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"Avengers": Interview mit Joss Whedon Drucken E-Mail
"Die Leute sollen sagen: Wir wollen mehr Filme mit Superhelden!" Kategorie: DVD & Kino - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 30 April 2012
 
Avengers - SPECiAL


Für die herkulische Aufgabe, den ersten Einsatz der "Avengers" auf die Leinwand zu bringen, und dabei unzähligen beliebten Figuren des Marvel-Universums gerecht zu werden, wurde kein geringerer als Fan-Liebling Joss Whedon, der Schöpfer von "Buffy", "Angel" und "Firefly", auserkoren. In diesem Interview, das kurz nach den Dreharbeiten geführt wurde, spricht er über seine Beweggründe, die Herausforderung anzunehmen, und gibt Einblicke in seine Herangehensweise an den Film.


Frage: Sie haben sich vor den Dreharbeiten mit Kenneth Branagh und Jon Favreau getroffen. Wie war das?
Joss Whedon: John hat mir seine Erfahrung bei "Iron Man" geschildert und mir erzählt, wie er mit Scarlett [Johansson] und Robert [Downey Jr.] gearbeitet hat. Ken [Branagh] hat mich noch bevor er ihn in "Thor" besetzt hat angerufen, um über Chris Hemsworth zu sprechen. Während der Dreharbeiten rief ich ihn dann an und erkundigte mich über Chris und Tom [Hiddleston], und wie es lief. Seine Erkenntnisse waren großartig. Sowohl Jon als auch Ken waren sehr hilfsbereit und zuvorkommend.

Frage: Wie war es, mit so vielen großartigen Schauspielern zu arbeiten?
Joss Whedon: Einer der Hauptgründe die mich dazu bewogen, an Bord zu kommen, war das Casting. Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Chris Evans und Samuel L. Jackson waren bereits an Bord. Das sind alles Schauspieler, die in ihren jeweiligen Filmen schon ganz von allein ein Publikum anziehen. In Marvels "The Avengers" sieht man nun, wie sie miteinander interagieren. Jeder von ihnen ist so gut, dass es sehr schwer sein wird, den Film zusammenzuschneiden.

Alle Schauspieler sind mit einer außergewöhnlich positiven Einstellung zu mir gekommen. Nicht nur bezüglich des Projekts, sondern auch zueinander. Alle Konflikte, die zwischen den Avengers entstehen, sind Schauspielerei, denn diese Leute halten wirklich zueinander und unterstützen sich gegenseitig. Es war sehr interessant.

Robert Downey Jr., Joss Whedon, Chris Hemswort und Chris Evans

Frage: Wie würden sie die Hauptdarsteller beschreiben?
Joss Whedon: Jeder von ihnen ist anders. Robert hat diese anarchische, unkontrollierbare Energie, die sehr anziehend wirkt – ganz wie Tony Stark. Ich wollte Mark Ruffalo als Bruce Banner da er ein offenes Buch ist. Er lässt dich in sein Herz blicken und du erkennst, was in ihm vorgeht. So ist er als Mensch, und so spielt er auch. Chris Evans hat sich wirklich auf die altmodische Ästhetik eines Kerls der aus den 40ern ist gestürzt. Er verströmt Rechtschaffenheit, ohne dabei steif zu wirken.

Sam Jackson ist Sam Jackson. Er macht diesen Blick und braucht nur ein Auge um dich an die Wand zu nageln. Zugleich ist er aber auch ungemein einfühlsam und vielschichtig, und genau das wollte ich auch von Nick Fury. Ich wollte nicht, dass er nur herumpoltert. Das kennen wir jetzt schon, und ich denke, da gibt es noch mehr zu entdecken.

Chris Hemsworth ist ein Gott. Das ist ein Mann der andere Männer dazu bringt, nicht mehr ins Fitnessstudio zu gehen. Es ist einfach nicht fair. Er ist in der Art und Weise wie er an eine Szene herangeht sehr fokussiert – und genau so ist er auch im echten Leben. Jeremy Renner war unser Joker. Er bleibt eher unter sich, was jedoch Sinn ergibt, da er einen Scharfschützen spielt. Er schießt mit Pfeil und Bogen, und bleibt auf Distanz. Er ist voll dabei, ist aber in seiner eigenen Welt.

Scarlett ist überhaupt nicht so wie ihre Rolle, denn sie ist sehr witzig und angenehm. Sie ist immer gut drauf und man hat mit ihr eine tolle Zeit. Black Widow ist viel düsterer in diesem Film als in "Iron Man 2", und Scarlett ist sehr präzise wenn sie schauspielert. Wir deuten ihre Vorgeschichte an, und die ist nicht gerade schön.

Für vieles davon kann ich nicht die Lorbeeren ernten, denn mit der Ausnahme von Jeremy [Renner] und Mark [Ruffalo] war jeder schon besetzt als ich zum Projekt dazu stieß. Ich habe eine Liste mit Leuten gemacht, von denen ich dachte dass sie Bruce Banner spielen sollten, und Mark stand dabei ganz oben. Ich hatte Angst, ihm die Rolle anzubieten, da ich dachte die Produzenten würden denken, es wäre eine lächerliche Idee. Als ich schließlich meinen Mut zusammennahm und sie fragte "Was ist mit Mark?" sagten sie "Genau so jemanden wollen wir." Ich dachte "Wow, das wird klappen!" Jeder der Schauspieler verkörpert genau die Figur, die sie spielen, außer Scarlett und Tom [Hiddleston], der den Bösewicht spielt. Kudos an Marvel dafür, sie gefunden zu haben, ehe ich an Bord kam.

Joss Whedon und Mark Ruffalo besprechen eine Szene

Frage: Wie anstrengend ist es für einen Regisseur, mit solch einer großen und wichtigen Besetzung zu arbeiten?
Joss Whedon: Schauspieler sind Schauspieler. Entweder sie vertrauen dir, oder nicht. Sie arbeiten zusammen, oder nicht. Wenn ich jemanden besetze, lasse ich immer Vernunft walten, und ich hatte wirklich enorm viel Glück. An diesem Film zu arbeiten ist deshalb so einfach, weil die Schauspieler so talentiert und so unterschiedlich sind, aber alle in einem Boot sitzen. Es war wirklich eine großartige, erstaunliche Erfahrung.

Frage: Blieb Ihnen Zeit, Freundschaften zu schließen?
Joss Whedon: Wir hatten keine Zeit, uns näher zu kommen. Wir hatten ja kaum genug Zeit, um überhaupt Proben zu können! Sam und Chris beendeten ihre Dreharbeiten an "Captain America" an einem Samstag, und begannen mit "The Avengers" am darauffolgenden Montag. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass sie erschöpft waren. Mit Chris Hemsworth war es das gleiche. Ich bekam fast jeden Schauspieler erst ein oder zwei Tage, ehe sie zu Drehen begannen. Aber ich konnte während ich am Drehbuch schrieb ein wenig Zeit mit ihnen verbringen, und ich denke sie wussten, dass ich alles von Grund an neu aufbaute. Ich ging zu jedem einzelnen von ihnen und sagte "Hier sind meine Ideen, und so stelle ich mir vor, dass du das spielst. Gibt es dabei etwas, das du lieber vermeiden willst? Oder etwas von dem du glaubst, dass es die Figur braucht oder möchte?" Alle Schauspieler hatten genau so viel Einfluss, wie sie sich das gewünscht hatten, und es war von Beginn an eine Kollaboration. Das half dabei, von Anfang an den Ton anzugeben. Ich wusste genau was ich wollte als ich anfing, aber die Schauspieler wussten auch, dass wenn sie mir mitteilten was sie wollten, wir für gewöhnlich beides schaffen würden.

Frage: Können Sie den visuellen Stil beschreiben, den Sie für "The Avengers" haben wollten?
Joss Whedon: Mein visueller Stil als Regisseur entstammt überwiegend Comic-Büchern. Mein Verständnis einer visuellen Erzählung kommt vom "panel art" [Der Anordnung der einzelnen Bilder in einem Comic; Anm. des Übersetzers], da ich den überwiegenden Teil meiner Kindheit Comics gieriger verschlang, als ich mir Filme ansah. So gesehen hatte ich einen gewissen Vorsprung als ich damit begann, den Film zu visualisieren.

Hoffentlich gelingt es mir, eine kinetische Energie zu kreieren, die dem Gefühl von Comic-Büchern gleichkommt. Andererseits will ich auch nicht, dass sich Leute der Kamera bewusst werden. Am Ende des Tages musst du, um all diese Schauspieler einzufangen, einen Haufen verschiedener Techniken einsetzen. Ich versuche etwas zu machen, dass seinen Stil eher im Verlauf des Films findet, als das Gefühl zu vermitteln, ich wäre mit dem Ziel angetreten, einen großen Arthouse-Film zu drehen.

Ich wollte nicht den Stil der früheren Marvel-Filme nachahmen, da diese sehr speziell sind. Das wäre so, als würde man jedes musikalische Thema der Marvel-Filme nehmen und versuchen, daraus eine neue Filmmusik zu machen. Es würde einfach nicht funktionieren.

Joss Whedon blickt gespannt auf die Monitore

Stilistisch bevorzuge ich Weitwinkelobjektive und ein Gefühl für Raum und Weite. Ich mag es, mit der Kamera zu spielen und sie auf sehr spezifische Weise einzusetzen, so dass sie die Augen des Zuschauers lenkt, und sich so herumbewegt, als wäre sie Teil des Teams. Ich mag es, ein Gefühl für die Orte zu entwickeln, an denen wir uns befinden – welche einige der wunderbarsten Orte waren, die ich je gesehen habe. Ich habe Seamus McGarvey als meinen ersten Kameramann angestellt, wegen seiner wunderschönen Arbeit bei "Abbitte". Seamus' Verständnis von romantischem und natürlichem Licht ist beeindruckend.

Frage: Werden wir in "The Avengers" Hawkeye's Vorgeschichte erfahren?
Joss Whedon: Nur ein bisschen. Das ist eine der Situationen, wo dich ein kleiner Schritt schon sehr weit bringt. Ich vergleiche Hawkeye gerne mit Seji Miyaguchi in "Die sieben Samurai". Du willst nicht alles über Hawkeye wissen, da ihn dies zu einer interessanteren Figur macht. Da ist etwas sehr fesselndes an einem Charakter der nicht gleich alles vor dir ausbreitet. Außerdem glaube ich, dass Marvel nachdem sie nur einen Blick auf Jeremy geworfen haben sagten "Wir werden vielleicht noch mehr mit ihm machen wollen, also nimm nicht schon alles vorweg."

Frage: Welcher Art ist die Beziehung zwischen Hawkeye und Black Widow?
Joss Whedon: Sie sind beide Mitglieder von S.H.I.E.L.D. und sie haben eine sehr coole Bindung zueinander. Ich werde nicht verraten, ob es eine Romanze zwischen ihnen gibt. Es gibt ohnehin nicht viel Zeit zum Küssen im Film, dafür habe ich viel zu viele Figuren, um die ich mich kümmern muss.

Frage: Welcher Superhelden-Film war bisher Ihr Favorit?
Joss Whedon: Ich denke der erste "Spider-Man" hat die Messlatte gelegt, wenn es darum geht bestehendes Material zu verwenden und es filmisch aufzuwerten. Und "Batman Begins" vermittelt mir das Gefühl, als würde ich einen großartigen Comic lesen.

Frage: Fühlen Sie das Gewicht der Fan-Erwartungen auf Ihren Schultern?
Joss Whedon: Ich fühle Respekt für die Fans, aber du kannst dir nicht erlauben, das Gewicht dessen, was sie sich von dem Projekt wünschen oder erwarten, zu spüren. Ich glaube ernsthaft daran, dass du an Fan-Erwartungen zugrunde gehen kannst. Es gibt zwei Dinge, die ich nicht ausstehen kann, wenn ich mir einen Film ansehe der auf einem Comic basiert: Ignoriert oder verhätschelt zu werden. Fans ist es durchaus bewusst, wenn ein Film entweder das eine oder das andere macht. Letztendlich werden sie hoffentlich alles sehen, von dem sie hofften es in Marvel's "The Avengers" zu sehen, von jedem einzelnen dieser Protagonisten, aber es wird keine Szenen geben, die das Gefühl vermitteln "Nun, wir dachten wir müssen das einbauen, um die Fans glücklich zu machen".

Joss Whedon - The First Avenger

Wenn mir die Tatsache, wie berühmt die Schauspieler in diesem Film sind, oder wie hoch die Fan-Erwartungen sind, auf meinen Schultern lasten würde, läge ich gerade mit über den Kopf gezogener Decke im Bett. Nur einmal hatte ich kurz eine kleine Panikattacke, und da sagte meine Frau: "Schatz, es ist nur die nächste Geschichte". Das half. Und genau so gehe ich jetzt auch an den Film heran. Ich muss aufhören, in erster Linie wie ein Produzent zu denken, und mich stattdessen auf die Regie konzentrieren, was für mich neu ist. Manchmal ist es frustrierend, und manchmal ist es wundervoll, aber im Endeffekt ist es genauso wie alles andere.

Frage: Was möchten Sie mit "The Avengers" erreichen?
Joss Whedon: Ich will einen großartigen Superheldenfilm machen. Ich will einen Film machen, der Superhelden darin haben muss, und es sehr deutlich macht, dass die Welt Superhelden braucht – vor allem diesen bunt zusammengewürfelten Haufen, der nicht wirklich zueinander passt. Ich will einen Film machen der die Leute dazu veranlasst zu sagen "Es sollte mehr Filme mit Superhelden geben!"




Bilder & Interview © 2011 Marvel. Übersetzung: Christian Siegel, fictionBOX.de.

Weiterführende Links: "Avengers" - Special / Review zu "The Avengers"




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