Twin Peaks - 3x02: Die Sterne rotieren. Und die Zeit repräsentiert sich selbst
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Originaltitel: The Stars Turn and a Time Presents Itself Episodennummer: 3x02 Bewertung: Erstausstrahlung US: 21. Mai 2017 Erstausstrahlung D: 25. Mai 2017 Drehbuch: Mark Frost & David Lynch Regie: David Lynch Besetzung:
Kyle MacLachlan als Dale Cooper,
Joe Adler als Roger,
Mädchen Amick als Shelly,
Steve Baker als Jack,
Brent Briscoe as Detective Dave Macklay,
Gia Carides als Hannah,
Catherine Coulson als Margaret Lanterman,
Neil Dickson als George Bautzer,
Patrick Fischler als Duncan Todd,
Balthazar Getty als Red,
George Griffith als Ray Monroe,
Cornelia Guest als Phyllis Hastings,
Michael Horse als Deputy Chief Tommy "Hawk" Hill,
Nicole LaLiberte als Darya,
Sheryl Lee als Laura Palmer,
Jennifer Jason Leigh als Chantal Hutchens,
Matthew Lillard als William Hastings,
James Marshall als James Hurley,
Walter Olkewicz als Jean-Michel Renault,
Benjamin Rosenfield als Sam Colby,
Frank Silva als Bob,
Al Strobel als Phillip Gerard,
Jessica Szohr als Renee,
Jake Wardle als Freddie Sykes,
Ray Wise als Leland Palmer,
Grace Zabriskie als Sarah Palmer,
Madeline Zima als Tracey u.a.
Kurzinhalt:
Deputy Chief Hawk wird von Margaret Lanterman zu jenem Platz im Wald geführt, an dem sich nun, fünfundzwanzig Jahre später, die Pforte zur Schwarzen Hütte wieder öffnet. In eben dieser erhält Dale Cooper zuerst Besuch von Laura Palmer, und dann vom einarmigen Mann, Phillip Gerard. Dieser führt ihn in einen anderen Raum, wo der "Arm" eine neue Gestalt angenommen hat. Von diesem erfährt er, dass Dale die Schwarze Hütte erst dann verlassen kann, wenn sein böser Doppelgänger, der den Geist von Bob in sich trägt, wieder zurückgekehrt ist. Doch Mr. C., wie er sich nennt, hat daran kein Interesse. Vielmehr sucht er verzweifelt nach einem Weg, seine Rückkehr verhindern und in unserer Welt bleiben zu können. Dafür möchte er bestimmte Koordinaten aufsuchen, die er zuvor von General Briggs in Erfahrung gebracht hat. Zuvor muss er sich jedoch mit einer Revolte innerhalb seines Teams auseinandersetzen. Der im Gefängnis sitzende Bill Hastings versteht indes die Welt nicht mehr; zwar hatte er einen Traum, in Ruths Apartment gewesen zu sein, aber wie kann das allein dazu geführt haben, dass seine Fingerabdrücke dort gelandet sein? Seine Frau wird indes, nachdem sie ihn in der Zelle besuchte, von Mr. C. mit der Waffe ihres Liebhabers erschossen. Und in Twin Peaks gibt es ein Wiedersehen in der Bang Bang Bar…
Review:
Die zweite Folge des "Twin Peaks"-Revivals spiegelt für mich das Finale der zweiten Staffel wieder. Nicht nur erinnern die Szenen mit Dale Cooper in der Schwarzen Hütte (hier nun wieder in Farbe, weshalb man die wunderbare Gestaltung, und den Kontrast zwischen dem schwarz-weißen Boden, der weißen Statuen, den schwarzen Möbeln und dem roten Vorhang so richtig genießen kann) an die betreffenden Momente in "Jenseits von Leben und Tod" wieder – insbesondere, wenn Dale von einem Raum zum nächsten wechselt – es zeigt sich auch wieder das gleiche Bild im Hinblick darauf, dass es vor allem eben diese Szenen waren, die mir verdammt gut gefallen konnten. Zugegeben, im Hinblick auf den Auftritt der "alten" Laura Palmer bin ich mir nicht ganz sicher. Ich finde es ja grundsätzlich cool, dass David Lynch und Mark Frost Sheryl Lee hier zurückgeholt haben (es zeigt auch, wie loyal sie gegenüber ihren Darsteller:innen sind), allerdings scheint es mir doch ein bisschen dem wunderschönen und ansatzweise versöhnlichem Ende aus "Der Film" zu widersprechen.
Davon abgesehen waren die Szenen aber fantastisch. Spannend fand ich unter anderem, dass sich auch der einarmige Gerard dort befindet. Optisch interessant war zweifellos auch die Notlösung rund um den "Baum" als Evolution des Arms (da man sich mit Michael J. Anderson nicht auf eine Gage für seine Rückkehr einigen konnte, und er daraufhin in Sozialen Medien ziemlich gegen David Lynch stänkerte, was leider zum Bruch zwischen den beiden führte). Vor allem aber finde ich die Idee spannend, dass Dale die Schwarze Hütte, auch wenn sich das Tor zwischen beiden Welten nun wieder öffnet, erst dann verlassen kann, wenn Mr. C. zurückgekehrt ist. Jedenfalls waren all diese Szenen wieder wunderbar, höchst faszinierend, und auch großartig inszeniert. Nicht minder interessant war auch jener Moment, wo wir kurz in der Zeit zurückspringen, und sehen, dass es Dale Cooper während Sam gerade nicht im Raum war in die Glasbox im Apartment in New York verschlug. Neben Dales Storyline hatte es mir dann vor allem alles rund um seinen finsteren Doppelgänger Mr. C. angetan. Dort stach insbesondere die Szene mit Daria hervor, wo Kyle MacLachlan eine ungeheure Bedrohlichkeit und Härte ausstrahlt. Mit Jennifer Jason Leigh gibt es zudem kurz darauf einen weiteren prominenten Gastauftritt. Indes: Was die in der ersten Folge begonnenen Handlungsstränge betrifft geht hier nicht wirklich etwas weiter. Dies gilt insbesondere für die Ermittlungen in Buckhorn; eine Location, die wir nur kurz zu Beginn (als Phyllis ihren Ehemann im Gefängnis besucht) zu Gesicht bekommen. Und ja, das mit seinem Traum ist nicht uninteressant, trotzdem herrschte in diesem Handlungsstrang fast völliger Stillstand. Und so schön es auch gewesen sein mag, wieder in die Bang Bang Bar zurückzukehren, den ätherischen Klängen der Band zu lauschen und flüchtige Blicke auf Shelley und James zu erhaschen, wirkte der abschließende Besuch in Twin Peaks auf mich dennoch eher zweckmäßig. Wohl auch, weil der Schauplatz aktuell keine echte Verbindung zur eigentlichen Handlung haben scheint.
Fazit:
So wie schon bei "Jenseits von Leben und Tod" waren es auch bei "Die Sterne rotieren. Und die Zeit repräsentiert sich selbst" in erster Linie die Szenen in der Schwarzen Hütte, die mich begeistern konnten, und mich dabei vor allem auch so richtig faszinierenten. Angefangen beim Wiedersehen mit Laura, Gerard und später auch Leland, über die neue Gestalt des "Arms", bis hin zur interessanten (und überraschenden) Überschneidung im Hinblick auf die Ereignisse aus "Mein Holzscheit hat eine Nachricht für dich". Aber auch alles rund um Mr. C. hatte es mir durchaus angetan; zumal es Kyle MacLachlan auf bestechende Art und Weise gelingt, in beiden Versionen seiner Figur zu überzeugen. Dafür ging hier storytechnisch nicht wirklich etwas weiter; insbesondere im Hinblick auf die Ereignisse (und Ermittlungen) in Buckhorn. Und der kurze Besuch von Twin Peaks am Ende machte auf mich ein bisschen den Eindruck einer Pflichtübung – wohl auch, weil die Figuren dort erstmal nichts weiter zu tun bekommen, als kurz mal in die Kamera zu winken.