Originaltitel: The Child Episodennummer: 1x07 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 02. April 2012 Drehbuch: Jaron Summers & Jon Povill Regie: Jon Povill Besetzung:
James Cawley als James T. Kirk,
Brandon Stacy als Spock,
John Kelley als Leonard McCoy,
Charles Root als Montgomery Scott,
J.T. Tepnapa als Hikaru Sulu,
Jonathan Zungre als Pavel Chekov,
Bobby Rice als Peter Kirk,
Jay Storey als Kyle,
Ron Boyd als DeSalle,
Meghan King Johnson als Rand,
Patrick Bell als Xon,
Jeff Mailhotte als Sentell,
Anna Schnaitter als Isel,
Ayla Cordell als Irska,
Riva Gijanto als Zarha,
Deniz Cordell als Bernstein,
Brian Holloway als Janson,
Ron M. Gates als Hemmings,
Matt Bucy als Crewman,
Natalia Tudela als Nurse u.a.
Kurzinhalt:
Die Enterprise durchfliegt einen geheimnisvollen Nebel. Dabei dringt eine leuchtende Gestalt ins Schiff ein, fliegt durch einige Quartiere, und bleibt schließlich über dem Bett der Deltanerin Isel stehen. Als das leuchtende Objekt wieder abzieht, bemerkt Isel, dass sie schwanger ist. Das Baby wächst ungewöhnlich schnell heran, und so bringt sie schon wenige Tage später in der Krankenstation der Enterprise ihre Tochter Irska auf die Welt. Trotz der ungewöhnlichen Herkunft und dem untypischen Verlauf der Schwangerschaft ist die Freude darüber bei einem Großteil der Enterprise-Crew groß – nur Captain Kirk beobachtet die Entwicklung mit unverhohlener Sorge, befürchtet er doch, dass das Kind eine Gefahr für das Schiff darstellen könnte. Sein Verdacht scheint sich zu bestätigen, als wenige Tage nach der Geburt – Irska ist mittlerweile zu einem rund zehnjährigen Mädchen herangewachsen – ein zylinderartiges Raumschiff erscheint, und es zu mehreren Angriffen kommt, welche die Besatzung der Enterprise in Gefahr bringen…
Review:
Es sollte gemeinhin bekannt sein, dass Gene Roddenberry "Star Trek" Mitte der Siebziger eigentlich mit einer weiteren Fernsehserie wiederbeleben wollte. Die Vorbereitungen für eben dieses TV-Revival, die unter dem Titel "Phase II" liefen (und damit die Vorlage für den neuen Titel von "New Voyages" lieferten), waren schon recht weit fortgeschritten – ihnen verdanken wir u.a. auch Figuren wie den Vulkanier Xon (der in erster Linie deshalb geschaffen wurde, weil es zweifelhaft erschien, dass Leonard Nimoy für eine weitere Serie zurückkehren würde) und die Deltanerin Ilia – als der Erfolg von "Star Wars" an den Kinokassen dazu führte, dass diese Pläne über den Haufen geworfen wurden, und aus dem Projekt schließlich "Star Trek: Der Film" wurde. Jahre später, als die Produktion von "The Next Generation" (selbst von "Phase II" nicht ganz unbeeinflusst; so erinnert die Beziehung zwischen Deanna Troi und Will Riker frappant an Ilia und Will Decker) von einem Autorenstreik getroffen wurde, holte man einen Drehbuchentwurf aus "Phase II" aus der Schublade, und passte ihn an die neuen Figurenkonstellation an – "Das Kind", seines Zeichens Auftakt der zweiten Staffel, war geboren.
Die Crew von "New Voyages" bzw. "Phase II" nahm sich nun des ursprünglichen Drehbuchentwurfs von Jon Povill an, der auch gleich dafür gewonnen wurde, die Episode selbst zu inszenieren. Aus Ilia wird hier Isel, ansonsten sollte "The Child" aber Povills ursprüngliche Intention deutlich besser treffen, als dies bei der TNG-Umsetzung "Das Kind" der Fall war (da mir das ursprüngliche Drehbuch nicht vorliegt, kann ich es selbst nicht beurteilen). Die Grundidee ist in beiden Fällen identisch; auch die beiden Enden spiegeln sich wieder. Der Handlungsverlauf dazwischen geht jedoch in eine deutlich andere Richtung – und konnte mir insgesamt auch besser gefallen als die TNG-Adaption. Dies nicht zuletzt, als dem titelspendenden Kind – dort der Junge Ian, hier das Mädchen Irska – eine deutlich gewichtigere Rolle im Geschehen zukommt. Denn hier erschaffen die Leuchtkugelwesen verschiedene Gefahren für die Enterprise-Besatzung, für die Irska eben die Lösung darstellt. Dies bringt ihre Güte, Hilfs- und Opferbereitschaft nochmal um einiges besser zur Geltung als in der TNG-Version. Generell gelang es "The Child" besser, mich zu ihr eine Bindung aufbauen zu lassen. Neben dem Drehbuch ist hier vor allem auch Ayla Cordell zu loben, die hier für eine Laien-Kinderdarstellerin eine beachtliche Leistung zeigt (so gesehen ist es fast ein bisschen schade, dass sie keine entsprechende Karriere verfolgt hat). Aber auch die Performance von Anna Schnaitter sticht positiv heraus. Diesbezüglich hat "New Voyages" im Verlauf der Serie definitiv ein paar ordentliche Sprünge nach vorn gemacht. Dies gilt auch wieder für die Produktionsqualität, die sich auf dem gleichen – für eine nichtkommerzielle Fanserie – bemerkenswert hohen Niveau bewegt, wobei ich neben Jon Povills stilvoller Inszenierung vor allem auch wieder die starken CGI-Effekte lobend erwähnen will.
Allerdings, sonderlich begeistert hat mich die Story leider auch in dieser (besseren) Form nicht. Mit der Zeit wirken die Herausforderungen, die Irska meistern muss, doch etwas zweckmäßig, bzw. nutzt sich das betreffende Schema ab. Wie die Bedrohungsszenarien für die Crew für mich generell nur sehr bedingt funktioniert haben. Dadurch, dass der Fokus hier stärker auf Isel und Irska liegt, baut man zwar eine deutlich stärkere Bindung zu ihnen auf, als dies bei "Das Kind" mit Ian der Fall war (was dann auch den Ausgang des Geschehens berührender macht), allerdings merkt man ohne die Nebenhandlungen der TNG-Variante, dass die Story doch ein bisschen dünn ist. Und dass Kirk der Einzige ist, der den Neuankömmling an Bord mit Skepsis beäugt, und damit natürlich bis zu einem gewissen Grad auch recht behält, fand ich doch ziemlich klischeehaft. Und doch: In dieser Version hätte mir "Das Kind" auch als Teil von "The Next Generation" (bzw. als Auftakt der zweiten Staffel) besser gefallen als das, was dort daraus gemacht wurde. Das ist nicht einfach nur nichts, sondern für solch eine Fan-Serie vielmehr definitiv eine beachtliche Leistung.
Fazit:
Mit der Episode "Blood and Fire – Teil 1" hat sich "New Voyages" ja in "Phase II" umbenannt, und damit zugleich die neue Stoßrichtung vorgegeben. Nämlich, sich an Gene Roddenberrys ursprünglichen Plänen für eine TV-Fortsetzung von "Raumschiff Enterprise" zu orientieren, aus denen dann schließlich "Star Trek: Der Film" wurde. Was wäre da naheliegender, als eines der damals für die Serie geschriebenen, jedoch nicht umgesetzte Drehbücher zu nehmen, und es als Teil der Fan-Serie zu verfilmen? Die Besonderheit bei "The Child" liegt nun darin, dass man auf die Grundidee während des Streiks der Drehbuchautoren für die TNG-Episode "Das Kind" zurückgriff. Insofern erlaubt die Umsetzung des ursprünglichen Drehbuchs hier nun einen direkten Vergleich – den die "New Voyages"-Variante für mich klar und deutlich gewinnt. Dies nicht zuletzt dank der wieder beachtlichen Produktionsqualität, insbesondere aber den starken schauspielerischen Leistungen von Anna Schnaitter und Ayla Cordell. Die Story an sich konnte mich allerdings hingegen leider auch in dieser (wenn auch der TNG-Variante überlegenen) Version nur bedingt begeistern.