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Star Trek: New Voyages - 1x06: Enemy: Starfleet Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Cow Creek Films

Originaltitel: Enemy: Starfleet
Episodennummer: 1x06
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 15. April 2011
Drehbuch: Dave Galanter & Patty Wright
Regie: Ben Tolpin
Besetzung: James Cawley als James T. Kirk, Ben Tolpin als Spock, John Kelley als Leonard McCoy, Charles Root als Montgomery Scott, Kim Stinger als Nyota Uhura, J.T. Tepnapa als Hikaru Sulu, Jonathan Zungre als Pavel Chekov, BarBara Luna als Alersa, Paul Sieber als Kyril, Bobby Rice als Peter Kirk, Jay Storey als Kyle, Ron Boyd als DeSalle, Meghan King Johnson als Rand, Patrick Bell als Xon u.a.

Kurzinhalt: Die U.S.S. Enterprise erforscht ein bisher unbekanntes Sternensystem, als man auf einmal von kleinen Kampfschiffen angegriffen wird. Diese sind dem mächtigen Sternenflottenschiff in keinster Weise gelassen – davon lassen sie sich aber nicht abschrecken. Zu groß ist der Hass auf die Sternenflotte, welche die Völker des Raumbereichs unterdrückt. Captain Kirk ist verwundert, als er diese Aussagen hört. Des Rätsels Lösung präsentiert sich kurz darauf, dass die U.S.S. Eagle ins System springt. Das Schiff ist vor sechs Jahren verloren gegangen; nun stellt sich heraus, dass es von der Piratin Alersa und ihrer Crew erobert wurde. Diese hat sich das Schiff zunutze gemacht, um das Sternensystem zu unterjochen. Captain Kirk und seine Crew setzen alles daran, um Alersas Schreckensherrschaft zu beenden. Doch aufgrund von Modifikationen des Schiffes, sowie neuartigen Waffensystemen, ist die U.S.S. Eagle ihrem Schwesterschiff mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen…

Review: Episodenbild (c) Cow Creek Films Mit "Enemy: Starfleet" macht "Star Trek: New Voyages" in produktionstechnischer Hinsicht einen enormen qualitativen Sprung. Schon allein die CGI-Effekte sind wunderbar, und (mindestens!) auf dem Niveau der offiziellen CGI-Szenen der Remastered-Version der klassischen Serie. Zu Beginn gibt es zudem eine durchaus eindrucksvolle Szene rund um den Besuch eines Planeten, der direkt "on location" gedreht wurde, und wo man uns sogar eine ziemlich coole (wenn auch kurze) Actionszene spendiert. All dies wird noch beeindruckender, wenn man sich die bescheidenden Anfänge der Fan-Serie in Erinnerung ruft. Zwischen "Come What May" (bzw. "In Harm's Way") und "Enemy: Starfleet liegen in produktionstechnischer Hinsicht nicht einfach nur Welten, sondern ganze Galaxien. Um eine Figur aus dem Konkurrenz-Universum zu zitieren: "Höchst beeindruckend." Zumindest abgesehen von ein paar Schönheitsfehlern, was die Besetzung betrifft. So macht Ben Tolpin (diesmal Regisseur) als Spock Brandon Stacy Platz, der seinen Job zwar grundsätzlich gut macht, etwas schade ist die neuerliche Umbesetzung aber schon.

Noch bedauerlicher fand ich es aber bei Chekov; Jonathan Zungre ist zwar nicht schlecht, aber kein würdiger Ersatz für Andy Bray, der die Rolle in den bisherigen Folgen inne hatte. Am schlimmsten hat es aber Sulu erwischt: J.T. Tepnapa ist für mich leider eine völlige Fehlbesetzung. Dass die Charaktere nicht mehr 1:1 den Original-Schauspielern gleichen können, ist eh klar, aber wenn es so weit geht, dass ich Sulu nicht als Sulu erkannt hätte, würde nicht sein Name fallen, dann ist halt doch etwas gehörig schief gegangen. Und was für eine Frisur hat man hier bitte Bobby Rice als Peter Kirk verpasst?! Auf der anderen Seite haben wir dafür Kim Stinger, welche Uhuras Figur bereits mit "Blood and Fire, Part 1" übernommen hat, und die mir in der Rolle außerordentlich gut gefällt (umso erfreulicher, dass sie diese dann auch in "Continues" spielte). James Cawley war bisher als Kirk schon gut, gefällt mir aber wirklich von Folge zu Folge besser (und lässt für mich auch Paul Wesley klar hinter sich). Und auch John Kelley als McCoy macht (weiterhin) eine gute Figur. Der Clou innerhalb der Besetzung ist aber natürlich auch hier der Gastauftritt einer "Star Trek"-Veteranin, in diesem Fall BarBara Luna (Marlena aus "Ein Parallel-Universum"). Sie spielt ihre Widersacherin Alersa mit viel Elan und Genuss – letzteres überträgt sich dabei durchaus auch auf den Zuschauer. Auch inszenatorisch macht "Enemy: Starfleet" einen soliden Eindruck. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Ganze aufgrund der wackeligen Handkamera eher den Eindruck eines Homevideos machte, als dass es gelungen wäre, optisch an die klassische Serie (was ja eigentlich der Anspruch war) anknüpfen zu können. Leider konnte in meinen Augen die Story mit der hohen Produktionsqualität nicht ganz mithalten. Diese war zwar ok, aber nichts Besonderes, und wirkte auf mich doch eher zweckmäßig. Kein Vergleich zu "World Enough and Time" – wenn das auch zugegebenermaßen ein unverschämt hoher Maßstab ist, an dem selbst die offiziellen "Star Trek"-Produktionen der letzten Jahre kontinuierlich scheiterten. Insofern sollte man die Tatsache, dass (auch) "Enemy: Starfleet" daran nicht herankam, nicht überbewerten.

Fazit: Episodenbild (c) Cow Creek Films In produktionstechnischer Hinsicht macht "Star Trek: New Voyages" mit "Enemy: Starfleet" noch einmal einen riesigen Sprung vorne. Vor allem im direkten Vergleich mit den bescheidenen Anfängen ist es einfach nur beeindruckend, was hier von einer reinen, nicht-kommerziellen Fan-Serie mittlerweile geboten wird. Leider sind die Drehbücher nicht in gleichem Maße mitgezogen. "Enemy: Starfleet" ist storytechnisch zwar durchaus solide, aber nicht wirklich etwas Besonderes. Besetzungstechnisch freut man sich natürlich in erster Linie über den Gastauftritt von BarBara Luna, die sich zudem hier auch wirklich reinhängt. Dafür haderte ich mit so mancher Umbesetzung, insbesondere im Hinblick auf Sulu. Eines muss ich der Folge aber zugestehen, und darin liegt für mich wohl letztlich auch ihre größte Errungenschaft: Mehr als alle bisherigen Episoden der Serie (ja selbst als das insgesamt deutlich bessere "World Enough and Time") gelang es "Enemy: Starfleet", mir den Eindruck zu vermitteln, eine bislang verschollene Folge der klassischen Serie zu sehen. Dafür ziehe ich vor (fast) allen Beteiligten meinen nicht vorhandenen Hut.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2011 Cow Creek Films)







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