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85 Jahre "Metropolis": Eine Retrospektive des frühen Science Fiction-Films Drucken E-Mail
Rückblick auf die Anfänge des Genres Kategorie: DVD & Kino - Autor: Björn Flügel - Datum: Dienstag, 31 Juli 2012
 
85 Jahre Metropolis - SPECiAL

Als weiteren Beitrag in unserem "Metropolis"-Special wollen wir beleuchten, in welchem filmhistorischen Kontext Fritz Lang seinen Monumentalfilm "Metropolis" drehte und wie es dazu kam, dass der europäische bzw. deutsche Science-Fiction-Film schließlich an Bedeutung verlor. Doch beginnen wir unsere Geschichtsstunde am 28. Dezember 1895 in Paris. Dort führten Louis und Auguste Lumière an eben jenem Tag ihren ersten Film vor zahlendem Publikum vor, und das war die Geburtsstunde des Kinos. Die Science Fiction war schließlich eines der ersten Genres, das seinen Weg auf die Kinoleinwand fand. Die zahlreichen Trickfilme jener Periode, die meist nur über wenige Minuten liefen, griffen mit viel Fantasie und Einfallsreichtum typische Science-Fiction-Motive auf. Dabei dienten sie allerdings vorrangig dazu, sich über neue und wachsende Technologien lustig zu machen.

Bild aus Georges Méliès 'Le Voyage Dans La Lune'Mit "Le Voyage Dans la Lune" schuf Georges Méliès bereits 1902 das erste richtige Science-Fiction-Epos mit vollständigem Handlungsbogen und der geradezu epischen Spielzeit von 21 Minuten. Zudem entwickelte er darin basierend auf der Literatur von Jules Verne und H.G. Wells das Konzept einer Weltraumreise, was zu einem dominierenden Thema des Genres werden sollte. Die Entwicklung war rasant. Hatte das Publikum anfangs die fantasievollen, aber doch recht simpel konstruierten Bilderreihen mit Begeisterung aufgenommen, verlangte es schon bald nach glaubhafteren Szenarien. Die amerikanischen Produktionen dieser Zeit beeinflussten mit ihren weniger abwegigen Ideen, ihren ausgefeilteren Charakterzeichnungen und ihren schnelleren Schnitten maßgeblich die Entwicklung des Science-Fiction-Films. Insgesamt führte die Entwicklung dazu, dass das Kino schließlich dazu genutzt wurde, um komplexe Geschichten zu erzählen. Während sich die amerikanischen Filme jedoch verstärkt des Abenteuers annahmen, griff man in Europa eher düstere Themen auf, was sich insbesondere in der atmosphärischen Gestaltung ausrückte (beispielhaft "Homunculus", 1916, Otto Rippert). Die Möglichkeiten des Kinos wurden auf unterschiedliche Weise erforscht, und diese Unterschiede bestimmten das Science-Fiction-Kino des frühen 20. Jahrhunderts.

In den 1920er Jahren erlebte der Science-Fiction-Film seine erste Blütezeit. Dass der Science-Fiction-Film dazu genutzt werden konnte, Phantasien und Visionen auf spielerische Weise wahr werden zu lassen, bewiesen europäische Filmproduktionen wie "Paris Qui Dort" (1923, René Clair). Obwohl viele Produktionen dieser Epoche eher Fiction als Science waren, lieferten sie einen nachhaltigen Beitrag zum Science-Fiction-Kino und wurden oft zitiert bzw. kopiert. Eine Ikone des europäischen Kinos überhaupt wurde Fritz Langs Monumentalfilm "Metropolis" (1927), dessen in jedem Belang gewaltige Ausmaße neue Maßstäbe setzten und eine umfassende Utopie entwickelten, die in dieser Form bis dato nicht möglich gewesen war. Der europäische, explizit der deutsche Science-Fiction-Film war erwachsen geworden.

In Amerika hingegen dominierten zu Beginn dieses Jahrzehnts bis auf wenige Ausnahmen die Themen Abenteuer, Wissenschaft und Melodrama. Das Kino hatte sich rasch zu einem populären Unterhaltungsmedium entwickelt. So ist festzustellen, dass die meisten amerikanischen Science-Fiction-Filme dieser Epoche vorrangig Komödien oder Thriller waren und Science Fiction darin eher als Stilmittel genutzt wurde, so zum Beispiel in John G. Blystones "The Last Man on Earth" (1924) oder "Ransom" (George B. Seitz, 1928). Interessante Beiträge lieferte auch das russische Kino mit Filmen wie "Aelita" (1924, Jakow Protazanow), denen es vortrefflich gelang, banale Abenteuergeschichten mit gesellschaftskritischen Botschaften zu versehen und innovativ zu gestalten.

Die Dreharbeiten zu 'Frau im Mond'Mit dem Aufkommen des Tonfilms in der Mitte er 1920er Jahre wurde der Science-Fiction-Film schließlich zu einer Domäne Hollywoods. Den europäischen Produktionen fiel es zunehmend schwer, in technischer, künstlerischer und kommerzieller Hinsicht mit den amerikanischen Studioproduktionen Schritt zu halten. So galt Fritz Langs "Frau im Mond" (1929) schon am Tag seiner Veröffentlichung als antiquiert, obwohl er das Konzept einer Mondreise verblüffend realistisch ausarbeitet und auch beachtliche tricktechnische Innovationen lieferte. Die Entwicklung führte dazu, dass die Science Fiction für den europäischen Film allmählich an Bedeutung verlor. Besonders erschwerend waren weiterhin die angespannte finanzielle Lage der Weimarer Republik sowie die spätere Zensur durch die Nationalsozialisten, wodurch visionäre Utopien aus ideologischen Gründen nahezu unmöglich wurden. In den USA hingegen bewirkte der 2. Weltkrieg in der Science Fiction einen Aufschwung: Der amerikanische Traum schien greifbar, und gerade während des Kalten Krieges verstanden es die Autoren, das Genre als Vehikel für politische Ideen einzusetzen. Die technischen Errungenschaften der USA ließen jeden Traum realisierbar erscheinen - Vor allem nach der ersten Mondlandung zweifelte niemand mehr daran, dass alles machbar wäre. Doch der europäische - speziell der deutschsprachige SF-Film - erholte sich nie von seinen Rückschlägen.



Bildquelle: StudioCanal/Fanboy.com
Weiterführende Links: 85 Jahre "Metropolis" - Special / Review zu "Metropolis"




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