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Poirot - 11x02: Die Katze im Taubenschlag Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) BBC

Originaltitel: Cat Among the Pigeons
Episodennummer: 11x02
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 21. September 2008
Erstausstrahlung D: 15. April 2016
Drehbuch: Mark Gatiss
Regie: James Kent
Besetzung: David Suchet als Hercule Poirot, Harriet Walter als Miss Bulstrode, Raji James als Prince Ali, Adam De Ville als Bob Rawlinson, Don Gallagher als Mr Forbes, Georgie Glen als Mrs Forbes, Georgia Cornick als Patricia Forbes, Carol MacReady als Miss Johnson, Claire Skinner als Miss Rich, Susan Wooldridge als Miss Chadwick, Natasha Little als Ann Shapland, Amara Karan als Princess Shaista, Adam Croasdell als Adam Goodman, Amanda Abbington als Miss Blake, Miranda Raison als Mlle Blanche, Elizabeth Berrington als Miss Springer, Jo Woodcock als Jennifer Sutcliffe, Lois Edmett als Julia Upjohn, Pippa Haywood als Mrs Upjohn, Jane How als Lady Veronica, Katie Leung als Hsui Tai, Anton Lesser als Inspector Kelsey u.a.

Kurzinhalt: Direktorin, Miss Bulstrode, ihren Freund Hercule Poirot eingeladen, um eine kurze Rede zu halten. Doch sie hat ihn noch aus einem anderen Grund nach Meadowbank geladen: Sie denkt darüber nach, sich am Ende des aktuellen Schuljahrs zur Ruhe zu setzen – kann sich jedoch nicht entscheiden, welche der Lehrerinnen ihre Nachfolge antreten soll. Honoria schätzt Hercule als Menschenkenner, und mit eben dieser Fähigkeit soll er ihr bei ihrer Wahl helfen. Dann jedoch wird eines Morgens die Leiche der Sportlehrerin, Mrs. Springer, in der Turnhalle gefunden. Da diese aufgrund ihrer strengen und forschen Art sowohl bei Schülerinnen als auch dem restlichen Lehrpersonal alles andere als beliebt war, mangelt es nicht an Verdächtigen. Doch wer hatte nicht nur ein – ausreichendes – Motiv, sondern vor allem auch die Gelegenheit, Mrs. Springer zu ermorden? Um eben dies herauszufinden, tut sich Hercule Poirot mit dem Polizeiinspektor Kelsey zusammen…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) BBC Habe ich Ashley Pearce und/oder Alan Almond etwa unrecht getan? Als Regisseur bzw. Kameramann von "Mrs. McGinty ist tot" machte ich sie ja für den furchtbaren "Dream Glow"-Effekt verantwortlich, der den eigentlich ja ziemlich coolen Fall für mich doch ordentlich ruiniert hat. Die Sache hat nur einen Haken: Jetzt haben wir bei der nächsten Folge einen anderen Regisseur (James Kent) und Kameramann (Cinders Forshaw), aber das gleiche Problem. Zugegebenermaßen zwar nicht ganz so extrem, dennoch sind Weichzeichner und Überbelichtung auch hier deutlich erkennbar. Letztendlich ist aber eigentlich auch völlig egal, wer das entschieden hat, und damit dafür verantwortlich ist, es bleibt dabei: Ich kann mit diesem Look überhaupt nichts anfangen. Er zieht zu viel Aufmerksamkeit auf sich, wirkt viel zu modern (und digital) und passt damit weder zum historischen Inhalt noch der zeitlosen Qualität von Dame Agatha Christies Krimis, und verhinderte auch hier wieder, dass ich so richtig in die Handlung eintauchen konnte.

Nun hatte "Mrs. McGinty" zwei große Pluspunkte, welche die Episode zumindest ansatzweise für mich retteten (wenn sie auch gegen die Inszenierung machtlos waren). Einerseits die Rückkehr von Zoe Wanamaker als köstliche Christie-Stellvertreterin Mrs. Oliver, und andererseits einen echt coolen Fall, der das Potential geboten hätte, die Episode zu einer der besten der Serie zu machen; was aber die mich so störende visuelle Umsetzung nur umso frustrierender machte. "Die Katze im Taubenschlag" kann auf beides leider nicht zurückgreifen. Nicht nur fehlt von Mrs. Oliver (und den alten Serien-Veteranen wie Hastings, Japp und Lemon) hier jede Spur, ich fand zudem leider auch den Fall nicht besonders. Angefangen vom Setting, über den Mord an sich, bis hin zu Poirots Ermittlungen. Zwar muss ich der Geschichte zumindest zugutehalten, dass hier doch einiges los war, und dementsprechend in der neunzigminütigen Laufzeit keine Langeweile aufkam. Zudem gab es ein paar nette Momente und/oder lustige Kommentare (wie z.B. wenn die Schülerinnen Poirot mit einem Pinguin vergleichen). Die Poirot-typische Auflösung vor versammelter Mannschaft war auch wieder nett. Inspektor Kelsey (gespielt von Anton Lesser, der zuvor in "Andor" bei mir Eindruck machte) war ein durchaus solider Sparringpartner für Poirot. Sämtliche Rollen waren sehr gut besetzt, wobei ich mich vor allem über das Wiedersehen mit Harriet Walter (da ich ja gerade parallel wieder mit "Silo" weitermache) freute. Und die Szenen zwischen Poirot und Bulstrode fand ich durchaus nett. Und doch: Irgendwie wollte mich nichts an "Die Katze im Taubenschlag" dazu animieren, mitzuraten, oder auch nur die Ermittlungen mit Interesse zu verfolgen. Letztendlich war ich ein unbeteiligter Beobachter, dem alles was hier geschah und am Ende aufgelöst wurde egal war. Mit einer Ausnahme: Beim Flashback zum Mord mit Speerwurf habe ich laut gelacht. Sorry, aber das fand ich doch ziemlich (unfreiwillig?) komisch umgesetzt. Nun ist bei einer solchen Adaption natürlich immer schwer zu sagen, woran es liegt, wenn einen die Story nicht packt. Ist es die "Schuld" von Mark Gatiss (wobei ich den als Drehbuchautor grundsätzlich durchaus schätze), oder hat hier vielleicht doch Agatha Christie selbst mal geschwächelt (was bei der Fülle an Krimis die sie geschrieben hat absolut keine Schande ist)? Eines Tages werde ich auch diesen "Fall" aufklären.

Fazit: Episodenbild (c) BBC Ich kann mit der Inszenierung der elften Staffel bisher nichts anfangen (und hoffe echt, dass sich das jetzt nicht bis zum Ende der Serie so durchzieht). Zwar sind Weichzeichner und Überbelichtung hier nicht mehr ganz so stark wie bei "Mrs. McGinty ist tot", dennoch empfand ich die visuelle Umsetzung auch hier wieder als störend, um nicht zu sagen nervig. Erschwerend kommt hinzu, dass ich den Fall hier als deutlich schwächer einschätzen würde als bei der Episode dafür, und mich die Story generell irgendwie nie so recht packen wollte. Und zu guter Letzt fehlt "Die Katze im Taubenschlag" auch das dortige Plus des neuerlichen Auftritts von Mrs. Oliver. Somit bleibt an nennenswerten Stärken leider nicht mehr viel übrig. Ich freute mich über das Wiedersehen mit der "Silo"-Darstellerin Harriet Walter, und die Auflösung am Ende vor versammelter Mann(bzw. Frau-)schaft war, von einem Aspekt abgesehen, auch wieder ganz nett. Insgesamt zählt "Die Katze im Taubenschlag" für mich aber zu den bisher schwächsten "Poirot"-Episoden.

Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © iTV)







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