Die schlechtesten Filmleistungen des VorjahresKategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 12 Januar 2026
FilmRückblick 2025 – Der flotte 3x3er
Wie jedes Jahr sei auch diesmal wieder darauf hingewiesen: Die Angewohnheit, mir bewusst vermeintlich schlechte Filme anzusehen, nur um diese Aufstellung repräsentativer zu machen, habe ich – von wenigen Ausnahmen abgesehen nun schon seit längerem aufgegeben. Naja, also zumindest überwiegend. Wenn er gratis oder sehr günstig zum Streamen zur Verfügung steht, kann es schon mal sein, dass ich mir auch einen schlechter bewerteten Film vorknöpfe. Selbst dies geschieht jedoch zumeist mit der Hoffnung, dass dieser für mich eben doch funktionieren wird. Nur sehr selten – wie z.B. bei "War of the Worlds", der für mich als Prime-Abonnement gratis zur Verfügung stand – gewinnt dann doch meine morbide Kuriosität. Von solchen Ausnahmen abgesehen gilt jedoch: Lebenszeit ist für mich das kostbarste Gut überhaupt, und diese ist mir zu schade, um sie auf schlechte Filme zu ver(sch)wenden. Dementsprechend behaupte ich nicht, dass die nachfolgenden neun Flop-Einträge den absoluten Bodensatz dessen bilden, was das Filmjahr 2025 zu bieten hatte. Sie sind einfach nur das Schlechteste, was mir persönlich untergekommen ist. Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist es nun also an der Zeit, sich den filmischen Untiefen des Jahres 2025 zu widmen:
Die 3 schlimmsten Filmmomente 2025
Zuerst einmal sei der Form halber darauf hingewiesen, dass nachfolgend drei Filmszenen beschrieben werden, und sich dementsprechend hier Spoiler wiederfinden könnten (dies gilt ganz Besonders für die Kategorie der schlechtesten Szene des Jahres). Insofern: Seid gewarnt! Was nun die Auswahl an sich betrifft: Im Gegensatz zu 2024, wo ich mir mit dieser doch eher schwer tat, war es fürs abgelaufene Filmjahr eindeutig – gab es doch drei Szenen, die mir besonders negativ in Erinnerung geblieben sind. Die da wären:
Aufreger des Jahres – Die frustrierendste Szene 2025
Hätte ich "A House of Dynamite" im Kino gesehen, und das bereits vor einigen Jahren (um nicht zu sagen Jahrzehnten), bevor sich die digitale Projektion durchgesetzt hat, so wäre ich wohl zum Projektorraum hochgegangen, und hätte den Vorführer gefragt, ob er auf die letzte Rolle vergessen hat. Ich meine, es ist ja nicht so, als hätte mich der Film bis zu diesem Punkt sonderlich begeistert. Ich mag solch ein zeitliches hin- und herspringen nicht, und fand auch nicht, dass die Geschichte durch die unterschiedliche Perspektiven irgendwas gewann. Aber wenn dieser Aufbau zumindest irgendwo hingeführt hätte, meinetwegen. So hingegen waren das einfach nur zwei Stunden verschwendete Lebenszeit – und was ich von eben sowas halte, konntet ihr ja gerade oben in der Einleitung lesen. Jedenfalls fand ich das Ende den Abbruch von "A House of Dynamite" einfach nur frustrierend.
Augenverdreher des Jahres – Die lächerlichste Szene 2025
Die beiden "Happy Deathday"-Filme sowie "Freaky" waren wirklich klasse (und dass er zwischenzeitlich den mäßigen "We Have a Ghost" drehte, hatte ich zum Glück verdrängt), insofern war ich auf Christopher Landons neueste Regiearbeit schon sehr gespannt. Und tatsächlich beginnt "Drop – Tödliches Date" ziemlich gewitzt. Leider aber strapaziert er mit zunehmender Laufzeit die Glaubwürdigkeit – nur um dann spätestens am Ende übers Ziel hinauszuschießen. Weil es tut mir leid, aber wie lange der Profikiller vermeintlich brauchen soll, und/oder wie schnell Violet zu Hause ist, war einfach nur lächerlich. Besonders ärgerlich ist es deshalb, als es so unnötig war. Das Finale wäre um nichts weniger spannend gewesen, wenn es der Kontaktmann im Restaurant nicht geschafft hätte, dem Killer den Befehl zu geben. Dann allerdings hätte ich das ganze Finale um einiges glaubwürdiger gefunden. So hingegen hat mich der Film aber leider an dieser Stelle verloren.
Weggucker des Jahres - Die schlechteste Szene 2025
Ich habe es eigentlich ab dem ersten Trailer gewusst – allerdings bis zuletzt gehofft, damit falsch zu liegen. Aber: Das ist Yorgos Lanthimos, weshalb es ja eigentlich so kommen musste. Soll heißen: Natürlich ist Michelle tatsächlich ein Alien! Und, es tut mir leid, aber an der Stelle bin ich ausgestiegen. Was insofern enorm schade ist, als mir der Film bis dahin wirklich sehr gut gefallen konnte. Ich war voll drin, hab mit Michelle mitgefiebert, und die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Emma Stone und Jesse Plemons, waren wirklich fantastisch. Aber: Selbst bei einem solchen Film, der ganz offensichtlich als Farce angelegt ist, und somit nicht ernst gemeint ist (und auch nicht ernst genommen werden will), komme ich nicht damit klar, wenn solchen Verschwörungsspinnern recht gegeben wird. Vor zwanzig, vielleicht sogar noch vor zehn Jahren, hätte ich es vielleicht nicht so eng gesehen. Aber heutzutage richten diese Trottel einfach zu viel Schaden an, als dass ich wohlwollend über einen solchen Twist (Auch wenn mir natürlich voll und ganz bewusst ist, dass der Film nicht als Unterstützung für diese Gruppen gemeint/gedacht ist) hinwegsehen könnte.
Die 3 enttäuschendsten Filme 2025
Es gab im abgelaufenen Filmjahr einige Filme, die in meinen Augen hinter ihrem Potential zurückgeblieben sind. Gute Beispiele dafür wären (meines Erachtens) unter anderem "Tron: Ares", "The Running Man" oder auch "Mission Impossible: The Final Reckoning". Allerdings hatte ich mir von denen, aus verschiedensten Gründen, von vornherein nicht viel erwartet – und konnte dementsprechend auch nicht enttäuscht werden. Ganz im Gegensatz zu den nachfolgenden drei Filmen:
Platz 3: F1
Ich bin Formel 1 Fan, und als solcher sowohl in entsprechenden als auch in Film-Gruppen auf Facebook aktiv. In beiden ist der Film ja eigentlich grundsätzlich ganz gut angekommen – doch es tut mir leid, mich hat "F1" ziemlich enttäuscht. Inhaltlich hatte ich mir zwar von vornherein nicht viel erwartet, und ist "F1" in der Tat sehr formelhaft (höhö). Aber inszenatorisch war ich doch ziemlich enttäuscht, vor allem auch, nachdem die Rennszenen teilweise in höchsten Tönen gelobt wurde. Sorry, aber das konnte ich irgendwie überhaupt nicht nachvollziehen. "F1" bietet (so gut wie) nichts, was man heutzutage nicht auch an Livebildern während des Rennens zu sehen bekäme. Klar kann ein Rennfilm heute nicht mehr so revolutionär sein wie "Grand Prix", aber z.B. auch "Rush" fand ich diesbezüglich deutlich eindrucksvoller. Von Joseph Kosinski hätte ich mir da entschieden mehr erwartet. Erschwerend kommen dann auch noch gewissen Ungereimtheiten dazu, die man als Formel 1-Kenner ausblenden können muss, um ihn genießen zu können (mir viel das eher schwer). Und dann ist da eben wie gesagt noch die klischeehafte Story. Insgesamt ist er zwar, trotz dieser Kritikpunkte, längst keine Katastrophe auf "Driven"-Niveau. Angesichts des hier versammelten Teams hätte ich mir von ihm aber deutlich mehr erwartet und erhofft.
5/10
Platz 2: Superman
Ja, ich weiß, ich schwimme hier eher gegen den Strom, aber was soll ich denn machen? Ich hatte wirklich große Hoffnungen gegenüber dem neuen "Superman", da mir der bisherige Output von James Gunn insgesamt sehr gut gefallen konnte. Einzig im Hinblick auf David Corenswet war ich zugegebenermaßen eher skeptisch. Im Endeffekt sollte es genau umgekehrt sein: David Corenswet war toll, aber Gunns Drehbuch und Regie haben mich eher enttäuscht. Kurz gesagt: Der Film war immer dann super, wenn er sich auf den Titelhelden konzentrierte. Bedauerlicherweise war das aber nur für (maximal) die Hälfte der Laufzeit der Fall. Erschwerend kam dann noch der Effekte-Overkill hinzu. Sowohl alles rund um das Taschenuniversum, wie auch das mit dem Riss, der durch Metropolis läuft, haben mich einfach nicht überzeugt. Und mit Krypto, der von vielen gefeiert wurde, konnte ich auch nicht wirklich etwas anfangen. Natürlich: Was die hoffnungsvolle Message an sich betrifft, und die Aufforderung zu mehr Mitgefühl und Güte, bin ich voll und ganz beim Film. Zumal diese Aussage momentan fast von Tag zu Tag wichtiger zu werden scheint. Trotzdem: Mir haben da die vielgescholtenen Snyder-Filme insgesamt besser gefallen. 5/10
Platz 1: Jurassic World: Die Wiedergeburt
Wie heißt es so schön im ersten "Jurassic Park"-Film: "Ihre Leute waren nur darauf konzentriert, ob sie es schaffen können. Ob sie es tun sollten, die Frage stellte sich keiner." Leicht verändert passt dieses Zitat für mich wie die Faust aufs Auge im Hinblick auf "Jurassic World: Die Wiedergeburt". Aus meiner Sicht viel zu früh versucht man hier, das "Jurassic"-Franchise nach "Ein neues Zeitalter" – der damals eigentlich als Finale der Reihe angekündigt wurde – wiederzubeleben, was leider trotz vielversprechender Voraussetzungen vor und hinter der Kamera nicht wirklich gelingt. Ähnlich wie zuvor "Jurassic Park III" wirkt auch "Die Wiedergeburt" wie Flickwerk bzw. Resteverwertung. Einige dieser Reste – insbesondere die Schlauchboot-Sequenz mit dem T-Rex – mögen zwar zu den besten Einzelteilen des Films zählen, dennoch ergibt dieses nie ein stimmiges Ganzes. Noch mehr als von David Koepps Drehbuch war ich aber von Gareth Edwards Regie enttäuscht. Nach drei sehr guten Filmen war ich regelrecht schockiert, wie uninspiriert und vor allem auch spannungsarm er "Die Wiedergeburt" inszeniert. Enttäuscht war ich darüber hinaus von Alexandre Desplats Score, sowie dem Mangel an "echten" Dinosauriern. Zumal die CGI-Viecher hier stellenweise nicht gerade sensationell aussahen (in jedem Fall würde man ihnen nicht anmerken, dass zwischen diesem Film und dem Original über dreißig Jahre liegen). Mein größter Kritikpunkt ist aber der D-Rex, den ich für das schlechteste Creature Design seit dem Hybriden aus "Alien IV – Die Wiedergeburt" (Zufall?!) halte. Aus meiner Sicht wäre es nach diesem lauwarmen Aufguss nun wirklich höchste Zeit, die Reihe endlich aussterben zu lassen. 4/10
Die 3 schlechtesten Filme 2025
Jeder Film kann mal im einen oder anderen Aspekt misslungen sein. Aber um hier genannt zu werden, müssen die Beteiligten schon richtig Mist gebaut haben. Hierbei sei neuerlich darauf hingewiesen, dass ich mittlerweile überwiegend davon abgegangen bin, mir bewusst vermeintliche Nieten anzusehen. Ich behaupte somit nicht, dass die nachfolgenden drei Filme auch wirklich den absoluten filmischen Bodensatz darstellen, den das abgelaufene Jahr zu bieten hatte. Aber es sind halt die drei schlechtesten Filme aus 2025, die mir persönlich untergekommen sind.
Platz 3: Mission Impossible - The Final Reckoning
Das wird jetzt sicherlich viele überraschen; zwar ist der (vorerst) letzte Teil der "Mission: Impossible"-Reihe sowohl bei Kritikern als auch dem Publikum nicht mehr ganz so gut angekommen wie der (bzw. die) Vorgänger, und musste auch an den Kinokassen ein bisschen Federn lassen. Ich bezweifle aber, dass ihn viele so katastrophal einschätzen, wie ich. Aber, tut mir leid: Nachdem ich bereits von "Dead Reckoning" eher enttäuscht war, schlug der in meinen Augen dem Fass endgültig den Boden aus. Es beginnt mit einem kurzen Zusammenschnitt, der die letzten Ereignisse aufrollt. Darauf folgt ein Briefing auf VHS-Kassette, das die letzten Ereignisse aufrollt. Dann kommt es zum ersten Treffen mit Gabriel, in dem man u.a. die letzten Ereignisse aufrollt. Und dann gibt es die große Besprechung mit der Präsidentin, bei der man – ihr ahnt es schon – die letzten Ereignisse aufrollt. Was. Zum. Henker?! Die ganze erste Stunde ist nur blablablablabla. Aber auch danach war mir der Anteil an Dialogen im Vergleich zur Action bis zuletzt zu hoch. Der letzte Nagel im Sarg war dann aber, dass ich die besagte Action ebenfalls nicht wirklich toll fand. Diese konzentriert sich im Wesentlich auf zwei Szenen. Die erste – Hunts Erkundung des U-Boots – fand ich sowas von fad. Und die zweite ist zwar schon durchaus spektakulär, aber wie schon der Showdown im Zug beim Vorgänger viiiiiiiel zu ausgedehnt. Es wollte einfach partout kein Ende nehmen. Last but not least mangelt es "The Final Reckoning" dann, im Gegensatz zu "Keine Zeit zu sterben", auch noch an der letzten Konsequenz. Rückblickend wünschte ich jedenfalls wirklich, der Film hätte sich nach fünf Sekunden selbst zerstört. Das hätte mir drei wertvolle Stunden an Lebenszeit gespart. 2/10
Platz 2: Playdate
Eine Buddy-Actionkomödie mit Kevin James und Alan Ritchson? Was soll da schon schiefgehen? Wenn man nach "Playdate" geht, leider eine ganze Menge. Ich war ja schon vom Anfang nicht begeistert, wo man in medias res einsteigt, nur um dann ein paar Stunden zurückzuspringen (dieses Stilmittel bin ich seit mindestens zwei Jahrzehnten aber sowas von leid). Auch der Humor hat für mich leider früh nicht gezündet. So gern ich Kevin James und Alan Ritchson individuell auch mag, aber irgendwie gab es zwischen den beiden Null Chemie. Es würde mich nicht überraschen, zu lesen, dass sich die beiden sowohl vor als auch hinter der Kamera nicht wirklich ausstehen konnten. Vor allem aber: Wer zur Hölle kam bitte schön auf die Idee, in so einer ja grundsätzlich bodenständigen Actionkomödie den Twist einzubauen, dass einer der beiden – mehrmals und erfolgreich – geklont wurde? Ich mein, ich hab' es ja schon ziemlich früh vermutet, dachte an der Stelle aber noch "Das können die doch nicht ernst meinen?!". Doch. Meinen sie. Es tut mir leid, aber darauf konnte ich mich einfach nicht einlassen. Dies ist dann auch der Hauptgrund, dass "Playdate" mehr ist als "nur" ein typischer Vertreter dessen, was man im Streaming gemeinhin abwertend als "Content" bezeichnet (da aktuell im Markt Quantität – sprich, den Abonnenten regelmäßig neues Material liefern zu können – wichtiger zu sein scheint als Qualität); sondern tatsächlich selbst diesen ohnehin schon nicht hohen Standard nochmal deutlich unterbietet. Immerhin kann sich Amazon so aber damit rühmen, zwei der schlechtesten Filme des letzten Jahres veröffentlicht zu haben. Denn ->
Platz 1: War of the Worlds
Man hat bei Amazon ja die Möglichkeit, zusätzlich zu Prime – welches einem dann auch Zugriff auf den Videokanal gibt – ein Zusatzabo für die kostenfreie Nutzung von Prime Video abzuschließen. Eigentlich dürfte einem dann, wenn man ihn aufruft, "War of the Worlds" erst gar nicht gezeigt werden – handelt es sich hier doch nicht um einen Film, sondern um einen neunzigminütigen Amazon-Werbespot (mit Unterstützung von Tesla). Es ist für mich eigentlich unfassbar, dass dieser von einem großen, traditionellen Studio wie Universal produziert wurde, und ursprünglich fürs Kino gedacht war. Denn tatsächlich ist "War of the Worlds" selbst für einen Streaming-Release unterdurchschnittlich, um nicht zu sagen unterirdisch. Man merkt hier einfach von Anfang an, dass das "Desktop"-Konzept nicht etwa aus künstlerischen, sondern rein finanziellen Gründen gewählt wurde; weil sich die Geschichte so sehr kostengünstig erzählen lässt. Leider aber sehen die – ohnehin wenigen – Effektszenen extrem billig aus. Noch schlimmer ist aber das Drehbuch, sowohl was die Story (mit ihren zahlreichen Zufällen und Unglaubwürdigkeiten) als auch die Dialoge betrifft. William Radford ist zudem eine ganz furchtbare Figur, zu der zumindest ich nie eine Bindung aufbauen konnte. Und nach einem ohnehin schon lahmen Start gibt sich der Film dann eben spätestens mit der aufdringlichen Amazon-Werbung endgültig der Lächerlichkeit preis. Der Verdienst: Die Auszeichnung zum schlechtesten Film des Jahres 2025. Gratulation?!