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Originaltitel: Series Acclimation Mil
Episodennummer: 1x05
Bewertung:
    
Weltweite Internet-VÖ: 05. Februar 2026 (Paramount+)
Drehbuch: Kirsten Beyer & Tawny Newsome
Regie: Larry Teng
Stammbesetzung:
Holly Hunter als Nahla Ake,
Sandro Rosta als Caleb Mir,
Karim Diané als Jay-Den Kraag,
Kerrice Brooks als SAM,
George Hawkins als Darem Reymi,
Bella Shepard als Genesis Lythe,
Zoë Steiner als Tarima Sadal,
Oded Fehr als Charles Vance,
Gina Yashere als Lura Thok,
Brit Marling als Main computer,
Stephen Colbert als Digital Dean of Students,
Tig Notaro als Jett Reno,
Robert Picardo als The Doctor.
Gaststars:
Chiwetel Ejiofor als Maker,
Cirroc Lofton als Jake Sisko,
Raoul Bhaneja als Commander Kelrec,
Tawny Newsome als Illa Dax,
Romeo Carere als Ocam Sadal,
Alexander Eling als B'Avi,
Dale Whibley als Kyle Djokovic,
Cecilia Lee als Dzolo,
Daniela Sandiford als Music Instructor,
Julian Young als Club Leader,
Darius "Jackie Cox" Rose als Bartender,
Diedrie Henry als Museum Display Computer u.a.
Kurzinhalt:
Series Acclimation Mil, kurz SAM genannt, ist eine photonische Lebensform, die von ihrem Volk, dass auf dem Planeten Kasq lebt, zur Sternenflottenakademie geschickt wurde, um körperliche Wesen zu studieren. Sie nimmt regelmäßig Logbücher auf, und trifft sich auch zur direkten Kommunikation mit Vertretern ihres Volkes, um persönlich über ihre Beobachtungen Bericht zu erstatten. Als sie nach einem neuen Forschungsprojekt für ihre Studien an der Akademie sucht, fällt ihr das Mysterium rund um das Verschwinden von Benjamin Sisko ins Auge. Da es sich bei diesem, wie ja auch bei ihr, um einen Abgesandten handelte, fühlt sie sich ihm verbunden. Und so versucht sie – mehr als achthundert Jahre nach den Ereignissen – das Leben von Captain Sisko zu ergründen, und Licht in das Mysterium seines endgültigen Schicksals zu bringen…
Review:
"Series Acclimation Mil" hat bei mir einen denkbar ungünstigen Start erwischt. Die zeitgenössische Musik (die ich bei einer Serie, die über tausend Jahre in der Zukunft spielt, für Fehl am Platz halte), die übertrieben dynamische Inszenierung, der Humor (der für mich nach wie vor überhaupt nicht funktioniert), Einfälle wie die Glitzer-Kotze (echt jetzt?!) – mit all dem scheint man "Starfleet Academy" auf Teufel komm raus auf hip und modern trimmen zu wollen. "Star Trek" für die TikTok-Generation; ich bin dafür aber halt leider um mindestens zwanzig Jahre zu alt, weshalb mich das überhaupt nicht anspricht. Kurios ist dies natürlich nicht zuletzt auch aufgrund der Haupthandlung der Episode, die sich wiederum voll und ganz an alteingesessene Trekkies richtet. Damit macht "Series Acclimation Mil" für mich den schizophrenen Charakter von "Starfleet Academy" so deutlich wie keine andere Episode der ersten Staffel. Weil die jüngeren Semester, die man wiederum mit der ganzen Machart anzusprechen gedenkt, wird alles rund um Benjamin Sisko nicht abholen – und umgekehrt.
In meinem Fall hat die Folge dann halt auch noch das Problem, dass ich bekanntermaßen noch nie der größte DS9-Fan war (ich bleibe dabei: Alles, was "Deep Space Nine" gemacht hat, hat "Babylon 5" a) davor und b) besser gemacht), und ich dabei nicht zuletzt auch die Entwicklung von Benjamin Sisko im Verlauf der Serie immer schon kritisch sah. Insofern bin ich, obwohl Alt-Trekkie, in diesem konkreten Fall halt einfach nicht die Zielgruppe. Sieht man davon ab, fand ich es aber grundsätzlich sehr nett, wie man sich hier vor einer früheren Serie verbeugt, und das Mysterium rund um das Verschwinden von Benjamin Sisko aufgreift. Ein Highlight war dabei zweifellos die Rückkehr von Cirroc Lofton in die Rolle (wenn mir auch die erste Szene deutlich besser gefiel als die zweite, aber dazu gleich), sowie die Verwendung des Hauptthemas von Dennis McCarthy (auch wenn mich dies wieder in meiner Überzeugung bestätigte, dass Jeff Russo in erster Linie darin gut ist, die bekannten Themen anderer zu interpretieren – man könnte auch sagen auszuschlachten; siehe auch das "Klingon Theme" von Jerry Goldsmith in der Episode davor, oder "Ilia's Theme" aus dem ersten Kinofilm, welches im Titelthema der Serie zur Anwendung kommt – statt eigene zu erschaffen). Und zumindest ein Plot rund um die jungen Protagonisten hat für mich dann tatsächlich doch noch funktioniert, nämlich wenn sie in ein Lokal gehen, um so richtig abzufeiern. Vor allem die betrunkene SAM war echt köstlich. Dennoch überwogen für mich bei "Series Acclimation Mil" die negativen Aspekte, was nicht zuletzt (neben dem furchtbaren Einstieg) an vier Kritikpunkten liegt: Den Nebenplot rund um die Zeremonie fand ich völlig überflüssig. In der Haupthandlung beschäftigt man sich eine Stunde lang mit der Frage nach Siskos Schicksal, nur um dann erst recht wieder keine definitive Antwort zu geben (was für mich diese Übung in Nostalgie doch recht hohl wirken lässt). Das mit Dax war etwas gar bequem (und konstruiert). Vor allem aber konnte ich mit der Vision von Jake Sisko am Ende nichts anfangen. Das war mir für eine Science Fiction-Serie zu übersinnlich. Immerhin: Die abschließenden Worte (die einem Album von Avery Brooks entnommen wurden) sorgten für einen schönen, versöhnlichen Ausklang.
Fazit:
In den ersten paar Minuten habe ich mich mit "Series Acclimation Mil" extrem schwer getan; mir schien das "Star Trek" für die TikTok-Generation zu sein, und dafür bin ich halt mittlerweile um mindestens fünfundzwanzig (bis dreißig) Jahre zu alt. Ich fand zudem die Nebenhandlung rund um die Zeremonie sehr überflüssig; das schien mir nur dafür da zu sein, um Laufzeit zu füllen, was aber insofern gleich doppelt unnötig war, als ich finde, dass "Starfleet Academy" ohnehin von einer Classic Trek-Laufzeit von 45-50 Minuten, statt der bislang üblichen Stunde, profitieren würde. Vor allem aber leidet die Folge in meinem Fall darunter, dass ich als nicht unbedingt der größte Fan von DS9 nicht die Zielgruppe bin. Zumal ich auch mit der Umsetzung hier teilweise nicht ganz glücklich war – was insbesondere für das unerklärte Erscheinen von Jake Sisko am Ende gilt (hat sich SAM ihn nur eingebildet – halluzinieren Hologramme überhaupt – oder ist er tatsächlich von irgendwoher aufgetaucht?!). Davon abgesehen war es aber durchaus nett, in "Series Acclimation Mil" an frühere, bessere "Star Trek"-Zeiten erinnert zu werden.
Wertung: 2 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Paramount+)
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