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Star Trek: Strange New Worlds - 4x10: Die Enterprise von morgen Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Paramount+

Originaltitel: Tomorrow's Enterprise
Episodennummer: 4x10
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 24. September 2026 (Paramount+)
Drehbuch: Henry Alonso Myers & Robbie Thompson
Regie: Chris Fisher
Stammbesetzung: Anson Mount als Captain Christopher Pike, Ethan Peck als Lieutenant Spock, Jess Bush als Nurse Christine Chapel, Christina Chong als Lieutenant La'an Noonien-Singh, Celia Rose Gooding als Ensign Nyota Uhura, Melissa Navia als Lt. Erica Ortegas, Babs Olusanmokun als Dr. Joseph M'Benga, Martin Quinn als Lieutenant Montgomery Scott, Rebecca Romijn als Commander Una Chin-Riley.
Gaststars: Paul Wesley als James T. Kirk, Brian Markinson als Phil Boyce, Alex Kapp als USS Enterprise Computer u.a.

Kurzinhalt: Die Enterprise untersucht ein seltenes stellares Phänomen: Ein weißes Loch. Dabei empfängt Uhura über ihr Kommunikationsgerät zuerst Musik, und dann auf einmal eine kryptische Nachricht, die so klingt, als wäre Scotty in Schwierigkeiten. Als sich dieser kurz darauf bei ihr frisch und munter meldet, vermutet sie, dass die Anomalie irgendwie dazu geführt hat, dass sie einen Blick in die Zukunft erhaschen konnte. Ein Jahr später. Die Enterprise steht mittlerweile unter dem Kommando von Captain James T. Kirk, als man im gleichen Sektor nun plötzlich ein schwarzes Loch untersuchen soll. Mit Lt. Ortegas am Steuer fliegen Uhura und Scotty – die mittlerweile eine romantische Beziehung pflegen – mit einem Shuttle los, um dieses zu untersuchen. Dann jedoch kommt es zu einer verheerenden Fehlfunktion. Als Uhura zurück aufs Schiff gebeamt wird, erfährt sie, dass Scotty bereits vor einem Jahr gestorben ist. Irgendwie scheint der Zwischenfall bis in die Vergangenheit zurück gestreut zu haben. Als es ihrem jüngeren Ich – am weißen Loch – gelingt, mit ihr in Kontakt zu treten, bündeln sie ihre Kräfte, um den Lauf der Geschichte zu ändern und Scottys Leben zu retten…

Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) Paramount+ Vorab: Es ist natürlich schon ein bisschen ein Pech von "Die Enterprise von morgen", dass ich diese Folge so kurz nach "World Enough and Time" gesehen habe, wo Zeitreisen ebenfalls eine Rolle gespielt haben, das Ganze aber ungleich besser – und vor allem auch tragischer – umgesetzt hatte. Ich glaube zwar nicht, dass mir die Folge ohne diesen Zufall jetzt wirklich wesentlich besser gefallen hätte (nicht, dass ich sie schlecht fand), aber ausschließen kann/will ich es nicht. So oder so: Als jemand, der Zeitreisegeschichten (wenn sie gut gemacht sind) durchaus mag, fand ich die Ausgangssituation durchaus vielversprechend. Die direkte Kommunikation zwischen beiden Versionen von Uhura war zudem ein interessanter Ansatz, den ich auch durchaus originell fand. Nicht zuletzt auch, wie sie sich dadurch quasi gegenseitig helfen müssen, z.B., wenn die jüngere Version Spock eine Gleichung zu lösen gibt, und ihn ihr älteres Ich ein Jahr später dann danach fragt. Sehr schön war es zudem, Uhuras alten Look hier endlich wieder zurück zu haben. Vor allem aber muss ich Celia Rose Gooding dafür loben, wie es ihr hier gelang, die beiden Varianten der Figur (obwohl nur ein Jahr dazwischenliegt) auch abseits der Frisur klar und deutlich voneinander abzugrenzen.

Was die Kritik betrifft, muss ich zuerst auf den allgemeinen Trend der vierten Staffel eingehen, sich in den einzelnen Episoden vermehrt auf eine, maximal zwei Figuren zu konzentrieren. Klar, wir kennen das von "Star Trek" seit der TNG-Zeit, wo es die sogenannten Charakterfolgen gab, wo eben statt einem typischen Abenteuer der Woche vielmehr eine bestimmte Figur im Mittelpunkt stand. Diese dienten dazu, uns sie näher vorzustellen und damit unsere Bindung zu ihnen zu stärken. Wie auch die gelegentlichen Gimmick-Folgen waren das dort aber eine Handvoll Episoden in einer 26-teiligen Staffel. Die Art und Weise, wie man in Season Vier von "Strange New Worlds" eine Hauptfigur nach der anderen abklapperte, wirkt auf mich aber doch ziemlich erzwungen. Zumal mir in dieser Staffel (wie gesagt, von den ständigen Gimmick-Folgen ganz abgesehen) generell die Episoden gefehlt haben, in denen die SNW-Crew so richtig zusammengearbeitet hat und eben auch wirklich als Ensemble aufgetreten ist. Ich bin zugegebenermaßen auch sehr skeptisch was die ganzen Beziehungen an Bord der Enterprise betrifft. Ja, ich weiß, dass "Am Rande des Universums" eine Romanze zwischen Uhura und Scotty andeutete, aber muss man aus jeder eben solchen Andeutung gleich eine ausgewachsene Liebesgeschichte machen?! Ich störte mich auch wieder daran, dass man sich meinem Empfinden nach bei "Old Trek" mehr Mühe gegeben hat, Plotkonstrukte die beispielsweise zu einer Zeitreise führen pseudowissenschaftlich zu erklären, als das bei "New Trek" der Fall ist. Dies betrifft nicht zuletzt das mit dem Schwarzen und Weißen Loch hier. Und lasst mich bitte erst gar nicht vom "Weltraumbaby" anfangen. Diese Idee konnte selbst von der möglichen Interpretation, dass wir hier die Geburt eines Propheten/Wurmlochwesens miterleben, nicht gerettet werden.

Episodenbild (c) Paramount+ Vor allem aber störte ich mich wieder am einen oder anderen Kontinuitätsproblem. So bin ich mir sicher, Dr. Boyce ist nur deshalb noch auf der Enterprise, weil die Macher "Der Käfig" (wo er an Bord war) mit "Die Spitze des Eisbergs", und/oder Dr. Boyce mit Dr. Piper verwechselt haben. Auch Chapels Erwähnung zu Roger Korby will mir nicht so recht in die bekannte Zeitlinie passen (sollte der zu dem Zeitpunkt nicht schon längst verschollen sein?). Und dass auch andere Personen Dr. McCoy Pille bzw. Bones nennen, hat mich auch gestört. Für mich war das bislang ein individueller Spitzname von Kirk für seinen Freund. Zugegebenermaßen ist das jetzt schon sehr kleinlich von mir; es passt aber für mich ins Bild, dass ich von den SNW-Machern im Verlauf der vier Staffeln gewonnen haben. Da kann auch Fan-Service wie der Cameo-Auftritt von M'Ress oder die kurze Erwähnung von Gary Mitchell nichts dran ändern.

Fazit: Mit der vierten Staffel von "Strange New Worlds" war ich leider überwiegend nicht wirklich glücklich. Seit dem Ende der Season haben die Produzenten zwar erklärt, dass sie – da die Serie mit Ende der fünften Staffel abgesetzt haben – ihre ganzen verrückten Ideen nun in diese vorgezogen haben, da sie diese unbedingt noch unterbringen wollten. Ich halte das aber für eine Fehlentscheidung. Es wirkte auf mich einfach so, als würde ihnen nichts mehr einfallen, außer andere Filme und Serien zu kopieren (bzw. um es sehr wohlwollend auszudrücken, in einem "Star Trek"-Kontext neu zu interpretieren). Wenn dem so ist, dann ist es definitiv die richtige Entscheidung, das Projekt "New Trek" an dieser Stelle abzudrehen, und nach einer Pause neuen, frischen Köpfen Platz zu machen (weil schlimmer kann's ja eigentlich nicht mehr werden… hoffentlich… bitte!). Ehe es soweit ist, erwartet uns nun aber noch eine verkürzte letzte Staffel, die angeblich stärker zu den Wurzeln von "Star Trek" zurückkehren soll, und zugleich die Brücke zur klassischen "Star Trek"-Serie schlagen soll. "Die Enterprise von morgen" bot darauf vermeintlich schon einen Vorgeschmack, und war zwar immerhin besser als der Staffel-Durchschnitt, legte zugleich aber auch die Probleme offen, die ich insbesondere im Hinblick auf die Kontinuität mit der Umsetzung von "Strange New Worlds" als derart direktes Prequel zu "Raumschiff Enterprise" habe.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Paramount+)







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