Originaltitel: Dramatic Arts Episodennummer: 1x04 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 07. Oktober 2026 (Amazon Prime Video) Drehbuch: Dani Parker Regie: Axelle Carolyn Besetzung:
Summer H. Howell als Carrie White,
Samantha Sloyan als Margaret White,
Siena Agudong als Sue Snell,
Alison Thornton als Chris Hargensen,
Joel Oulette als Tommy Ross,
Josie Totah als Tina,
Arthur Conti als Billy Nolan,
Thalia Dudek als Emaline,
Amber Midthunder als Rita Desjardin,
Matthew Lillard als Principal Henry Grayle,
Rahul Kohli als Seth Peist,
Michael Trucco als John Hargensen,
Rowan Danielle als Brooklyn Kirby,
Tahmoh Penikett als Ralph White,
Mapuana Makia als Eleanor Snell,
Ashley Cartwright als Tabby Snell,
Danielle Klaudt als Joanie,
Ketzali Bojorquez als Maliyah Snell,
Jennifer Li als Mei Liu u.a.
Kurzinhalt:
An der Ewen High School ist die Aufregung groß, als der "Carrie Red"-Account viral geht. Nichts und niemand scheint vor Carrie Red und ihren hämischen Kommentaren, Memes und Videos sicher zu sein, weder die Schüler:innen noch die Lehrer:innen. Zu seinem großen Bedauern sieht Direktor Henry Gayle aber keine Handhabe, zumindest, bis er nicht weiß, wer hinter dem Konto steckt. Und so geht die Suche nach dem oder der Schuldigen los – wobei es Chris zuerst geschickt gelingt, dadurch, dass sie sich selbst von der Häme des Accounts nicht ausnimmt, den Verdacht von sich zu weisen. Manche an der Schule scheinen indes tatsächlich Carrie White für die Verantwortliche zu halten, und beginnen, mit gemeinen Aktionen und Kommentaren zurückzuschlagen. Doch auch davon lässt sie sich nicht unterkriegen – was insbesondere Sue Snell beeindruckt, die daraufhin eine echte freundschaftliche Beziehung zu ihr entwickelt, während sie parallel von ihren eigenen Problemen geplagt wird, fürchtet sie doch, schwanger geworden zu sein. Eben dies macht wiederum Chris eifersüchtig, die daraufhin eine ganz besondere gemeine Aktion plant, um Carrie in die Knie zu zwingen…
Review:
Nicht in der kurzen Inhaltsangabe berücksichtigt habe ich den Nebenplot rund um Carries Mutter Margaret, die hier – weil ihr das ständige Toilettenputzen auf den Sack geht – gegen ihre Chefin intrigiert. Auf der einen Seite verstehe ich zwar, dass das nicht gerade eine glorreiche Tätigkeit ist, allerdings hat Tina völlig recht, wenn sie meint, dass sie ihr mit der Versetzung einen Gefallen getan hat, da sie Margaret aufgrund ihres untragbaren Verhaltens an der Kassa eigentlich hätte feuern müssen. Dass Margeret dies nicht einfach nur nicht einsieht, sondern sie vielmehr daraufhin ein Gerücht streut, dass jemand Vorwürfe wegen eines rassistischen Kommentars von Tina erhoben hätte, ist nun echt die Unverschämtheit – und Undankbarkeit – schlechthin. Man wünscht ihr jedenfalls, dass es ihr mit der neuen Chefin oder dem neuen Chef noch schlechter geht (oder sie gar nun rasch vor die Tür gesetzt wird), und so die Rechnung dafür kassiert.
Der Schwerpunkt liegt aber natürlich auch hier wieder bei Carrie und ihren Mitschülerinnen. Dabei machen für mich die jeweiligen Krisen, die Sue und Chris durchmachen, und wie sie damit umgehen, den Unterschied zwischen den beiden sehr deutlich. Sue befürchtet nämlich, schwanger zu sein, doch statt zu einem Rundumschlag auszuholen geht sie vielmehr offen und aufrichtig auf Carrie zu. Die Szene, wo sich die beiden unterhalten, und Carrie ihr erklärt, warum sie immer so freundlich ist, war für mich das Highlight der Episode. Demgegenüber setzt Chris, unter der drohenden Scheidung ihrer Eltern leidend, ihre Abwärtsspirale fort. Zuerst beim Treffen mit Billy, den sie dazu herausfordert, einen Ziegelstein von der Brücke zu werfen – was potentiell tragische Konsequenzen mit sich bringen könnte. Und zuletzt dann mit ihrer Arschloch-Aktion, die unter Drogeneinfluss stehende Carrie zu jenem Ort zu bringen, an dem ihr Vater tödlich verunglückt ist. Regisseurin Axelle Carolyn und Summer H. Howell fangen Carries Horror an dieser Stelle fantastisch ein, was es wieder einmal leicht macht, mit ihr mitzufühlen. Immerhin sorgt die Aktion aber auch dazu, dass Chris im Hinblick auf den Carrie Red-Account auffliegt. Vor allem aber offenbaren sich wieder einmal Carries telekinetische Kräfte – sehr zur Freude von Emaline, deren Freundschaft zu ihr halt eben auch rein eigennützig ist. Vor allem aber ist es bitter, zu sehen, wie dieses Ereignis Carrie in die Arme der schlimmstmöglichen Person zurücktreibt – ihrer Mutter. Dies schmerzt umso mehr, als sie in der letzten Folge langsam begonnen hat, sich von ihr zu distanzieren und emanzipieren. Wer weiß, wäre ihr dies gelungen, da sie sich in der Welt willkommen und von ihr aufgenommen fühlte, wäre vielleicht alles anders gekommen.
Fazit:
An "Theater AG" stachen für mich in erster Linie einzelne Szenen hervor. Dies gilt insbesondere für das Gespräch zwischen Sue und Carrie, sowie das Finale bei der Unfallstelle, wo Carrie, ohnehin bereits im Drogenrausch, nochmal auf brutale Art und Weise mit dem Tod ihres Vaters konfrontiert wird. Sollte tatsächlich noch jemand einen Hauch von Mitgefühl für Chris übrig gehabt haben, sollte es sich spätestens mit dieser Aktion erledigt haben. Erschreckend auch, wie dieses Ereignis nun der letzte Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte, und Carrie – die gerade dabei war, sich von ihr abzunabeln – erst recht wieder in die Hände ihrer (verrückten) Mutter treibt. Letztere sammelt mit der Art und Weise, wie sie für die Versetzung ihrer Vorgesetzten sorgt (die ihr ja tatsächlich mit dem Job, so unangenehm er auch sein mag, einen Gefallen getan hat), wieder einmal Antipathie-Punkte (wenn auch längst nicht so viele wie Chris). Insgesamt war "Theater AG" wieder eine gute Folge, die jedoch nichts an meinem Eindruck ändern konnte, dass hier (und mit "hier" ist weniger die Folge an sich, sondern die Serie im Allgemeinen gemeint) zu wenig Inhalt auf zu viel Laufzeit gestreckt wird.