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Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung Drucken E-Mail
Review zu George Lucas' wegweisender Space Opera Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 25 Mai 2012
 
35 Jahre Star Wars - SPECiAL

Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung
(Star Wars: Episode IV - A New Hope, USA 1977)
 
Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung
Bewertung:
Studio/Verleih: 20th Century Fox
Regie: George Lucas
Produzenten: Gary Kurtz & George Lucas
Drehbuch: George Lucas
Filmmusik: John Williams
Kamera: Gilbert Taylor
Schnitt: Richard Chew, Paul Hirsch & Marcia Lucas
Genre: Science Fiction/Fantasy
Kinostart Deutschland: 09. Februar 1978
Kinostart Finnland: 25. Mai 1977
Laufzeit: 121 Minuten
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren
Trailer: YouTube (Englisch)
Kaufen: Blu Ray (Saga), Blu Ray (Trilogie), DVD (Trilogie), DVD (Kinofassung & SE), Soundtrack
Mit: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Alec Guiness, Peter Cushing, Anthony Daniels, Kenny Baker, Peter Mayhew, David Prowse, James Earl Jones u.a.


Kurzinhalt: Es herrscht Krieg in der Galaxis. Verzweifelt versucht eine kleine Gruppe von Rebellen, sich gegen das skrupellose Regime des Imperiums zu wehren und der Galaxie Frieden und Freiheit zurückzubringen. Doch eine neue Raumstation, der TODESSTERN, droht die Rebellion im Keim zu ersticken, kann das Imperium doch damit ganze Planeten vernichten. Einer kleinen Gruppe von Rebellen ist es gelungen, die Pläne für diese Kampfstation zu erbeuten – nun gilt es, diese zum Hauptkommando der Rebellion zu bringen, in der Hoffnung, eine Schwachstelle zu finden die es ermöglicht, den Todesstern zu vernichten. Diese Pläne befinden sich im kleinen Droiden R2D2, der gemeinsam mit seinem treuen Kollegen C-3PO durch die Wüste Tatooine's wandelt, nachdem das Schiff auf dem sie unterwegs waren von einem imperialen Sternenzerstörer unter dem Kommando von Darth Vader aufgebracht wurde. Die beiden geraten in die Hände von Luke Skywalker, der auf der Farm seines Onkels arbeitet, insgeheim aber davon träumt, sich der Rebellion anzuschließen – ein Wunsch, der sich schneller erfüllt als erwartet, als die imperialen Sturmtruppen auf der Suche nach den Droiden seinen Onkel und seine Tante töten und die Farm zerstören. Im früheren Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi findet er einen weisen Lehrmeister, der beginnt, ihn in die Geheimnisse der "Macht" einzuweihen – ein geheimnisvolles Energiefeld, dass alle Lebewesen im Universum miteinander verbindet. In eben dieser Macht wird sich Luke üben müssen, falls seine Mission erfolgreich sein soll. Im Mos Eisley Raumhafen heuert man schließlich den Schmuggler Han Solo und seinen treuen Freund und Kopiloten Chewbacca an. Gemeinsam macht man sich auf, um Prinzessin Leia aus den Fängen des Imperiums zu befreien und die Pläne des Todessterns der Rebellion zu übergeben…

Review: Der imposante Einstieg zu 'Star Wars'Zuerst erscheint das 20th Century Fox-Logo, und jenes von Lucasfilm. Danach wird der Bildschirm schwarz, und dann erscheinen plötzlich 10 Worte, in blauer Schrift gehalten, die einen flugs in eine fremde Welt werfen und eine ganze Generation beeinflussen und verzaubern sollten: "A long time ago in a galaxy far, far away." (oder, auf Deutsch: "Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis"). Der Titel des Films erscheint, und danach klärt uns ein Schriftzug über die Vorgeschichte zu diesem epischen Abenteuer auf. Danach schwenkt die Kamera auf einen Planeten, und plötzlich fliegt ein Raumschiff über unsere Köpfe hinweg. Bereits jetzt ist man fasziniert und von der Geschichte gefesselt – doch es kommt noch besser: Denn der Frachter der Rebellen wird von einem anderen Raumschiff verfolgt. Es wird größer… und größer…; bereits in der ersten Einstellung des Films zeigt uns George Lucas beeindruckende Bilder, die man zuvor im Kino so noch nicht gesehen hat. Er zieht damit den geneigten Zuschauer ab der ersten Minute unweigerlich in den Bann. Diese Bilder sind der Beginn eines der einflussreichsten, erfolgreichsten und populärsten Werke der Filmgeschichte, dass einen in diesem Ausmaß noch nie da gewesenen Fanboom auslösen sollte: Das "Star Wars"-Phänomen war geboren.

35 Jahre später fällt es nicht mehr ganz so leicht, sich von diesem Einstieg ähnlich beeindrucken zu lassen; immerhin hat man mittlerweile deutlich imposanteres auf der Kinoleinwand gesehen. Trotzdem hat der allererste "Star Wars"-Film für mich nichts an Faszination eingebüßt. Sein Einfluss ist bis heute spürbar – sollte sich "Star Wars" doch für das Kino im Allgemeinen und das Science Fiction-Genre im Besonderen in vielerlei Hinsicht als revolutionär und wegweisend erweisen. "Der weiße Hai" mag der erste Sommerblockbuster der Filmgeschichte gewesen sein, doch "Krieg der Sterne" hat hier noch einmal eins draufgesetzt, und stellt wohl den ersten Popcorn-Film der Geschichte dar: Ein großes, episches Abenteuer auf der Kinoleinwand, dass von der ersten bis zur letzten Minute mit seiner Geschichte, den Bildern, den revolutionären Effekten und phantastischen Designs und Kreaturen in eine fremde Welt entführt, und den Zuschauer in erster Linie phänomenal unterhalten will – was ihm auch gelingt. "Star Wars" war damals etwas völlig neues, und bot eine Erfahrung, wie man sie bis dahin so im Kino noch nicht erleben konnte. Er war ein Novum, und verstand es wohl u.a. auch genau deshalb, die Massen derart anzuziehen, wie ihm das gelungen ist. Doch "Star Wars" erzählt nicht nur eine epische Geschichte über galaktische Imperien, Rebellionen etc., in bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter und ungeahnter Größe, sondern entführte den Kinobesucher zudem in eine fremde, phantastische, aber dennoch glaubhafte Welt. In "Krieg der Sterne" sah man völlig neue, beeindruckende und teils riesige Raumschiffe, und zudem faszinierende außerirdische Wesen. "Star Wars" präsentierte womöglich zum ersten Mal in der Filmgeschichte Aliens, die auch wirklich außerirdisch – aber dennoch glaubhaft – aussahen. Die Szene in der Bar in Mos Eisley ist mit all ihren fremden Wesen jedenfalls mindestens so ein Augenöffner, wie der imposante Einstieg des Films.

Der Millennium-Falke als Paradebeispiel für die 'gebrauchte Zukunft'Das SF-Genre revolutionierte "Star Wars" vor allem in zweierlei Hinsicht. Einerseits hat er in einer Zeit, in der düster-deprimierende Zukunftsvisionen und eher anspruchsvollere, trübsinnige "Hard-SF" das Genre beherrschten, der Science Fiction die Leichtigkeit und den Spaß zurückgebracht. George Lucas bereicherte sein SF-Epos um Fantasy-Elemente, und erzählte eine auf uralte Heldenmythen basierende Geschichten, im Stile der Pulp-Abenteuer und/oder Comics aus den 30ern und 40ern. Auch das Design dieser weit, weit entfernten Galaxis war wegweisend. Der zu diesem Zeitpunkt im Genre vorherrschende klinisch-sterile Look wurde durch die sogenannte "gebrauchte Zukunft" ersetzt. Vieles sieht in "Star Wars" dreckig und ramponiert aus; eben so, als wäre es auch wirklich tagtäglich in Gebrauch – was dieser Welt trotz ihrer Phantastik und Fremdartigkeit einen gewissen Realismus verleiht. Dieser Zugang, dass sich selbst eine derart fortschrittliche Technologie mit der Zeit abnutzen und nicht mehr in Hochglanz erstrahlen würde, sollte sich als absolut wegweisend fürs Genre erweisen (siehe u.a. "Alien" und "Blade Runner").

Die Handlung von "Star Wars" an sich mag genau genommen nichts Besonderes sein, und sich wie bereits erwähnt verschiedenster alter Sagen, Mythen und Legenden bedienen (die unschuldige Prinzessin; der naive und gutmütige Waisenjunge aus einfachen Verhältnissen, der sich zum Helden der Geschichte aufschwingt; ein schwarzer Reiter; der weise alte Zauberer; ein großes, böses Imperium, dass es zu besiegen gilt, und gegen das eine kleine Schar wackerer, aufrechter Rebellen ankämpft; und zuletzt noch ein Schuss Western mit einem einsamen Cowboy und "Outlaw" und seinem treuen Weggefährten) – vermischt diese allerdings derart geschickt, dass daraus erst recht wieder ein faszinierendes Abenteuer entsteht, dass man genau so dann eben doch bisher noch nicht erlebt hat. Auch die Verlagerung des Geschehens in den Weltraum trägt viel dazu bei, dass die Handlung in "Krieg der Sterne" – so sehr sie auch auf bekannte Elemente aufbauen mag – frisch und unverbraucht wirkt. Zugleich verleiht genau die Tatsache, dass sich George Lucas an alten Mythen und Stereotypen bedient, "Star Wars" seinen universellen Charakter und seine weltweite Popularität. Die hier erzählte Geschichte funktioniert einfach überall – und eben 35 Jahre später immer noch genauso gut wie am Tag seines Erscheinens. "Krieg der Sterne" behandelt Themen, die zeitlos sind, wie Loyalität, das Glauben und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Heldenmut… und natürlich auch der Freiheitskampf weniger wackerer, aufrechter Kämpfer gegen ein unterdrückendes, totalitäres Regime (nicht zuletzt sollen die Uniformen des Imperiums an die Nazi-Zeit erinnern), wo zudem das gute alte Prinzip eines Kampfes David gegen Goliath mitschwingt.

Der erste Auftritt von Darth VaderAus dem scheinbar ausweglosen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner – und letztendlich dem Triumph einer kleinen treuen, von ihrer Sache überzeugten Schar – bezieht "Star Wars" viel von seinem Reiz, und präsentiert dank des positiven Ausgangs zudem eine optimistische Aussage, welche ungemein ansteckend ist und einen mit einem positiven Hochgefühl aus dem Film entlässt. Doch es ist nicht nur die Geschichte an sich, die zu faszinieren vermag, sondern auch die clevere Art und Weise, wie sie erzählt wird. So dauert es über eine Viertelstunde, ehe wir den großen Helden der Geschichte zum ersten Mal zu Gesicht bekommen. Davor verfolgen wir die Ereignisse in erster Linie aus Sicht der beiden Droiden, die nach Tatooine geschickt werden, um Obi-Wan Kenobi ausfindig zu machen und ihn im Namen von Prinzessin Leia um Hilfe zu bitten. Vor allem C-3PO ist uns mit seiner sehr menschlichen Art und seinem ständigen Pessimismus sofort sympathisch. Das Zusammenspiel zwischen C-3PO und R2D2 kann ebenfalls gefallen – vor allem, wenn man sich in Gedächtnis ruft, dass man hier zwei "Roboter" sieht, von denen noch dazu nur einer über eine menschliche Stimme verfügt. Es ist beachtlich, wie es George Lucas schafft, uns ihre "Emotionen" begreifbar und ihren Dialog verständlich zu machen – auch wenn wir eigentlich nur einen von ihnen verstehen.

Dann folgt der erste Auftritt von einem der bekanntesten, beliebtesten, beeindruckendsten und denkwürdigsten Bösewichte der Filmgeschichte: Darth Vader. Allein durch seinen mysteriösen schwarzen Anzug, sein Auftreten und die Bariton-Stimme von James Earl Jones erhält er eine phänomenale Präsenz, selbst wenn sein Gesicht die ganze Zeit über hinter der Maske versteckt ist, und man somit um seine Gefühle zu vermitteln nicht auf Mimik, sondern lediglich auf Gestik und die Filmmusik angewiesen ist. Außerdem weckt der Anzug sofort das Interesse des Zuschauers. Ist das ein Mensch, oder eine Maschine? Was ist mit ihm passiert, wieso steckt er in diesem Anzug? All diese Fragen gehen einem wenn man ihn zum ersten Mal sieht durch den Kopf, und sorgen dafür, dass dieser Bösewicht praktisch ab seinem ersten Erscheinen einen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt, ihm in Erinnerung bleibt, und das Interesse weckt, mehr über ihn zu erfahren. Damit ist er nicht einfach "nur" ein bedrohlicher, sondern vor allem auch ein interessanter Bösewicht – etwas, auf das leider allzu oft vergessen wird. Kurz darauf lernen wir auch Prinzessin Leia kennen. Carrie Fisher verleiht einer Figur, die leicht zu einer 08/15 Jungfrau in Nöten hätte verkommen können, eine Intelligenz, Stärke und Intensität, die weder damals noch heute für solch eine Figur selbstverständlich ist. Dies ist nicht einfach nur eine hübsche Prinzessin die es zu retten gilt; mutig bietet sie Darth Vader die Stirn und lässt sich von seiner bedrohlichen Präsenz nicht einschüchtern.

Der Untergang der DoppelsonneNachdem sich die Wege der beiden Droiden in der Wüste Tatooines zuerst trennen, ehe sie im Endeffekt beide als Beute der Jawas enden, ist es nun an der Zeit, auch den Helden der Geschichte vorzustellen: Luke Skywalker macht sofort einen sympathischen, wenn auch noch eher schlichten und etwas unscheinbaren Eindruck. Als er davon spricht, sich der Rebellion gegen das Imperium anzuschließen, bemerkt man jedoch, dass auch in seinem Innern ein Feuer brennt. Noch bevor ihm das Imperium einen ganz persönlichen Grund dafür gibt, es zu hassen, ist er – wohl aufgrund einer Mischung aus Abenteuerlust, Rechtschaffenheit und Heldenmut – bereits begierig darauf, gegen das Regime anzukämpfen, und die Rebellen zu unterstützen. Er sehnt sich nach einem anderen, größeren Leben; möchte mehr sein als ein einfacher Farmer. Seine Sehnsucht nach Abenteuer und den Sternen wird nicht nur aus seinen Worten und Mark Hamills zwar noch etwas eindimensionaler, aber für die Figur perfekten, gutherzigen Darstellung deutlich, sondern vor allem auch in einer der besten Momente der gesamten Trilogie, als Luke, von John Williams "Force Theme" begleitet, in den Doppelsonnenuntergang hinausblickt. Eine Szene, die mir jedes Mal wenn ich sie sehe eine Gänsehaut über den Rücken jagt. Kinomagie pur!

Kurz darauf lernen wir Obi-Wan Kenobi kennen. Alec Guiness ist einfach nur großartig in dieser Rolle. Er strahlt so eine Wärme und Herzlichkeit aus. Meine beiden Lieblingsmomente von und mit ihm sind wohl seine Reaktion, als Luke seinen alten, echten Namen erwähnt, sowie als er ihm die Wahrheit über den Tod seines Vaters erzählt (von einem gewissen Standpunkt aus). Sein kurzer Blick zur Seite, als er mit seiner Erzählung beginnt, sagt mehr als tausend Worte, und deutet bereits an, dass er nicht ganz aufrichtig ist. Er möchte, dass Luke ihn nach Alderaan begleitet – er soll ein Jedi werden, genau wie sein Vater. Doch Luke ist noch nicht bereit, zu gehen, und seinen Onkel und seine Tante einfach so im Stich zu lassen. Als man beim Weg zurück über den zerstörten Transporter der Jawas stolpert (Obi-Wans Spruch über die Zielgenauigkeit der Sturmtruppen entbehrt im Übrigen nicht einer gewissen Ironie), schwant Luke bereits übles. Er rast nach Hause, nur um die verbrannten Leichen von Onkel Owen und Tante Beru vorzufinden (eine Szene, die mich mit ihrer für solch einen ab 6 Jahren freigegebenen Familienfilm erstaunlich drastischen Darstellung immer wieder überrascht) – erneut begleitet vom "Force Theme", jedoch diesmal weniger romantisch, sondern dringlicher, melancholischer und leicht verzerrt. Hier schließt John Williams perfekt den Kreis zwischen Lukes Abenteuerlust und der harschen, deutlich weniger glorreichen Realität; sein großer Traum geht zwar in Erfüllung, jedoch zu einem schrecklichen Preis.

Neue Bekanntschaften in Mos Eisleys CantinaNach der ersten Anwendung des Jedi-Gedankentricks verschlägt es uns in die Cantina, wo sich – wie zuvor schon erwähnt – die unterschiedlichsten, phantastischen und wirklich außerirdisch und fremdartig aussehenden Wesen tummeln. Dort treffen wir auf zwei weitere essentielle Figuren der klassischen Trilogie: Fan-Liebling Han Solo, und sein treuer, zotteliger Begleiter Chewbacca. Harrison Ford war für den Schmuggler zweifelsohne die Idealbesetzung, und fand hier neben "Indiana Jones" wohl seine bekannteste und beliebteste Rolle. Er schafft es perfekt, den weichen Kern unter seiner rauen Schale immer wieder durchscheinen zu lassen. Han Solo ist jene Figur, die im ersten Film die größte Wandlung durchmacht. Er beginnt als egoistischer "Schurke", der nur an seinem Geld interessiert ist, und eilt zuletzt doch noch zur Rettung unseres Helden. Großartig auch, wie uns George Lucas bei der Begegnung mit Greedo klar macht, dass Han keine Skrupel kennt – denn ja, natürlich hat Han zuerst bzw. als einziger geschossen. Wieso fragt ihr?!?!

Chewie wiederum ist in "Eine neue Hoffnung" der einzige Außerirdische unter den Helden. Eine Mischung aus treuem Hund, langhaarigem Zottelbär und – wie es Leia wenig charmant ausdrückt – laufendem Bettvorleger, schafft es auch er, sich beim Zuschauer verständlich (und sympathisch) zu machen, obwohl wir kein Wort von dem verstehen was er sagt. Wie jede Figur bekommt er bereits bei seinem ersten Auftritt einige wundervolle Momente spendiert, wie sein süffisantes Lächeln nach Hans Warnung, Wookies würden wenn sie verlieren ihrem Gegner den Arm ausreißen, oder jener witziger Moment, als er einen der Mausdroiden auf dem Todesstern anbrüllt, woraufhin dieser sich verkrümelt. Zuerst gilt es aber natürlich erst noch, den Sturmtruppen auf Tatooine zu entkommen. Nachdem sich Han des Kopfgeldjäger-Abschaums namens Greedo entledigt hat, bereitet man sich darauf vor, den Wüstenplaneten zu verlassen (Anmerkung: Auf die Änderungen durch die Special Edition, wie die hier nun folgende kurze Szene mit Jabba, gehe ich zum Abschluss des Reviews noch gesondert ein). Luke ist wenig begeistert, als er die Schrottmühle namens Millennium Falken zum ersten Mal sieht, und in der Tat scheint Hans Schiff nicht mehr unbedingt im besten Zustand zu sein. Immerhin reicht es, um sicher und rechtzeitig den Sturmtruppen zu entkommen, als ein Spion (etwas, dass man im Hintergrund wunderbar beobachten konnte) den Imperialen den Standort der Droiden durchgibt. Auf dem Todesstern wird Prinzessin Leia unterdessen von Lord Vader und seinen Schergen gefoltert – soll sie ihm doch den Standort der geheimen Rebellenbasis verraten. Während einer Besprechung auf dem Todesstern, wo sich einer der imperialen Techniker zuerst sehr begeistert über diese technologische Errungenschaft und danach abfällig über dessen Fähigkeiten äußerst, gibt uns Darth Vader eine erste Demonstration seiner Macht (Wortspiel ganz und gar beabsichtigt), gefolgt von einem der beliebtesten Sätze des Films: "I find your lack of faith disturbing".

Prinzessin Leia in BedrängnisIn diesen Szenen lernen wir auch zum ersten Mal Gouverneu Tarkin kennen, den Kommandanten des Todessterns, der kurz darauf in den Mittelpunkt des Geschehens rückt: Nachdem Vaders Befragung nichts ergeben hat, lässt er den Todesstern nach Alderaan, Leias Heimatplaneten, fliegen. Er droht, diesen zu vernichten, falls sie ihm kein militärisches Ziel – also den Standort der Rebellenbasis – nennt, dass er zur Demonstration der Macht dieser Kampfstation vernichten kann. Sowohl Carrie Fisher als auch Peter Cushing sind in dieser Szene einfach nur phantastisch. Im Angesicht der drohenden Zerstörung ihrer Heimat – und der Ermordung von Millionen von Menschen – gibt ihm Leia schließlich die gewünschte Auskunft (angeblich; kurz darauf erfahren wir, dass der von ihr genannte Planet von den Rebellen schon lange verlassen wurde), nur um mit ansehen zu müssen, wie dieser Alderaan trotzdem zerstören lässt. In diesem einen Moment erfahren wir alles, was wir über das Imperium und seine Machenschaften wissen müssen. Großartig auch, wie hart, kalt und "sachlich" dieser Moment inszeniert ist; so wie Leia verfolgen wir das Geschehen nur aus dem Orbit aus. Ihre Wirkung auf den Zuschauer verfehlt diese Demonstration dennoch nicht. Erst jetzt wird uns so richtig bewusst, was aus dem Spiel steht…

Dafür, dass uns diese Wendung auch emotional berührt, sorgt in erster Linie Leias Schock, sowie Obi-Wans Bestürzung an Bord des Millennium Falken. Dort beginnt Luke nun mit dem Jedi-Training, und wir erfahren wieder ein bisschen etwas über die geheimnisvolle Macht – und welche Fähigkeiten sie verleiht. Nach dem Sprung aus dem Hyperraum geht es Schlag auf Schlag: Der Millennium Falke gerät in einen Traktorstrahl der Station und wird an Bord gebracht. Während Obi-Wan loszieht, um diesen zu deaktivieren, erfährt Luke den Aufenthaltsort der Prinzessin, und kann Han Solo dazu überreden, ihm zu helfen. Der entsprechende Dialog ist einfach nur köstlich. Kurz darauf gibt es gleich ein weiteres humoristisches Highlight, als Han Solo, nachdem man die Wärter des Gefängnisbereichs ausgeschaltet hat, auf das Rufsignal der Zentrale reagiert, sich im Gespräch verhaspelt, und das Kommunikationsgerät mit den Worten "Boring conversation anyway" zerstört. So richtig Pepp bekommen die Dialoge dann, nachdem man Leia aus ihrer Zelle befreit hat. Ihre Enttäuschung ob der Planlosigkeit der Rettungsaktion, vor allem aber ihr köstliches Geplänkel mit Han Solo (wie heißt es doch so schön: Was sich liebt, das neckt sich), das an beste Screwball-Komödien gemahnt, sorgen für beste Unterhaltung (Kostprobe: "You came in that thing? You're braver than I thought…"). Zuvor gibt es noch eine sehr spannende kurze Episode in der Müllaufbereitungsanlage, wo wir zuerst Besuch von einer weiteren Kreatur erhalten, deren originelles Design in Erinnerung bleibt, ehe es danach für unsere Helden nicht gut aussieht, als sich die Wände langsam aber sicher zusammenschieben. Derartige kleine Mini-Cliffhanger sind ebenfalls typisch für jene Serials, die George Lucas mit "Star Wars" (und später auch "Indiana Jones", der ja ebenfalls von einer haarigen Situation in die nächste gerät) wieder aufleben lassen wollte.

Das erste Lichtschwertduell der SagaWährend Han, Chewie, Luke und Leia die Flucht antreten, kommt es zum ersten Lichtschwertduell innerhalb der Filmreihe. Sowohl Obi-Wan als auch Darth Vader spüren die Anwesenheit des jeweils anderen, und treffen schließlich bei der Landebucht aufeinander. Ich weiß, dass es nicht gerade populär ist, die Prequel-Trilogie zu loben, aber ich muss offen gestehen, dass dieses Duell durch die Vorgeschichte definitiv aufgewertet wurde, und über deutlich mehr Bedeutung und emotionale Wirkung verfügt, als wenn man es ohne diese Vorkenntnis sieht (und wenn ihr diese Ansicht schon als Blasphemie anseht, freut euch schon mal auf mein Review zu "Die Rache der Sith"!). Hinzu kommt noch, dass das Duell an sich nicht gerade besonders dynamisch ist, oder durch eine beeindruckende Kampfchoreographie besticht. Trotzdem war es damals natürlich ein toller Moment – immerhin war es das erste Mal, dass man ein Lichtschwertduell zu sehen bekam! Und jegliche potentielle Kritik bezüglich des Duells an sich löst sich spätestens bei dessen emotionalem Ende in Luft auf (und ja, auch dieses Wortspiel war beabsichtigt), geht es dabei doch genau genommen weniger um den Kampf an sich, als darum, wie er endet: Als Obi-Wan Luke erblickt, lässt er sich von Darth Vader bereitwillig niederstrecken.

Nachdem Luke Obi-Wans Stimme in seinem Kopf hört, der ihn dazu auffordert, aufzubrechen, gelingt ihnen mit dem Millennium Falken die Flucht. In einer kurzen, berührenden Szene darf Luke um seinen Freund und Mentor trauern, ehe die Action wieder in den Vordergrund rückt – wird der Millennium Falke doch von mehreren Tie Fightern verfolgt. Nun folgt der erste Weltraumkampf der Reihe, und auch hier ist festzuhalten, dass er sicherlich nicht der spektakulärste und dynamischste ist. Die Spezialeffekte könnten zwar nach wie vor überzeugen, und dank den schnellen Schnitten und vor allem John Williams' peitschender Musik ist selbst dieser Kampf, auch wenn er noch nicht optimal in Szene gesetzt ist, schon sehr spannend, aber im Vergleich zu späteren Weltraumkämpfen fällt diese erste Auseinandersetzung im All doch etwas ab. Vor allem, dass die getroffenen Tie Fighter die ganze Zeit relativ nahe am Falken herumzufliegen scheinen, wir sie dann aber immer aus recht großer Entfernung explodieren sehen (ganz besonders auffällig ist dies beim letzten), fällt doch etwas negativ auf. Als wirklich störend empfinde ich es aber nicht. Da finde ich den Plan der Rebellen zur Vernichtung des Todessterns, der kurz darauf vorgestellt wird, schon deutlich schwerer zu schlucken. Auch wenn sich die Frage zugegebenermaßen erst beim eigentlichen Angriff ergibt – und auch da wohl noch nicht bei der Erstsichtung, wo man vom Geschehen auf der Kinoleinwand/dem Fernsehschirm einfach viel zu sehr gepackt wird, als dass man sich über solche logische Ungereimtheiten Gedanken machen könnte – muss man sich doch unweigerlich wundern, warum die Rebellen diesen elendslangen Schacht entlangfliegen und sich von den verfolgenden Tie Fightern aus dem Himmel schießen lassen, statt erst näher an der Öffnung in diesen einzutauchen.

Luke Skywalker beim alles entscheidenden AnflugWenn es einen Grund gibt, warum diese Taktik nicht funktioniert würde, scheiterte "Star Wars" jedenfalls daran, mir dies zu vermitteln. Allerdings muss man dem Film zu Gute halten, dass dies der einzige Moment ist, wo man das Hirn besser ausschalten und einfach den Film genießen sollte, ohne groß darüber nachzudenken. Von den meisten modernen Sommerblockbustern ist man gewohnt, entsprechenden "suspension of disbelief" praktisch im Minutentakt zu erwarten! Deshalb will ich auch gar nicht lange auf diesem logischen Schwachpunkt herumreiten – zumal es zwar nicht unbedingt logisch sein mag, dafür aber sehr effektiv, und visuell beeindruckend. Generell ist der Angriff auf den Todesstern ungemein packend und spannend, und erweist sich als mehr als nur würdiges Finale für den Film. Tatsächlich streitet es sich bei mir regelmäßig mit den letzten 15-20 Minuten aus "Alien" um den Titel des besten Finales der Filmgeschichte. Wir wissen, worum es geht, und dass nicht weniger als das Überleben der gesamten Rebellion auf dem Spiel steht. Mit dem den Planeten umrundenden Todesstern gibt es zudem ein Ultimatum, wodurch eine enorme Spannung aufgebaut wird. Man spürt förmlich, wie die Uhr im Hintergrund heruntertickt.

Zuerst wird die Oberfläche des Todessterns angegriffen; zudem gibt es in dessen Orbit einige packende Kämpfe zwischen den X-Flüglern und den Tie-Jägern zu bestaunen, die bereits um einiges dynamischer sind, als der Kampf mit dem Millennium Falken zuvor. Zugleich dringt ein Geschwader nach dem anderen in den Schacht ein. Doch das erste wird zerstört, ehe es zum Abschuss ansetzen konnte, und beim zweiten Geschwader verfehlt der Torpedo das Ziel. Es ist an Luke Skywalker und seinem Geschwader – bestehend aus dem Helden aus der zweiten Reihe, Wedge Antilles, sowie seinem alten Freund Biggs Darklighter – den Todesstern zu vernichten; sie sind nun die letzte Hoffnung der Rebellion. Eine Szene, die mich immer wieder zum Schmunzeln bringt, ist wie Luke seinen Zielcomputer ausschaltet. Aus seiner Sicht macht es natürlich Sinn, er vertraut und folgt Obi Wans Rat. Aber ich muss mich jedes Mal wundern, was sich wohl die Rebellen auf Yavin IV denken müssen. Ihre Vernichtung steht unmittelbar bevor, der Todesstern ist so gut wie in Reichweite, sie haben nur mehr ein Geschwader, um ihn rechtzeitig zu vernichten – und Luke schaltet den Zielcomputer aus! Er steht kurz vor dem Ziel, als Darth Vaders Tie-Jäger ihn erfasst und alles verloren scheint – ehe der Millennium Falke heranfliegt und Luke vor den drohenden Vernichtung bewahrt. Damit schwingt sich Han Solo, der eigentlich sein Geld schnappen und rechtzeitig verschwinden wollte, ehe der Todesstern Yavin IV erreicht, zum zweiten großen Helden der Schlacht auf. Luke feuert die Torpedos ab, die ihr Ziel finden – und der Todesstern wird – just in jenem Moment, als er in Feuerreichweite des Planeten kam – vernichtet (in der Special Edition sogar mit "Praxis-Effekt"; wer's braucht). Jedenfalls halte ich diese 2-3 Minuten für eine der besten Sequenzen der Filmgeschichte. Einfach nur phänomenale Unterhaltung. Mit einer Feier inklusive Medaillen-Zeremonie für unsere Helden entlässt man den Zuschauer dann schließlich wieder in die – vergleichsweise öde – Realität.

Die Rebellen greifen den Todesstern anMachen wir uns nichts vor: So spannend und packend die Geschichte, so unterhaltsam das mit amüsanten Dialogen gespickte Drehbuch, oder so gelungen die schauspielerischen Leistungen auch waren… einer der Hauptgründe, warum "Star Wars" so erfolgreich war und damals so eine Faszination auslöste, sind die wegweisenden Spezialeffekte. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass George Lucas kein Effekthaus finden konnte, dass die Effektszenen so hätte umsetzen können, wie er sich das vorstellte – woraufhin er ganz einfach selbst eines gegründet hat. "Industrial Light & Magic" mögen in den letzten Jahren, insbesondere aus Neuseeland (Weta Digital), Konkurrenz bekommen haben, dennoch zählen sie zu den absoluten Pionieren, was Special Effects betrifft. Für "Star Wars" musste ILM nicht einfach "nur" die Effekte produzieren, sondern oftmals erst die Technologie entwickeln, um diese wie von George Lucas gewünscht umsetzen zu können. Selbst in der ursprünglichen Kinofassung sehen die Effekte auch heute noch phantastisch aus, und wissen zu begeistern. "Star Wars" bot einfach Spezialeffekte in einer Qualität und Quantität, wie sie nie ein Mensch zuvor gesehen hatte…

Doch es sind nicht nur die Effekte allein; auch die Designs sind grandios. Seien es nun die zahlreichen Aliens (allen voran die Schar fantastischster Kreaturen aus der Cantina auf Tatooine), die Raumschiffe (wobei aus der ganzen Schar großartiger Modelle, wie X-Flügler, Tie Fighter, Todesstern usw., der Millennium Falken mit seinem ungewöhnlichen asymmetrischen Design besonders hervorsticht), die Innenausstattungen von Räumen und Raumschiffen, oder auch die Uniformen, Sturmtruppen-Anzüge sowie Vaders Rüstung… "Star Wars" ist eine designtechnische Meisterleistung. Auch das Drehbuch sei hier noch einmal lobend erwähnt, wobei vor allem die zahlreichen spritzig-locker-amüsanten Dialoge (glaubt man Making Of-Berichten, gehen viele davon auf Lucas' inoffizielle Coautoren Gloria Katz und Willard Huyck zurück) viel zum Unterhaltungswert des Films beitragen. George Lucas inszeniert "Star Wars" zudem, vor allem wenn man bedenkt dass es erst sein dritter Spielfilm war, und noch dazu der erste dieser Größe und Dimension, mit beachtlich sicherer Hand, und findet genau das richtige Tempo. Weder hastet er durch die Handlung, noch hält er sich an der einen oder anderen Stelle zu lange auf. Und auch wenn ich sie im Verlauf meines Reviews schon mehrmals positiv erwähnt habe, muss auch hier noch einmal auf die grandiose Filmmusik von John Williams hingewiesen werden. Er setzt für seinen orchestralen Soundtrack ganz stark auf Leitmotive, und erschafft viele prägnante Melodien, die in Erinnerung bleiben. Es gibt wenige Filme, wo die musikalische Untermalung so bedeutsam ist, wie bei "Star Wars". Egal ob er Spannung, oder ein Gefühl für Magie, oder für Triumph vermitteln will… John Williams sorgt dafür, dass viele Bilder zusammen mit seiner Musik mehr sagen – und mehr Emotionen vermitteln – als tausend Worte. Schlicht und ergreifend einer der besten Soundtracks aller Zeiten…

Han hat zuerst geschossen! Ich habs genau gesehn!Abschließend möchte ich nun wie angekündigt kurz auf die Änderungen der überarbeiteten Fassungen – Special Edition, DVD-, sowie Blu Ray-Veröffentlichung – eingehen. In der SE war es in erster Linie eine bestimmte Änderung, die für Aufregung – und Kopfschütteln – gesorgt hat: Greedo schießt zuerst. Für die weiteren Veröffentlichungen wurde dies zwar insofern wieder überarbeitet, als dass Han und er nun wenigstens gleichzeitig schießen, dennoch wurde der Sinn der Szene – und damit leider auch Hans Charakter – auch damit nach wie vor noch grausam entstellt. Dass Han nicht lange fackelt und Greedo als dieser ihm droht zuvorkommt und ihn erschießt, ist wichtig für die weitere Entwicklung der Figur. Er beginnt an einem düsteren Ort, und wendet sich langsam aber stetig dem Licht zu. Nimmt man ihm dies weg, geht ein Großteil dieses Weges verloren. Zudem lässt es beide, sowohl Han als auch Greedo, wie Idioten aussehen. Greedo ist zu dämlich, ihn aus einer Entfernung von ein oder zwei Metern zu treffen, und Han wiederum verdankt sein Überleben schierem Glück, bzw. Greedos Unvermögen. Bis zum Blu Ray-Release war dies jedenfalls mit Abstand meine unliebste Änderung; auch wenn es sich de facto nur um eine Sekunde handelt, sind die Auswirkungen leider enorm – und allesamt negativ.

Den restlichen Änderungen, so unnötig sie überwiegend auch gewesen sein mögen, stehe ich schon nicht mehr ganz so kritisch gegenüber. Ja, die Szene mit Jabba hätte man sich sparen können und sollen. Ich verstehe, warum sie George Lucas einbauen wollte – wir sollen diese wichtige Figur halt nicht erst in der letzten Episode sehen – dennoch hätte ich es vorgezogen, auf dieses Aufeinandertreffen zu verzichten. Es ruiniert nicht nur die Enthüllung der Figur in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (zudem denke ich, dass Jabba als Figur besser funktioniert, wenn er in den ersten Filmen nur aus dem Schatten agiert – quasi als bedrohliche, geheimnisvolle Präsenz aus dem Hintergrund – wir ihn aber dann erst im Finale der Trilogie zu Gesicht bekommen), sondern auch die amüsante Offenbarung des Millennium Falken, als Luke ihn zum ersten Mal sieht. Zudem leidet die Szene darunter, dass im Dialog in erster Linie der Inhalt aus dem Gespräch zwischen Han und Greedo noch einmal wiedergekäut wird, und sie daher ungemein redundant wirkt. Die einzige Änderung/Ergänzung, die ich begrüße, ist die kurze Szene mit Biggs, da sie einem der Piloten die mit Luke in die Schlacht ziehen ein Gesicht verleiht, und zudem die emotionale Wirkung seines Todes verstärkt. Den neuen CGI-Effektszenen stehe ich hingegen indifferent gegenüber. Sie sehen grundsätzlich durchaus schick aus und verleihen dem Angriff auf den Todesstern mehr Dynamik, stechen aber im Vergleich zu den alten Effektszenen doch ein wenig unangenehm heraus. Insgesamt denke ich aber, dass "Star Wars" grandios genug ist, dass es selbst solche Änderungen, so unnötig sie auch sein mögen, verkraften kann, ohne an Faszination einzubüßen. Ja selbst einen gleichzeitig mit Han schießenden Greedo. Ein "Nein!" schreiender Vader hingegen… aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit: Die Helden lassen sich feiern…Im Jahr 1977 hat George Lucas mit seinem epischen Weltraumabenteuer "Krieg der Sterne" das Kino revolutioniert, und selbst 35 Jahre und einige umstrittene Änderungen und Prequels später hat der Film nichts von seiner Faszination verloren. Nachdem man "Star Wars" zum ersten Mal gesehen hat, hat man das Gefühl, so wie Luke den ersten Schritt in eine größere Welt getan zu haben. Eine Welt voller Magie, seltsamen außerirdischen Kreaturen, mit schönen Prinzessinnen, alten weisen Lehrmeistern und einer allumfassenden, mystischen Macht. Auch 35 Jahre später ist "Star Wars" immer noch die Referenz, wenn es um überlebensgroße Blockbuster und Popcorn-Unterhaltung geht. Er vermag es von der ersten bis zur letzten Sekunde, phänomenal zu unterhalten, jedoch ohne dabei die Intelligenz des Zuschauers zu beleidigen. Vielmehr verlangt gerade auch der Beginn, wo wir zahlreiche wichtige Figuren kennenlernen, doch etwas Aufmerksamkeit. Zugleich wird uns durch diesen langsamen, stetigen Aufbau die Größe und Weite dieses Universums erst so richtig vermittelt.

Die Effekte waren damals absolut revolutionär und wegweisend, und können auch heute noch – selbst in der Kinofassung – gefallen. Design, Ausstattung, Sets und Masken sind ebenfalls ungemein beeindruckend. Im Gegensatz zu vielen heutigen Filmen, wo oftmals nur mehr das kreiert und gezeigt wird, was für die Handlung relevant ist, steckt "Star Wars" voller Details. Schon allein die zahlreichen außerirdischen Wesen, die oftmals nur für ein paar Sekunden zu sehen sind, sind beachtlich und beeindruckend. Fast nichts an "Star Wars" erinnert an unsere Welt, alles wurde extra für den Film designt, entwickelt und gebaut. All dies trägt zur Faszination dieser weit, weit entfernten Galaxis bei, und macht sie trotz ihrer phantastischen Elemente irgendwie auch realistisch und glaubwürdig. Die erzählte Geschichte ist sehr spannend, packend und unterhaltsam, und fügt viele verschiedenste Inspirationsquellen zu einer erst recht wieder originell wirkenden Mischung zusammen. Es gibt viele grandiose Szenen und Momente, die dem Zuschauer noch lange in Erinnerung bleiben. Die schauspielerischen Leistungen sind durchwegs gelungen, wobei für mich vor allem Alec Guiness mit seiner warmherzigen Performance besticht. Doch auch Carrie Fisher und Harrison Ford, mit einer lakonisch-amüsanten Performance, wissen zu gefallen. Die gelungenen, oftmals witzigen Dialoge, George Lucas sichere Hand hinter der Kamera sowie die phänomenale, unvergleichliche Filmmusik von John Williams runden das positive Gesamtbild ab. "Star Wars" ist ein phantastisches Abenteuer, ein unvergleichliches Filmerlebnis… und zweifellos einer der besten Filme aller Zeiten.

Wertung:10 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © 20th Century Fox)


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Weiterführende Links:
35 Jahre "Star Wars" - SPECiAL
Review zu "Der weiße Hai"
Review zu "Alien"
Review zu "Blade Runner"






Kommentare (7)
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1. 25.05.2012 16:52
 
Wurde auch mal Zeit. Weshalb startet ihr erst mit den alten? Ich würde 9/10 geben, weil ich es doch komisch finde, wieso Luke erst über Obi-Wan trauert, anschließend aber wieder voller freude ist, als es gegen die Tie-Fighter geht. Ebenso gibt es einen Logikfehler, als Luke R2 wiederfindet. Da sagt er am vorigen Abend, es wäre zu gefährlich wegen den Tuskenräubern und am nächsten Tag heißt es danach plötzlich "Kommt, sehen wir uns mal um." 
 
Da du die Sache erwähnst, dass das Universum hier verbraucht wirkt, bin ich noch gespannter auf die Kritik zu den neuen. Das müsste bestimmt einer deiner Kritikpunkte darin sein.
 
2. 28.05.2012 15:34
 
@Illuminat
Ich hatte dich schon erwartet ;). Wir starten deshalb mit den alten, weil wir sie a) in der Produktionsreihenfolge besprechen wollen und b) ja der Ur-"Star Wars", und nicht die Episode I, am 25. Mai Jubiläum feierte :).  
 
Das mit der Trauer rund um Obi-Wan fand ich nicht so tragisch. Ich würds im Notfall aufs Adrenalin schieben ;). Wenn überhaupt könnte man sich wundern, dass es ihm überhaupt so nahe geht - so lange kannte er ihn ja auch wieder nicht. Mit den Sandleuten sehe ich übrigens keinen Logikfehler; er sagt ja nur, dass es wegen ihnen IN DER NACHT zu gefährlich wäre, nach R2D2 zu suchen, weshalb er lieber den nächsten morgen abwartet. Insgesamt sind das aber Peanuts, vor allem auch im Vergleich zum langen Flug durch den Schacht :grin  
 
Und ja, dass in der PT auf einmal alles moderner aussieht als in der OT, war und ist einer meiner Kritikpunkte, auch wenn man es sich mit der höheren Entwicklungsstufe einer freien Kultur (im Gegensatz zur Unterdrückung durch das Imperium), den größeren finanziellen Mitteln (im Vergleich zu einer Rebellion) und unterschiedlichen Planeten und Kulturen (auf Naboo ist ja alles ziemlich edel gestaltet) erklären könnte. Als störend empfand und empfinde ich es aber sehr wohl - vor allem bei Episode I. Aber dazu in ein paar Wochen mehr ;). Jedenfalls danke für die Rückmeldung!
 
Christian Siegel
3. 30.05.2012 11:54
 
Star Wars
Die Tuskenräuber sind aber dennoch eine Bedrohung. Der Satz am Abend davon lässt darauf schließen, dass es tagsüber sicherer ist, auf Tatooine nach was zu suchen. Deshalb hätte es so sein müssen, dass Luke, sobald er das Geräusch hört, die beiden Droiden schnell in den Speeder packt und davon düst. Was darauf passierte samt den Konsequenzen weiß man ja, aber irgenwie musste man Obi-Wan ja heldenhaft einführen... 
 
Mit dem Schacht dagegen habe ich nach wie vor keine Probleme. 
 
Mit dem moderneren soll Lucas sich zwar an der Zeit der 1920er, wenn ich ich mich gerade richtig erinnere, orientiert haben, aber dennoch hat er dadurch etabliert, dass auch Star Wars nur eine Hochglanzwelt ist, die nur wegen dem Imperium so wurde und nach dessen Niederlage wieder so wie davor wird. 
 
Nochmal kurz zu nem anderen Thema: bald steht ja der neue Spider-Man an. Wirds zu dem samt der alten dreiteiligen Reihe Kritiken geben? Zwar gibts zum dritten schon eine, aber die liegt ja schon 5 Jahre zurück und würde nicht so recht passen zu den frischeren, falls was kommt. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass du dich an diesen nur unfreiwillig nochmal heranwagst. Ich find ihn zwar besser als du damals und zähle ihn auch nicht zu den aller schlechtesten Comicverfilmungen (dahin gehören für mich z.B. Turtles 1-2 sowie The Losers), aber er hat einiges verschenkt und die Bürgersteigszene fand ich, da ich einen Parker erwartete, der durch den Symbionten WIRKLICH böse wird, auch nicht sonderlich dolle, aber ich hab da im Vergleich schon viel grottigere Momente gesehen. Und das ganze hat nicht ne viertel Stunde, sondern bloß 2,5 Minuten gedauert. 
 
Kurz nochmal Star Wars: gleichfalls mit den danke. Hab ja schon gesagt, dass es blitzschnell geht.
 
4. 30.05.2012 11:54
 
Star Wars
@Illuminat 
Ich finde, du siehst das etwas zu eng. Schau dir mal die Produktionsgeschichte von "Star Wars" an. Dann wirst du feststellen, dass damals sicherlich nicht alles bis ins kleinste Detail durchgeplant werden konnte. Es war einer der ersten Filme dieser Größenordnung und Machart. Ich finde, da sollte man solche relativ unerheblichen Fehler nicht überbewerten.
 
Martin
5. 30.05.2012 17:12
 
Star Wars
Sowas habe ich nie gesagt. So, wie Episode 1-3 in den groben Plan der ursprünglichen neunteiligen Reihe beschrieben werden, waren zu dem Zeitpunkt bestimmt noch keine Kampfdroiden geplant. Das ist der große Kompromiss, wenn man Star Wars als einzige Reihe guckt. Während der jetzige erste Film keine wirkliche Einführung liefert und gleich als eigentlicher beginn 4 Handlungen am Ende zeigt, so taucht im großen Finale des sechsten nochmal eine alte Idee auf und der Feind wird von Teddybären besiegt.
 
6. 30.05.2012 23:57
 
Star Wars & Spider-Man
Uiuiui... ich glaub, mein Review zu Episode VI wird dir gar nicht gefallen, wenn du so über die Teddybären herziehst ;)
 
Ich sehe in der Szene mit den Sandleuten nach wie vor kein großes Problem, kann aber verstehen, wenn man sich daran stört. So hat halt jeder seine Kritikpunkte, die einem auffallen. Bei mir ist es eben z.B. der Schacht, der in einer dreidimensionalen Weltraumschlacht für mich halt nur bedingt funktioniert. Wertungspunktraubender Beinbruch ist jedoch selbst das nicht. 
 
Was Spider-Man betrifft: Ja, wir planen ein Special mit Reviews zu den Sam Raimi-Filmen. Das wichtige Wort dabei ist PLANEN, ich kann und will nichts versprechen. Ob ich mir im Zuge der Vorbereitung auf den Reboot der Reihe aber wirklich nochmal Spider-Man 3 antun werde, um danach ggf. mein Review zu überarbeiten, wage ich zu bezweifeln. Wenn überhaupt, halte ich meine damalige Kritik und vor allem die Wertung noch für zu gnädig. Der Film hat bei mir eine richtiggehende Blockbuster- und Fortsetzungs-Phobie ausgelöst. Am schlimmsten aber: Seit ich ihn gesehen habe, kann ich nicht mal mehr die ersetn beiden unbeschwert genießen. Ganz ganz schlimm. Für lange Zeit war bei mir und meinem Freundeskreis nach der Sichtung eines schlechten Films der Standardspruch "Na ja, wenigstens war er besser als Spider-Man 3". ;)  
 
Reviews zu den ersten beiden Raimi-Filmen werde ich aber bis zum Kinostart vom Reboot hoffentlich hinbekommen, um die Review-historische Lücke zu schließen :).
 
7. 31.05.2012 01:07
 
Star Wars & Spider-Man
Versprechen musst du echt nichts.  
 
Den zweiten kann ich stellenweiße auch nicht mehr wirklich genießen, was aber nichts mit dem dritten zu tun hat. Während der erste die Parker-Figur noch einigermaßen ernst vertiefen wollte, so kann sich der zweite manchmal echt nicht entscheiden, ob er den gewohnten Weg weitermachen oder sich nicht doch eher über ihn lustig machen soll. Hinzukommen noch die mittlerweile, aus meiner Sicht, künstlichen Privatprobleme. Den Anfang mit der Pizza würde er ohne Probleme hinbekommen, würde er gleich ins Kostüm schlüpfen. Das gleiche nochmal beim Theater. Allerdings gibts auch schon Schwachpunkte des dritten, vorallem die ab da die ständig stattfindene Demaskierung, die besonders bei der Bahn nur noch zum Kopfschütteln ist. Der kann von Glück sagen, dass er dort in einer heilen Welt lebte, sonst hätten sie ihm nie versprochen, es nicht weiterzusagen. 
 
Hast du den dritten irgendwann eigentlich nochmal gesehen oder war es das bisher seit dem Kinobesuch?
 

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