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Originaltitel: Who Are You?
Episodennummer: 3x01
Bewertung:
    
Weltweite Internet-VÖ: 03. Juli 2026 (Apple TV+)
Drehbuch: Graham Yost
Regie: Michael Dinner
Besetzung:
Rebecca Ferguson als Juliette Nichols,
Common als Robert Sims,
Chinaza Uche als Paul Billings,
Ashley Zukerman als Daniel Keene,
Shane McRae als Deagan Knox,
Remmie Milner als Shirley Campbell,
Alexandria Riley als Camille Sims,
Reed Birney als Henry,
Laura Innes als Senator Rosalind Thurman,
Jessica Brown Findlay als Charlotte Keene,
Morven Christie als Anna Thurman,
Matt Craven als Dr. Victor Crnkovich,
Billy Postlethwaite als Hank Murphy,
Tim Robbins als Bernard Holland,
Caitlin Zoz als Kathleen Billings,
Sonita Henry als Regina Jackson,
Ned Dennehy als Ed Harwood,
Chris Fulton als Mike Davidson,
Liam Akpan als Deputy Jerry,
Akie Kotabe als Diego,
Florian Clare als Emerson,
Jacqueline Berces als Amy Hansen,
Quelin Sepulveda als Orla Kent,
Marcello Cruz als Juan Alameda u.a.
Kurzinhalt:
Seit der Rückkehr von Juliette Nichols ins Silo 17 sind drei Monate vergangen. Bernard Holland kam, als sie in der Schleuse feststeckten, ums Leben; Julie selbst hat durch mehrminütigen Sauerstoffmangel Hirnschäden davongetragen und ihr Gedächtnis verloren. Trotzdem wurde sie daraufhin zur neuen Bürgermeisterin des Silos ernannt. In ihrer neuen Funktion ist sie nicht zuletzt auf die Unterstützung von Camille Sims als ihre Assistentin, sowie natürlich ihrem Ehemann und Richter Robert angewiesen. Unter ihrer gemeinsamen Führung hat sich einiges verändert. So wird ein Gremium, bestehend aus den Abteilungsleitern aller Ebenen, eingerichtet, um ab sofort regelmäßig die Lage im Silo zu besprechen. Doch noch ist die Rebellion nicht ganz niedergeschlagen. Patrick Kennedy und Lukas Kyle sind nach wie vor auf der Flucht, zudem kommt es immer wieder zu Angriffen durch die sogenannten Outsider, die trotz Juliettes Rückkehr und Warnung davon überzeugt ist, dass es außerhalb des Silos sicher ist. An einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit kämpft Senator Keene darum, ins Iran-Komitee aufgenommen zu werden, in dem über Vergeltungsmaßnahmen für die schmutzige Bombe, die in Washington D.C. gezündet wurde und für den man den Iran verantwortlich macht, diskutiert wird. Seine Schwester Charlotte, Kampfpilotin der U.S. Air Force, ist dann Teil der Vergeltungsaktion – und wird mit ihrem Flugzeug abgeschossen…
Review:
Zum Ende der zweiten vollzog "Silo" einen ziemlich heftigen narrativen Schwenk nach Washington D.C. in der Zeit vor den Silos (wie genau die zeitliche Einordnung ist, dazu hält man sich noch bedeckt). Diese Storyline wird hier nun weitergeführt, und ich müsste mich sehr täuschen, wenn sie sich nicht durch die ganze Staffel ziehen würde (mindestens). Und da sind wir dann auch gleich beim ersten Kritikpunkt, denn so sehr ich an Antworten interessiert bin, aber aus meiner Sicht könnte man die wesentlichen Informationen auch einfach innerhalb der Haupthandlung aufklären. Oder wenn man schon meint, es in einer Art Prequel erzählen zu müssen, dann halt in einer entsprechenden Episode. Aber die Storyline auf (eben vermeintlich) die komplette Season aufteilen? Dazu sehe ich die Notwendigkeit nicht. Es wirkt vielmehr, wie schon die gesamte zweite Staffel, auf mich so, als würde man auf Teufel komm raus (Lauf-)Zeit schinden wollen. Jedenfalls muss ich leider sagen, dass ich diesen Handlungsstrang bisher, abseits einzelner Momente, leider ziemlich mau finde.
Bei der Storyline im Silo wiederum störte ich mich am anfänglichen Zeitsprung. Immerhin hat "Ins Feuer" doch mit einem ordentlichen Cliffhanger aufgehört. An diesen nicht direkt anzuknüpfen, sondern hier drei Monate zu überspringen und das was dazwischen geschehen ist erst langsam aufzurollen, taugt mir weniger. Man stelle sich mal vor, nach "In den Händen der Borg" wäre es nicht gleich direkt mit dem zweiten Teil weitergegangen, sondern man wäre in die Zukunft gesprungen, Picard steht wieder auf der Brücke als wäre nichts gewesen, und man hätte die Ereignisse erst später thematisiert. Meins ist so ein Zugang nicht. Ich fand darüber hinaus, dass uns der Einstieg insofern erschwert wurde, als man sich zu Beginn über Julies Verhalten doch ziemlich wundert – bis man dann endlich mal erfährt, dass sie ihre Erinnerungen verloren hat. Wobei zumindest mir sehr rasch klar war, dass der Gedächtnisverlust nicht zufällig passiert und/oder auf den Sauerstoffmangel zurückzuführen ist, weil dass es im Silo Drogen gibt, die zu Amnesie führen, ist ja nun nichts neues. Und so, wie Camille Sims um Juliette herumschwanzelt, war es nicht schwer, eins und eins zusammenzuzählen. Auch der Twist, dass Bernard von Robert ermordet wurde, war keine große Überraschung. Vor allem aber finde ich es doch ziemlich frustrierend, wie hiermit nun eine Szene, auf die ich schon gewartet habe – ihre Trauer ob des Todes ihres Vaters – erst recht wieder hinausgezögert wird Aber. Uninteressant ist die Entwicklung nicht. Eben weil wir ihr mittlerweile doch ziemlich verbunden ist, ist es auch ein Leichtes, die Trauer die ihre Freunde aus dem Maschinenraum fühlen nachzuempfinden, und dementsprechend auch wiederum mit ihnen mitzufühlen. Gerade auch bei Szenen, wie wenn Juliette kalt-sachlich fragt "Is that where my father died?" rinnt einem ein kalter Schauer über den Rücken. Und wie die Sims sie hier als ihre Marionette benutzen, verstärkte einerseits meine negativen Gefühle ihnen gegenüber, und lässt einen andererseits schon gespannt auf den "Tag der Abrechnung", der unweigerlich kommen muss, warten. Als Teaser für die Staffel war "Wer bist du?" somit durchaus effektiv; als eigenständiges Kapitel der Geschichte betrachtet aber halt schon ein bisschen frustrierend.
Fazit:
"Wer bist du?" war für mich doch eine ziemlich durchwachsene Angelegenheit. So war ich vom anfänglichen Zeitsprung gleich mal nicht wirklich begeistert. Die dort vorgestellte neue Situation ist zwar nicht grundsätzlich uninteressant – insbesondere im Hinblick auf Juliettes Rolle als Marionette der Sims, sowie ihren durch sie herbeigeführten Gedächtnisverlust – ist aber halt auch insofern frustrierend, als es auf mich doch auch wieder ein bisschen den Eindruck von Verzögerungstaktik machte. Dennoch war die Storyline im Silo grundsätzlich ok, und bot ein paar interessante Entwicklungen und/oder starke Momente. Demgegenüber kann ich mit dem Handlungsstrang in D.C. nicht wirklich etwas anfangen. Ja, wir werden in dessen Verlauf früher oder später die lang ersehnten Antworten erhalten, dass uns diese aber nicht einfach effizient in einer einzigen Rückblende (oder zumindest einer entsprechenden Episode) vermittelt, sondern derart ausgewälzt werden, finde ich mühsam. Und generell wirkt die Storyline auf mich wie ein Fremdkörper. Wenn überhaupt, hätte man damit aus meiner Sicht spätestens mit der zweiten Staffel beginnen müssen, und nicht erst jetzt. Aber vielleicht gelingt es der Geschichte ja doch noch, mich abzuholen.
Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Apple TV+)
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