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Taken - 1x09: John Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Syfy

Originaltitel: John
Episodennummer: 1x09
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 12. Dezember 2002
Erstausstrahlung D: 03. Januar 2004
Drehbuch: Leslie Bohem
Regie: John Fawcett
Besetzung: Emily Bergl als Lisa Clarke, Eric Close als John, Heather Donahue als Mary Crawford, Dakota Fanning als Allie Keys, Matt Frewer als Dr. Chet Wakeman, Joel Gretsch als Owen Crawford, Adam Kaufman als Charlie Keys, James McDaniel als General Beers, Roger Cross als Captain Walker, Timothy Webber als Dewey Clayton, Max Martini als Colonel Breck, Tobias Mehler als Lieutenant Williams, Camille Sullivan als Nina Toth, Michael Soltis als Lt. Pierce, Catherine Barroll als Mrs. Pierce, Alonso Oyarzun als Lt. Keel, Chris Harrison als Soldier, Peter Bryant als Tech on Monitors, Alison Matthews als News Reporter, Justin Chatwin als Clauson, Sam Easton als Doofus u.a.

Kurzinhalt: Dem Militär ist es gelungen, mit Allie eine fliegende Untertasse anzulocken, und diese daraufhin abzuschießen. Mary Crawford ist die erste, die das Schiff betrifft. Kurz darauf folgen ihr auch ein paar Soldaten. Im Inneren treffen sie auf Mrs. Pierce, die – verstorbene – Mutter von einem von ihnen. Während sie versuchen, sich von dieser und anderen Illusionen nicht ablenken zu lassen, stößt Mary auf ihren Großvater – auch dies selbstverständlich eine Illusion. Auf ihre Bitte hin wird ihr dann schließlich jene schreckliche Vision gezeigt, die einst Owen so verstörte. Kurz darauf finden sich alle draußen wieder, als das Schiff auf einmal abhebt, das Farmhaus mit Allie darin in eine Art Traktorstrahl nimmt, und davonfliegt. Allein: Bei all dem handelte es sich um eine einzige, von Allie geschaffene Illusion. Dank eben dieser gelingt ihr zusammen mit Lisa und Charlie die Flucht. Als das Militär erkennt, dass sie getäuscht wurden, nimmt man die Verfolgung auf. Unerwartete Hilfe erhalten die Flüchtigen schließlich von Allies Urgroßvater John…


Review: Episodenbild (c) Syfy Die erste halbe Stunde von "John" war einfach nur phantastisch. Um auf mein Review zu "Der Absturz" zurückzukommen: "Gottes Gleichung" (u.a. vom unnötigen Geiselnahmeplot befreit) als erstes Drittel, "Der Absturz" (ebenfalls deutlich zurechtgestutzt, und u.a. ohne Marys Abberufung) als zweites, und das erste Drittel von "John" als Finale – das wäre eine grandiose Folge gewesen (und ich vermute, der Rest der Serie hätte sich dann gut in einer weiteren, abschließenden Episode erzählen lassen). Aber zurück zu "John". Wie gesagt, alles rund um die Erkundung des UFOs fand ich einfach nur grandios. Angefangen vom Design des Innenraums, über die dichte Atmosphäre, bis hin zum Inhalt an sich. Sei es, dass Lieutenant Pierce auf den Hinweis seines Vorgesetzten, dass dies alles nicht echt ist, lapidar meint "I don't care", oder auch die Begegnung zwischen Mary und ihrem Großvater. Ja selbst, dass all dies nur eine Illusion war, hat mich in diesem Fall nicht gestört; und das, obwohl ich sonst auf solche Twists regelmäßig allergisch reagieren. Hier war es aber einerseits zu gut umgesetzt, und andererseits dennoch inhaltlich interessant. Vor allem aber war es für mich auch insofern nicht wertlos, als wir dadurch über die Figuren mehr erfahren haben, bzw. auch sie teilweise von dieser Erfahrung – ob echt oder nicht – verändert/geprägt wurden.

An dieser Stelle möchte ich, insbesondere für diese erste halbe Stunde, noch einmal ausdrücklich ein Lob an John Fawcett aussprechen. Im Gegensatz zu einigen anderen "Taken"-Regisseuren – darunter auch Jeff Woolnough bei der Folge davor – war mir sein Name bisher kein Begriff (und das, obwohl er u.a. für Serien wie "The Man in the High Castle" und/oder "Orphan Black" tätig war, die mir sehr wohl bekannt sind), aber was er hier abgeliefert hat, war wirklich grandios. Nach der fantastischen ersten halben Stunde baut "John" dann zwar ein bisschen ab. Ab dem Punkt hätte mich mir dann da und dort auch durchaus wieder eine etwas straffere Erzählweise gewünscht, um die Dramatik, dank eines höheren Tempos, auf dem Niveau des ersten Drittels zu halten. Wobei es dennoch im Rest der Folge auch noch einige gute bis sehr gute Momente gab. Angefangen dabei, wie es Mary versteht, Pierce auf ihre Seite zu ziehen. Über die einfühlsamen Momente zwischen Allie und ihrer Mutter, die von Emily Bergl und Dakota Fanning fantastisch gespielt sind (generell hat mich hier insbesondere auch Fanning – in so jungen Jahren – begeistert; gerade auch im Hinblick auf die Last, die sie bezüglich dem, was sie für die Aliens tun soll – ich vermute mal, mit ihnen kommen, und die Erde sowie ihre Familie hinter sich lassen? – auf ihren jungen, kleinen Schultern trägt). Bis hin zur Rückkehr von John am Ende (wobei auch die Szene davor, mit Allie allein in der Autowerkstatt, von Fawcett wieder überaus packend inszeniert war). Man könnte somit sagen, dass "John" den Eindruck der letzten Episoden – starker Auftakt, starker Ausklang, schwächelnder Mittelteil – fortsetzt; nur halt auf deutlich höherem Niveau, als das bei "Gottes Gleichung" und "Der Absturz" der Fall war.

Fazit: Episodenbild (c) Syfy "John" war die erste wirklich tolle Folge der Serie. Vor allem von der ersten halben Stunde war ich enorm angetan, einerseits vom Inhalt (und das, obwohl ich solche "Illusions"-Twist sonst nicht wirklich mag), vor allem aber John Fawcetts Inszenierung. Nach diesem atmosphärischen und visuell bestechenden Auftakt, gefiel mir in weiterer Folge an seiner Arbeit vor allem, wie er mit ein paar längeren Einstellungen die Performances der Darsteller:innen so richtig zur Geltung kommen lässt. Dabei war ich insbesondere von Emily Bergl sowie der für eine Kinderdarstellerin herausragenden Dakota Fanning enorm angetan. Zwar können die weiteren rund fünfzig Minuten an die großartige erste halbe Stunde dann nicht mehr ganz anknüpfen, dennoch war der Absturz hier in meinen Augen nicht so dramatisch wie bei den zwei Folgen davor. Zumal auch "John" zum Ende hin dann wieder richtig aufdreht. Und doch bleibe ich dabei: "Gottes Gleichung" als erstes Drittel, "Der Absturz" als zweites Drittel, und die erste (eventuell auch leicht zurechtgestutzte) halbe Stunde von "John" als Abschluss – das wäre perfekt gewesen.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Syfy)







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