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Kick-Ass Drucken E-Mail
Mark Millars Vorlage zu einem meiner Lieblingsfilme Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 25 April 2020
 
Titel: "Kick-Ass"
Bewertung:
Autor: Mark Millar
Zeichnungen: John Romita Jr.
Tusche: Tom Palmer.
Farben: Dean White
Lettering: Chris Eliopoulos
Cover: John Romita Jr.
Umfang: 212 Seiten
Verlag: Panini Comics (D), Titan Books (E)
Veröffentlicht: 21. September 2010 (D), März 2010 (Sammelband)
ISBN: 978-1-8620-1040-0 (D), 978-1-8485-6535-7 (E)
Kaufen: Taschenbuch (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Warum hat sich eigentlich im richtigen Leben noch nie jemand ein Superheldenkostüm angezogen und ist auf Verbrecherjagd gegangen? Diese Frage stellt sich der Teenager und Comic-Nerd Dave Liwewski – und wagt die Probe aufs Exempel. Er bestellt sich einen Tauchanzug im Internet und zieht mit zwei Schlagstöcken los, um auf den Straßen New Yorks für Recht und Ordnung zu sorgen. Doch bereits sein erster Ausflug im Kostüm nimmt eine überaus blutige Wendung, als er zusammengeschlagen, erstochen und von einem Auto überfahren wird. Er überlebt um Haaresbreite – lässt sich jedoch auch von dieser Nahtoderfahrung nicht abschrecken. Er setzt sein Training fort, und als er jemanden von einer Gruppe von Schlägern verteidigt, wird er dank eines Handyvideos zu einer Sensation im Internet. Schon bald lernt er mit Hit-Girl, Big Daddy und Red Mist weitere Superhelden kennen. Doch gerade als er den Eindruck gewinnt, den Superhelden-Dreh langsam heraus zu haben, wird ihm der Boden unter den Füßen weggezogen, und was als harmloses Abenteuer gedacht war, entwickelt sich zu einem blutigen Überlebenskampf…

Review: Letzten Freitag (16. April 2020) war das zehnjährige Jubiläum des US-Kinostarts von "Kick-Ass". Aus diesem Anlass hielt der Schöpfer des Comics, Mark Millar, eine Live-Tweet-Session ab, der sich u.a. auch Christopher Mintz-Plasse und Chloe Grace Moretz anschlossen. Ich habe sie ebenfalls live auf Twitter verfolgt – und bekam daraufhin Lust darauf, mit den Film wieder mal anzusehen. Dabei kam mir dann schließlich der Gedanke, dass ich "Kick-Ass" schon einige Male gesehen habe, der Comic aber nun schon seit geraumer Zeit ungelesen bei mir im Regal steht – und es vielleicht mal an der Zeit wäre, dies zu ändern. Nicht zuletzt, als der letzte Band ja leider nicht mehr verfilmt wurde (wobei ich auch gleich sagen muss, dass mir der Punkt, an dem "Kick-Ass" zwei seine beiden Helden zurücklässt, als Abschluss für die Figuren sehr gut gefallen konnte). Und so stürzte ich mich am gleichen Abend endlich über die Graphic Novel, welche die Vorlage zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme geliefert hat. Nun besteht in solchen Fällen ja immer die Gefahr, dass man den Film auf einmal mit neuen, deutlich kritischeren Augen sieht – in diesem Fall wurde aber, wenn überhaupt, meine Wertschätzung für ihn, und dafür, was Matthew Vaughn und Jane Goldman aus der Vorlage herausgeholt haben, nur erhöht. Was in keinster Weise heißen soll, dass mir der Comic nicht gefallen hätte, aber wie sich zeigt, wäre dieser für einen vollwertigen Film doch zu dünn gewesen ("Kick-Ass" ist halt nicht "Watchmen"), weshalb die beiden auf großartige Art und Weise auf der Basis, die der Comic von Mark Miller und John Romita Jr. lieferte, aufbauen mussten. Und eben dies ist ihnen hervorragend gelungen. Sie vertieften sowohl die Beziehungen der Charaktere zueinander als auch die Figuren an sich, bleiben dabei aber – mit einer entscheidenden Änderung (dazu gleich noch) – immer der Vorlage treu.

Doch kommen wir zum Comic an sich: Dieser ist, so wie der Film, zugleich höchst amüsant, blutrünstig, als auch mitreißend. Die Grundidee gefällt mir immer noch wahnsinnig gut, wie auch, dass das Ganze bis zu einem gewissen Grad als – überaus blutige – Parodie auf klassische Superheldencomics beginnt, nur um sich in weiterer Folge zu einem eigenen, waschechten Vertreter des Genres zu entwickeln. Dave Leziwski ist – auch wenn es schon ein ordentlicher dick move ist, Katie im Hinblick auf seine sexuelle Orientierung anzulügen – eine charmante Titelfigur, der man sich rasch verbunden fühlt. Der Breakout-Star ist aber natürlich auch im Comic Hit-Girl, die definitiv die besten Momente spendiert bekommt. Nicht zuletzt ihr erster Auftritt im Kostüm ist in Comic ebenso denkwürdig wie im Film. Sehr gut gefallen hat mir auch die künstlerische Gestaltung. Üblicherweise mag ich ja ganz starke, satte Farben – Dean White geht jedoch einen etwas anderen, stilistischeren Weg. Bei ihm wirken die Farben ein bisschen ausgewaschen, wobei er zugleich darauf achtet, dass insbesondere das Rot von Blut immer sehr gut zur Geltung kommt, und dementsprechend ins Auge sticht. Die Illustrationen von John Romita Jr., der auch als Mitschöpfer genannt wird, haben es mir ebenfalls angetan. Viele ikonische Bilder aus dem Film haben ihren Ursprung aus dem Comic. Auffällig ist zudem: Auch wenn der Film für eine solche Superheldengeschichte schon ungewöhnlich brutal ausgefallen ist, der Comic setzt diesbezüglich noch einmal ordentlich eins drauf. Zudem bleibt er bis zuletzt bodenständiger als der Film: Auf den Auftritt des Jetpacks mit daran befestigten Gatling-Guns muss man hier z.B. ebenso verzichten, wie auf den Einsatz der Bazooka. Und, ebenfalls nicht unwesentlich: Neben Red Mist überlebt auch der Gangsterboss selbst – der hier John Genovese heißt.

Der größte Unterschied zwischen Comic und Film liegt aber zweifellos in der Vorgeschichte von Big Daddy und Hit Girl. Im Film wird diese in einem netten kleinen (von John Romita Jr. gezeichneten) Comic aufgerollt, und durch Macreadys Ex-Partner Marcus auch bestätigt. Im Comic stellt sich jedoch vielmehr heraus, dass sich Damon aka Big Daddy diese ganze tragische Vorgeschichte nur ausgedacht hat. Ähnlich wie Kick-Ass war ihm im Leben halt einfach fad, nur hat er es sich dabei belassen, sich einfach ein Kostüm anzuziehen und auf Verbrecherjagd zu gehen, sondern er wollte seine Tochter mit einbeziehen. Er entführte sie, und erfand diese Geschichte, um ihr ein Ziel zu geben, auf das sie gemeinsam hinarbeiten können – in Wahrheit ist ihre Mutter allerdings noch am Leben. Nun muss ich gestehen: Im ersten Moment war ich von dieser Offenbarung schon irritiert, innerhalb des Comics fand ich es aber insofern ok, als es sich perfekt in Mark Millars Ansatz einfügt, die üblichen Klischees solcher Superheldencomics zu unterlaufen. Dennoch bin ich dankbar, dass man im Film eine andere Richtung eingeschlagen hat, denn auch wenn es auf intellektueller Ebene interessant sein mag, fehlte dem Comic damit im Vergleich zum Film ein bisschen die emotionale Resonanz. Klar, ihr Vater ist auch hier gestorben, nur hat er sich hier das Ganze durch die Fantasiewelt in der er sich verloren hat ja selbst eingebrockt, und hatte eben eigentlich nicht wirklich einen Grund, um gegen Genovese ins Feld zu ziehen. Es funktioniert auf der einen Seite wunderbar, um Kick-Ass selbst einen Spiegel vorzuhalten, was er selbst hätte werden können. Aber wenn die Rachegelüste von Big Daddy und Hit-Girl berechtigt sind, fiebert man halt als Zuschauer oder Leser doch etwas mehr mit. Und so ist dieser Unterschied, auch wenn ich anerkennen kann, was Millar damit beabsichtigte, für mich auch der Hauptgrund, warum der Film bei mir doch noch die Spur besser ankam, als der Comic.

Fazit: Ich werde Mark Millar und John Romita Jr. auf ewig dankbar sein, dass sie mit ihrem Comic den Grundstein für einen meiner absoluten Lieblingsfilme geliefert haben. Ich bereue es auch keineswegs, mit ihre Vorlage nun endlich mal vorgeknöpft zu haben, und werde dies sicherlich in der Zukunft auch wieder tun – jedoch längst nicht so oft, wie ich den Film einlegen werde. Was definitiv besticht, sind die tolle Grundidee, die mitreißende Story, die wunderbaren Figuren (die einem rasch ans Herz wachsen), der teils köstliche Humor, sowie die Brutalität. Die künstlerische Gestaltung hat es mir ebenfalls angetan. Der Film ging aber da und dort noch etwas mehr in die Tiefe, und hatte nicht zuletzt aufgrund der einen wesentlichen Änderung im Hinblick auf die Vorgeschichte von Big Daddy und Hit-Girl mehr emotionale Resonanz. Im Comic funktioniert es zwar sehr gut, und komplettiert den subversiven Ansatz, den Millar hier verfolgte, ich bin aber froh, dass man das für den Film geändert hat. Insgesamt ist "Kick-Ass" aber ein großartiger, unterhaltsamer und überaus brutaler Comic, der sowohl inhaltlich als auch künstlerisch besticht.

Bewertung: 4.5/5 Punkten
Christian Siegel





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