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Aliens - Die Rückkehr Drucken E-Mail
James Camerons actionreiche Fortsetzung Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 06 Dezember 2009
 
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Aliens
(Aliens, USA 1986)
 
Aliens
Bewertung:
Studio/Verleih: 20th Century Fox
Regie: James Cameron
Produzenten: David Giler, Walter Hill, Gordon Carroll & Gale Anne Hurd
Drehbuch: James Cameron, David Giler & Walter Hill
Musik: James Horner
Kamera: Adrian Biddle
Schnitt: Ray Lovejoy
Genre: Science Fiction/Action/Thriller
Kinostart (Deutschland): 13. November 1986
Kinostart (USA): 18. Juli 1986
Laufzeit: 137 (Kinofassung) bzw. 154 Minuten (Special Edition)
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: Einzel-DVD (Erstauflage), Special Edition (2 DVD's), Century³-Edition (2 DVD's), Die Saga (4 DVD's), Quadrilogy (9 DVD's), Soundtrack (Deluxe Edition)
Mit: Sigourney Weaver, Michael Biehn, Carrie Henn, Lance Henriksen, Bill Paxton, Paul Reiser, William Hope, Jenette Goldstein, Mark Rolston u.a.


Kurzinhalt: 57 Jahre ist sie mit dem Rettungsschiff der Nostromo durchs All getrieben, ehe sie endlich von einem Raumschiff aufgegriffen und zur Erde gebracht wird. Dort muss sie nicht nur die Tatsache verkraften, dass sie so lange von zu Hause weg war und ihre Tochter mittlerweile schon gestorben ist, sie wird zudem immer wieder von Alpträumen geplagt. Sie ist schockiert, als sie erfährt, dass auf dem Planeten, auf dem die Crew der Nostromo das Alien entdeckt hat, mittlerweile eine Kolonie der Menschen aufgebaut wurde. Bei ihrem Debriefing weist Ripley auf die große Gefahr hin, die von diesen Wesen ausgeht, und fleht die anwesenden Mitarbeiter der Firma förmlich an, den Planeten zu evakuieren. Doch niemand will ihrer Beschreibung einer außerirdischen Bestie mit Säure als Blut Glauben schenken. Erst als wenige Tage später der Kontakt zur Kolonie abbricht beginnt man umzudenken, und möchte sie unbedingt für eine Rettungsmission zum Planeten gewinnen. Anfangs lehnt sie dies entschieden ab, doch als sie in der darauffolgenden Nacht erneut von einem schrecklichen Alptraum heimgesucht wird beschließt sie, sich ihren Ängsten zu stellen, und gemeinsam mit einer Gruppe von Marines zum Planeten aufzubrechen, um die Aliens ein für allemal auszulöschen. Doch die Mission verläuft nicht so wie geplant: Der erste Kampfeinsatz verläuft katastrophal, und als das Landungsschiff auf dem Planeten abstürzt, beginnt für Ripley und die anderen gestrandeten Marines ein Kampf ums nackte Überleben…

Anmerkung: Da ich die Kinofassung von "Aliens" nie gesehen habe, bezieht sich das nachfolgende Review ausschließlich auf die von Regisseur James Cameron bevorzugte, 17 Minuten längere "Special Edition"-Schnittfassung des Films.

Review: Image7 Jahre nach Ridley Scott's Erfolg mit "Alien", und 3 Jahre nach dem (vorerst) letzten Star Wars-Film war es aus Sicht von 20th Century Fox Zeit für eine Fortsetzung. Nach dem Erfolg von "Terminator" hielten die Verantwortlichen James Cameron für genau den richtigen Mann, um die Aliens auf die Kinoleinwand zurückzubringen. Cameron, der wie so oft in seiner Karriere nicht nur als Regisseur tätig war, sondern zudem auch das Drehbuch schrieb, entschloss sich dabei für einen riskanten Zugang, der sich aber im Endeffekt als größte Stärke des Films herausstellen sollte: Im Gegensatz zu vielen anderen Fortsetzungen, die den Vorgänger meist kopierten, wollte er stattdessen zwar die Geschichte weitererzählen, jedoch einen gänzlich anderen Film machen. Während Ridley Scott's "Alien" ein atmosphärisch ungemein dichter SF-Horrorthriller war, legte James Cameron die Fortsetzung als SF-Actionthriller an, und gab mit dem Motto "This time, it's war!" sowie dem Filmtitel "Aliens" die Stoßrichtung vor: Statt einer kleinen Gruppe von Menschen, die von einer einzigen Bestie bedroht wird, bekommt es diesmal eine Truppe von Soldaten gleich mit einer ganzen Horde der Biester zu tun.

Das Ergebnis ist zwar ein ganz anderer Film als Ridley Scott's Vorgänger, aber ein nicht minder gelungener. Und auch wenn die Action bei diesem Sequel eine deutlich wichtigere Rolle spielt als im ersten Teil der Reihe, so kommen Spannung und Horror dennoch nicht zu kurz. Gleich zu Beginn sorgt Cameron mit Ripley's Alptraum sowie dem atmosphärisch dichten Ausflug von Newt's Familie auf dem Planeten dafür, dass wir es uns auf unserer Couch nicht allzu gemütlich machen können. Dennoch ist wie schon bei "Alien" der Einstieg noch eher ruhig, gemächlich und vor allem charakterorientiert. Szenen wie die, als Ripley vom Tod ihrer Tochter erfährt, geben der Figur nicht nur mehr Profil und einen tragischen Hintergrund, sie sind auch für das Verständnis der späteren tiefen Verbindung zu Newt essentiell. Zudem lässt die Tatsache, dass sie sich nicht aus reinem Zufall den Aliens erneut stellen muss, sondern sich aus freien Stücken dazu entscheidet, sie noch einmal deutlich heroischer erscheinen als wie schon im ersten Teil. Denn es ist eine Sache, in solch eine schreckliche Situation zu geraten und da irgendwie heil wieder herauszukommen. Doch es ist etwas ganz anderes, diesen Weg einzuschlagen, wenn man schon genau weiß worauf man sich einlässt – und dass am Ende des Weges genau jener Alptraum auf einen wartet, dem man eigentlich zu entkommen hoffte. Großartig auch, wie sich ihre Rolle im weiteren Verlauf des Films verändert: Von einer ungewollten Beifahrerin über eine Cassandra-Figur bis hin zu einer respektierten Anführerin der Soldaten.

ImageNachdem die Crew aus dem Hyperschlaf erwacht ist zeigt sich eine der größten Stärken von James Cameron bzw. "Aliens": Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Klonen, die es partout nicht schaffen den potentiellen Opfern ein Gesicht zu verleihen und sie aus der Masse der langweiligen, eindimensionalen Rothemden hervortreten zu lassen, reichen James Cameron nur vergleichsweise wenige Szenen und kurze Augenblicke, um uns die Figuren vorzustellen und uns zumindest zu einigen von ihnen eine Beziehung aufbauen zu lassen. Damit ist es uns dann auch nicht egal, wenn es später einen nach dem anderen von ihnen erwischt, und man zu erkennen beginnt, dass wohl nur die wenigsten mit heiler Haut davonkommen werden. Interessant finde ich an diesem Teil des Films auch den Vietnam-Bezug, der sich bei dieser technologisch überlegenen Armee, die von einem zahlenmäßig überlegenen Gegner überrollt wird und in ein Gemetzel läuft, zumindest hineininterpretieren lässt. Generell ist das Drehbuch eine der größten Stärken des Films. Trotz der für damalige Verhältnisse recht langen Laufzeit (in der "Special Edition") kommt keine Sekunde Langeweile auf. Die Figuren sind toll geschrieben, und Cameron findet in seinem Drehbuch genau die richtige Mischung aus Charaktermomenten, spannenden Szenen und packender Action.

Letztere ist in "Aliens" sehr einfallsreich, grandios inszeniert und kann mit zahlreichen denkwürdigen Szenen aufwarten. Schon allein der erste Überfall durch die Aliens und wie Ripley den Soldaten mit dem Transporter zu Hilfe eilt weiß zu gefallen – und das ist erst der Anfang! Später überzeugen vor allem jene Szenen, als die Soldaten versuchen vor den anstürmenden Alien-Horden zu flüchten, sowie der geniale Showdown, auf den ich dann gleich noch zu sprechen kommen werde. Trotz des erhöhten Actionanteils gibt es aber auch zahlreiche spannende Szenen, die es verstehen für mächtig Gänsehaut zu sorgen. Vor allem der Radar, der in "Alien" in einer Szene eingeführt wurde und hier ins Zentrum einiger packender Szenen rückt, wird einige Male sehr geschickt eingesetzt (exemplarisch sei jener Moment genannt, als die wenigen verbliebenen Überlebenden sich in einem Raum vor einer Horde Aliens verstecken, und diese immer näher kommen). Auch die Tatsache, dass mit Newt ein kleines Kind von den Aliens bedroht wird, steigert die Spannung im Vergleich zum Vorgänger noch einmal. Zugegeben, dies mag so ziemlich das einzige sein, was man objektiv betrachtet an "Aliens" kritisieren kann… spricht doch ein Kind in Gefahr immer unsere Beschützerinstinkte an, weshalb das so ziemlich der billigste Trick ist um Spannung zu erzeugen. Doch Newt ist so gut geschrieben und wird von Carrie Henn derart glänzend gespielt, dass ich dies nicht ernsthaft kritisieren kann. Zumal die sich langsam entwickelnde Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Ripley und News das Herzstück des Films bildet und für einige der besten Szenen – wie der extrem spannende Angriff der beiden Facehugger in der medizinischen Abteilung – verantwortlich ist.

ImageWie schon beim Vorgänger so sind auch die letzten 20-30 Minuten von "Aliens" einfach nur genial, und stellen die – ebenfalls schon sehr gelungenen – Filmminuten zuvor ganz klar in den Schatten. Wenn Ripley sich Gewehr und Flammenwerfer schnappt um Newt zu befreien, und sich allein einer Horde von Aliens und auch deren Königin stellt, steigt der Adrenalinspiegel noch einmal enorm an. Wo das Ende von "Alien" für mich immer noch zu den besten Horrorszenen gehört, die je auf Film gebannt wurden, kann bei "Aliens" das gleiche im Bezug auf einen spannenden, actionreichen und vor allem coolen Showdown gesagt werden. Selbst mehr als 20 Jahre später wissen die entsprechenden Szenen zu packen, und begeistern mit der spannenden Inszenierung und der einfallsreichen Action. Jedes mal, wenn ich diesen Film sehe und Ripley aus dem Fahrstuhl steigt bzw. später dann im Powerloader der Königin gegenübertritt ("Stay away from her you BITCH!"), zaubert mir der entsprechende Moment ein großes Grinsen ins Gesicht. Einfach nur genial, packend, cool und absolut unvergesslich.

Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, kann man eigentlich allen hier beteiligten Darstellern und –innen nur ein großes Lob auszusprechen. Egal ob bei größeren (Bill Paxton, Michael Biehn, Paul Reiser) oder kleineren (William Hope, Jenette Goldstein, Mark Rolston) Rollen, im Ensemble offenbart sich erneut keine einzige Schwachstelle. Besonders positiv fallen vor allem Lance Henriksen als kindlich-naiv-unschuldig-heldenhafter Androide Bishop sowie Carrie Henn als verängstigte Überlebenskämpferin Newt auf. Die beste Leistung des Films vollbringt aber ohne jeden Zweifel Sigourney Weaver. Bereits in "Alien" hat sie eine tolle Performance abgeliefert, doch diesmal verleiht sie ihrer Ellen Ripley eine perfekte Mischung aus Kämpfernatur und Verletzbarkeit. Ihre Oscarnominierung war jedenfalls mindestens so verdient wie überraschend – werden schauspielerische Leistungen in solchen Genrefällen doch von der Academy seit jeher gerne übersehen. James Camerons geniale Inszenierung wurde ja schon einige male positiv erwähnt, jedoch möchte ich auch seine gekonnte, bläuliche Farbgebung, die "Aliens" einen ganz eigenen Charakter verleiht, noch gesondert hervorheben. Auch die Effektarbeit ist wieder einmal außerordentlich gut und muss selbst den Vergleich mit aktuellen Produktionen nicht scheuen. Alles sieht echt, realistisch und überzeugend aus. Auch die Designs sind hervorragend, wobei vor allem Stan Winston's Alienkönigin hervorsticht, wo auf H.R. Gigers geniale Entwürfe aufgebaut und noch einmal eins draufgesetzt wurde. Jedenfalls hatte auch dieser, 2009 leider verstorbene Effektzauberer, großen Anteil am Erfolg des Films.

ImageEine letzte Schlüsselkomponente ist dann noch James Horner's denkwürdiger Score, der meines Erachtens bis heute seine beste Arbeit darstellt. Auch wenn es zwischen ihm und Cameron während der Arbeiten an "Aliens" zu Konflikten und künstlerischen Differenzen gekommen sein mag, und im Endeffekt viele seiner Kompositionen auf dem Mischpult zurückgeblieben sind, verleiht er dem Film mit seinem militaristisch-peitschenden Soundtrack die perfekte musikalische Untermalung. Das bekannteste und beste Stück ist sicherlich "Bishop's Countdown", dass in "Aliens" sogar gleich 2x zu hören ist und seither in unzähligen Trailern zu Filmen (u.a. bei jenem zu "Minority Report") verwendet wurde. Sicherlich eine der am meisten verwendeten und bekanntesten Kompositionen der Filmmusikgeschichte, und einfach nur genial. Doch auch der Rest des Soundtracks ist wirklich gelungen, weshalb ich allen Filmmusik-Fanatikern nur raten kann, zur "Deluxe Edition" zu greifen, die viele von ihm komponierte Musikstücke enthält, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben. Und auch wenn "Aliens" ein genialer Film ist und James Cameron schon gewusst haben wird was er tut; wer den Soundtrack hört wird sich wünschen, dass Cameron doch noch etwas mehr von James Horner's Musik im Film belassen hätte.

Fazit: Mit "Aliens" ist James Cameron eine jener – leider viel zu raren – Fortsetzungen gelungen, die dem Original in nichts nachstehen. Hauptgrund dafür war wohl der sehr klug gewählte Ansatz, Ridley Scott's Erfolgskonzept aus dem Vorgänger nicht einfach nur zu kopieren, sondern eine eigenständige Fortsetzung zu schaffen, die zwar die Geschichte weitererzählt, aber doch eine andere Richtung einschlägt. Zwar gibt es immer noch zahlreiche enorm spannende Szenen, die Gänsehaut verursachen, doch der Actionanteil wurde drastisch erhöht, was "Aliens" einen ganz eigenen Charakter verleiht und ihn deutlich vom Vorgänger abgrenzt. Die Action ist zudem sehr einfallsreich, extrem packend und cool inszeniert. Trotz aller Action vergisst Cameron jedoch auch nicht auf seine Figuren. Jeder der Marines bekommt seinen eigenen Charakter, und wird dem Zuschauer in nur wenigen Szenen sympathisch. Den emotionalen Kern des Films bietet aber ganz klar die Beziehung zwischen Ripley und Newt. Die schauspielerischen Leistungen sind über jeden Zweifel erhaben, die Effektarbeit kann auch heute noch überzeugen, und James Horners Soundtrack übertrifft sogar nochmal die ohnehin schon grandiosen Kompositionen von Jerry Goldsmith aus dem Vorgänger. Auch die Designarbeit ist erneut sehr gelungen, wobei vor allem die Alienkönigin sowie der ungemein realistisch wirkende Powerloader hervorstechen. Das beste an "Aliens" sind aber, wie schon beim Vorgänger, die letzten 20-30 Minuten, als sich Ripley aufmacht, um Newt aus den Fängen der Alienkönigin zu befreien. Ein Showdown, der in seiner Spannung, Imposanz und Coolness im Bereich der SF-Actionfilme aus meiner Sicht bis heute unerreicht geblieben ist.

Wertung:10 von 10 Punkten



Christian Siegel
(Bilder © 20th Century Fox)


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