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Die Geburt einer Science Fiction-Ikone Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 01 Dezember 2008
 
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Terminator
(The Terminator, USA 1984)
 
Terminator
Bewertung:
Studio/Verleih: Orion Pictures/MGM
Regie: James Cameron
Produzenten: John Daly, Derek Gibson und Gale Anne Hurd
Drehbuch: James Cameron & Gale Anne Hurd
Musik: Brad Fiedel
Kamera: Adam Greenberg
Schnitt: Mark Goldblatt
Genre: Science Fiction/Action
Kino-Start (Deutschland): 15. März 1985
Kino-Start (USA): 26. Oktober 1984
Laufzeit: 108 Minuten
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: Einzel-DVD (FSK 16, geschnitten), Soundtrack
Mit: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Michael Biehn, Paul Winfield, Lance Henriksen u.a.


Kurzinhalt: Sarah Connor lebt das ganz normale Leben einer jungen amerikanischen Frau in den 80ern, als eine Mordserie in ihrer Stadt sie beunruhigt: Zwei Sarah Connors wurden an diesem Tag bereits getötet – und sie steht als nächste im Telefonbuch. Als sie bemerkt, dass sie verfolgt wird, ruft sie die Polizei an, und versteckt sich in einer Bar – davon ausgehend, dass sie an einem öffentlichen Ort sicher sei. Doch plötzlich zückt jemand eine Waffe, und der Laserzielsucher zielt genau zwischen ihre Augen... da wird der Angreifer auf einmal von einem Mann niedergeschossen. Wieder und wieder schießt dieser auf ihn ein – und trotzdem steht der Angreifer kurz danach wieder auf. Ihr Retter schleppt sie schließlich aus der Bar, und nach einer abenteuerlichen Flucht gelingt es ihnen vorerst, den Angreifer abzuschütteln. Von ihrem Retter, der sich als Kyle Reese vorstellt, erfährt sie schließlich unglaubliches: Der Angreifer ist kein Mensch, sondern ein Terminator – eine Maschine in Menschengestalt, die in die Vergangenheit geschickt wurde, um Sarah Connor zu töten...

Review: ImageWenn man auf die letzten Jahrzehnte zurückblickt, so waren die 80er möglicherweise die goldene Epoche des Science Fiction-Kinos. Nicht, dass es nicht davor und danach noch viele Glanzlichter des Genres gegeben hätte, doch gerade in den 80ern findet man unzählige Filme, die längst zu unvergesslichen Klassikern des Genres geworden sind: Blade Runner, Aliens, Tron, E.T., Das Imperium schlägt zurück, Total Recall, Der Zorn des Khan, 2010, Zurück in die Zukunft, Robocop, Abyss – Abgrund des Todes... und eben auch "Terminator". Jener Film war ein echter Überraschungserfolg, der den bis dahin eher unbekannten James Cameron zu einem der begehrtesten Regisseure Hollywoods machen sollte, der daraufhin noch zwei weitere der oben angeführten SF-Filme der 80er ins Kino brachte. Doch "Terminator" machte nicht nur James Cameron, sondern auch Arnold Schwarzenegger über Nacht zum Star, und erschuf zudem eine DER Ikonen des SF-Kinos. Nicht schlecht für jemanden, der bis dahin als Regisseur gerade einmal zwei Filme in seinem Lebenslauf stehen hatte, nämlich "Xenogenesis" und "Piranha II – Fliegende Killer".

Letzterem verdankt James Cameron in gewisser Weise seinen ersten großen Erfolg. Während der Dreharbeiten im Dschungel fing er sich eine ernste Grippe ein – und in einem Fiebertraum sah er schließlich das Bild eines Roboters in Menschengestalt, der sich aus einem Meer von Flammen erhebt. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Mit der Hilfe des Effektgenies Stan Winston, einem imposanten österreichischen Ex-Bodybuilder in der Titelrolle und viel Ideenreichtum und Improvisation – erforderlich aufgrund des mickrigen Budgets – erschuf James Cameron einen der besten Science Fiction-Filme der 80er, und eine absolute Kultfigur des modernen Kinos. Ich erinnere mich noch gut, als ich ihn zum ersten Mal – natürlich im Fernsehen in einer stark geschnittenen Fassung – gesehen habe. Ich muss damals um die 10 gewesen sein, also eigentlich noch viel zu jung selbst für die entschärfte Version, doch ich hatte natürlich schon von dem Film gehört – und bereits nach den ersten Sekunden mit dem Ausblick auf den Krieg in die Zukunft hatte er mich in seinen Bann gezogen. Dann noch Arnie's legendärer erster Auftritt als Terminator, als er einem der Punks das Herz rausreißt (was im Fernsehen natürlich kaum zu erkennen war; was insofern eine interessante Wirkung hatte, als ich mir diese Szene im Endeffekt immer brutaler und blutiger vorgestellt habe, als sie in Wirklichkeit war), und ich war wie Sarah Connor in dieser wilden Hetzjagd gefangen.

ImageIn nur wenigen Minuten stellt uns James Cameron Sarah Connor als nette junge Frau vor, für die wir sofort Sympathie empfinden. Sie ist kein Superheld, geht einem recht schlichten Job nach und lebt auch sonst ein sehr gewöhnliches Leben – und trotzdem wird gerade sie, mit der man sich leicht identifizieren kann, zum Ziel dieser Killermaschine aus der Zukunft. Diese wiederum zeigt bereits in den ersten Minuten, dass mit ihr nicht zu spaßen ist. Nach dem Punk müssen auch noch die erste Sarah Connor im Telefonbuch, der Waffenverkäufer und auch Sarah's Freundin daran glauben. Bei all diesen Morden geht der Terminator sehr präzise, organisiert, kalt und absolut rücksichtslos vor. Hier macht uns James Cameron deutlich, von welchem Monster Sarah Connor denn eigentlich verfolgt wird – und im Club mit dem wohl nicht zufällig gewählten Namen "Tech Noir" kommt es schließlich zur ersten Konfrontation. In einer der zahlreichen denkwürdigen Szenen des Films zückt er mitten in diesem Club in Zeitlupe seine Waffe, legt an, und wir sehen wie der rote Laser des Zielsuchers genau zwischen Sarah's Augen zum stehen kommt.

Genau in diesem Moment offenbart sich jener Mann, der sie zuvor verfolgt hat (und vor dem sie erst in diesen Club geflüchtet ist) als ihr Retter. Er pumpt den Terminator mit Blei voll, und in jedem anderen Actionfilm wäre die Sache damit gegessen. Nicht so bei "Terminator", der zwar in erster Linie ein Actionfilm ist, darüber hinaus jedoch auch Elemente aus den Genres Science Fiction und Horror entleiht (so erinnert die Idee des unaufhaltsamen, unzerstörbaren Killers an diverse Horrorgestalten wie Michael Myers oder auch Jason Verhoes). Und so darf der Terminator nach diesem Angriff wieder aufstehen, und die Verfolgung von Sarah und Kyle aufnehmen. Was danach folgt, ist eine atemberaubende Flucht und ein verzweifelter Kampf ums nackte Überleben. Die Action mag zwar im Vergleich zu aktuellen Produktionen nicht übertrieben spektakulär erscheinen, kann mich aber gerade aufgrund ihres altmodischen Charakters und ihrem Realismus (wenn man jetzt mal von der Figur eines praktisch unzerstörbaren Cyborgs absieht) auch heute noch überzeugen; zudem sind die Actionszenen von James Cameron sehr packend inszeniert. Trotzdem verkommt "Terminator" nie zu einer reinen Actionorgie – gekonnt balanciert Cameron die actionreichen Elemente mit einer sehr interessanten Hintergrundgeschichte rund um Kyle's Vergangenheit und den Krieg gegen die Maschinen, die uns erst langsam und in kleinen Stücken offenbart wird – was selbst diesen Teil der Geschichte in gewisser Weise spannend macht.

ImageBei aller Action und Hintergrundstory vergisst James Cameron jedoch auch nicht auf seine Figuren – es ist durchaus beeindruckend zu sehen, wie sich Sarah Connor von einer normalen, vielleicht etwas schüchternen jungen Frau langsam aber sicher zu jener Kämpferin entwickelt, die John Connor einst alles beibringen wird was er für den Kampf gegen die Maschinen wissen muss. Es mag eine Entwicklung sein, die erst in "Terminator 2 – Tag der Abrechnung" abgeschlossen wird – doch der Grundstein dazu wird bereits im 1. Teil der Reihe gelegt. Auch die obligatorische Liebesgeschichte hebt sich dank ihrer bittersüßen und besonderen Qualität wohltuend vom Einheitsbrei anderer Actionfilme ab. Wie sie sich langsam ineinander verlieben wird von Michael Biehn und Linda Hamilton überzeugend dargestellt und von James Cameron perfekt eingefangen. Er gibt der Liebesgeschichte genug Zeit, um sich zu entfalten, jedoch ohne dabei die Handlung rund um den Terminator zu lange in den Hintergrund zu rücken und dadurch an Tempo oder Spannung einzubüßen. Ganz im Gegenteil, denn erst durch ihre Beziehung zueinander beginnt man am Ende nicht nur mit Sarah, sondern auch mit Kyle mitzufiebern – auch wenn man eigentlich schon genau weiß dass ihn nur ein düsteres Schicksal erwarten kann.

Das Finale ist absolut großartig und bietet noch einmal Spannung und Action auf höchstem Niveau. Zuerst die Verfolgungsjagd durch den Tunnel, dann wechselt der Terminator das Fahrzeug und versucht Sarah mit einem Tankwagen zu überfahren. Doch es gelingt den beiden, unbemerkt eine Sprengladung in den Auspuff zu werfen, und der Laster explodiert. Sarah und Kyle umarmen sich vor dem Wrack – und genau in diesem trügerischen Augenblick lässt James Cameron die Horrorvision aus seinem Alptraum filmische Realität werden: Das mechanische Skelett des Terminator erhebt sich aus den Flammen. Danach kommt es zu einem weiteren Showdown in der Fabrik, und spätestens danach ist man davon überzeugt, dass es das jetzt gewesen ist – und schon erwacht der Terminator ein weiteres Mal zum Leben. Zwar besteht er nur mehr aus einem Torso und wäre an und für sich keine allzu große Bedrohung mehr, doch da Sarah ihrerseits verletzt ist kann sie nur verzweifelt versuchen, den immer näher kommenden, todbringenden Händen der Killermaschine zu entkommen. Jene Szene, in der sie durch die Presse krabbelt und der Terminator ihr folgt, ist eine weitere dieser unvergesslichen Szenen – wie auch jener Moment, als Sarah die Killermaschine ein für alle mal "terminiert". Erst danach kann sich der Zuschauer entspannt zurücklegen – jedoch mit dem Wissen, dass in dieser filmischen Zukunft auf die Menschheit ein verheerender Krieg wartet, was selbst dem Happy End noch einen bitteren Beigeschmack verleiht.

ImageEinen immensen Anteil am Erfolg des Films hat natürlich die – für damalige Verhältnisse – bahnbrechende Effektarbeit von Stan Winston. Trotz eines extrem geringen Budgets zauberte man in Terminator Effekte und Bilder auf die Kinoleinwand, die es bis dahin so noch nirgends zu sehen gab. Vor allem die kurzen Szenen in der düsteren Zukunft der Menschheit haben es mir angetan – und natürlich der Torso des Terminators. Das Design ist einfach nur genial, und auch sonst kann dieser Effekt 100%ig überzeugen. Etwas, das allerdings zugegebenermaßen nicht für alle Effekte gilt. Die falschen Schwarzenegger-Schädel lassen sich relativ leicht als solche erkennen, und in der einen oder anderen Einstellung in der Zukunft wird etwas zu deutlich, dass hier mit recht kleinen Modellen gearbeitet wurde. All dies sind jedoch kleinere Schwächen bei den Effekten, die mich nicht im geringsten stören. Es gibt nur einen Moment, wo mir die Effektarbeit wirklich negativ auffällt und ich mir immer noch wünschen würde, man hätte hierfür eine überzeugendere Lösung gefunden, und das ist jene Szene, als das Terminator-Skelett Kyle und Sarah in die Fabrik verfolgt. Die Stop-Motion-Animation ruckelt an dieser Stelle derart stark, dass es mich leider immer aus der Illusion reißt. Davon abgesehen können mich die Effekte damals wie heute überzeugen und begeistern.

Die schauspielerischen Leistungen von Linda Hamilton und Michael Biehn wurden von mir ja bereits – zu recht – lobend erwähnt, doch die prägende und bestimmende Performance des Films kommt von Arnold Schwarzenegger. Schon allein aufgrund seines "stählernen Körpers" verfügt er über eine Präsenz und eine bedrohliche Ausstrahlung, die ungemein viel zum gelingen der Figur beiträgt. Mit Lance Henrikson in der Titelrolle wäre der Film zwar immer noch sehr gut, vielleicht sogar genial geworden – aber ich bezweifle, ob der Terminator mit ihm zu einer ähnlichen Ikone des Kinos geworden wäre. Ein Review zu "Terminator" wäre allerdings nicht komplett, wenn man nicht auch Brad Fiedel für seine Komposition Tribut zollen würde. Zugegeben, sein Soundtrack zählt nicht unbedingt zu jenen Werken, die auch abseits des Films prima funktionieren und die Ohren des Zuhörers mit wunderschönen musikalischen Klängen verwöhnen. Ich nenne zwar die "Definite Edition" mein eigen und würde jedem Soundtrack-Fan schon allein aus filmhistorischen Gründen die Anschaffung empfehlen, aber nur wenige Musikstücke auf der CD (wie das legendäre Theme oder auch die Musik für die Liebesszene) lassen sich wirklich genießen. Alle anderen sind oftmals sehr stakkatoartig, mit vielen mechanischen Klängen und ohne richtige Melodie. Dafür harmonieren diese am Synthesizer geschaffenen dissonanten Kompositionen zusammen mit den Bildern absolut perfekt – und genau darauf kommt es ja im Endeffekt an.

ImageZuletzt muss jedoch auch noch ein Aspekt des Films positiv hervorgehoben werden, den ich für absolut essentiell halte, der aber angesichts der tollen Effekte, Arnies beeindruckender Performance und der grandiosen Inszenierung oftmals ein bisschen in Vergessenheit gerät, und das ist das großartige Drehbuch. Zeitreisegeschichten mögen spätestens seit George Pal's Verfilmung von H.G. Wells Klassiker "Die Zeitmaschine" auch in das SF-Filmgenre Einzug gehalten haben, doch dort konzentrierte man sich dann meistens auf die Reisenden, und nicht auf jene, die von ihnen besucht werden. Zudem wird durch die Tatsache, dass sowohl John Connor als auch die Maschinen (was man jedoch erst in Teil 2 erfährt) erst durch diese Zeitreise erschaffen werden, ein herrliches Paradoxon geschaffen. Die Handlung ist sehr ausgeklügelt und mit zahlreichen interessanten Details versehen, die den Film zusätzlich aufwerten. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte rund um das Foto, dessen Ursprung am Ende geklärt wird. Überhaupt ist das Ende des Films mit dem unheilverkündenden "Ein Sturm zieht auf" und Sarah Connor, wie sie einer ungewissen Zukunft entgegenfährt, einfach nur genial – und ein grandioser Abschluss eines großartigen Films, der zurecht zu den ganz großen Klassikern des SF-Genres zählt.

Fazit: Mit "Terminator" hat James Cameron nicht nur eine absolute Filmikone, sondern auch einen großartigen Science Fiction-Film erschaffen, der damals mit seiner kompromisslosen Gewalt Kinobesucher auf der ganzen Welt schockiert hat. In Zeiten von Hostel, Saw & Co., wo selbst Actionhelden wie Rambo ihre Gegner genüsslich in ihre Einzelteile zerlegen dürfen, ist dies natürlich nur mehr bedingt nachzuvollziehen – was jedoch geblieben ist, sind die großartige Handlung, Arnie's grandiose Performance, der tolle Soundtrack von Brad Fiedel, die teils beeindruckende Arbeit des in diesem Jahr leider verstorbenen Effektzauberers Stan Winston, sowie James Camerons gelungene Inszenierung, die vor allem mit einer großartigen Balance zwischen Action, Hintergrundinformationen und Romanze überzeugt. Es mag zwar Filme geben, die besser gealtert sind – aber nur wenige, die einen ähnlichen Kultstatus besitzen, wie "Terminator" ihn zu recht inne hält.

Wertung:10 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © MGM)

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