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Poirot - 11x04: Der Tod wartet Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) BBC

Originaltitel: Appointment with Death
Episodennummer: 11x04
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 25. Dezember 2009
Erstausstrahlung D: 29. April 2016
Drehbuch: Guy Andrews
Regie: Ashley Pearce
Besetzung: David Suchet als Hercule Poirot, Tim Curry als Lord Boynton, Jawad Elalami als Labourer, Christina Cole als Sarah, Tom Riley als Raymond Boynton, Cheryl Campbell als Lady Boynton, Zoe Boyle als Jinny Boynton, Emma Cunniffe als Carol Boynton, Angela Pleasence als Nanny, Abdelkader Aizzoune als Concierge, Paul Freeman als Col. Carbury, Beth Goddard als Sister Agnieszka, Christian McKay als Jefferson Cope, Mark Gatiss als Leonard Boynton, Mansour Badri als Taxi Driver, John Hannah als Dr. Gerard, Zakaria Atifi als Mahmoud, Elizabeth McGovern als Dame Celia Westholme u.a.

Kurzinhalt: Lord Boynton leitet eine Ausgrabung in Syrien. Nach dem Fund einer bisher verschollenen Höhle, und einigen Schätzen darin, schließt sich seine Familie ihm an, darunter seine Frau Leonora, ihre drei gemeinsamen Kinder Jinny, Carol und Raymond, sowie sein Sohn Leonard aus erster Ehe. Ebenfalls Teil der Expedition sind u.a. Hercule Poirot, Colonel Carbury, die Ärztin Sarah King, die Nonne Schwester Agnieszka, sowie das Kindermädchen der Boyntons. Lady Boynton erweist sich dabei selbst jenen, die sie nicht kennen, als überaus unangenehme Person. Und so überrascht es grundsätzlich auch nicht, als diese eines Tages erstochen aufgefunden wird. Nur eine Sache irritiert Hercule: So ziemlich alle, die vermeintlich ein Motiv gehabt hätten, um sie zu ermorden, befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Ausflug, um die Gegend zu erkunden. Um dieses Rätsel zu lösen, muss Poirot die Vergangenheit von Lady Boynton erkunden…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) BBC Mit "Der Tod wartet" trifft die iTV-Adaption mit David Suchet in der Hauptrolle wieder einmal in direkte Konkurrenz mit einer früheren, von mir durchaus geschätzten Verfilmung (bei uns unter dem Titel "Rendezvous mit einer Leiche" geschildert, der zwar einerseits schön poetisch ist, in Wahrheit aber die eigentliche Absicht hinter dem Originaltitel, der in der Fabel rund um den Mann und dem Tod, die sich in der Wüste begegnen, zum Ausdruck kommt, nicht wirklich einfängt). Zwar ist Peter Ustinovs dritter Kinofilm zweifellos sein schwächster, auch weil die produzierende Cannon Group nicht das gleiche Geld zu Verfügung hatte, wie ihre Vorgänger bei "Tod auf dem Nil" und "Das Böse unter der Sonne", dennoch konnte er mir insgesamt gut gefallen, und ist mir, nachdem ich ihn im Verlauf meines Lebens immer wieder mal gesehen habe (zuletzt 2022 im Zuge des damaligen Advents-SPECiALs) noch ziemlich gut in Erinnerung. Dementsprechend war für mich auch offensichtlich, dass "Der Tod wartet" insbesondere im Hinblick auf die Hintergrundgeschichte eine andere, deutlich erschütternde Richtung einschlägt. (Noch) Nicht beurteilen kann ich hingegen, ob dies der Vorlage entstammt, oder von Guy Andrews frei erfunden wurde.

Den Reviews auf IMDB sowie den teils niedrigen Wertung ist jedenfalls zu entnehmen, dass sich Andrews hier im Vergleich zur Vorlage doch einige Freiheiten genommen hat. Möglich, dass ich ihm das wenn ich sie dann mal gelesen habe rückblickend vorwerfen werde; es sollte aber mittlerweile bekannt sein, dass ich was Adaptionen betrifft grundsätzlich jetzt nicht so streng bin. Eine Verfilmung muss in erster Linie als Film funktionieren (mein Lieblingsbeispiel ist hier immer "Blade Runner", der mit der Vorlage kaum mehr etwas gemein hat, und dennoch – zu recht – als Meisterwerk gilt). Und bei "Der Tod wartet" war das in meinen Augen durchaus der Fall. Neben dem Drehbuch ist aber auch die hochkarätige Besetzung eine wesentliche Stärke. Hier musste man im Vergleich zu Ustinovs ersten beiden Kinoeinsätzen als Poirot ja bei "Rendezvous mit einer Leiche", trotz einiger bekannter Namen (u.a. Lauren Bacall, Carrie Fisher und Piper Laurie) doch einige Abstriche machen – was nun dazu führt, dass die im Vergleich zum Durchschnitt nun deutlich prominentere Besetzung der TV-Adaption in dieser Hinsicht mit dem Kinofilm gleichziehen kann. So geben sich hier, neben (natürlich David Suchet), u.a. noch Tim Curry, Paul Freeman, John Hannah und Mark Gatiss die Ehre. Abseits der bekannten Namen möchte ich darüber hinaus unbedingt auch noch Christina Coles charmante Performance als Sarah, sowie Zoe Boyle als Jinny Boynton lobend erwähnen. Was die Inszenierung betrifft, schreckte mich im ersten Moment der Name Ashley Pearce, der ja "Mrs. Mc Ginty ist tot" verbrochen hatte. Erfreulicherweise hat man ihm (bzw. seinem Kameramann) die Weichzeichner-Linse weggenommen. Tatsächlich sind einige der Bilder durchaus nett; nur am starken Digital-Look störte ich mich wieder ein bisschen. Insgesamt gelang es "Der Tod wartet" aber, für mich mit der Kinoverfilmung gleichzuziehen.

Fazit: Episodenbild (c) BBC Ich habe "Rendezvous mit einer Leiche" noch gut genug in Erinnerung, um sagen zu können, dass sich "Der Tod wartet" inhaltlich doch ziemlich von der ersten Verfilmung mit Peter Ustinov in der Hauptrolle unterscheidet. Mangels Kenntnis der Vorlage kann ich allerdings nicht beurteilen, welche Adaption nun näher an dieser liegt. Letztendlich ist das für mich allerdings auch nur sehr eingeschränkt von Belang: Wichtig ist, ob eine Geschichte funktioniert, und für mich war dies bei beiden Adaptionen der Fall. An "Der Tod wartet" freute ich mich nicht zuletzt über die hochkarätige Besetzung, die im Hinblick auf prominente Namen dem Kinofilm in nichts nachsteht. Generell hatten es mir die schauspielerischen Leistungen hier durchaus angetan. Und die Inszenierung durch Andrew Pierce war immerhin solide, und ließ mich seine katastrophale Arbeit für "Mrs. McGinty ist tot" zumindest ansatzweise vergessen. Der beste, spannendste und/oder ausgeklügelste Fall mag "Der Tod wartet" zwar nicht sein, ich wurde von ihm aber wieder einmal gut bis sehr gut unterhalten.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © iTV)







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