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Indiana Jones und der Stein der Weisen Drucken E-Mail
Eine Weltreise voller Feinde, Gefahren und Alchemie... Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 14 Februar 2008
 
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Titel: "Indiana Jones und der Stein der Weisen"
Originaltitel: "Indiana Jones and the Philosopher's Stone"
Bewertung:
Autor: Max McCoy
Übersetzer: Bettina Zeller
Umfang: 280 Seiten (mit Anhang)
Verlag: Goldmann
Veröffentlicht: 1997 (Deutschland) bzw. 1995 (USA)
ISBN: 3-442-43535-7
Wo erhältlich? Die deutsche Übersetzung ist ausverkauft, es werden aber immer wieder Exemplare auf ebay und/oder dem amazon marketplace angeboten.
 

Klappentext: Seit Jahrhunderten gehört die Lösung des Rätsels um den Stein der Weisen zu den ältesten Sehnsüchten der Menschen. Denn hier liegt der Schlüssel zum ewigen Leben und zu der geheimnisvollen Formel, die Blei in Gold verwandeln soll. Das uralte Voynich-Manuskript verspricht eine Antwort! Doch nun ist es verschwunden, und Indiana Jones bricht auf, um das unschätzbar wertvolle Dokument wiederzubeschaffen. Er setzt sich auf die Fährte des fanatischen Wissenschaftlers Leonardo Sarducci, der das Manuskript gestohlen hat. Die Spuren führen in die Wüste – und in die älteste Krypta der Welt. Eine tödliche Falle für Indiana Jones?

Kurzinhalt: Indiana Jones ist gerade von einer Expedition aus Südamerika zurück, wo ihm Leonardo Darducci, ein italienischer Archäologe, vor der Nase einen Kristallschädel wegschnappt hat. Kaum zurück an der Universität, sucht ihn das FBI auf, um ihn für eine Untersuchung zu rekrutieren. Das Voynich-Manuskript, ein altes Dokument welches angeblich den Schlüssel zur Macht der Alchemisten beinhaltet, wurde gestohlen. Jahrhundertelang hat man versucht, das Manuskript zu entschlüsseln – ohne Erfolg. Ist es jetzt möglicherweise jemandem gelungen? Das FBI vermutet, dass Leonardo Sarducci, der für Mussolini arbeitet, hinter dem Diebstahl steckt, und die Faschisten Italiens planen, mit dem Manuskript den geheimnisvollen Stein der Weisen aufzuspüren, der ewiges Leben verheißt und mit dem sich Blei in Gold verwandeln lässt. Nach anfänglichem Zögern willigt Indiana Jones ein, sich auf diese gefährliche Mission zu begeben. Seine Untersuchung führt ihn von London über Rom bis in die Wüste Lybiens, wo der Wettlauf um den Stein der Weisen schließlich entschieden wird...

Review: Auch wenn an "Stein der Weisen" nicht alles gelungen ist (dazu später mehr), so merkt man gegenüber den MacGregor-Romanen doch einen deutlichen Qualitätsanstieg. Dies beginnt schon auf den ersten Seiten, als Indy sich auf die Suche nach dem Kristallschädel (der Film lässt grüßen!) begibt, die schon allein deutlich mehr Indiana Jones-Feeling verströmen als alle Romane von Rob MacGregor zusammen. Neben dem gänzlich anderen Konzept und Stil hinter den Romanen (die Übersinnlichkeit geht nicht mehr von Menschen, sondern nur mehr den Artefakten aus), der jenem der Filme näher ist, sorgt dafür auch vor allem der Humor, der bei MacGregor ja leider ein Schattendasein gefristet hat. So gibt Indiana Jones während des Romans immer wieder herrlich trocken-zynische Kommentare zum besten, die ja auch ein wesentlicher Bestandteil der Filme waren. Schon allein dieses Element macht "Indiana Jones und der Stein der Weisen" sehr unterhaltsam.

Ein weiterer Aspekt in dem Max McCoy seinem literarischen Vorgänger haushoch überlegen ist, ist die Recherche. Während die geschichtlichen Aspekte bei MacGregor sehr willkürlich gewirkt haben und eher wie aus der Not heraus entstanden wirkten, gelingt es McCoy deutlich besser, die geschichtlichen Hintergründe hinter einzelnen Ereignissen zu beleuchten – welche er dann zu einigen Elementen und Figuren zudem für alle Interessierte am Ende des Romans genauer dokumentiert hat. Wo ich bei MacGregor manchmal einfach nicht wusste, wie ernst ich bestimmte von ihm erwähnte Hintergründe nehmen kann, ist bei McCoy deutlich, dass er sehr gut recherchiert hat und daher die geschichtlichen Hintergründe eine ganz andere Qualität besitzen. Und so erfährt der geneigte Indy-Fan beim Lesen dieses Romans gleich noch ein paar interessante Einzelheiten aus der Weltgeschichte. Auch den Schreibstil würde ich persönlich etwas besser einstufen als bei MacGregor. Vor allem die Beschreibungen der Orte, die es einem ermöglichen sich diese fast bildlich vorzustellen, sind sehr gut gelungen.

Leider gibt es bei all diesen positiven Aspekten auch ein Element, dass nicht wirklich geglückt ist, und das ist die Handlung. Obwohl es sich hier um ein Wettrennen rund um ein mächtiges Artefakt handelt, gelingt es McCoy nicht, dem Leser ein Gefühl von Tempo zu vermitteln. Auch die Spannung hält sich bei "Indiana Jones und der Stein der Weisen" eher in Grenzen. Zwar stolpert Indy – wie aus den Filmen gewohnt – von eine bedrohliche Situation in die nächste, aber auf die Dauer wird das doch ein wenig vorhersehbar und ermüdend. Zudem empfand ich einige Entwicklungen im Roman als sehr sprunghaft. So beschließt Indy zuerst, das Angebot des FBI abzulehnen. Nach einem Streifzug durch das nächtliche New York, wo er sich schließlich verirrt und ganz zufällig auf einen Sammler trifft, dem das Voynich-Manuskript ebenfalls geläufig ist, überlegt er es sich dann plötzlich anders, und hat es auf einmal ganz eilig, noch das nächste Luftschiff zu erreichen. Was genau ihn zu dieser Entscheidung gebracht hat, konnte ich allerdings nicht im geringsten nachvollziehen.

Dies ist leider nicht der einzige entsprechende Moment in diesem Roman. Die Motivation der handelnden Figuren bleibt oftmals sehr verborgen, und die Handlung entwickelt sich teilweise derart sprunghaft weiter, dass ich mehrmals nachsehen musste um zu überprüfen ob ich nicht versehentlich ein paar Seiten übersprungen hätte. Auch das Liebesgeplänkel zwischen Indy und Alecia konnte mich leider nicht im geringsten überzeugen. Dass Indy sich wegen eines angeblichen Fluchs unbedingt von ihr fernhalten will, will zum sonst so rational denkenden Archäologen aus den Filmen kaum passen. Nach eher schwachem Mittelteil dreht der Roman jedoch am Ende, als sich Indy & Co. in Hermes Grabkammer begeben, wieder auf. Durch das mächtige Artefakt, welches am Ende zwar geborgen wird, seinen machtgierigen Inhabern aber kein Glück bringt, wird erneut der Bezug zu den Filmen, wo man bereits ähnliches erleben konnte, verstärkt. Nach einem kurzen Epilog sorgen dann schließlich die bereits angesprochenen kurzen Wissenstafeln zu einzelnen Elementen der Handlung für einen aufschlussreichen und informativen Ausklang eines durchwachsenen Lesevergnügens...

Fazit: "Indiana Jones und der Stein der Weisen" fängt gut an und hört gut auf, dazwischen zieht sich die Handlung allerdings teilweise aufgrund der hohen Dialogdichte etwas in die Länge, und lässt so wenig Spannung und Tempo aufkommen. Auch ein paar sprunghafte Entwicklungen und die teilweise nicht nachvollziehbare Motivation der Beteiligten trüben den Gesamteindruck ein wenig. Dafür schafft es McCoy deutlich besser als sein Vorgänger, das typische Indy-Feeling heraufzubeschwören, wofür vor allem die humorvollen trockenen Kommentare zwischendurch verantwortlich sind. Gegenüber dem Querschnitt der MacGregor-Romanen also eine deutliche Steigerung, aber auch noch nicht der ganz große Hit.

Christian Siegel

Bewertung: 2.5/5 Punkten




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