Originaltitel: Rubincon Episodennummer: 1x10 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 12. März 2026 (Paramount+) Drehbuch: Alex Kurtzman & Kirsten Beyer Regie: Olatunde Osunsanmi Stammbesetzung:
Holly Hunter als Nahla Ake,
Sandro Rosta als Caleb Mir,
Karim Diané als Jay-Den Kraag,
Kerrice Brooks als SAM,
George Hawkins als Darem Reymi,
Bella Shepard als Genesis Lythe,
Zoë Steiner als Tarima Sadal,
Oded Fehr als Charles Vance,
Gina Yashere als Lura Thok,
Brit Marling als Main computer,
Stephen Colbert als Digital Dean of Students,
Tig Notaro als Jett Reno,
Robert Picardo als The Doctor.
Gaststars:
Tatiana Maslany als Anisha Mir,
Paul Giamatti als Nus Braka u.a.
Kurzinhalt:
Nus Braka hat um das gesamte Föderationsgebiet Omega-Minen verlegt. Werden sie gezündet, wäre ein Warpflug innerhalb der betroffenen Systeme nicht mehr möglich, und würde die Föderation wieder in die düstere Zeit nach dem Brand zurückgeworfen werden. Zudem sind ihm die Antriebssektion der U.S.S. Athena sowie Kanzlerin Ake in die Hände gefallen. Nachdem er das Schiff mit seinen Piraten der Venari Ral umdekoriert hat, hält er einen Scheinprozess gegen die Föderation ab, in dem Nala Ake als stellvertretende Angeklagte fungiert, während Anisha Mir als Richterin und Geschworene eingesetzt wird. Während sich Kanzlerin Ake für die vermeintlichen Verbrechen der Föderation verantwortet, suchen die Kadetten sowie Jett Reno, die auf der Untertassensektion des Schiffes entkommen konnten, nach einem Weg, um Nus Brakas Minen zu entschärfen…
Review:
Den Plot rund um den Scheinprozess gegenüber der Föderation – mit Kanzlerin Ake als ihre Stellvertreterin – fand ich ja eher nicht so prickelnd. Gerettet wurde er in erster Linie von einigen starken Momenten zwischen Nala Ake und Anisha Mir ("If anything happens to my son, I'll kill you." "If anything happens to your son, you'll be doing me a favor."), sowie den starken darstellerischen Leistungen von Holly Hunter und Tatiana Maslany, sowohl individuell als auch im Zusammenspiel. Den bisher ebenfalls in seiner Rolle köstlichen Paul Giamatti fand ich hier hingegen doch etwas mühsam. Generell hat mich alles rund um diesen Prozess einfach nicht angesprochen. Auch die "Umgestaltung" des Atriums verfehlte die gewünschte schockierende Wirkung bei mir. Und auch das mit der VNN, welches die Verhandlung live überträgt, hat mich auch nicht überzeugt.
Wenn ich schon beim Kritisieren bin sei auch gleich noch die Inszenierung von Olatunde Osunsanmi erwähnt, die mir gerade auch nach der wunderbar klassischen (und dennoch hochwertigen) Arbeit von Jonathan Frakes in der letzten Folge umso negativer ins Auge stach. Wieder einmal versucht er mit einer sich ständig bewegenden Kamera verzweifelt, den Einstellungen eine Dynamik zu vermitteln. Mir ist das einfach zu aufgesetzt, wobei vor allem die Kamerafahrt durch die Brücke der U.S.S. Athena auf mich sehr aufgesetzt wirkte. Trotz dieser Mankos war "Rubinkon" insgesamt ok (wenn auch mit diesem Prädikat als Staffelfinale schon ein bisschen eine Enttäuschung; andererseits stellt "ok" im Vergleich zum mäßigen Serienauftakt dennoch eindeutig eine Steigerung dar). Neben den bereits gelobten starken schauspielerischen Leistungen von Maslany und Hunter waren für mich dafür noch zwei wesentliche Pluspunkte verantwortlich. Einerseits gefiel mir die Dynamik zwischen den Kadetten hier ausgesprochen gut, und wie diese hier nun sehr früh über sich hinauswachsen (und "erwachsen werden") müssen, um die Föderation zu retten. "Rubinkon" gelingt es dabei sehr gut, allen von ihnen eine wichtige Funktion und damit ihre Rolle im Geschehen spielen zu lassen. Die Episode profitiert hier auch enorm von der gelungenen Vorbereitungsarbeit über die Staffel hinweg, die dazu führte, dass ich zu diesem Zeitpunkt zu fast allen von ihnen eine Bindung aufgebaut habe, und dementsprechend mitfieberte. Dennoch: Der MVP von "Rubinkon" war für mich ganz klar Tig Notaro als Jett Reno, die hier – nachdem sie bislang sowohl bei "Discovery" als auch "Starfleet Academy" doch eher stiefmütterlich behandelt wurde – endlich mal so richtig glänzen konnte. "Now show me pretty streaks of light." Wunderbar!
Fazit:
Mittlerweile ist ja bekannt, dass "Starfleet Academy" mit der zweiten Staffel (vermeintlich noch dazu mit einem Cliffhanger) enden wird. Und auch wenn ich der Serie sicher keine Träne nachweinen werde, so muss ich dennoch zugestehen, dass sie sich im Verlauf der Season doch langsam gemacht und insgesamt in der zweiten Hälfte im Vergleich zur mäßigen ersten gesteigert hat. Der Vergleich zwischen Staffelauftakt und –finale verdeutlicht dies: "Rubinkon" war definitiv besser, überzeugender und unterhaltsamer als "Kids von heute" – letztendlich reicht es für sie aber eben auch "nur" für das Prädikat "gut". Dies in erster Linie dank den starken Szenen zwischen Nala Ake und Anisha Mir, der gelungenen Vorarbeit im Verlauf der Staffel, der dafür sorgte, dass ich hier mit den Kadetten deutlich mehr fieberte als noch bei "Kids von heute", sowie vor allem auch der wunderbaren Tig Notaro, die hier als Jett Reno mal so richtig auftrumpfen konnte. Bleibt zu hoffen, dass die zweite Staffel qualitativ an die zweite Hälfte von Season Eins anknüpfen und ja vielleicht sogar nochmal eins draufsetzen kann.