst und ohne einen Funken Ironie umsetzt. Wenn die Vampire nicht wären, könnte man meinen, da hätte jemand versucht, Spielberg mit einer ernsten und ernst gemeinten Lincoln-Biographie zuvor zu kommen. Was dem Film jedoch gänzlich fehlt, ist jegliches Gefühl für Spaß. Ich meine, ganz ehrlich, Leute: Ihr interpretiert den nach wie vor beliebtesten Präsidenten der USA, eine Legende der Geschichte, zu einem Axt schwingenden Vampirjäger um – und tut dann auch noch so, als würdet ihr das ernst meinen? Schon allein das Konzept ist so absurd, dass man es nicht ernst nehmen kann – tatsächlich finde ich sogar diese Art der ironiefreien Geschichtsuminterpretation ansatzweise anstößig. Ich glaube nach wie vor, dass "Abraham Lincoln – Vampirjäger" ein trashiger Spaß hätte werden können – so war er jedoch leider einfach nur Trash. Jedenfalls hätte ich nie erwartet, dass ein Film mit einem solchen Titel derart langweilig ist. Nur noch einem Film bzw. einer Person gelang es, das noch einmal zu unterbieten. 2/10


Jack und JillPlatz 1: Jack und Jill
Damn you "We need to talk about Kevin"! Ich hatte mir alles schon überlegt und mir das ganze so amüsant vorgestellt. Auf Platz zwei "Der Chaos-Dad", dann den oben erwähnten Satz "Nur noch einer konnte das noch unterbieten" bringen, und offenbaren, dass Adam Sandler von Adam Sandler (im Doppelpack) geschlagen wurde – was zudem das erste Mal gewesen wäre, dass ein Filmschaffender in den beiden schlechtesten Filmen eines Jahres vertreten gewesen wäre. Doch dann kam "We need to talk about Kevin daher", und "Abraham Lincoln" konnte und wollte ich nicht außen vor lassen, und so musste ich diesen potentiellen Witz begraben. Tatsächlich gebe ich zu, ein klein wenig geschwindelt wäre es schon gewesen. So schlecht "Der Chaos-Dad" auch war, gerade auch was die ach-so-lustige Nötigung eines Minderjährigen betrifft, aber er hatte auch seine Momente; allen voran die Hochzeitsszene, die mich sogar zum Schmunzeln bringen konnte. Ja, er war komplett vorhersehbar, und die meisten Gags offenbarten sich als humoristische Rohrkrepierer, aber diese Szene konnte mich gut unterhalten. Außerdem hebt Leighton Meester (die mir noch aus "24" in bester Erinnerung ist) mit ihrem Charme und ihrer Performance den Film schon fast im Alleingang aus dem Katastrophengebiet.

Und so muss sich nun entgegen meinem ursprünglichen Plan Adam Sandler doch nur mit einem Film in der Liste der schlechtesten drei Filme des Jahres 2012 begnügen. Ich hoffe, er kann es verschmerzen. Was ich fast noch beachtlicher finde als den Film an sich, ist die Werbekampagne. Ich habe selten ein so ehrliches Poster gesehen, wie jenes zu "Jack und Jill". Zugegeben, "…und das wird nicht schön" wird in keinster Weise dem Grauen gerecht, dass sich letztendlich vor meinen Augen entfalten sollte, dennoch finde ich es beachtlich, dass sich der Werbespruch (wie schon beim Poster zu "Alien vs. Predator" und dessen prophetischem "Whoever wins – we lose") durchaus als –zutreffender! – Warnhinweis interpretieren lässt. Und ich kann euch nur dringend raten, diesen auch zu beachten. Zugegeben, es gab bereits früher die eine oder andere eher schwache Adam Sandler-Komödie, wie kürzlich erst "Kindsköpfe". Aber "Jack und Jill" übertrifft – oder eher unterbietet – wirklich alles. Nicht nur, dass es in den gesamten 90 Minuten, die sich eher wie drei Stunden anfühlen, keinen einzigen gelungenen Gag gibt, teilweise ist der Film sogar richtiggehend schwer zu ertragen. Das einzig gute sind die netten Effekte in den Szenen, in denen Adam Sandler sowohl als Jack wie auch als Jill zu sehen ist. Davon abgesehen ist alles an dem Film grauenhaft. Selbst Al Pacino (bei dem ich mich ohnehin frage, wie er sich für diesen Schmarrn hergeben konnte).

Zuerst einmal: Lieber Adam Sandler, wir haben 2013, nicht 1963. Man sollte meinen, Männer in Frauenkleidern, das Thema ist seit der diesbezüglichen ultimativen Komödie "Manche mögen's heiß" durch. Viel schwerer wiegt aber, wie Jill bzw. ihre Umwelt dargestellt werden. Der Film will uns weiß machen, dass Jill diese nette Person mit einem großen Herzen ist, die von ihrer Umgebung – allen voran ihrem Bruder – unverdientermaßen schlecht behandelt wird. Das ist aber nicht die Jill, die ich in diesem Film gesehen habe. Ich sah eine egozentrische, ignorante, unausstehliche Person, die in erster Linie an sich selbst denkt. Jill ist die Person, die nicht nur wenn sie ins Kino geht ihr Mobiltelefon nicht auf lautlos stellt, sondern zudem auch noch abhebt und die Frechheit besitzt, mitten im Kinosaal ein Telefonat zu führen – und dann beleidigt ist, wenn man sie deswegen beschimpft. Diese eine Szene vermittelt sehr zutreffend, welche Art von Person Jill ist. Und doch versucht man uns einzureden, sie sei die Gute und Jack sei der Böse. Ja, ne, ist klar. Es ist auch nicht so, dass sie im Laufe des Films eine Läuterung erfahren würde, wie dies z.B. mit Donny in "Der Chaos-Dad" passiert ist. Sie bleibt im Prinzip den ganzen Film über so wie sie ist – es sind die Leute um sie herum, allen voran ihr Bruder, der sich ändert. Doch auch abseits der Figuren und der Handlung ist "Jack und Jill" einfach nur grottenschlecht – und so witzig wie eine Wurzelbehandlung.

Am Ende des Films gibt es eine Szene, in der Jack Al Pacino (der sich im Film selbst spielt) den Werbespot zeigt, an dem er mitgewirkt hat. Dieser sagt daraufhin "Burn this. This must never be seen. By anyone. All copies – destroy them!" (ihr findet die betreffende Szene hier). Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das in Wahrheit ein Behind the Scenes-Video ist, das Al Pacinos Reaktion zeigt, nachdem ihm Adam Sandler zum ersten Mal "Jack und Jill" gezeigt hat. Wundern würde es mich nicht. Und schade, dass er sich mit seiner Forderung leider scheinbar nicht durchsetzen konnte. Er hätte uns damit einiges erspart. 1/10


Was waren eure persönlichen Flops des Kinojahres? Wir freuen uns über eure Antworten im SpacePub!


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