Originaltitel: Solo Episodennummer: 2x03 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 27. November (Apple TV+) Drehbuch: Cassie Pappas Regie: Aric Avelino Besetzung:
Rebecca Ferguson als Juliette Nichols,
Common als Robert Sims,
Harriet Walter als Martha Walker,
Chinaza Uche als Paul Billings,
Shane McRae als Deagan Knox,
Remmie Milner als Shirley Campbell,
Rick Gomez als Patrick Kennedy,
Billy Postlethwaite als Hank Murphy,
Tim Robbins als Bernard Holland,
Iain Glen als Dr. Pete Nichols,
Tanya Moodie als Judge Mary Meadows,
Olatunji Ayofe als Teddy,
Matt Gomez Hidaka als Terry Cooper,
Khairika Sinani als Raider Jean,
Carryl Thomas als Teddy's Mother/Evelyn,
Kieron Jecchinis als Reggie Smalls,
Caitlin Innes Edwards als Phoebe Wells,
Stefan Trout als Rick Wells u.a.
Kurzinhalt:
Im benachbarten Silo ist Juliette auf einen Mann getroffen, der sich in einem Panikraum verschanzt hat. Er selbst nennt sich Solo, da er der einzige noch lebende Mensch im Bunker ist. Als Juliette bewusst wird, dass den Bewohnern ihres Silos das gleiche Schicksal droht wie jenem, in dem sie sich nun befindet, sucht sie verzweifelt nach einer Möglichkeit, wieder nach Hause zurückzukehren. Ein Feuerwehranzug verspricht die Lösung zu sein. Doch um zu diesem zu gelangen, braucht sie die Hilfe von Solo – und dieser weigert sich strikt, seinen Panikraum zu verlassen. Parallel dazu starten in ihrem Heimat-Silo trotz der Rede des Bürgermeisters langsam Unruhen. Nicht alle sind von seiner Erklärung des neuen, experimentellen Klebebands, wegen dem Juliette über den Hügel gelangt ist, überzeugt. Während Bernard und Robert alles daran setzen, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen, kommen Richterin Meadows zunehmend Zweifel daran, dass Juliette tatsächlich freiwillig nach draußen gegangen ist…
Review:
An "Solo" hat mir alles rund um Juliette Nichols und (Han?) Solo am besten gefallen. Am stärksten war für mich dabei jener Moment, als Juliette bewusst wird, dass sie mit ihrem Gang über den Hügel möglicherweise die gleiche Katastrophe ausgelöst hat, die sich in Solos Silo zugetragen hat. Rebecca Ferguson spielt diesen Moment der (erschütternden) Erkenntnis ausgezeichnet; und generell bringt dies eine gewisse Dringlichkeit ins Geschehen rund um sie ein, die der zweiten "Silo"-Staffel bislang gefehlt hat. Leider aber, und damit kommen wir zum großen Knackpunkt, wurde diese von wiederum meiner Erkenntnis – oder zumindest starken Vermutung – untergraben, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass sich Juliettes Rückkehr in ihren eigenen Silo bis zum Ende der Staffel (entweder überhaupt die letzte, frühestens aber die vorletzte Folge) ziehen wird. Und irgendwie, dem Gedanken, dass jetzt noch mehr als eine halbe Season vergeht und irgendwie die Laufzeit bei der Suche nach einer Möglichkeit zur Rückkehr verplempert wird, wirkte sich doch negativ auf meine Motivation weiterzuschauen aus (weshalb ich hoffe, dass mich "Silo" hier rasch eines Besseren belehren wird).
Dies auch deshalb, weil der Juliette-Handlungsstrang ja nicht der Einzige ist, wo ich den Eindruck habe, dass man sich – um die Staffel vollzubekommen – im Schneckentempo vorwärtsbewegt. Was nicht heißt, dass es hier nicht einige durchaus nette Momente und/oder Entwicklungen gibt. Ich mag beispielsweise, wie Pete Nichols – wohl beeinflusst durch die jüngsten Ereignisse rund um seine Tochter – das eine Schwangerschaft verhindernde Implantat bei der jungen Familie tatsächlich entfernt. Oder wie Richterin Meadows im Hinblick auf Juliettes Gang nach draußen – und die Frage, ob sie die Worte auch wirklich gesagt hat – nicht locker lässt. Demgegenüber verfehlte die erste kurze Eskalation der Lage, inklusive des Todes von Terry Cooper, die gewünschte schockierend-erschütternde Wirkung bei mir; wohl auch, weil seine Figur bei mir (zumindest in der zweiten Staffel; und die erste ist wohl schon zu lange her) keinen Eindruck hinterlassen hat. Wie ich generell gestehen muss, dass mir mit Ausnahme von Juliette und vielleicht noch ihrer Ziehmutter Martha Walker alle bei der Serie erschreckend egal sind, was natürlich unweigerlich auf die Spannung drückt. Doch auch davon abgesehen hatte ich, insbesondere im Mittelteil von "Solo", den Eindruck, dass sich das Ganze doch etwas zieht, und man (Lauf-)Zeit schindet. Das "Wissen" (eher: meine starke Vermutung), dass "Juliettes" Silo kein ähnliches Schicksal ereilen wird wie jenem von Solo, hilft auch nicht, da so leider auch die vermeintliche Eskalation die gewünschte beunruhigende Wirkung verfehlt. Immerhin, neben dem Gespräch zwischen Meadows und Bernard sorgte dann auch der Moment, wo Solo doch aus seinem Panikraum kommt, um Juliette zu helfen, für einen gefälligen Abschluss.
Fazit:
An "Solo" hatte es mir vor allem jener Moment angetan, als Juliette bewusst wird, was sie damit, dass sie es über den Hügel geschafft hat, möglicherweise angerichtet – und all die Bewohner ihrer Heimat potentiell zum Tod verdammt – hat. Das war wirklich stark, und gab ihrer Motivation, wieder in ihren Silo zurückzukehren, eine gewisse Dringlichkeit – die jedoch von meiner Vermutung, dass es bis zum Ende der Staffel dauern wird, ehe ihr dies gelingt, doch ziemlich untergraben wurde. Generell hatte ich auch bei "Solo" wieder den Eindruck, dass sich das Geschehen teilweise gezogen hat, eben, um Laufzeit zu schinden. Die erste Staffel habe ich hier deutlich flotter und dramatischer in Erinnerung. Einzelne gute Szenen, insbesondere rund um Bürgermeister Holland und Richterin Meadows, sowie das nette Ende mit dem seine Furcht doch überwindenden Solo, heben "Solo" aber (eben in Verbindung mit dem starken Auftakt) immerhin über den Durchschnitt.