HOME PROJEKTE LINKS CHAT JOBS DATENSCHUTZ ARCHIV
Startseite arrow Reviews arrow DVD arrow Twin Peaks - 3x01: Mein Holzscheit hat eine Nachricht für dich
Twin Peaks - 3x01: Mein Holzscheit hat eine Nachricht für dich Drucken E-Mail
< Vorherige Episode | Nächste Episode >

Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: My Log Has a Message for You
Episodennummer: 3x01
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 21. Mai 2017
Erstausstrahlung D: 25. Mai 2017
Drehbuch: Mark Frost & David Lynch
Regie: David Lynch
Besetzung: Kyle MacLachlan als Dale Cooper, Jane Adams als Constance Talbot, Joseph Auger als Delivery Driver, Melissa Jo Bailey als Marjorie Green, Richard Beymer als Benjamin Horne, Michael Bisping als Guard, Brent Briscoe als Detective Dave Macklay, Bailey Chase als Detective Don Harrison, Catherine E. Coulson als Margaret Lanterman, James Croak als Robby, Kathleen Deming als Buella, Erica Eynon als Experiment, Allen Galli als Man in Suit, James Giordano als Officer Douglas, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, George Griffith als Ray Monroe, Cornelia Guest als Phyllis Hastings, Michael Horse als Deputy Chief Tommy 'Hawk' Hill, Ashley Judd als Beverly Paige, David Patrick Kelly als Jerry Horne, Dep Kirkland als Police Chief Mike Boyd, Nicole LaLiberte als Darya, Sheryl Lee als Laura Palmer, Matthew Lillard als William Hastings, Christopher Murray als Officer Olson, Max Perlich als Hank, Kimmy Robertson als Lucy Brennan, Ben Rosenfield als Sam Colby, Mary Stofle als Ruth Davenport, Carel Struycken als Giant, Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby, Redford Westwood als Otis, Madeline Zima als Tracey u.a.

Kurzinhalt: Fünfundzwanzig Jahre nach dem Mord an Laura Palmer: Dale Cooper steckt nach wie vor in der Schwarzen Hütte fest. Sein böser Doppelgänger, der von Bob besessen ist, treibt indes nicht unweit von Twin Peaks sein Unwesen. In New York sitzt Sam Colby in einem Apartment vor einem Glaskasten, den er nicht aus den Augen lassen soll. Zudem ist er für die Wartung der Kameras die auf diesen gerichtet sind verantwortlich. Als sich eine Freundin, Tracey, in die Wohnung schleicht, tut sich im leeren Glaskasten auf einmal etwas. In Buckhorn wird indes die Leiche von Ruth Davenport gefunden. Oder besser, der Kopf von Ruth, der neben dem Körper einer unbekannten – männlichen – Person liegt. Überall in der Wohnung findet die Polizei die Fingerabdrücke des Schuldirektors William Hastings, der daraufhin verhaftet, und just von seinem guten Freund, Detective Dave Macklay, verhört wird. In Twin Peaks nimmt Dr. Jacoby eine Schaufellieferung entgegen. Benjamin Horne erhält Besuch von seinem Bruder Jerry. Ein unbekannter Mann fragt in der Polizeistation nach Sheriff Truman. Und Margaret Lantermans Holzscheit hat eine mysteriöse Nachricht für Deputy Chief Hawk, die Dale Cooper betrifft…


Review: Episodenbild (c) ABC Zum Auftakt gibt es einen Flashback zu Dales erstem Besuch in der Schwarzen Hütte (damals nur als Traum bzw. im Geist, statt am Ende der zweiten Staffel, wo er die Pforte zu diesem unheimlichen Ort körperlich durchschritten hat), wo Laura Palmer ihn mit den ominösen Worten begrüßte: "Ich sehe ich in fünfundzwanzig Jahren wieder". Eben dies sollte den Serienschöpfern David Lynch und Mark Frost, nachdem die Serie Anfang der 90er von ABC angesichts der rückläufigen Einschaltquoten abgesetzt wurde, das perfekte Setup, um die Geschichte von "Twin Peaks" nach all der Zeit wieder weiterzuführen (als sie dank des Pay-TV-Senders Showtime eben dazu Gelegenheit erhielten). So gesehen ist es auch ein durchaus passender Auftakt; und doch finde ich es ein bisschen schade, dass man hier nicht auf die für "Twin Peaks – Der Film" gedrehten, dort jedoch letztendlich entfernten Epilog-Szenen zurückgegriffen hat, mit Annie im Krankenhaus, und dem bösen Dale im Hotelzimmer, der nachdem er den Kopf gegen den Spiegel geschlagen hat von Sheriff Truman und Dr. Hayward gefunden wird. Danach dann eine Einblendung "25 Jahre später", und zu Dale und dem Riesen in die Black Lodge schwenken – mir hätte das getaugt.

Apropos Black Lodge: Die Umsetzung in Schwarz-Weiß ist im ersten Moment doch ein bisschen eigenartig. Zwar optisch schon ziemlich cool, vermisste ich hier doch die visuelle Gestaltung aus den früheren Staffeln, wo die dort angesiedelten Szenen vom Kontrast zwischen dem schwarz-weißen Boden, der ebensolchen Einrichtung, und eben dem knallroten Vorhang im Hintergrund profitierte. Das ging mir hier schon ein bisschen ab. Davon abgesehen war der Einstieg aber höchst faszinierend, und teaserte mit den ominösen Worten des Riesen auch ein paar zukünftige Entwicklungen. Nach dem Intro – mit alter Titelmusik, aber neuen Bildern, die ich doch ein wenig unspektakulär fand, und wo mir im Vergleich zum alten auch ein bisschen die Abwechslung fehlte –springen wir dann immer wieder zwischen Twin Peaks, New York und Buckhorn hin und her. Beginnen wir mit Mittlerem. Alles rund um das gut bewachte Apartment in New York, das streng geheime Experiment, den Glaskasten, die Kameras, und den alles überwachenden Sam ist höchst mysteriös. Hier gelingt es David Lynch auch wieder mal, eine unheimliche Atmosphäre aufzubauen, wirkt alles rund um den Glaskasten doch höchst beunruhigend. Als Tracey (gespielt von Madeline Zima – prominenter Gastauftritt Nummer Eins) auftaucht, dachte ich im ersten Moment, sie wüsste so in etwa, was hier vor sich geht, und zog bei ihrem zweiten Besuch sogar in Betracht, dass sie den Wachmann irgendwie losgeworden ist. Stattdessen geht die Bedrohung nicht etwa von ihr, sondern vielmehr dem Glaskasten aus, als sich dort – gerade als die beiden ein bisschen Spaß haben wollten – eine Präsenz manifestiert, die wie ein Alien aussieht, und die beiden auf brutale Art und Weise ermordet. Mein Interesse hat das definitiv geweckt, allerdings ist man im ersten Moment noch dahingehend völlig verloren, wie das mit den Handlungssträngen in Twin Peaks und Buckhorn in Verbindung steht.

Episodenbild (c) ABC Apropos Twin Peaks: Unsere Besuche in der Kleinstadt sind hier noch relativ spärlich gesät, und auf wenige, einzelne Figuren beschränkt. Heißt: Im Hinblick darauf, sie wieder zu sehen, zu erfahren, wie es ihnen ergangen ist, bzw. im Hinblick auf so manchem Cliffhanger aus "Jenseits von Leben und Tod" auch, ob sie denn überhaupt noch am Leben sind (Audrey?) spannen uns Mark Frost und David Lynch doch ordentlich auf die Folter. Zuerst machen wir einen Sprung bei Dr. Jacoby vorbei; die Szene selbst (mit der Schaufellieferung) ist dabei aber doch ziemlich nichtssagend. Später gibt es ein Wiedersehen mit Benjamin und Jerry Horne (und zugleich Ashley Judd als prominenten Gastauftritt Nummer Zwei). Danach schauen wir kurz in die Polizeistation, wo wir Lucy (mittlerweile Brennan, und nicht mehr Moran) wieder begegnen, und erfahren, dass ein Truman fischen und der andere erkrankt ist (mehr dazu in den weiteren Folgen). Auch ein Wiedersehen mit Hawk gibt es. Zugleich am meisten gefreut wie am härtesten getroffen hat mich aber der kurze Auftritt der schwer kranken Catherine E. Coulson als "Log Lady", der nur wenige Tage vor ihrem Tod gedreht wurde. Eben dieses Wissen machte die Szene für mich zu einer sehr emotionalen Angelegenheit.

Und dann ist da noch der Handlungsstrang in Buckhorn. Dieser steht hier doch erstmal für sich, und war für mich – da er halt auch nicht so interessant und/oder mysteriös war wie das in New York – der schwächste von den dreien. Was nicht heißt, dass es nicht auch hier gute Momente gab. So gibt es gleich zu Beginn mit der Suche nach dem Schlüssel – ehe der Nachbarin einfällt, dass sie eh selbst einen hat – eine jener absurd-amüsanten Szenen, die eben auch zur Grund-DNS von "Twin Peaks" gehören. Die Szene mit der Leiche war zudem ziemlich heftig; so wie die vereinzelten nackten Tatsachen wäre dies beim alten, im normalen US-Kabelfernsehen ausgestrahlten "Twin Peaks" nicht möglich gewesen. Mit Jane Adams und Matthew Lillard gibt es zudem zwei weitere prominente Neuzugänge in wichtigen Rollen, erstere als Ermittlerin, letzterer als (erster) Hauptverdächtiger im Mord an Ruth Davenport (mit der seine Figur wohl eine Affäre hatte). Was man der Neuauflage (bzw. dritten Staffel) von "Twin Peaks" aber jedenfalls noch stärker anmerkt als der alten Serie, ist, dass hier eine durchgehende Handlung erzählt wird. Tatsächlich hatten Mark Frost und David Lynch alle Skripts noch vor Beginn der Dreharbeiten fertig, und diese wiederum wurden dann ja zur Gänze von David Lynch geleitet. Damit hat "Twin Peaks: The Return" mehr von einem achtzehnstündigen Film, als einer typischen Serie. Was sowohl Vor- als auch Nachteile bringt. Ersteres dahingehend, dass alles von vornherein genau durchgeplant war, und man somit auf die einzelnen Entwicklungen und Offenbarungen im Detail hinarbeiten konnte. Letzteres, als es ein bisschen den Eindruck hat, als wären die Enden der Episoden eher aufgrund der Laufzeit als an einem dramaturgisch opportunen Moment gesetzt. "Mein Holzscheit hat eine Nachricht für dich" ist dafür ein gutes Beispiel: Ja, der Schlusspunkt mit dem Fund eines abgetrennten Körperteils im Kofferraum von William ist nicht grundsätzlich schlecht; aber so, dass ich danach die nächste Folge (die ursprünglich ja unmittelbar darauf ausgestrahlt wurde) schon gar nicht mehr erwarten konnte, war es jetzt auch nicht. Eine gewisse Sogwirkung kann und will ich dieser Erzählweise aber nicht absprechen.

Fazit: Episodenbild (c) ABC "Mein Holzscheit hat eine Nachricht für dich" ist eher ein Interesse weckender denn für sich genommen bereits begeisternder Auftakt des "Twin Peaks"-Revivals, den ich wohl noch einen halben Wertungspunkt schwächer eingestuft hätte, wären da nicht ein paar wirklich hervorstechende Szenen gewesen. Wie der höchst interessante Einstieg mit Dale Cooper in der Schwarzen Hütte, der höchst mysteriöse Handlungsstrang rund um die Glasbox, sowie nicht Wiedersehen mit Catherine E. Coulson als Margaret Lanterman, welches mich (wenn auch eher aufgrund des produktionstechnischen Hintergrunds, denn dem Inhalt der Szene an sich) zutiefst berührte. Im Hinblick auf das Wiedersehen mit den bekannten Figuren und/oder der Beantwortung von offenen Fragen aus dem Finale der zweiten Staffel wird man von Mark Frost und David Lynch zumindest teilweise auf die Geduldsprobe gestellt. Die einzelnen Handlungsstränge sehen auch noch sehr für sich. Und der Schlusspunkt wirkt auch eher beliebig gesetzt. Trotz dieser Kritikpunkte war und ist es zweifellos erfreulich, dass den beiden – und der Besetzung – die Möglichkeit gegeben wurde, zur Welt von "Twin Peaks" zurückzukehren, um die Geschichte nach all der Zeit doch noch fortzuführen.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Showtime)







Artikel kommentieren
RSS Kommentare

Kommentar schreiben
  • Bitte orientiere Deinen Kommentar am Thema des Beitrages.
  • Persönliche Angriffe und/oder Diffamierungen werden gelöscht.
  • Das Benutzen der Kommentarfunktion für Werbezwecke ist nicht gestattet. Entsprechende Kommentare werden gelöscht.
  • Bei Fehleingaben lade diese Seite bitte neu, damit ein neuer Sicherheitscode generiert werden kann. Erst dann klicke bitte auf den 'Senden' Button.
  • Der vorgenannte Schritt ist nur erforderlich, wenn Sie einen falschen Sicherheitscode eingegeben haben.
Name:
eMail:
Homepage:
Titel:
BBCode:Web AddressEmail AddressBold TextItalic TextUnderlined TextQuoteCodeOpen ListList ItemClose List
Kommentar:




  fictionBOX bei Facebook   fictionBOX bei Twitter  fictionBOX als RSS-Feed

TV-Planer
Im Moment keine TV-Einträge vorhanden