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Originaltitel: Unbowed and Unbent
Episodennummer: 3x05
Bewertung:
    
Erstausstrahlung USA: 19. Juli 2026 (HBO)
Erstausstrahlung D: 20. Juli 2026 (Sky/HBO Max)
Drehbuch: Philippa Goslett
Regie: Nina Lopez-Corrado
Besetzung:
Emma D'Arcy als Queen Rhaenyra Targaryen,
Olivia Cooke als Queen Alicent Hightower,
Matt Smith als Prince Daemon Targaryen,
James Norton als Lord Ormund Hightower,
Steve Toussaint als Lord Corlys 'The Sea Snake' Velaryon,
Fabien Frankel als Ser Criston Cole,
Matthew Needham als Lord Larys 'The Clubfoot' Strong,
Sonoya Mizuno als Mysaria 'The White Worm',
Tom Glynn-Carney als Prince Aemond Targaryen,
Bethany Antonia als Lady Baela Targaryen,
Phia Saban als Queen Helaena Targaryen,
Jefferson Hall als Ser Tyland Lannister,
Kurt Egyiawan als Grand Maester Orwyle,
Freddie Fox als Ser Gwayne Hightower,
Gayle Rankin als Alys Rivers,
Abubakar Salim als Alyn of Hull,
Clinton Liberty als Addam of Hull,
Benjamin Evan Ainsworth als Prince Daeron Targaryen,
Tommy Flanagan als Ser Roderick Dustin,
Joplin Sibtain als Ser 'Bold' Jon Roxton,
Dan Fogler als Ser Torrhen Manderly,
Tom Cullen als Ser Luthor Largent,
Archie Barnes als Ser Oscar Tully,
Antonio Magro als Lord Petyr Piper,
Jordon Stevens als Elinda Massey,
Sarah Woodward als Lady Sabitha Frey,
Barry Sloane als Ser Adrian Redfort u.a.
Kurzinhalt:
Nachdem Alicent herausgefunden hat, dass ihre Tochter Helaena schwanger ist, lässt sie sich von einem ihnen nach wie vor treu ergebenden Maester ein Getränk bringen, dass dafür sorgt, dass Helaena ihr Kind verliert. Als diese sich weigert, es zu sich zu nehmen, sieht Alicent nur einen Ausweg: Aus Königsmund zu fliehen, bevor die Schwangerschaft für alle sichtbar wird. Doch Helaena weigert sich strikt, ihre eigene Tochter im Schloss zurückzulassen. Daemon versucht indes, die Aufrührer zu finden, die dagegen protestieren, dass Rhaenyra den Thron erobert hat. Doch seine Goldröcke werden zunehmend dezimiert. Der Alicent nach wie vor treu ergebene Ser Criston Cole muss indes erkennen, dass der Kampf gegen die feindlichen Streitkräfte, die er mit seiner Einheit führt, aussichtslos ist – will jedoch lieber in Ehre sterben, als aufzugeben. Larys und Aegon bereiten sich darauf vor, Westeros zu verlassen, als sie auf einen Verbündeten treffen. Aemond gerät in Harrenhal zunehmend unter den Einfluss der geheimnisvollen Alys Rivers. Und Ormund Hohenturm, der sich mit seinem Truppen in Stolperstadt verschanzt hat, ernennt Daeron Targaryen zum König…
Review:
Nicht nur besteht die dritte Staffel nicht mehr aus zehn Episoden, sondern acht, sie hat zudem zwei Folgen aus der Season davor "geerbt". Heißt: Eine Story, die – vermeintlich – für zehn Episoden gedacht war, wurden nun auf sechs Folgen komprimiert. Eben dies kommt Season Drei in meinen Augen durchaus zugute. Denn wo die ersten beiden Staffeln unter einem teils schleppenden Erzähltempo litten, tut sich bislang in jeder Folge doch so einiges (dass ich von dem, was sich tat, zuletzt in "Stolperstadt" nicht ganz so begeistert war, steht auf einem anderen Blatt). Zudem geht die Story auch zunehmend in die Breite. War man davor stark auf die zwei verfeindeten Fraktionen und rum Alicent und Rhaenyra fokussiert, haben nun zahlreiche weitere Figuren (an teils ganz anderen Schauplätzen) ihren eigenen Handlungsstrang. Damit nähert sich "House of the Dragon" strukturell immer mehr der Urserie "Game of Thrones" (die in meinen Augen eben davon ebenfalls schon enorm profitierte) an. Nun sieht man zwar an der Wertung, dass diese grundsätzlich vielversprechende Ausgangssituation nicht zwangsläufig bedeutet, dass ich vom Endergebnis wahnsinnig begeistert bin. Aber das (bislang, überwiegend) höhere Erzähltempo kommt der dritten Staffel in meinen Augen definitiv zu Gute.
Was nun die einzelnen Handlungsstränge betrifft, so hatte es mir insbesondere alles rund um Alicent und Helaena angetan. Erstere versucht verzweifelt, ihrer Tochter zu helfen, wird dabei allerdings immer wieder von dieser behindert. Zuerst will sie den "Abtreibungstee" nicht trinken, dann weigert sie sich, die Rote Bergfeste ohne ihre Tochter zu verlassen. Spannend fand ich vor allem die Gespräche mit Mysaria – auch, weil diese eine höchst ambivalente Figur ist, von der man nicht sagen kann, wem ihre Loyalität gehört. Als sie am Ende einen Geheimgang entdecken, der jedoch im Verlauf des Tunnels zugemauert wurde, scheinen sie nun in diesem gefangen zu sein. Eine weitere starke Szene gehörte Ser Criston – ein Charakter, der bislang noch nicht wirklich Eindruck bei mir hinterlassen konnte. Hier aber erlebt er mit seinen Truppen einen Rückschlag nach den Anderen, was ihn schließlich fatalistisch werden lässt. Die Szene, wo er seinem Kameraden gegenüber eingesteht, lieber ehrenvoll für Alicent zu sterben – in der Hoffnung, dass in Lieder über ihn gesungen wird, die eben diese dann schließlich erreichen – ist sicherlich die Beste, die Criston bisher bekommen hat, und machte aus einer bislang unscheinbaren eine interessante, ja geradezu tragische, Figur. Dann ist da noch Aemond in Harrenhal. So wie zuvor bei Daemons Aufenthalt dort profitieren die Szenen insbesondere davon, wie völlig undurchsichtig Alys ist. Wer ist sie, und was will sie? Ich hoffe doch, dass die restlichen Folgen (nicht zwingend der Staffel, aber doch der Serie) noch eine Antwort darauf geben werden. Das letzte Lob geht dann an die nette Szene zwischen Rhaenyra und Daemon am Schrein. Demgegenüber interessiert mich alles rund um die Angriffe auf die Goldröcke – inklusive des letzten Bildes der Folge – eher weniger. Bei Larys und Aegon mochte ich die eine Szene, wo ersterer seinem früheren König mal ordentlich die Meinung geigt, davon abgesehen fand ich aber auch diese Storyline (wieder) nicht sonderlich prickelnd. Und Lord Ormund erscheint mir – im Vergleich zu Alicent – als ziemlich schwacher Herausforderer von Rhaenyra. Dementsprechend wollten mich sowohl die Figur an sich als auch sein Handlungsstrang auch hier wieder nicht so recht ansprechen. Insofern hoffe ich, dass wird sich bis Ende der Staffel erledigt haben, um in der letzten Season dann nochmal einen deutlich potenteren Gegenspieler (Aegon? Aemond? Nochmal Alicent?) ins Spiel zu bringen.
Fazit:
Aus meiner Sicht kommt es der dritten Staffel sehr zu Gute, dass man nicht nur die Episodenzahl generell reduzierte, sondern auch noch zwei Folgen die eigentlich für Season Zwei geplant gewesen wären übernommen hat. Dementsprechend muss man die Story, die für die dritte Staffel vorgesehen war, deutlich straffer erzählen – jedoch ohne dabei auf die nötige Tiefe zu verzichten. In meinen Augen kommt dies der Dramaturgie (die in den ersten beiden Staffeln eben unter einer etwas schleppenden Erzählweise gelitten hat) durchaus zugute – auch, wenn es natürlich nichts daran ändert, dass ich auch hier wieder mit einigen Handlungssträngen mehr anfangen konnte, als mit anderen. Deren Fülle sorgt aber eben auch dafür, dass es nie zu lange dauert, bis wir wieder bei einem angelangt sind, der mir gut gefiel. Auch das war bei "House of the Dragon" nicht immer so. Ohne Kenntnis der Vorlage fehlt mir zwar momentan ein bisschen die Fantasie, woraufhin das alles nun genau zusteuert. Immerhin finde ich den Weg zu diesem (mir) unbekannten Ziel aber nicht uninteressant.
Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 HBO)
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