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Originaltitel: Journey to Where
Episodennummer: 2x05
Bewertung:
    
Erstausstrahlung UK: 18. September 1976
Erstausstrahlung D: 21. Mai 1978
Drehbuch: Donald James
Regie: Tom Clegg
Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
Freddie Jones als Dr. Charles Logan,
Isla Blair als Carla,
Jeffery Kissoon als Dr. Ben Vincent,
Yasuko Nagazumi als Yasko,
Roger Bizley als MacDonald,
Laurence Harrington als Jackson,
Norwich Duff als 1st Operative Texas,
Peggy Paige als The Old Crone u.a.
Kurzinhalt:
In der Mondbasis Alpha Eins geht eine Echtzeit-Nachricht von der Raumstation Eins aus Texas City ein. Auf der Erde schreibt man mittlerweile das Jahr 2120 – und meint, einen Weg gefunden haben, die Überlebenden auf der Mondbasis nach Texas City zu transportieren – wofür es allerdings nur ein Zeitfenster von wenigen Stunden gibt. Nach einem ersten erfolgreichen Versuch mit lebender Materie stellen sich John Koenig, Helena Russell und Alan Carter als menschliche Versuchskaninchen zur Verfügung. Doch statt in Texas City finden sie sich vielmehr in einem Wald wieder. Zuerst glaubt man, dass sie auf einem fremden Planeten, irgendwo zwischen dem Mond und der Erde, gelandet wären. Dann jedoch stellt sich heraus, dass es sie vielmehr in die Vergangenheit verschlagen hat…
Review:
Was der zweiten Staffel von "Mondbasis Alpha 1" bislang erstaunlich gut gelingt, ist, in den ersten paar Minuten ein cooles Setup zu etablieren, das sofort mein Interesse weckt. Bedauerlicherweise ist die Staffel bislang mindestens ebenso gut darin, es in den darauffolgenden Minuten zu versemmeln. Auch "Schottische Geschichten" war hier leider keine Ausnahme. Die Kontaktaufnahme durch Dr. Charles Logan (Freddie Jones!) und Carla mit der Mondbasis war überaus spannend; nicht zuletzt, als ich mir zu Beginn alles andere als sicher war, dass die Nachricht auch wirklich von der Erde stammt, und hier nicht vielmehr ein außerirdisches Volk versucht, sie in eine Falle zu locken. Sobald dann deutlich wurde, dass es sich tatsächlich um die Erde handelt, fand ich aber auch die Informationen die wir darüber erhalten, was sich dort in den rund 120 Jahren seitdem der Mond den Orbit verließ zugetragen hat, durchaus interessant (und erschütternd). Hätte es John, Helena und Alan tatsächlich dorthin verschlagen, und sich dann herausgestellt, dass Charles und Carla nichts Gutes im Schilde führen (an einer Stelle sprechen sie ja sogar davon, sie indoktrinieren zu wollen), hätte mir das deutlich besser gefallen.
Stattdessen verschlägt es die drei in die Vergangenheit. Zuerst war ja mein Gedanke, dass Charles und Carla gelogen hätten, und auf der Erde durchaus noch Vegetation, und möglicherweise auch Menschen, außerhalb der Kuppelstädte existieren. Schon schwerer hätte ich mir mit der Idee getan, dass es sie auf einen anderen (aber für Menschen dennoch lebensfähigen) Planeten verschlagen hätte. Die Offenbarung rund um die Zeitreise fand ich dann aber sogar noch dämlicher. Ab da war es für mich eigentlich dabei. Einerseits, weil mir alles rund um ihre Erlebnisse in dieser (schottischen; daher auch der deutsche Titel) mittelalterlichen Gesellschaft einfach überhaupt nicht interessiert hat (zumal es der Episode auch nicht gelang, als Helenas Erkrankung Spannung zu beziehen). Und andererseits, weil man es wieder einmal nicht für nötig erachtet, auch nur irgendeine halbwegs plausible Erklärung für das Phänomen zu finden (dass es während des Transportversuchs ein Erdbeben gab, muss hierfür reichen). Und nicht zuletzt hat man sich hier wieder einmal in eine Bredouille geschrieben, aus der man nur mit einer Deus Ex Machina herauskommt. Denn auch ganz ohne störendes Erdbeben gelingt es am Ende, sie irgendwie in der Vergangenheit aufzuspüren und wieder auf die Mondbasis zu transferieren. Ja, ne, is klar. Insgesamt offenbart sich "Schottische Geschichten" wieder mal als eine Episode, die es an jeglichem Aspekt vor dem Genre vermissen lässt, weil der Autor Donald James der Meinung zu sein scheint, dass bei "Science Fiction" ja ohnehin von vornherein alles möglich ist – weshalb man auch nicht irgendwas erklären muss. Mich hat er damit aber halt auf dem falschen Fuß erwischt.
Fazit:
Aus der Idee, einen Blick auf eine dystopische Erde zu werfen, hätte man soooooo viel machen können. Doch leider, mit der Zeitreise in die Vergangenheit ist "Schottische Geschichten" in meinen Augen dann leider völlig entgleist. Nicht nur, weil mich alles rund um die Ereignisse dort (bzw. damals) nicht im Geringsten interessierte. Sondern auch, weil man sich nicht einmal ansatzweise bemüht, eine Erklärung für die Zeitreise zu finden. Dinge passieren, einfach weil der Autor will, dass sie passieren. Dass er dafür in meinen Augen eine deutlich interessantere Geschichte links liegen ließ, ist halt echt enorm schade.
Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Century 21 Television)
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