FilmRückblick 2025 - Die besten Filme des Jahres: Das Verfolgerfeld
Welche Filme konnten sich die Plätze 30-11 sichern?Kategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 16 Januar 2026
Die besten Filme des Jahres 2025 – Das Verfolgerfeld
Dies ist nun der Bereich für die – meines Erachtens, und nach aktuellem Stand – besten Filme aus dem letzten Jahr, die ich bislang gesehen habe. Wie immer gilt, dass die Platzierungen immer ein bisschen der "Tagesverfassung" geschuldet ist, und in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten anders aussehen könnte. Insofern bitte nicht zu sehr an der Reihenfolge aufhängen, sondern die nachfolgende Liste vielmehr als allgemeine Empfehlung von dreißig (bzw. hier erstmal zwanzig) Filmen sehen, die mich im abgelaufenen Jahr nachhaltig beeindruckt haben.
Platz 30: Predator: Badlands
"Predator: Badlands" hat mich ein bisschen an den letztjährigen "Alien: Romulus" erinnert. Was beiden Filmen in meinen Augen sehr gut gelingt, ist, einerseits den bisherigen Filmen gegenüber respektvoll und ähnlich zu sein, zugleich aber auch neue Wege einzuschlagen. Was Letzteres betrifft, sticht nicht zuletzt die Idee hervor, den Predator mal als Protagonisten, statt Gegner, zu präsentieren. Auch die Buddy-Dynamik zwischen ihm und Thia ist innerhalb der Reihe etwas Neues, und wertet den Film definitiv aus. Der Todesplanet Genna wartet zudem mit einigen interessanten Einfällen rund um die gefährliche Flora und Fauna auf. Auch die eine oder andere nette Anspielung auf frühere Vertreter beider Franchises ist dabei. In erster Linie ist es allerdings Elle Fanning, die den Film mit ihrer engagierten Performance nochmal auf ein höheres Level hebt. Zwar wurde der Showdown dem Aufbau in meinen Augen nicht ganz gerecht. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das am Ende angeteaserte Sequel (welches im ersten Moment ein bisschen gar nach einer Wiederholung von "Badlands" klingt) unbedingt brauche. Was ich von Dan Trachtenberg nach diesem Flirt mit der Vermischung der beiden Franchises aber wirklich gern sehen würde, ist ein neuer "Alien vs. Predator". Mit ihm hinter der Kamera könnte das (im Gegensatz zu den ersten beiden Versuchen) nämlich wirklich etwas werden. 7/10
Platz 29: Eden
Angesichts der Besetzung und des Regisseurs ist der Film bei uns eigentlich relativ untergegangen – wohl, als er kurioserweise hierzulande ein paar Monate früher gestartet ist, als in den USA (und dementsprechend von dort keine Aufmerksamkeit quasi zu uns überschwappen konnte). "Eden" erzählt eine ziemlich arge, auf realen Begebenheiten basierende Geschichte, und trumpft dabei nicht zuletzt mit der hochkarätigen Besetzung auf. Besonders begeistert war ich dabei von Ana de Armas, die ihre Baronin (die übrigens Österreicherin war!) mit derartigem Genuss spielt, dass sie für mich ein Paradebeispiel für "eine Figur, die man zu hassen liebt" darstellt. Ich hatte mit ihrer fiesen Darstellung hier jedenfalls sehr viel Freude. Mir gefiel darüber hinaus, wie der Film den klassischen Aufsteigermythos aufblattelt. Und aus der Art und Weise, wie hier der Zerfall einer kleinen Gesellschaft geschildert wird, lassen sich durchaus auch wertvolle Rückschlüsse auf die Zivilisation im Allgemeinen ziehen. Zwar ist er eine Spur länger, als es in meinen Augen notwendig gewesen wäre. Und zugegebenermaßen wurden ähnliche Geschichten, teilweise auch noch eindringlicher, in der Vergangenheit schon öfters erzählt. Dennoch: Derart unter dem Radar zu laufen, wie das bei uns der Fall war, hat er sich dann doch nicht verdient. 7/10
Platz 28: Companion - Die perfekte Begleitung
"Companion – Die perfekte Begleitung" ist, trotz der Thriller- und Drama-Elemente, in erster Linie der Unterhaltung verschrieben. Als solcher behandelt er einerseits die Gefahren dieser neuen Technologie – und das nicht nur für uns, sondern auch die Geschöpfe, die wir hier erschaffen – mehr noch aber die Dynamik von toxischen Beziehungen. Dabei bedient sich "Companion" Science Fiction-Elementen, um einen kritischen Blick auf eben diese zu werfen, und die dahinterstehenden Mechaniken – natürlich überhöht – aufzuzeigen. Eben dieser Aspekt des Films hat für mich sehr gut funktioniert. Zusätzlich aufgewertet wird er von den Darsteller:innen, wobei es mir insbesondere Sophie Thatcher wieder einmal enorm angetan hatte. Sie sorgt dafür, dass man mit ihrer Iris sobald klar ist, was Josh und die anderen mit ihr vorhaben, ordentlich mitfiebert, und sie in weiterer Folge dann – wenn sie beginnt, zurückzuschlagen – auch richtiggehend anfeuert. Zwar kann er für mich sowohl als Thriller noch als Drama nicht mit den besten Filmen dieses Subgenres mithalten – und lässt nicht zuletzt im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit dieser (möglicherweise gar nicht mehr so weit entfernten) Technologie etwas Potential liegen. Zudem geht ihm Mittelteil kurzfristig ein bisschen die Luft aus. Davon abgesehen ist bei "Companion – Die perfekte Begleitung" aber für gute bis sehr gute Unterhaltung gesorgt. 7/10
Platz 27: One Battle After Another
Ich war im Vorfeld eher skeptisch, nicht zuletzt aufgrund der langen Laufzeit. Und auch wenn die Platzierung recht weit hinten zeigt, dass ich längst nicht so begeistert war, wie viele andere, aber in dieser Hinsicht hat mich "One Battle After Another" insofern positiv, überrascht, als er es von der ersten bis zur letzten Minute verstanden hat, mich sehr gut zu unterhalten. Darstellerisch war er ebenfalls überaus fein. DiCaprio ist stark wie eigentlich immer (wobei ich seine Leistung hier jetzt nicht für die career-best-performance halte, als die sie von manchen bewertet wird), Sean Penn hinterlässt als rassistischer Colonel ebenfalls Eindruck, Teyana Taylor dominiert als Perfidia das erste Segment des Films, Benicio del Toro kann in seiner kleinen aber wichtigen Rolle ebenfalls gefallen, und Chase Infiniti erweist sich als beeindruckendes Jungtalent, welches es im Auge zu behalten gilt (und von der wir hoffentlich in Zukunft noch viel sehen werden). Allerdings: Ich fand "One Battle After Another" war angenehm kurzweilig – zugleich aber leider auch nie so recht spannend. Er hat mich über die lange Laufzeit hinweg gut unterhalten – was definitiv eine Leistung ist – aber halt nie wirklich mitgerissen. Erst zum Ende hin gab es dann einen wirklich packenden Moment. Vor allem aber hatte es mir die emotionale Abschlussszene rund um den Brief angetan. Last but not least profitiert er zweifellos von den Parallelen zur momentanen politischen Lage in den USA, so bedauernswert das auch sein mag. Er zählt zweifellos zu den aktuellsten und wichtigsten Filmen der Gegenwart. Nicht jedoch zu den besten; zumindest in meinen Augen. 7/10
Platz 26: Bring Her Back
Nichts wäre für Danny und Michael Philippou leichter gewesen, als ihrem Überraschungserfolg "Talk to Me" ein schnelles Sequel nachfolgen zu lassen, und damit gleich nochmal so richtig abzucashen. Doch so sehr ich auch nach wie vor auf eine Fortsetzung ihres Debüts hoffe, rechne ich es ihnen hoch an, diese Route nicht gegangen zu sein, und stattdessen als nächstes einen eigenständigen und trotz vereinzelter thematischer Überschneidungen doch ganz anderen Film vorzulegen. "Bring Her Back" besticht dabei wieder mit einem coolen "worldbuilding" im Hinblick auf das zentrale (übernatürliche) Phänomen (welches erst recht spät genauer offenbart wird), einem phantastischen Spannungsaufbau, der bedrohlichen Atmosphäre im Haus von Laura, sowie nicht zuletzt einer starken Performance von Sally Hawkins. Das Ende erreichte für mich dann zwar nicht ganz die (sowohl spannungstechnischen als auch emotionalen) Höhen von "Talk to Me", den ich ganz allgemein noch einen Hauch stärker einschätzen würde. Dennoch beweisen die beiden mit "Bring Her Back" eindrucksvoll, dass es sich bei ihnen nicht um Horror-Eintagsfliegen handelt. 7/10
Platz 25: Weapons
Mit "Barbarian" hat sich Zach Cregger bereits als vielversprechendes junges Horrortalent erwiesen. Mit "Weapons" löst er dieses Versprechen nun ein, und setzt in praktisch allen Belangen noch einmal eins drauf. Dabei behält er den Zugang der Kapitel – inkl. Perspektivwechsel – bei. Ähnlich wie beim "Vorgänger" fand ich dabei den Auftakt mit am Stärksten; alles rund um Justine – vor allem jene Momente, wo unklar war, inwiefern ihr jemand auflauert – hat mich doch ziemlich gepackt (wenn er hier in meinen Augen auch nie ganz die Höhen der ersten halben Stunde von "Barbarians" erreichte). Aber auch das zugrundeliegende Mysterium – und in weiterer Folge dann auch auf Auflösung – hatten es mir angetan. Und das Finale machte dann auch nochmal ordentlich Laune. Abzüge gibt es in erster Linie für die Länge; mehr als zwei Stunden (mit Abspann) hätte er nun wirklich nicht sein müssen, wobei man aus meiner Sicht insbesondere bei den Kapiteln aus der Sicht von Paul sowie dem Junkie einiges an Laufzeit hätte sparen können. Das hätte "Weapons" noch etwas schwungvoller und drängender gemacht. Insgesamt ist "Weapons" aber jedenfalls ein Film, der sich wohltuend aus der Masse an Horrorfilmen 2025 abhebt. 7/10
Platz 24: Ozean
Weniger eine Naturdokumentation im klassischen Sinn, als vielmehr ein Alarmsignal. Mein ernüchterter Gedanke danach war "Ich glaube, es wäre für den Planeten echt besser, wenn wir einfach aussterben", und so ziemlich mein einziger Trost ist, dass zumindest Sir David Attenborough, der sich sein ganzes Leben lang für Naturschutz eingesetzt hat, den drohenden Zusammenbruch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr erleben wird. Ganz ehrlich: Was ist nur mit uns los? Die hier gezeigte Ausbeutung der Natur, die nur auf den kurzfristigen Profit zielt, und völlig übersieht, dass wir wenn wir so weitermachen alle keine Zukunft mehr haben, macht mich fassungslos. Insofern: Als Weckruf erfüllt "Ozean" zweifellos seinen Zweck – wenn ich auch leider befürchte, dass er nichts verändern wird (zumal aktuell andere Themen das Weltgeschehen dominieren). Wenn es einen kleinen Haken an der Sache gibt, dann diesen: Ich fand frühere (Unterwasser-)Dokumentation, auch rund um David Attenborough, schon mal beeindruckender. Und man kann durchaus argumentieren, dass er noch eine Spur besser gewirkt hätte, wenn er, bevor er uns die Zerstörung zeigt, mehr Zeit investiert hätte, um davor den Wundern der Natur zu huldigen. Davon abgesehen aber eine wichtige und großartige Doku, die droht, zu einem Nachruf zu werden. 8/10
Platz 23: Nightbitch
Ein wahnsinnig lustiger, schonungslos ehrlicher und vor allem auch herrlich bissiger Film über die Tücken der Mutterschaft. Amy Adams liefert eine der besten Performances ihrer Karriere ab, doch so großartig sie auch ist, die wahre Stärke liegt in der Geschichte, dem Drehbuch, und der Inszenierung. Es gab einfach zahlreiche großartige Momente und/oder Dialoge, die mich lauf auflachen und/oder (und das sage ich als kinderloser Mann) zustimmend Nicken ließen. Ich will hier bewusst die besten Sprüche nicht vorwegnehmen, aber zumindest einen Gedankengang bleiben, der mir noch länger im Gedächtnis bleiben wird. Sinngemäß: Mütter geben ihr Potential auf, damit die Männer ihres verschwenden können. Jedenfalls habe ich mit Amy Adams' Figur mitgefühlt, -gelitten und -gefiebert, und dementsprechend auch die Entwicklung, die sie hier durchmacht abgefeiert, als sie sich und anderen gegenüber endlich ihre Unzufriedenheit – die auch dazu führt, dass sie sicherlich nicht die beste (wenn auch trotzdem ungemein liebevolle und aufopfernde) Mutter ist – eingesteht, abgefeiert. Eben dies hat etwas ungemein befreiendes, triumphales und erhebendes. Nur das Ende – damit meine ich jetzt die letzte Einstellung – hätte vielleicht noch die Spur stärker sein können. Davon abgesehen aber ein wunderbarer, witziger und wichtiger Film. 8/10
Platz 22: Flow - Wie die Katze ihre Angst vor dem Wasser verlor
An "Flow" sticht einerseits hervor, dass es sich bei ihm um eine Independent-Produktion handelt, und der Film (nur) mit Hilfe der Open Source-Software "Blender" entstanden ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Endprodukt einfach nur beeindruckend. Darüber hinaus hatte es mir aber auch der Zugang enorm angetan. "Flow" verzichtet darauf, die Tiere sprechen zu lassen, und sie so einerseits zu vermenschlichen, und andererseits ihre Gedanken und Gefühle zu offenbaren. Stattdessen setzt man auf eine realistische Darstellung, und hat auch für die Geräusche der Tiere auf echte (eigens für den Film erstellte) Tonaufnahmen zurückgegriffen. Eben deshalb liegt "Flow" näher an der Realität, als man das von solchen Animationsfilmen sonst gewohnt ist. Last but not least hat es mir auch die Story durchaus angetan. Zugegeben, die Message – gemeinsam sind wir stärker – ist nicht neu, aber dennoch (insbesondere für die Hauptzielgruppe) wichtig, und wird hier zudem angenehm natürlich aus der Story heraus vermittelt, statt in einer Moralpredigt auszuarten. Nur so richtig berühren wollte mich "Flow" irgendwie nicht. Davon abgesehen aber ein wunderschöner Film – und immerhin der drittbeste Animationsfilm des letzten Jahres. 8/10
Platz 21: Nosferatu
"Nosferatu" hat mir grundsätzlich sehr gut gefallen – so wie auch schon die bisherigen Robert Eggers-Filme. Kurioserweise empfinde ich allerdings insbesondere bei "Lighthouse" und "Northman" trotz meiner positiven Einschätzung Null Interesse, sie mir nochmal anzusehen ("The Witch" hingegen würde mich durchaus reizen). Ob das bei "Nosferatu" auch so sein wird, kann nur die Zeit zeigen. Letztes – oder genau genommen eigentlich schon vorletztes, habe ich ihn doch in einer Preview-Vorstellung gesehen – Jahr hat er mich im Kino jedenfalls mal sehr gut unterhalten. Vor allem optisch war "Nosferatu" zweifellos herausragend (dementsprechend wurde er ja auch in dieser Kategorie bei den besten Filmmomenten prämiert), insbesondere bei den praktisch schwarz/weiß-Nachtaufnahmen, und dem feinen Schattenspiel. Aber auch das Sounddesign war grandios (der Film gewinnt zweifellos, wenn man ihn entweder im Kino, oder zu Hause mit einer guten Soundanlage sieht). Die Musik wird hier eher zurückhaltend eingesetzt, aber wenn, dann ist sie überaus effektiv. Und schauspielerisch fand ich ihn ebenfalls fein. Erzählerisch ist er eventuell ein bisschen schwelgend, aber insgesamt schon klasse. In jedem Fall hat er aber mein Interesse an den anderen, mir bislang unbekannten Nosferatu-Filmen geweckt. 8/10
Platz 20: Der weiße Hai: Die Geschichte hinter dem Blockbuster
Pünktlich zum 50. Geburtstag des Films wurde diese Doku über die Entstehung von "Der weiße Hai" veröffentlicht. Wenn es etwas gibt, dass man an ihr kritisieren kann: Wer – so wie ich – das bislang bekannte Hintergrundmaterial (insbesondere die frühere, auch auf den Blu-Rays enthaltene, zweistündige "Making Of"-Dokumentation, sowie die Fan-Doku "The Shark Is Still Working") bereits kennt, der wird hier wenig Neues entdecken. Davon abgesehen gibt "Die Geschichte hinter dem Blockbuster" aber einen wundervollen, interessanten und aufschlussreichen Einblick in die Entstehung von einem der besten Filme aller Zeiten. Jene wichtigen Inhalte, die man sich als Kenner der Materie erwartet, sind hier jedenfalls alle mit dabei, und die Mischung aus Archiv-Interviews und aktuellen Aufnahmen mit den damals Beteiligten (oder ihren Nachkommen) weiß ebenfalls zu gefallen. Dazu gibt es ein paar alte Filmaufnahmen und Fotos, die einem einen Eindruck davon geben, wie es damals gewesen ist, bei den Dreharbeiten live dabei zu sein. Wie gesagt, für Fans die alle bekannten Dokus (und Bücher) kennen, ist das hier eher eine Erinnerung an Dinge, die man eh schon mal aufgeschnappt hat, als eine neue Erkenntnis. Aber gerade auch für jene, die sich bislang mit der Geschichte hinter dem Blockbuster wenig bis gar nicht auseinandergesetzt haben, gibt diese Doku einen übersichtlichen und zugleich erhellenden Einblick. 8/10
Platz 19: The Fantastic Four: First Steps
Superner als "Superman"! So lautet mein Urteil zu "The Fantastic Four: First Steps", nachdem ich beide im Abstand von einer Woche gesehen habe. Dabei war ich zugegebenermaßen halt auch schon ein wirklich großer Fan von Matt Shakmans "WandaVision", an die ich mich hier vor allem im Hinblick auf den Retro(futuristischen)-Touch teilweise erinnert fühlte. Allein dieser, sowie ganz allgemein das Setting auf Erde-828, lassen den Film schon mal generell wohltuend aus dem MCU-Einheitsbrei hervorstechen. Dazu gesellt sich dann auch noch eine visuell bestechende Inszenierung, die grandiose Musik von Michael Giacchino, die deutlich bessere Umsetzung eines ersten Films ohne klassische "origin story", der trotz allen Nebenfiguren (insbesondere natürlich der Silver Surferin) eindeutig auf die zentralen vier Helden zugeschnittene Story (es sind vora llem diese vier Aspekte, in denen der Film "Superman" in meinen Augen deutlich überlegen ist), die wunderbare Dynamik zwischen den Figuren, das perfekte Casting, und nicht zuletzt das Dilemma, vor dem Marvels "First Family" hier steht. All dies und noch mehr hatte es mir an "The Fantastic Four: First Steps" wirklich angetan. Da fällt es dann eben auch leichter, dem Film die einzelnen Fehltritte (wie insbesondere Reeds Pressekonferenz, der ineffektive Scheintod einer Figur, sowie die ein bisschen enttäuschende Post-Credits-Szene) zu verzeihen. Insgesamt macht ihn dies mit Abstand zur bisher besten Verfilmung der Fantastic Four, und weil das in Anbetracht der Konkurrenz mit dem man ihn hier vergleicht ein potentiell nur verhaltenes Lob ist, sei es abschließend nochmal festgehalten: Ja, ich fand den Film (sorry) fantastisch. 8/10
Platz 18: Frankenstein
Auf diesen Film war ich zweifellos schon sehr gespannt, scheint Guillermo del Toro ja geradezu prädestiniert dafür zu sein scheint, Marry Shelleys unsterblichen (Wortspiel nicht beabsichtigt) Stoff zu verfilmen. Ähnlich wie bei "Nosferatu" verspürte ich auch hier danach den Wunsch, mir die eine oder andere Verfilmung anzusehen, mit dem Unterschied, dass ich in diesem Fall viele bereits kenne. Dennoch ist es zu lange her, als dass ich einen direkten Vergleich ziehen könnte. Von del Toros Version war ich jedenfalls grundsätzlich sehr angetan. Bei ihm als Regisseur erübrigt es sich fast, es zu erwähnen, der Form halber sei es aber festgehalten: Visuell war "Frankenstein", vielleicht abseits von einer gewissen Künstlichkeit mancher Bilder, gewohnt hervorragend. Auch die Besetzung – u.a. mit Oscar Isaac, Jacob Elordi, Mia Goth und Christoph Waltz – hatte es mir angetan. Und obwohl ich sonst kein großer Fan einer solchen "verschachtelten" Erzählweise bin, hat es in diesem Fall für mich gepasst. Angesichts der Laufzeit ahnt ihr es vielleicht schon: Auch "Frankenstein" zählt für mich zu jenen Filmen, die mir im abgelaufenen Jahr etwas zu lang erschienen sind. Und das Ende hat dann nicht ganz so gesessen, wie es sich der Aufbau dazu verdient gehabt hätte. Insgesamt aber eine würdige Adaption, die mir aus der Erinnerung heraus im Vergleich zu den früheren Varianten auch unterschiedlich genug zu sein schien, um sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, nur altbekannte, ausgetretene Pfade zu beschreiten. 8/10
Platz 17: Hundreds of Beavers
So gespannt ich im Vorfeld schon auch auf den Film gewesen sein mag, aber nach fünf Minuten kamen mir ernsthafte Zweifel, ob – oder sogar eher, wie – es Mike Cheslik gelingen will, das Konzept auf Spielfilmlänge zu strecken. Und zugegeben, zum Ende hin ging ihm dann doch ein bisschen die Puste aus; der "Showdown" im Biber-Reich kam nicht mehr ganz an das, was davor kam, heran. Insofern würde ich behaupten: Eine Viertelstunde weniger (und damit eine typische 90-minütige Laufzeit) hätte dem Film nicht geschadet. Und trotzdem war ich in weiterer Folge zunehmend überrascht, und auch durchaus angetan davon, wie sich Cheslik und sein Co-Autor Ryland Brickson Cole Tews immer wieder neue schräge Ideen einfallen ließen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Ich wurde jedenfalls größtenteils sehr gut unterhalten, und habe vor allem auch schon lange nicht mehr so viel gelacht, wie hier. "Hundreds of Beavers" ist praktisch ein klassischer Cartoon, nur dass die Figuren nicht gezeichnet sind, sondern von Menschen dargestellt werden. Und das gilt für die Menschen genauso wie für die Tiere, wo dann halt Menschen z.B. im Biberkostüm herumlaufen. Auch die Schwarz/Weiß-Optik sowie die Musik und die Soundeffekte werteten ihn für mich auf. Und trotz aller Albernheit lässt sich in "Hundreds of Beavers" letztendlich ein durchaus ernsthafter Kern finden, der sowohl unsere Konsumgesellschaft als auch die Ausbeutung der Natur an den Pranger stellt. Von diesen Momenten abgesehen ist "Hundreds of Beavers" aber in erster Linie ein wunderbarer, sehr origineller und vor allem höchst kreativer Blödsinn. 8/10
Platz 16: Balconettes
"Fuck the Patriarchy: Der Film". Und ja, das ist als Kompliment gemeint. Noemie Merlants Regie-Erstling kenne ich noch nicht, aber der hier war wirklich cool. Sympathische Figuren, toll inszeniert, "nette" Story, und vor allem durch und durch feministisch. Der Film beginnt sehr beschwingt, nimmt dann eine dramatische Wendung, und schlägt auch danach immer wieder ernste Töne an, um die verschiedenen Arten und Weisen zu thematisieren, in denen Männer Frauen das Leben zur Hölle machen. Und dennoch durchzieht ihn ein starker hoffnungsvoller Grundton; insbesondere aufgrund der Freundschaft zwischen Ruby, Nicole und Elise. Die Message ist klar: Gemeinsam (und eben auch nur gemeinsam) können wir alles schaffen. Vor allem aber wird es insofern nie zu trist, als er bis zuletzt immer wieder auflockernd-lustige Momente hatte, die mich herzhaft lachen ließen. Und das Ende war wunderbar befreiend. So wie viele Filme im abgelaufenen Jahr mag er (mir) zwar eine Spur zu lang gewesen sein. Davon abgesehen fand ich ihn aber super. 8/10
Platz 15: The Ugly Stepsister
Emilie Blichfeldts Spielfilmdebüt erweist sich als extrem düstere Interpretation des klassischen "Cinderella"-Märchens (weitab von jedem Disney-Kitsch), welches nicht zuletzt vom höchst interessanten Perspektivwechsel enorm profitiert. Thematisch zeigen sich, mit der Kritik am Schönheitswahn, sowie den Body-Horror-Elementen, Parallelen zu "The Substance"; beide Filme haben jedenfalls über die Rolle der Frau in der Gesellschaft enorm viel (kritisches) zu sagen. In jedem Fall gelingt es ihm, dass man mit Elvira von Beginn an mitfühlt, angefangen bei der Reaktion auf ihr Aussehen, über die Operationen beim Schönheitschirurgen, bis hin zur abschließenden Selbstverstümmelung. Die Optik scheint dabei ganz bewusst an den tschechischen Märchenklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" angelehnt zu sein, was ihm aufgrund dem Widerspruch zwischen visueller Umsetzung und düsterem Inhalt dann noch einmal einen zusätzlichen Reiz gibt. Und auch die Leistung der Darstellerinnen (gendern erübrigt sich hier insofern, als die männlichen Kollegen bis zuletzt recht unscheinbar bleiben) kann nicht hoch genug gelobt werden, wobei insbesondere Lea Myren mit einer Wahnsinnsperformance besticht. Nach diesem ungemein starken Debüt gilt es Emilie Blichfeldt jedenfalls unbedingt im Auge zu behalten. 8/10
Platz 14: John Candy: Ich mag mich
Der Titel spielt natürlich auf die Schlüsselszene (die, wie ich bei meiner letzten Sichtung feststellen musste, deutlich früher kommt als ich das in Erinnerung hatte, nämlich bereits im ersten Drittel) aus John Candys vermeintlich bestem Film "Ein Ticket für Zwei" an, wo Del nach einer langen Tirade von Neal erwidert: "Ich mag mich". Es ist zudem ein passender Titel für die Doku über jemanden, der sowohl vom Publikum, von seiner Familie, seinen Freunden, und all seinen Kolleginnen und Kollegen gemocht – wenn nicht gar geliebt – wurde. Neben dieser Aufrollung seines Lebens und Schaffens selbst wird das nicht zuletzt an jener einzigen negativen Story über Bill Murray deutlich, die ihm im Hinblick auf seinen alten Freund einfällt. Weil, ganz ehrlich: Wenn das das Schlechteste ist, dass jemand über dich sagen kann, dann warst du einfach ein guter Mensch, Punkt. Jedenfalls: Als Kind der 80er, der (u.a.) mit John Candy und seinen Filmen aufgewachsen ist, war diese Doku für mich einerseits eine aufschlussreiche, und andererseits mit zunehmender Laufzeit auch sehr berührende Angelegenheit. Vor allem am Ende hatte ich dann doch ordentlich mit den Tränen zu kämpfen. Insgesamt ist "John Candy: Ich mag mich" jedenfalls ein wundervoller Tribut an jemanden, der vielen Menschen sowohl vor als auch hinter der Kamera viel Freude bereitet hat. 8/10
Platz 13: The Long Walk - Todesmarsch
Sieht man von Francis Lawrence' etwas gar unscheinbarer Inszenierung ab, ist "The Long Walk – Todesmarsch" wohl so ziemlich die beste Adaption des ursprünglich unter seinem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlichten Stephen King-Romans, die man sich erhoffen konnte. Zwar stimmt es, dass der Film in erster Linie von der Vorlage profitiert – aber dieser so originalgetreu zu folgen, und sie vor allem auch mit solcher Kompromisslosigkeit umzusetzen, und nicht vor ihrer brutalen Härte zurückzuschrecken, ist dennoch eine Leistung, die anerkannt und gelobt gehört. TJ Mollner schafft es zudem mit kleinen zusätzlichen Informationen, etwas mehr Erklärung dafür zu liefern, warum sich jemand freiwillig zu diesem Todesmarsch melden sollte. Und sowohl die sehr persönliche Motivation von Garrety, als auch der Ausgang des Geschehens, haben es mir enorm angetan. Die letzte wesentliche Stärke liegt dann bei den Darstellerleistungen, wobei es mir insbesondere das zentrale Duo, Cooper Hoffman und David Jonsson, enorm angetan hatte. Zwar werde ich mich wohl immer fragen, was Frank Darabont aus der Vorlage herausgeholt hätte; dennoch halte ich "The Long Walk" für ein Fest für Stephen King-Fans im Allgemeinen, und Fans des Romans im Besonderen. 8/10
Platz 12: M3GAN 2.0
Ich finde es ausgesprochen schade, dass der Mut der Filmemacher, statt eines einfallslosen "more of the same"-Sequels in eine andere Richtung zu gehen, an den Kinokassen nicht belohnt wurde. Mir hat "M3GAN 2.0" nämlich sogar nochmal besser gefallen als der ohnehin schon gelungene erste Teil. Auch der hat für mich nämlich in den augenzwinkernden (Action-)Szenen besser funktioniert, als in den Spannungsmomenten – und auf eben dieses Elemente fokussiert man sich nun auch beim Nachfolger. Eine besonders tiefgründige Abhandlung zum Thema Künstliche Intelligenz sollte man sich dabei, wie auch schon beim ersten, nicht erwarten – wobei die entsprechende Thematik, und die Szenen, in denen er eben darauf eingeht, den Film für mich dennoch durchaus aufwerteten. Und die schauspielerischen Leistungen geben auch keinen Anlass zur Kritik und im Gegenteil insbesondere im Hinblick auf Ivanna Sakhno sogar vielmehr zu Lob. Zwar muss man aufgrund des Flops leider davon ausgehen, dass wir kein "M3GAN 3.0" mehr bekommen werden; mit dem Double Feature der beiden Filme werde ich aber in den kommenden Jahren bestimmt immer wieder meine Freude haben. 8/10
Platz 11: Thunderbolts*
Ich hatte mir im Vorfeld von "Thunderbolts*" nicht viel erwartet – und war daher umso positiver überrascht. Im Gegensatz zu "Black Widow", der zwar solide, aber wenig hervorstechend war, gelingt es dem Film von Jake Schreier, aus dem MCU-Einheitsbrei – und damit zugleich dem Trott der aktuellen MCU-Phase – auszubrechen. Er macht vieles von dem richtig, was bei "Captain America: Brave New World" zuvor falsch lief. Allein Beteiligten scheint bewusst gewesen (oder geworden) zu sein, dass sich das MCU im Hinblick auf Spektakel nicht ständig übertreffen, zugleich man aber auch nicht immer die gleichen Geschichten – noch dazu mit weniger Action und Schauwerten – wiederholen kann. Als Antwort darauf präsentiert man eine wunderbar charakterorientierte Geschichte rund um Anti-Held:innen, die allesamt für irgendetwas aus ihrer Vergangenheit Wiedergutmachung leisten wollen. Hinzu kommt dann noch ein überraschender Psychologie-Einschlag, mit dem man auf bestechende Art und Weise die Möglichkeiten des Genres nutzt, um interne Traumata visuell darzustellen, und so auch spür- und greifbar zu machen. All dies kulminiert in einer der schönsten "Siege" über den Bösewicht im MCU seit langem, wenn nicht gar überhaupt. Kleinere Schwächen mögen zwar verhindern, dass es die "Thunderbolts" mit den ganz großen Highlights des MCU aufnehmen können. Als potentielle "New Avengers" hat mich ihre "Bewerbung" aber ungleich mehr überzeugt, als jene des vermeintlichen Konkurrenten Sam Wilson. 8/10