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"Terminator S.C.C.": Josh Friedman über die Philosophie der Serie Drucken E-Mail
Menschen, Maschinen und die Rolle der Religion Kategorie: Terminator - Autor: Michael Spieler - Datum: Montag, 13 April 2009
 
Io9.com hatte Gelegenheit, dem Schöpfer der Serie "Terminator S.C.C." nach der Episode von letztem Freitag einige Fragen zur Philosophie der Serie und dem kreativen Prozess zu stellen. Es folgt eine Zusammenfassung des Interviews, das komplette Interview findet ihr in der Quelle in englischer Sprache. (Vorsicht, Spoiler!)

Die Episode von letztem Freitag hat auf vielen Internetseiten positive Reaktionen hervorgerufen und wird von den Fans als Beweis angesehen, dass "Terminator :S.C.C" mit den besten Genreserien mithalten kann. Auf die Frage, ob diese Art von Begeisterung für das Network irgendeine Rolle spielt, sagte Friedman, dass es wohl schon so etwas wie Stolz bei Networks gäbe in Bezug auf den Besitz einer Serie, die gut aufgenommen wird. Allerdings hinge die Entscheidung über eine Fortsetzung einer Serie immer zu erst von den Zahlen ab. Trotzdem könnten positive öffentliche Statements nie schaden. Vor allem wenn man nicht weiss, wie diese Zahlen entstünden und man sich auf einer Blase befindet, die zu platzen drohe. Im Autorenraum wurde "Adam Raised a Cain" zur zweitbesten Episode gewählt direkt nach der Finalepsiode, was Friedman nach wohl damit zusammenhängt, dass er - ihr Boss - sie geschrieben hat.

Leser von Io9.com haben daraufhingewiesen, dass die Familie, der die Firma Zeira Corp. gehört, den Connors gleicht - vom Sohn namens John über die Mutter und den Onkel zur Schwester. Friedman betont, dass der Autorenstab genau das bewusst so geplant habe, dass die schiere Fülle an Material genug Möglicheiten für eine solide Story liefern würde und das er nur erst erkennen musste, wie gut Mackenzie Smith als Savannah wirklich ist. Catherine Weaver sollte lt. Friedman schon immer ein Spiegelbild von Sarah werden - bevor er wusste wer die Rolle übernehmen soll hatte er jemanden wie Lena im Kopf. Nach diesen Erkenntnissen schlug er einen anderen Weg ein und die zweite Staffel ist mehr oder weniger die Geschichte dieser zwei Familien. 

In der Episode "To The Lighthouse" wird Derek gefangengenommen und sitrbt aufgrund Sarah's Paranaoia um ein Haar. Er stirbt kurz darauf tatsächlich, allerdings völlig unspektakulär. Ob er sich hätte vorstellen können, ihn in dieser Folge sterben zu lassen findet Friedman eine unfaire Frage, da irgendwann im Laufe des Jahres alles besprochen wurde. Er war immer darauf festgelegt Derek so sterben zu lassen, wie es dann auch geschehen ist. Wie dieser Tod mit Sarah's Paranoia in Zusammenhang steht war nicht seine größte Sorge.

Auch hatte Derek, laut Friedman, nach dem Verrat von Jesse und dem Wissen um sein ungeborenes Kind keine Todessehnsucht; wenn man gegen Terminatoren kämpft, wird man eben möglicherweise auch getötet.

Er verrät, dass man in der Finalepisode von diesem Freitag einiges über Catherine Weaver erfahren wird, aber natürlich nicht, ob sie tatsächlich die flüssige Terminatrix is, die Jesse auf der 'Jimmy Carter' getroffen hat. 

Savannah konnte zu Catherine keine Beziehung aufbauen, da sie eine Maschine war. Allerdings gelang ihr das mit John Henry, der auch künstlich ist. Ist das so, weil John Henry verspielter und kindlicher ist oder ist seine K.I. einfach nur ausgeklügelter? Friedman beantwortet die Frage nur indirekt und geht nicht wirklich auf die Beziehungsfähigkeit ein, sagt jedoch, dass er glaube, dass John Henry keine Angst davor hat alberne Fragen zu stellen und dass dieser - seiner Meinung nach - stärkste Hinweis auf hochentwicklete Intelligenz nur in Kindern anzutreffen ist.

"Terminator: S.C.C." beherbergt auch einige religiöse Themen und der Schauspieler Richard T. Jones ist selbst sehr gläubig, dennoch kommen diese Themen wohl nicht durch den Schauspieler zur Sprache. Friedman hat Jones' Charakter als religösen Mann angelegt, der daran glaubt, moralisch und gut zu handeln, weil der Schauspieler selbst religiös ist. Der persönliche Glauben von Richard Jones passte gut zur religiösen Natur des Terminator-Mythos. Auch wenn diese Themen wohl etwas überrepräsentiert sind gefällt Friedman das so.

Trotz den wiederholten Beteuerungen seitens Friedman, dass die Serie nicht versucht Roboter zu zeigen, die menschlich sein wollen, sondern Roboter, welche die bestmöglichen Roboter sein wollen, kam es in letzter Zeit immer wieder vor, dass die künstlichen Charaktere mit ihren Versuchen Menschlichkeit zu emulieren zu kämpfen hatten. (John Henry und sein Ethikunterricht, Catherine Weaver versucht mehr eine Mutter zu sein und Cameron versucht sich als Verführerin.) 

Trotzdem glaubt er nicht, dass es das erklärte Ziel einer dieser K.I.s sei menschlich zu werden. Menschlichkeit nachzuahmen hilft, besonders Cameron und Weaver, demnach einfach nur ihren Job besser zu machen. Ähnlich fühlt er sich immer bei der Frage danach, ob er nicht Regie führen wolle: als wäre das Teil der Entwicklung eines Drehbuchautoren, obwohl die meisten nur Regie führen um ihren Job als Autor befriedigender zu gestalten. Die einzige Ausnahme für Friedman bildet hierbei John Henry, da der nicht weiss wofür er überhaupt da ist und so natürlich auch nicht weiss, wie er das erreichen soll. Er ist menschlicher als die Anderen, damit er erreicht wofür er geschaffen wurde.

Für Friedman ist es auch wichtig, einmal in den Spiegel zu sehen, die menschlichen Charaktere zu betrachten und sich zu fragen, ob es für diese nicht auch wichtig ist, weniger menschlich zu werden um ihre Ziele zu erreichen. Er denkt, man könne argumentieren, dass dies notwendig und dennoch komplett gegenläufig zu ihrer Mission sei. Er wollte mit "Some Must Sleep..." die Idee erforschen, dass Sarah zu dem werden muss, was sie bekämpft: selbst zum Albtraum werden, um den Albtraum zu überleben. Sarah muss sich, zum Tier geworden, aus ihrer Falle beissen. Für Friedman ist – wie eine Mutter oder irgendwer sich an seine Menschlichkeit klammern kann, wenn man durch die Umstände dazu gezwungen wird, unmenschliche Dinge zu tun um zu überleben – eines der zentralen Themen der Serie. 


Quelle: Io9




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