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Review zum Filmroman von Norma Fox Mazer Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 11 Oktober 2026
 
Titel: "Supergirl"
Bewertung:
Autorin: Norma Fox Mazer
Übersetzung: Nicht bekannt
Umfang: 230 Seiten (E)
Verlag: Warner Books (E)
Veröffentlicht: Dezember 1984 (E)
ISBN: 978-0-446-32367-5 (E)
Kaufen: Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Die Stadt Argon hat die Zerstörung Kryptons überlebt, in dem man sich in eine andere Dimension, innerer Raum genannt, zurückgezogen hat. Um dort zu überleben, ist man auf das Omegahedron angewiesen, welches die Stadt mit Energie versorgt. Durch eine Unachtsamkeit Kara Zor-Els, bei der es sich um die jüngere Cousine von Kal-El handelt, geht das Omegahedron verloren. Sie folgt daraufhin ihrem Cousin auf die Erde, um es wieder zu beschaffen. Doch sie kommt zu spät, denn das mächtige Artefakt ist einer bösen Hexe namens Selena in die Hände gefallen. Diese nutzt dessen Energie – und Magie – um dafür zu sorgen, dass sie alles und jeder ihrem Willen beugen muss. Als Kara – die auf der Erde die Identität von Linda Lee angenommen hat – sich ihr entgegenstellt, wird sie von Selena in die Phantomzone verbannt, wo sie auf ihren alten Mentor Zaltar trifft. Kann sie mit seiner Hilfe wieder zur Erde zurückkehren, um zuerst ihre Freunde in Midvale, und schließlich auch die Bewohner von Argo City, zu retten?

Review: Nachdem ich ihn zuletzt in meiner Kindheit gesehen hatte, knöpfte ich mir "Supergirl" anno 2013 rund um den Kinostart von "Man of Steel" erneut vor – und war doch ziemlich ernüchtert. Trotz meiner damals sehr geringschätzigen Meinung habe ich ihn mir aber in den darauffolgenden Jahren (zuerst auf der US-Blu-Ray, und schließlich dank dem Release von Plaion Pictures) noch zwei Mal angesehen, und was soll ich sagen: Ich muss mein damaliges Review zumindest ein bisschen revidieren (im Übrigen ganz ähnlich zum 80er-Jahre-"Masters of the Universe", den ich als Kind geliebt habe, mir dann als Erwachsener nach Jahrzehnten wieder angesehen habe, enorm enttäuscht war, der jedoch bei meinen weiteren Wiederholungen dann wieder zunehmend an Charme gewann). Also, er ist und bleibt kein guter Film, ist aber nicht so katastrophal, wie damals von mir behauptet. Vor allem auch den Punkt, dass die Ereignisse in der Welt der "Superman"-Filme spielen, sehe ich mittlerweile nicht mehr kritisch. Zwar haben sich deshalb natürlich noch längst nicht alle Kritikpunkte erledigt – so halte ich nach wie vor den Fokus auf Magie (der wohl der Überzeugung geschuldet ist, dass Science Fiction für Burschen und Fantasy für Mädchen ist) für völlig verkehrt. Dennoch habe ich ihn zuerst auf 4/10 und mittlerweile auf eine durchschnittliche 5/10 aufgewertet (dabei wird's jetzt aber auch bleiben, mehr ist definitiv nicht drin; zumal ich ja den ursprünglichen "Superman"-Film auch so toll nicht finde – in erster Linie aufgrund des dämlichen "die Zeit zurückdrehen, in dem die Rotation der Erde umgekehrt wird"-Endes – der somit auch bei mir, im Gegensatz zu "Supergirl", auf seiner 6/10 geblieben ist).

Im Hinblick auf den heurigen Release des neuen "Supergirl"-Films mit Milly Alcock in der Hauptrolle (der von mir im Kino ausgelassen, aber auf HBO Max nachgeholt wurde; Review folgt) erschien es mir – auch im Hinblick darauf, dass ich zuletzt ja vermehrt Filmromane besprechen – aber die perfekte Gelegenheit zu sein, um Norma Norma Fox Mazers "novelization" zum ersten, alten "Supergirl"-Film zu lesen. Beginnen wir mit dem Positiven: Ich finde ihren Schreibstil durchaus gelungen. Sie erzählt die Geschichte des Films/Drehbuchs durchaus gewitzt nach, und auch wenn es im Vergleich zum fertigen Produkt kaum zusätzlichen Inhalt gibt (seien es geschnittene Szenen, oder von Mazer selbst erschaffene Momente), so schafft sie es doch zumindest, den Eindruck zu vermeiden, ein Drehbuch zu lesen. Vielmehr liest sich "Supergirl" auch wirklich von Anfang bis Ende wie ein Roman. Ich fand zudem, dass es der Autorin sehr gut gelingt, Karas Persönlichkeit einzufangen; ihre Güte, ihr Mitgefiel, ihren Optimismus, und zugleich aber auch ihre Naivität und Unerfahrenheit in vielen Dingen. Und auch die Action beschreibt Mazer sehr gut, so dass es nicht schwer fällt, die dazugehörigen Bilder im Kopf entstehen zu lassen (auch wenn es dafür zugegebenermaßen natürlich auch immer hilft, wenn man den zugrundeliegenden Film kennt). Aber, natürlich: Was die Story betrifft, hat der Roman mit den gleichen Problemen wie der Film zu kämpfen. Allen voran, wie stark man hier auf Magie setzt, was nicht wirklich zur Welt von Superman passen will.

Apropos Superman: Vom angeblich geplanten Gastauftritt von Superman in "Supergirl" fehlt auch im Roman jede Spur; was doch ein bisschen schade ist, da Mazer ja nicht von Christopher Reeves Verfügbarkeit abhängig war. Aber ich vermute mal, es war eine Vorgabe des Verlags, sich so nah als möglich an den Film zu halten, und nichts dazu zu erfinden (auch, damit nicht Leute zuerst den Roman kaufen, und dann enttäuscht sind, einen entsprechenden Moment im Film nicht wieder zu finden). Und generell gilt halt: Alles, was an der Handlung des Films für mich nicht so recht funktionieren wollte, findet sich grundsätzlich auch hier wieder – wobei es Mazer zumindest gelingt, diese da und dort ein bisschen abzuschwächen (z.B. im Hinblick auf Ethans – im wahrsten Sinne des Wortes – Liebestrunkenheit). Demgegenüber muss sie, no na, auf Stärken wie die schauspielerischen Leistungen (insbesondere die charmante Helen Slater, sowie die herrlich überzogen agierende Faye Dunaway) ebenso verzichten, wie auf die den Film enorm aufwertende Musik von Jerry Goldsmith (außer, man legt sich die ein, während man den Roman liest; wobei sich dann wiederum das Problem ergibt, dass diese tonal nicht immer zu der Stelle passen wird, bei der man gerade ist). Und auch wenn sich Mazer an den entsprechenden Stellen wacker schlägt, aber Action ist halt auf der Leinwand oder dem Fernseher inszeniert immer packender, als auf dem Papier. Letztendlich sehe ich Film und Roman aber auf dem gleichen – durchschnittlichen – Niveau.

Fazit: Bitte von der Wertung im Vergleich zu jener in meinem Filmreview nicht täuschen lassen: Ich bewerte "Supergirl" (gemeint ist der Film) mittlerweile deutlich gnädiger, und habe ihm bei meiner letzten Sichtung eine 5/10 angedeihen lassen. Denn trotz aller in meinem damaligen Review (nicht zu unrecht) kritisierten Punkte, hat das ganze durchaus einen gewissen (trashigen) Charme. Und zumindest ein dort genannter Aspekt – dass die Story im gleichen Universum angesiedelt ist wie die "Superman"-Filme – stört mich mittlerweile nicht mehr. Die "novelization" von Norma Fox Mazer pendelt sich für mich letztendlich auf dem gleichen Niveau ein. Positiv macht sich nicht zuletzt bemerkbar, dass man ihrem Roman zu keinem Zeitpunkt anmerkt, auf einem Drehbuch zu basieren. Generell hatte es mir ihr (stellenweise auch ziemlich gewitzter) Schreibstil durchaus angetan. Und vor allem die Figuren, und hier ganz besonders die Titelheldin, fängt sie sehr gut ein. Ihre sehr werkgetreue Adaption, die sowohl ohne große Änderungen noch Ergänzungen auskommt, übernimmt aber natürlich unweigerlich auch die Schwächen der Vorlage, insbesondere im Hinblick auf die Story. Zudem fehlen hier die charmanten darstellerischen Leistungen, sowie Jerry Goldsmiths mitreißender Score. Wer so wie ich mit dem Film entweder mittlerweile seinen Frieden geschlossen hat, oder ihn überhaupt immer schon mochte, erhält hier eine Romanadaption, die sowohl seine Stärken als auch Schwächen originalgetreu abbildet.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 1984 Warner Books)





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