Originaltitel: The Harmonium Episodennummer: 2x04 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 06. Dezember 2024 (Apple TV+) Drehbuch: Sal Calleros Regie: Aric Avelino Besetzung:
Rebecca Ferguson als Juliette Nichols,
Steve Zahn als Solo,
Common als Robert Sims,
Harriet Walter als Martha Walker,
Chinaza Uche als Paul Billings,
Avi Nash als Lukas Kyle,
Shane McRae als Deagan Knox,
Remmie Milner als Shirley Campbell,
Alexandria Riley als Camille Sims,
Clare Perkins als Carla McLain,
Billy Postlethwaite als Hank Murphy,
Tim Robbins als Bernard Holland,
Tanya Moodie als Judge Mary Meadows,
Caitlin Zoz als Kathleen Billings,
Olatunji Ayofe als Teddy,
Chipo Chung als Sandy,
Angela Yeoh als Deputy Molly Karins,
Robyn Lovell als Juno,
Gabeen Khan als Ducey,
Alice Bounsall als Raider Maria u.a.
Kurzinhalt:
Jener Bereich, in dem sich der Anzug befindet, mit dem Juliette hofft, zu ihrem Bunker zurückkehren zu können, befindet sich unter Wasser. Zwar ist es ihr zwischenzeitlich gelungen, Solo davon zu überzeugen, seinen Panikraum zu verlassen. Nun gilt es jedoch, einen Weg zu finden, wie er sie bei ihrem Tauchgang mit Sauerstoff versorgen kann. Die Lösung des Problems liegt in einem Harmonium, dass die beiden in einem der Räume finden. Parallel dazu gehen Knox, Shirley, Walker und Carla im Silo 18 nach oben, um sich mit Richterin Meadows zu treffen. Die Entscheidung für eben dieses Treffen haben indes Bürgermeister Bernard davon überzeugt, dass sie eine Gefahr für das Silo darstellt, die ausgeschaltet werden muss. Bei einem gemeinsamen Abendessen vergiftet er sie – und lässt es so aussehen, als wäre sie von der Delegation aus dem Maschinenraum ermordet worden…
Review:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es im Zuge dieser Reviews schon erwähnt habe, aber… ich habe die erste Hälfte der zweiten Staffel vor mehr als einem Jahr bereits gesehen – dann aber irgendwie das Interesse verloren. Diese Episode sowie die nächste waren dafür ausschlaggebend; und das nicht einmal, weil sie a) für sich genommen schlecht wären, oder b) sich gar nichts tun würde. Ich hatte bei beiden – und bis dahin eben auch schon in den vorhergehenden Folgen der zweiten Staffel – das Gefühl, als müsste man verzweifelt Zeit schinden, um die Season voll zu bekommen. Zumindest aus meiner Erinnerung heraus war das Erzähltempo in der ersten Staffel deutlich höher, in jeder Folge wirklich einiges los, und gab es vor allem auch regelmäßig neue Entdeckungen und/oder Offenbarungen. Ich denke, es war vor allem letzteres, was mich vor über einem Jahr so frustriert hat. Es hat sich für mich einfach zunehmend abgezeichnet, dass wir auf weitere Antworten bis zur Ende der zweiten Staffel warten werden müssen, und sie einfach irgendwie versuchen müssen, die Laufzeit bis dahin zu überbrücken. Und das hat mich dann, obwohl die Folgen für sich genommen eigentlich nicht schlecht sind, doch zunehmend frustriert.
Wie erwähnt ist "Das Harmonium" ein sehr gutes Beispiel dafür. Man kann nicht sagen, dass sich hier überhaupt nichts tun würde. Die Szenen zwischen Juliette und Solo konnten mir durchaus wieder gut gefallen, auch wenn ich a) nie der größte Fan von Steve Zahn war, und es auch nicht mehr werde, und b) bei allem Verständnis dafür, dass Juliette natürlich darauf drängt, den Anzug so rasch als möglich zu holen, einfach von Anfang an klar war, dass Solos Sorge wegen des Panikraums ihn in, nun, Panik versetzen würde, und es daher besser gewesen wäre, ihm die paar Minuten zu geben, um zu checken, ob er auch wirklich abgeschlossen hat. Dessen ungeachtet war Juliettes Tauchgang durchaus packend umgesetzt – und hauptverantwortlich für die zumindest leicht überdurchschnittliche Wertung der Folge. Auch noch ganz gut waren die Szenen zwischen Bernard und Meadows. Dies gilt insbesondere für das Abendessen inklusive ihrem Abschied, der auf perverse Art und Weise fast schon etwas zärtliches hatte. Allerdings litt dieser Handlungsstrang ein bisschen unter der Vorhersehbarkeit. Zwar ist es Tim Robbins hoch anzuerkennen, dass die Absichten der Figur seiner Performance aus dem Gesicht zu lesen waren, aber es machte die Ermordung von Meadows dann halt wenig überraschend, geschweige denn schockierend. Am schwächsten fand ich aber alles rund um den Aufstieg der Crew aus dem Maschinenraum. Leider ist es den bisherigen Episoden kaum gelungen, mich zu ihnen eine Bindung aufbauen zu lassen. Am ehesten noch zu Walker, aufgrund ihrer tief empfundenen Freundschaft zu Juliette. Der Rest kümmert mich aber leider nicht wirklich, und den Szenen hier gelang es bedauerlicherweise auch nicht, daran etwas zu ändern; etwas, worunter dann vor allem auch die nächste Folge, "Abstieg", leiden wird.
Fazit:
Dank einzelner starker Momente, wie Juliettes Tauchgang, oder auch der letzten Szene zwischen Bernard und Meadows, kommt "Das Harmonium" insgesamt zwar ebenfalls wieder auf eine leicht durchschnittliche Wertung. Das ändert aber nichts daran, dass sich die zweite Staffel zur Mitte hin doch zunehmend zu ziehen beginnt, und dem Vergleich mit Seasons Eins nicht stand hält. Ich kenne die Vorlage noch nicht, habe aber den starken Verdacht, dass man beim Endpunkt der ersten Staffel bereits deutlich über die dortige Halbzeitmarke hinaus war, und dementsprechend hier nun das Erzähltempo deutlich reduzieren musste. Sehr vereinzelt mag sich dies zwar auch positiv auswirken, da mehr Zeit für ruhige (Charakter-)Momente ist. Mir fehlen aber einerseits die Dramatik, andererseits aber die wohldosierten Antworten (und/oder neuen Fragen) der ersten Staffel. Für sich genommen war aber auch "Das Harmonium" durchaus wieder ok.