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Oscar-Verleihung 2017 - Ein Rückblick Drucken E-Mail
Meine ganz persönlichen Tops und Flops Kategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 27 Februar 2017
 
Oscar-SPECiAL

Oscar-Verleihung 2017

Drei-dreiviertel Stunden lang verlief die heurige Verleihung reibungslos – wenn auch ohne ganz große, herausragende Höhepunkte – ehe es dann zum großen Eklat kam, der für mich die heurige Verleihung auch überschattete. Weshalb ich meine traditionelle Auflistung heuer auch insofern umstelle, als ich jeweils mit den Tops beginnen und mit den Flops abschließen werde. Allgemein habe ich nicht wirklich viel zu sagen. Abseits der Überlänge, die ich eh noch erwähnen werde, lief das grundsätzlich wie ein Uhrwerk, und wirkte auf mich, wie schon im Vorjahr, wieder zeremonieller und nicht so gehetzt. Und auch das Orchester, welches letztes Jahr mit dem Ritt der Walküren etwas gar aufdringlich die Gewinner von der Bühne spielte, agierte heuer wieder angenehm zurückhaltend, und fiel nie störend auf. Die ganz großen neuen und/oder interessanten Ideen fehlen jedoch momentan etwas. Vielleicht fällt ihnen ja da für nächstes Jahr noch ein bisschen was ein, denn in erster Linie wirkte die heurige Verleihung (nochmal: Abseits der peinlichen Panne im Ende) vor allem eins: Routiniert. Ein paar Tops und Flops konnte ich dennoch aber auch heuer wieder ausmachen – wobei diese natürlich wie gewohnt schonungslos subjektiv sind:


Top: Jimmy Kimmel
Insgesamt kann man sagen: Die Academy Awards 2017 waren weder die beste noch die schlechteste Oscar-Verleihung, die ich je gesehen habe. Moderator Jimmy Kimmel passt sich diesem Eindruck an. Im Vergleich zu Chris Rock im letzten Jahr mag zwar der letzte Biss gefehlt haben, seine Moderation war aber auch weit von den Untiefen einiger früherer Vorjahre entfernt, und insgesamt führte er witzig, charmant und gut gelaunt durch den Abend, und hatte ein paar gelungene Gags – sei es auf Kosten von Donald Trumps ("Remember last year, when it seemed that the oscars were racist?") oder auch der Gäste im Auditorium bzw. der nominierten Filme ("From all the nominated pictures, the only happy ending that we got was in the middle of 'Moonlight'") – auf Lager. Da waren schon ein paar coole Sprüche und witzige Bemerkungen darunter. Auch seine Pseudo-Fehde mit Matt Damon kam wieder wunderbar zur Geltung, mit dem selbstironischen Höhepunkt rund um "We bought a Zoo", wo sich Kimmel letztendlich über die vorher ganz ernst durchgezogenen Einspielungen rund um die größten Inspirationen einiger Stars lustig machte. Eklat am Ende – für den er ja eh nichts kann – hin oder her, wenn's nach mir geht, darf Kimmel gerne auch nächstes Jahr wieder ran.

Witzig, charmant und gut gelaunt: Von mir aus dürfe Jimmy Kimmel gerne wieder ran.

Flop: Can't Stop the Justin
Ich persönlich fand's extrem seltsam und irritierend: Statt einer klassischen Eröffnung und dem Auftritt des Moderators Jimmy Kimmel wurde der Zuschauer vielmehr von einer Musiknummer Justin Timberlake's begrüßt. Aufgrund der Angewohnheit früherer Moderatoren, auch schon mal musikalisch auf den anstehenden Abend einzustimmen, dachte ich schon kurz, Kimmel wäre ausgefallen und Timberlake kurzfristig eingesprungen. Dass es sich dabei um die – meines Erachtens ungünstig und irritierend platzierte – Präsentation eines der fünf für den besten Song nominierten Lieder handelte, wurde mir erst bewusst, als der Preis in der betreffenden Kategorie vergeben wurde. Jedenfalls war das schon sehr seltsam und kurzfristig verwirrend, und hätte ich insgesamt die paar Minuten lieber bei Jimmy Kimmel und damit einem etwas längeren Eröffnungsmonolog gesehen. Ich verstehe zwar grundsätzlich den Wunsch der Produzenten, die Lied-Nominierungen herzunehmen um die Verleihung zwischenzeitlich aufzulockern. Aber gerade auch angesichts des heuer wieder ganz besonders ausgeprägten Zeitproblems wäre es vielleicht doch wieder besser, zu einer kurzen Vorstellung am Stück – jeweils mit einer Strophe plus Refrain – zurückzukehren. Vor allem aber: Bitte nicht mehr damit eröffnen!


Top: Professionelle Präsentatoren
In den letzten Jahren wirkten einige Präsentatoren teilweise etwas unbeholfen, und hatte man den Eindruck, die bekamen ihren Text erst auf dem Teleprompter serviert und wussten ehe sie auf die Bühne gingen noch gar nicht, was sie eigentlich sagen sollen. Das hat heuer wesentlich besser geklappt. Mit Ausnahme der etwas aufgelöst wirkenden Scarlett Johannsson (wo ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass sie kurz bevor sie auf die Bühne ging schlechte persönliche Nachrichten erhalten hat, und sich zusammenreißen musste, um die Fassung zu wahren) waren die Oscar-Presenters heuer endlich wieder mal in Topform. Es gab einige witzige Paarungen, die auch einen sehr gut eingespielten Eindruck machten, und generell wirkte das heuer sehr professionell und so, als hätte man die entsprechenden Momente auch wirklich ausreichend vorher geübt. Mein persönliches Highlight war dabei der Auftritt von Michael J. Fox, da ich es einfach wunderbar fand, ihn trotz seiner Krankheit auf der Bühne zu sehen. Aber auch John Cho und Leslie Mann oder auch Ben Affleck und Matt Damon waren klasse. Zusammen mit Jimmy Kimmels Moderation sorgten die Präsentatoren jedenfalls dafür, dass die Verleihung eigentlich durchgehend unterhaltsam blieb.


Flop: Überlänge
In den letzten Jahren hatte man die Laufzeit ganz gut im Griff. Manchmal gelang es, bei den angestrebten 3-1/4 Stunden fast punktgenau zu erreichen, mal lag man ein bisschen darüber. Heuer hatte man es dann aber doch übertrieben. Nun gebe ich unumwunden einerseits zu, dass mir eine entschleunigte und dafür glamouröse und zelebrierende Verleihung mit Überlänge immer noch lieber ist als eine rasche Abhandlung der Preisverleihung, die dafür überpünktlich schließt. Gerade auch die heuer wieder größere Toleranz bei den Dankesreden – letztes Jahr ging mir das Orchester mit seinem Walkürenritt ja teilweise doch ziemlich auf die Nerven – sehe ich überaus positiv. Ich finde, das gehört einfach dazu, dass man den Leuten die Möglichkeit gibt, den Moment zu genießen, und die meisten waren ja eh vernünftig genug, es nicht zu sehr auszureizen. Dennoch, insgesamt hatte man das Zeitmanagement heuer alles andere als gut im Griff. Die Touristen-Einlage, die fünf fast in voller Länge präsentierten Lied-Nominierungen, die etwas längeren Dankesreden, sowie dann natürlich auch noch der peinliche Fauxpas am Ende – all dies summierte sich schließlich zu einer fast halbstündigen Überlänge, die mir gerade auch heute, wo ich "schon" um 11:00 Uhr aufmusste um mir meine "Hollywood in Vienna"-Karten zu sichern (ich Armer, ich weiß), überaus ungelegen kam. Aus meiner Sicht sollte man in den folgenden Jahren jedenfalls wieder darauf achten, dass man zumindest bis 6 Uhr in der Früh durch ist.

Für mich die charmanteste Dankesrede des Abends: Emma Stone.

Top: Hollywood-Darling Emma Stone
Die Dankesreden waren heuer einerseits – verständlicherweise, und von mir auch durchaus begrüßt – oftmals sehr politisch, vor allem aber wirkten sie teilweise etwas einstudiert. Die Rede von Viola Davis mag Klasse bewiesen haben, aber der Spruch über das verschwendete Potential auf Friedhöfen, so wahr und tragisch es auch sein mag, wirkte so berechnend und damit irgendwie auch unaufrichtig. Casey Afflecks Sprachlosigkeit war zwar auf ihre Art und Weise ebenfalls charmant, zählte jetzt aber auch nicht unbedingt zu den eloquentesten Dankesreden der letzten Jahre – wobei zugegebenermaßen die Einspielungen früherer, denkwürdiger Dankesreden vor der jeweiligen Darsteller-Kategorie auch nicht gerade dabei halfen, die überwiegende Austauchbarkeit der heurigen Reden zu verstecken. Und so war es an Hollywood-Darling Emma Stone (deren Werdegang ich seit "Superbad", wo sie zum ersten Mal ihr Talent unter Beweis gestellt hat, mit großem Interesse verfolge), die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Was ihr dann auch mit einer überaus charmanten, bezaubernden, emotionalen, und vor allem auch sehr natürlichen und spontan wirkenden Dankesrede gelang, die für mich – wohl nicht zuletzt, da ich sie ungemein schätze, und ihr die Daumen gedrückt habe – zu den Highlights der heurigen Verleihung zählte.


Flop: Vermeintlich politische Entscheidungen
Zuerst einmal: Dass Politik bei den Oscars immer wieder mal eine Rolle spielt – mal mehr, mal weniger – ist nichts neues, und wird von mir grundsätzlich auch durchaus begrüßt. Wie z.B. das Statement des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, der der Verleihung aus Protest vor den verschärften Einreisebestimmungen für Muslime ferngeblieben ist. Problematisch wird es für mich jedoch immer dann, wenn ich den Eindruck habe, dass sich die Politik nicht nur auf witzige Kommentare des Moderators und die Dankesreden beschränkt, sondern auch Einfluss auf die Entscheidung der Oscar-Jury genommen hat. Wie z.B. beim gerade angesprochenen "The Salesman". Obwohl ich ihn selbst eigentlich auch für den besseren (wenn auch weniger hervorstechenden) Film halte, als "Toni Erdmann", roch das einfach nach einer politischen Entscheidung, um Farhadi eine Bühne für seinen Protest zu geben. Auch der für mich – nicht nur wegen des Irrtums – immer noch überraschende Sieg für "Moonlight" fällt für mich in diese Kategorie, da er im Vergleich zum beschwingten "La La Land" zweifellos der politischere Film ist. Nur finde ich halt: Wenn's um die Abstimmung geht, hat die Politik nichts mehr verloren, weil dann muss auch wirklich die künstlerische Leistung im Vordergrund stehen. Und eben diesen Eindruck hatte ich heuer leider nicht immer.


Top: Oscar-Sightseeing
Zugegeben, der Stunt von Jimmy Kimmel, einen Sightseeing-Bus umzuleiten und dessen Passagiere statt in eine Oscar-Ausstellung vielmehr live während der Awards ins Auditorium zu führen, ist nicht bei allen Kommentatoren und Fans der Verleihung, gut angekommen. Und zugegebenermaßen dauerte es dann ein bisschen zu lang, sie alle wieder aus dem Saal hinauszubekommen, brachte es die Verleihung zum Stillstand, und verschärfte damit auch meinen Kritikpunkt der Überlänge der Veranstaltung. Aber in einer abseits des großen Faux Pas an markanten Höhepunkten mangelnder Verleihung war es einer der wenigen Momente, die mir noch länger in Erinnerung bleiben werden. Ich fand, das war eine coole Idee – auch wenn ich selbst wohl vor Schreck, mich vor Millionenpublikum live im Fernsehen wiederzufinden, gestorben wäre ;-). Für die Passagiere des Busses war es aber offensichtlich sehr cool, durchs Auditorium zu streifen und ein paar Sekunden die Bekanntschaft der größten Filmstars des Planeten machen zu können. Ich fand's jedenfalls nett und charmant.

Peinlich, peinlich. Aufgrund eines falschen Kuverts wird irrtümlich 'La La Land' zum Besten Film gekürt.

Flop: Ein Alptraum für die, die Träumen
Rückwirkend betrachtet, wenn man sich den Clip noch einmal anschaut, wird deutlich, dass Warren Beatty bereits den Eindruck hatte, irgendetwas wäre da nicht in Ordnung – und daraufhin die Verantwortung schnell mal an seine Co-Präsentatorin Faye Dunaway abgegeben hat. Leider ist aber auch ihr nicht aufgefallen, dass man ihnen statt des Kuverts für den Besten Film vielmehr nochmal jenes von Emma Stone für die beste Hauptdarstellerin in die Hand gedrückt hat. Und so durften sich die träumerischen Produzenten von "La La Land" für zwei Minuten über den Oscar als Bester Film freuen, ehe auf der Bühne plötzlich Wirbel und Hektik herrschte, der Irrtum bemerkt wurde, und einer von ihnen die Niederlage eingestand und "Moonlight" als echter Sieger verkündet. Eine derartige Panne ist mir in all den Jahren, seit ich mir die Oscar-Verleihung nun live anschaue (und das sind mindestens 15), noch nie untergekommen. Extrem peinlich, unangenehm, und natürlich vor allem auch für die Produzenten von "La La Land" – aber durchaus auch die Fans des Films, die sich kurzzeitig mit ihrem Favoriten mitfreuen konnten (und ja, da zähle ich mich dazu) – ungemein frustrierend. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es denen auf der Bühne dabei gegangen sein muss, den Oscar wieder abgeben zu müssen. Immerhin, ein gutes hatte der Eklat: Er sorgt immerhin dafür, dass sie davon abgesehen recht unauffällige heurige Zeremonie in die Annalen der Geschichte eingehen und somit noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Soweit meine Eindrücke von der diesjährigen Oscar-Verleihung. Was sagt ihr zur großen "Bester Film"-Panne? Und hat letztendlich der richtige Film gewonnen? Wie hat sich Jimmy Kimmel als Moderator geschlagen? Seid ihr mit der Wahl der Gewinner zufrieden? Über eure diesbezüglichen Kommentare freuen wir uns entweder unter diesem Artikel oder im SpacePub!

Bild 1 (c) ABC/AP/Chris Pizzello
Bild 2 (c) ABC/Reuters/Lucy Nicholson
Bild 3 (c) ABC/Getty Images


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