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Strange Days Drucken E-Mail
Düsterer SF-Thriller von Kathryn Bigelow Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 08 Dezember 2010
 
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Strange Days
(Strange Days, USA 1995)
 
Strange Days
Bewertung:
Studio/Verleih: Lightstorm Entertainment/20th Century Fox
Regie: Kathryn Bigelow
Produzenten: U.a. James Cameron, Steven-Charles Jaffe & Lawrence Kasanoff
Drehbuch: James Cameron & Jay Cocks
Filmmusik: Graeme Revell
Kamera: Matthew F. Leonetti
Schnitt: Howard E. Smith
Genre: Science Fiction/Thriller
Kinostart (Deutschland): 01. Februar 1996
Kinostart (USA): 13. Oktober 1995
Laufzeit: 145 Minuten
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer (Englisch): klick
Kaufen: Blu Ray, DVD, DVD (Special Edition), Soundtrack
Mit: Ralph Fiennes, Angela Bassett, Tom Sizemore, Juliette Lewis, Michael Wincott, Vincent D'Onofrio, William Fichtner, Glenn Plummer, Brigitte Bako, Josef Sommer, Richard Edson u.a.


Kurzinhalt: Kurz vor der Jahrtausendwende ist die Stimmung in den USA, insbesondere im Brennpunkt L.A., nach der Ermordung eines afro-amerikanischen Rappers enorm aufgezeigt. Banden liefern sich regelmäßig Straßenschlachten mit der Polizei, und insgesamt herrscht eine seltsame Stimmung, die sich irgendwo zwischen Euphorie und Weltuntergang einpendelt. Ein fruchtbarer Boden für den früheren Polizisten Lenny Nero und sein (illegales) Geschäft mit "SQUID"-Clips. Dabei handelt es sich um die Aufnahmen eines Geräts, das die Erlebnisse eines Menschen in allen Details – Bild, Ton, Geruch, Emotionen – aufzeichnen und speichern kann. Damit können Menschen alle möglichen Erfahrungen machen – sei es ein Einbruch, Sex, mal in die Haut des anderen Geschlechts schlüpfen – die ihnen das wahre Leben nie bieten könnte. Dennoch sind die Clips in erster Linie die Zuflucht der verlorenen Seelen kurz vor dem neuen Millennium – zu denen auch Lenny zu zählen ist, der nach der Trennung von Faith nur mehr ein Schatten seiner selbst ist. Doch der neueste Clip, der ihm eine Freundin die kurz darauf tot aufgefunden wird übergibt, reißt ihn aus seiner Lethargie: Denn darauf ist der besonders grausame Mord eines Mörders gespeichert. Lenny, der die Erfahrung nicht mehr aus seinem Kopf bekommt, macht sich daran, den Ursprung des Clips herauszufinden…

Review: ImageUnglaublich aber wahr: Fast 11 Jahre ist das "Millenniums"-Fieber nun schon wieder her. Einige prophezeiten den Weltuntergang, der Gott sei Dank ausgeblieben ist, fast alle deckten sich mit Programmen zur Bekämpfung des Y2K-Bugs ein, der ebenfalls mit Abwesenheit geglänzt hat, und auf der ganzen Welt feierte man den Anbruch eines neuen Jahrtausends. Der Jahreswechsel von 1999 auf 2000 war definitiv etwas besonderes, und ein Ereignis, dass bereits in den Jahren davor Autoren und Filmproduzenten beschäftigt hat – wie "Strange Days" beweist, dessen doch etwas gar düstere, von einem drohenden Bürgerkrieg gekennzeichnete Zukunftsvision sich zum Glück als ebenso unzutreffend erweisen sollte wie die Warnungen vor der drohenden Apokalypse.

Für den SF-Aspekt sorgt dabei neben der (wenn auch nur wenige Jahre) in der Zukunft angesiedelten Handlung in erster Linie die SQUID-Technologie. Diese ist weit mehr als ein reiner McGuffin, sondern für sich allein genommen schon eine faszinierende (wenn auch innerhalb des Genres nicht 100%ig neue) Idee, wobei sich "Strange Days" sowohl mit den Vor- als auch den Nachteilen (und Missbrauchsmöglichkeiten) der Technologie beschäftigt. Angesichts der Tatsache, dass bei vielen technologischen Errungenschaften der letzten Jahr(zehnte), wie Videokassetten bzw. DVD’s oder auch das Internet, die Pornoindustrie an vorderster Front dabei war, erscheint es nur plausibel, dass Sex-Squids einen großen Teil des (illegalen) Marktes ausmachen, und wohl das am weitesten verbreitete Anwendungsgebiet der Technologie darstellen. Darüber hinaus gibt es auch Clips von Einbrüchen oder extremen sportlichen Aktivitäten, die man sonst ohne sich selbst in große Gefahr zu bringen nie erleben könnte. Diese Clips sind wohl in erster Linie für jene da, die damit ihrer ansonsten recht unaufregenden bis trostlosen Existenz für ein paar Minuten entfliehen wollen.

ImageWährend dies noch zu den harmloseren Verwendungsmöglichkeiten der SQUID-Technologie zählt, scheut sich "Strange Days" auch nicht davor, uns in deren Abgründe zu führen: In Snuff-Squids kann man den Tod einer anderen Person quasi am eigenen Leib fühlen, und ein sadistischer Vergewaltiger und Mörder nutzt das System, um seinem leidenden Opfer seine eigene Ekstase zu übertragen. Damit dennoch kein zu düsteres Bild dieser Technologie gezeichnet wird, werden uns auch die positiveren Anwendungsgebiete nicht vorenthalten: So lassen sich damit einerseits Erinnerungen bzw. frühere Erlebnisse bis ins kleinste Detail speichern, andererseits sehen wir in einer weiteren Szene, wie ein im Rollstuhl sitzender Mann durch diese Clips zumindest für wenige Sekunden wieder das Gefühl erleben kann, über einen Strand zu laufen (in der Ernüchterung, als der Clip aufhört, zeigen sich übrigens einige Parallelen zu Cameron’s "Avatar"). Damit wird deutlich gemacht, dass neue Technologien an sich nie gut oder schlecht sind, sondern es immer darauf ankommt, wie diese eingesetzt werden.

Von diesen SF-Elementen mal abgesehen erzählt "Strange Days" jedoch eine recht bodenständige und wenig originelle Geschichte über eine Verschwörung innerhalb der Polizei. Auch die Wendung rund um den Mörder ist doch recht klischeehaft und vor allem für geschulte Thriller-Nasen recht früh zu erschnüffeln und kann daher nur bedingt überzeugen. Deutlich besser gefallen da schon die Figuren, die allesamt recht gut ausgearbeitet sind und über interessante Ecken und Kanten verfügen, welche sie deutlich von jenen leeren Hüllen, die man sonst in Filmen leider immer wieder ertragen muss, abheben. Einige der Figuren mögen zwar auf 1 oder 2 Charaktereigenschaften reduziert werden und daher etwas eindimensional daherkommen, aber besser eine Dimension als gar keine. Und vor allem Lenny Nero überrascht und überzeugt als doch eher ungewöhnliche Hauptfigur – ist er doch alles andere als ein strahlender Held, sondern vielmehr ein abgehalfteter, gebrochener Mann, der immer noch in einer längst verlorenen Vergangenheit feststeckt und sich nicht davon lösen kann.

ImageAngela Basset agiert als "Mace" da schon deutlich heldenhafter, und ist in den - wenigen - Actionszenen auch deutlich aktiver. Eine echte Powerfrau, wie man das von James Cameron (der, für alle die es oben übersehen haben sollten, das Drehbuch geschrieben und auch als Produzent fungierte) nun mal gewohnt ist; dennoch muss sie auch ihre verletzliche Seite nicht vor uns verbergen. Schade nur, dass ihre Chemie mit Ralph Fiennes nicht 100%ig überzeugt. Eine tiefgreifende Freundschaft mag man den beiden abkaufen, eine möglicherweise aufkeimende Romanze jedoch eher nicht. Juliette Lewis – die hier wieder einmal in ihrer Paraderolle als naives Dummchen zu sehen ist, und darin selten besser war als hier – überrascht vor allem bei ihren rockigen Gesangseinlagen und der mitreißenden Darstellung einer völlig kaputten Persönlichkeit. Tom Sizemore tut sich zu Beginn etwas schwer, seiner für lange Zeit recht unspektakulären Rolle seinen Stempel aufzudrücken, kann dafür am Ende umso mehr glänzen. Darüber hinaus stechen insbesondere noch Philo Gant als Faith’s neuer Freund (dem der übermäßige Konsum von Squids nicht gut getan zu haben scheint) sowie die bösen Cops Vincent D’Onofrio und William Fichnter hervor.

James Cameron’s Handschrift und Einflüsse auf den Film mögen unverkennbar sein, dennoch war es nicht er, der hinter der Kamera stand, sondern seine Ex-Frau Kathryn Bigelow, die zuvor bereits mit "Gefährliche Brandung" einen erstaunlich maskulinen Actionfilm auf die Leinwand brachte und dieses Jahr den Oscar für Regie & Bester Film für "Tödliches Kommando" in Empfang nehmen durfte. Mit "Strange Days" inszeniert sie einen harten, teilweise brutalen (wenn auch vieles von der Gewalt nur angedeutet wird – was ich aber meist ohnehin erschreckender finde, als alles bis ins kleinste Detail zu zeigen) und mit gelegentlicher nackter Haut nicht geizenden SF-Thriller. Auch wenn ihr Cameron’s Gefühl für imposante, einprägsame Bilder fehlen mag, was die Atmosphäre betrifft kann sie ihm durchaus die Stirn bieten. In "Strange Days" wechselt sie zudem gekonnt zwischen verschiedensten Stimmungen, was ihn sehr abwechslungsreich macht, und verleiht ihm durch die bewusst kühl-blaue Farbgebung (die jedoch vielleicht etwas zu stark an "Aliens" erinnert) eine gefällige Optik.

ImageAm meisten können allerdings die eingebauten Squid-Aufnahmen begeistern, in denen wir die jeweiligen Erlebnisse aus der Sicht einer Person verfolgen. Vor allem die erste diesbezügliche Szene gleich zu Beginn, mit dem Überfall und der darauffolgenden Flucht vor der Polizei, ist grandios gemacht und ungemein packend. Heutzutage mag es nichts besonderes mehr sein, da solche 1st-Person-Filme in den letzten Jahren ja zunehmend in Mode kamen (siehe "Cloverfield", die "[Rec]"-Reihe oder natürlich der Vorläufer "Blair Witch Project"), doch damals waren diese Einstellungen geradezu revolutionär, und aufgrund der Verwendung einer sich ständig bewegenden Handkamera ungemein dynamisch. Dass in vielen dieser Einstellungen kein Schnitt zu erkennen ist, macht sie umso beeindruckender, und wird jenen, die sich für die Entstehung von Filmen interessieren, die eine oder andere Frage nach dem „Wie haben die das nur gemacht?“ entlocken können. Zugegeben, in den letzten Jahren haben wir noch einiges gesehen, was deutlich beeindruckender war, aber man darf nicht vergessen dass "Strange Days" mittlerweile auch schon wieder 15 Jahre auf dem Buckel hat – und in Anbetracht dessen ist die Kameraarbeit hier teilweise wirklich sensationell.

Fazit: Mit "Strange Days" ist Kathryn Bigelow ein atmosphärisch dichter Tech-Noir Thriller mit gut ausgearbeiteten Figuren und leisen sozialkritischen Untertönen gelungen. Die schauspielerischen Leistungen können weitestgehend überzeugen, die düstere Stimmung des Films ist sehr gut umgesetzt, und die Inszenierung kann vor allem mit ihrer Schonungslosigkeit sowie den grandiosen 1st-Person-Szenen begeistern. Nicht ganz so gelungen ist das Drehbuch von James Cameron, das doch einige aufgebrauchte Klischees bedient und daher teilweise etwas vorhersehbar ist. Und auch die Chemie zwischen Angela Bassett und Ralph Fiennes kann nicht völlig überzeugen. Für Fans des Genres ist dieser stimmungsvolle SF-Thriller nichtsdestotrotz empfehlenswert!

Wertung:7 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © MGM)


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