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Twin Peaks - 2x18: Auf den Schwingen der Liebe Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: On the Wings of Love
Episodennummer: 2x18
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 04. April 1991
Erstausstrahlung D: 01. Februar 1992
Drehbuch: Harley Peyton & Robert Engels
Regie: Duwayne Dunham
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Catherine Martell, Eric DaRe als Leo Johnson, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Kenneth Welsh als Windom Earle, Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby, Billy Zane als John Justice Wheeler, Heather Graham als Annie Blackburn, David Lynch als FBI Regional Bureau Chief Gordon Cole, Wendy Robie als Nadine Hurley, Gary Hershberger als Mike Nelson, Mary Jo Deschanel als Eileen Hayward, Catherine E. Coulson als The Log Lady, Brenda Strong als Jones, Robert Bauer als Johnny Horne, Ron Blair als Randy St. Croix, Jack McGee als Bartender u.a.

Kurzinhalt: Jones, die Assistentin von Mr. Eckhardt, greift Harry Truman im Klubhaus der Bookhouse Boys an. Nur mit Hilfe von Dale Cooper, der seinem Freund in dieser schweren Zeit nicht allein lassen wollte, gelingt es, den Mordanschlag zu vereiteln, und sie zu verhaften. Harry wirkt daraufhin wie ausgewechselt. Zusammen mit Dale geht man den jüngsten Hinweisen im Hinblick auf die Zeichen auf Major Briggs sowie Margaret Lantermans Haut nach. Diese führen schließlich zur sogenannten Eulenhöhle. Dort machen sie schließlich in Begleitung der Deputys Andy und Hawk eine mysteriöse Entdeckung. Parallel dazu kehrt FBI-Regionalleiter Gordon Cole nach Twin Peaks zurück, um Dale Cooper wieder als FBI-Agenten einzusetzen. Als man zur Feier des Tages daraufhin das Double R Diner aufsucht, ist er von Shelley Johnson verzaubert – auch, weil er problemlos jedes Wort versteht, dass sie sagt. Zugleich erkennt Harry, dass sich Dale zu Annie Blackburn hingezogen fühlt – was auch durchaus auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint. Windom Earle arbeitet indes weiter an seinen Racheplänen. Und Donna erhält eine Postkarte von James…


Review: Episodenbild (c) ABC "Fly on the wings of love. Fly, baby, fly! Reaching the stars above, touching the sky." Sorry, Leute, jetzt sind angesichts des Episodentitels kurz die Olsen Brothers mit mir durchgegangen. Aber irgendwie muss ich ja diese Reviews füllen, ohne mich ständig (und zu sehr) zu wiederholen (wenn man auch letzteres genau genommen als clevere Meta-Kritik auf die zweite Hälfte der zweiten "Twin Peaks"-Staffel auslegen könnte). Wobei es tatsächlich so ist, dass sich die Episoden aktuell zwar nicht notwendigerweise vom Inhalt sehr, sehr wohl aber meinem Eindruck, ziemlich decken – wenn auch "Auf den Schwingen der Liebe" zumindest eine Spur besser bei mir ankam, als die Folgen dafür. Dafür hauptverantwortlich war einerseits, dass man hier den Fokus wieder zumindest ein bisschen stärker auf die noch offenen, zentralen Mysterien legt. Insbesondere die Erkundung der Höhle am Ende war sowohl inhaltlich interessant, als auch atmosphärisch inszeniert (und gab mir fast schon "Akte X"-vibes, aber darüber, wie essentiell "Twin Peaks" für den König der Mystery-Serien war, habe ich eh auch schon ausgiebig geschrieben).

Der zweite wesentliche Pluspunkt sind die durchaus charmanten Szenen rund um die den Titel inspirierenden Schwärmereien von Dale und Gordon. Letzterer verschaut sich bei seiner Rückkehr nach Twin Peaks in Shelley. Oder sollte ich besser sagen: verhört? Denn was er an ihr so bezaubernd und bemerkenswert findet, ist, dass er sie auch ohne sein Hörgerät bestens verstehen kann. Die betreffende Szene lebt einerseits von David Lynchs charmanter Performance, sowie der netten Absurdität, welche die Romantik der Szene auf gelungene Art und Weise untergräbt. Demgegenüber geht man bei den Szenen von Dale und Annie im Hinblick auf das Schmalz in die Vollen (was bitte, nur um das klarzustellen, nicht automatisch als Kritikpunkt gemeint ist). Nur die weiteren kleinen Einblicke in ihre düstere Vergangenheit lassen kleine Wölkchen über die zwei Turteltauben entstehen. Davon abgesehen waren ihre beiden gemeinsamen Szenen, zuerst im Diner, und dann im Roadhouse, aber zuckersüß – und profitierten auch von der unbestreitbaren Chemie zwischen Kyle MacLachlan und Heather Graham. Abseits dieser sich positiv bemerkbar machenden Elemente bleibt "Twin Peaks" aber (leider) dem durchschnittlichen Kurs der letzten Folgen treu. Insgesamt tut sich hier einfach zu wenig, bzw. ziehen sich manche Entwicklungen dahin. Im Hinblick auf die eingangs erwähnten Wiederholungen möchte ich beispielsweise die Szene von Windom und Leo hervorheben. Ja, er geht im Hinblick auf seine Pläne etwas mehr ins Detail, letztendlich ist sie aber mit ihrem "Gespräch" aus der Folge zuvor nahezu ident. Der abwesende James wird mal kurz mit einer Postkarte an Donna thematisiert, wirklich Eindruck hinterließ das aber nicht. Und im Gegensatz zu Dale und Annie funktioniert die Romanze zwischen Audrey und John für mich leider nur bedingt. Vor allem aber: Der Auftakt rund um den Mordanschlag auf Harry wirkt rückblickend extrem effekthascherisch; auch, weil dieser in weiterer Folge überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ganz ehrlich: Das hätte man sich nun wirklich sparen können.

Fazit: Episodenbild (c) ABC "Auf den Schwingen der Liebe" fand ich wieder eine Spur besser als die mittelmäßigen Episoden davor. Drei Dinge waren dafür hauptverantwortlich: Dass mit dem Besuch der Eulen-Höhle das zugrundeliegende Mysterium wieder etwas stärker in den Mittelpunkt rückt. Die Rückkehr von David Lynch als Gordon Cole, vor allem auch dank der köstlichen Szene mit Shelley Johnson. Sowie die wirklich netten, romantischen Momente zwischen Dale Cooper und Annie Blackburn. Der Rest war allerdings wieder nur durchschnittlich. Und generell fand ich wieder einmal spürbar, wie sich die Story dahinzieht, so als würde man verzweifelt versuchen, Laufzeit zu schinden, bzw. einfach irgendwie die Zeit bis zum (dann wieder durchaus dramatischen) Staffelfinale zu füllen.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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