Originaltitel: Flashes and Ashes Episodennummer: 1x05 Bewertung: Erstausstrahlung US: 19. Januar 1984 Erstausstrahlung D: 12. Juli 1989 Drehbuch: Doug Heyes Jr. Regie: Kim Manners Besetzung:
Desi Arnaz Jr. als Walter Nebicher,
Chuck Wagner als Automan,
Heather McNair als Roxanne Caldwell,
Gerald S. O'Loughlin als Capt. E. G. Boyd,
Robert Lansing als Lt. Jack Curtis,
Jeff Pomerantz als Lt. Malcom Whittaker,
Hari Rhodes als Rollie Dumont,
Anita Dangler als Madame Russo,
Danil Torppe als Sam Lyman,
Ron Harvey als Frank Cooney,
Roscoe Tanner als The Tennis Pro,
Michael Horsley als Jeff Coe,
James Emery als Dean Springer,
Tammy Brewer als Tisha,
Tami Barber als Laurie,
Africanus Rocius als The Street Guy u.a.
Kurzinhalt:
Als Frank Cooney versucht, den Diebstahl von Polizeiwaffen zu verhindern, wird er von den am Raub beteiligten korrupten Polizisten erschossen. Daraufhin wird versucht, ihm selbst die Schuld am Diebstahl in die Schuhe zu schieben. Walter Nebicher kennt Frank noch von der Akademie, und ist davon überzeugt, dass sein alter Freund nichts damit zu tun hatte. Er beginnt, mit Hilfe von Automan auf eigene Faust zu ermitteln – sehr zum Missfallen von Lieutenant Whittaker, der den Fall für das Dezernat für interne Ermittlungen untersucht. Dies nicht nur wegen Walters Einmischung generell, sondern weil Whittaker selbst in die korrupten Machenschaften – und dem Handel mit dem Gangster Rollie Dumont – involviert ist. Und Franks Unschuld zu beweisen, und die wahren Täter zu überführen, bedienen sich Walter und Automan schließlich einer List, bei der dem angeblichen Medium Madame Russo eine entscheidende Rolle zukommt…
Review:
Der Plot von "Madame Russos Medium" ist wieder einmal absolut 08/15. Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass man uns Lieutenant Whittakers Verwicklungen in die kriminellen Machenschaften erst später offenbart (im Gegensatz zu den anderen korrupten Cops, die man uns sofort zeigt), ist diese Wendung alles andere als überraschend – zugleich aber halt auch ziemlich klischeehaft. Ich denke, ein Mann von der internen Abteilung, der Walters Einmischung aus Prinzip nicht begrüßt – statt zu befürchten, dadurch aufzufliegen – hätte mir besser gefallen. Sowohl im Hinblick auf Spannung als auch Action ist hier auch wieder einmal nicht viel los. Auch die Ermittlungen sind leider nicht sonderlich interessant gestaltet. Und das Finale im "High Spirits Club", wo Madame Russo dann, mit Hilfe von Automan bzw. Cursor, den Geist von Frank Cooney wieder auferstehen lässt, war auch eher albern. Welcher abgebrühte Verbrecher würde sich von sowas aus der Reserve locken lassen?!
Was an "Madame Russos Medium" aber wieder recht gut funktioniert, ist der Humor. Sei es das erste Mal, wo Automan Madame Russos Vorstellung mit Cursor (und seinem eigenen Erscheinen auf der Bühne) "sprengt", oder auch sein Tennisspiel mit Whittaker (mit den teils absurden Bewegungen des Balls – auch dies dank Cursor). Dass Walter den ermordeten Cop kannte, gibt der Episode zudem einen gewissen emotionalen Unterbau, und Walter vor allem auch eine direkte, persönliche Motivation, um seine Unschuld zu beweisen, und die wahren Täter zur Strecke zu bringen. Ich freute mich zudem über den Gastauftritt des immer wunderbaren Hari Rhodes. Und die eingestreuten Lieder – diesmal, wenn ich mich nicht verhört habe, auch wieder die Originale, statt billige Cover-Versionen – werteten die Episode für mich auch wieder auf; ich liebe nun mal die klassische 80er-Jahre-Musik. In erster Linie profitiert "Madame Russos Medium" aber halt von jenen Stärken, die sich durch die gesamte Serie ziehen. Darunter u.a. das nette Zusammenspiel zwischen Desi Arnaz Jr. und Chuck Wagner, der coole (Neon-)Look (wobei auffällt, dass man wenn Automan Tennis spielt auf den üblichen Neon-Leuchteffekt unter seiner Kleidung verzichtet hat), und das lässige Design des Autos und Helikopters. Aufgrund des hier doch recht mäßigen Falls, und dem Mangel an Action, reicht das insgesamt aber wieder einmal "nur" für eine durchschnittliche Wertung.
Fazit:
"Madame Russos Medium" zählt für mich zu jenen Folgen der Serie, die verhältnismäßig wenig aus der gewitzten Grundprämisse herausholen. Diesbezüglich stechen eigentlich nur die beiden Séancen, sowie das alberne Tennismatch, ins Auge. Der Fall an sich ist zudem wieder einmal absolut 08/15; lediglich die Tatsache, dass Walter das Opfer kannte, und an der Polizeiakademie mit ihm befreundet war, macht sich positiv bemerkbar. Ich hätte es allerdings vorgezogen, wenn der interne Ermittler nicht selbst korrupt gewesen, und ihm halt einfach nur Walters Einmischung aus Prinzip ein Dorn im Auge gewesen wäre. Immerhin, einzelne Momente waren ganz spaßig. Zudem freue ich mich immer wieder, wenn mir Hari Rhodes in einem Film oder einer Serie über den Weg läuft (selbst wenn die Rolle so klein und unscheinbar ist wie hier). Und immerhin habe ich mich mit "Madame Russos Medium" nicht gelangweilt. Im Idealfall bietet man aber halt ein bisschen mehr, als nur diese Mindestanforderung zu erfüllen.