Vortragsabend in DarmstadtKategorie: Wissenschaft & Technik - Autor: Roger Murmann - Datum: Mittwoch, 04 Juni 2008
Vor fast genau 100 Jahren, am 30.6.1908, trat ein Objekt mit 70,000 km/h in die Erdatmosphäre ein, zog eine lange Licht- und Rauchspur über den Himmel und explodierte in 8 Kilometern Höhe mit einer Sprengkraft von eintausend Hiroshimabomben. Es handelte sich wahrscheinlich um einen kleinen Kometen oder Asteroiden. Die Explosion fand über einer abgelegenen Gegend in Sibirien statt, nahe dem Fluss
Tunguska. Durch die Wucht der gewaltigen Explosion wurden 2000 Quadratkilometer Wald schlagartig erst in Brand gesetzt und dann umgeknickt wie Streichhölzer. Die Spuren sind noch heute sichtbar.
Die Zone der Verwüstung, auf Hessen übertragen, würde vom Ried bis zum Odenwald und vom Darmstadt bis zum Taunus reichen. Die Menschheit kann also von Glück reden, dass die Explosion zufällig über Sibirien geschah - wir waren noch einmal davongekommen. Wäre der Einschlag nur wenige Stunden später geschehen - im astronomischen Maßstab nur ein Augenblick, dann hätte der das dicht besiedelte Europa erwischt, es hätte möglicherweise Millionen Todesopfer gegeben.
Auch heute noch stellt die Tunguska-Explosion die Wissenschaft vor ein Rätsel. Was war das für ein Objekt, das die Erde damals traf? Wo ist es geblieben? Wird es wieder geschehen? Was können wir dagegen unternehmen?
Die Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Weltraumtechnik (AAW) Darmstadt lädt alle Astronomieintessierten ein zu einem Vortragsabend zum Thema "Die Tunguska-Explosion". Vortragende sind :
- Michael Zimmermann von der AAW
- Michael Khan vom ESOC in Darmstadt
- Der auch in Darmstadt bereits bekannte "Kometenbäcker" Dr. William Sherwood vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Dr. Sherwood ist in der Fachwelt für seine unterhaltsame, sympathische Weise, schwierige astronomische Fragen allgemeinverständlich darzustellen, bekannt. Das "Backen" von Kometen im Miniaturformat, erlaubt während des Vortrags die Untersuchung der Vorgänge um wirkliche Kometen im Weltall.
Die Zuschauer werden durch faszinierende Computeranimationen mit klassischer Musik auf die Vorträge eingestimmt. In der Pause werden Meteoriten ausgestellt und erklärt.