Originaltitel: The Island Episodennummer: 1x11 Bewertung: Erstausstrahlung US: 16. April 1984 Erstausstrahlung D: 11. August 1996 Drehbuch: Gregory S. Dinallo Regie: Earl Bellamy Besetzung:
James Farentino als Frank Chaney,
Dana Carvey als Clinton 'JAFO' Wonderlove,
Sandy McPeak als Captain Braddock,
Dick Butkus als Richard 'Ski' Butowski,
Bubba Smith als Lyman 'Bubba' Kelsey,
Lisa Sutton als Terry Burke,
Thalmus Rasulala als Marley Winston,
Robert DoQui als Morris Priest,
Carolyn Seymour als Helen,
Eugenia Wright als Celine,
Joe Dorsey als Van Ark,
June Christopher als Secretary,
Frank Parker als Harter,
Ken Foree als Alfie,
Leonard Simon als Easley,
Marguerite DeLain als Sonia,
John Lafayette als Captain Nash,
Jay Scorpio als Soldier,
Richard Molnar als Sailor,
Jack Yates als Slate,
William Vaughn als George Gruly u.a.
Kurzinhalt:
Für einen Sonderauftrag wird Frank Chaney eine neue Kopilotin zur Seite gestellt: Terry Burke. Diese verfügt nämlich über Kenntnisse bezüglich des Einsatzorts – dem Inselstaat Malaga – die ihnen nützlich sein werden. Es geht darum, den Mordanschlag auf den dortigen Diktator zu verhindern. Zwar ist dieser eigentlich Russland freundlich gesinnt, und dementsprechend nicht unbedingt auf der Liste der Lieblings-Regierungschefs der USA; aber dass das KGB amerikanische Söldner für das Attentat bezahlt, um den Mord der US-Regierung in die Schuhe schieben zu können, kann man erst recht nicht gebrauchen. Und so fliegen Frank und Terry mit Blue Thunder los, während Bubba und Ski mit Rolling Thunder einreisen. Um die Mission erfolgreich auszuführen, brauchen sie die Unterstützung des Oppositionsführers Marley Winston. Dafür müssen sie diesen jedoch erst aus dem Gefängnis befreien…
Review:
Für die letzte Episode stellt man James Farentino im Cockpit von Blue Thunder einen anderen Co-Star zur Seite, nämlich Lisa Sutton. Da angesichts der Kurzlebigkeit und der mangelnden Popularität der Serie (die in den zwischenliegenden Jahren ja doch eher in Vergessenheit geraten ist) Informationen im Internet spärlich gesät sind, kann ich nicht sagen, ob dies als einmalige Ausnahme gedacht war, um die bekannte Dynamik durcheinanderzuwirbeln, oder es vielmehr Überlegungen gab, Dana Carvey aus der Serie rauszuschreiben und durch eine Schauspielerin zu ersetzen. So oder so: Gerade auch im Hinblick darauf, dass es sich um die letzte Folge der Serie handelt, ist Dana Carveys Abwesenheit auffällig bis stören. Denn irgendwie fühlt es sich ohne den "comic relief" im Cockpit nicht richtig an. Natürlich kann man argumentieren, dass die Serie doch eine ziemliche Würstelparty war, und man ruhig schon früher ein bis zwei Frauen in Hauptrollen hätte präsentieren können, um die Geschlechterwaage zumindest ein bisschen auszugleichen. Aber nach zehn Folgen hatte sich für mich das Team James & Dana schon eingespielt, weshalb er mir hier doch ziemlich abgegangen ist.
Aber auch was das Setting und den Auftrag betrifft unterscheidet sich "Das Söldnerkommando" von den früheren Folgen. Waren diese überwiegend auf den Großraum Los Angeles fokussiert, und handelte es sich im Wesentlichen um "gewöhnliche" Polizeieinsätze, wird es diesmal – zumindest vom Setting her (gedreht wurde natürlich trotzdem im Umland von L.A.) – international, und geht auch stärker in eine militärische Richtung. Auch hier wieder: Schwer zu sagen, ob man damit einfach mal für etwas Abwechslung sorgten wollte, oder es vielmehr ein letzter, verzweifelter Versuch einer Kurskorrektur war, um die Serie doch noch zu retten. Wenn letzteres, ist es jedenfalls nicht gelungen. Beide Änderungen führen aber dazu, dass sich "Das Söldnerkommando" irgendwie wie eine andere Serie anfühlt – und zumindest ich fand diese jetzt nicht unbedingt besser. Zwar gibt es immer noch ein bisschen Humor, insbesondere dank dem Duo Ski und Bubba (schon allein, wie sie die Waffen ins Land schmuggeln, war köstlich; und auch ihr Besuch einer Kneipe, wo sich die Schlägerei dann nicht ganz so entwickelt wie man das erwarten würde, sticht diesbezüglich hervor). Mit Dana Carvey ist aber ein wesentlicher Humorfaktor verloren gegangen. Aber auch die eine oder andere bittere Szene, wie der Mord an Sonia, machen aus "Das Söldnerkommando" eine ernstere Angelegenheit. Leider wird der (dem Unterhaltungswert nicht zuträglichen) Rückgang beim Humor nicht durch ein Mehr an Spannung und/oder Action ausgeglichen. Zwar knallt es am Ende nochmal recht schön, an frühere Action-Highlights der Serie konnte die entsprechende Einlage aber nicht anknüpfen. Insofern war das in meinen Augen ein schlechter Tausch.
Fazit:
Entgegen des nebenstehenden Bildes verabschiedet sich die auf dem gleichnamigen Film basierende Serie "Das fliegende Auto" mit "Das Söldnerkommando" nicht mit einem Knall, sondern einem Wimmern. Mein größter Kritikpunkt war dabei der Austausch von Dana Carvey mit Lisa Sutton. In einer beliebigen Episode wäre das eventuell eine nette Abwechslung gewesen, aber dass in der letzten Folge der Serie damit die gewohnte und von mir auch durchaus geschätzte Dynamik zwischen Frank Chaney und Clinton Wonderlove gefehlt hat, fand ich dann doch sehr schade. Zumal zumindest auch in diesem ersten und einzigen Auftritt die Chemie zwischen Sutton und Farentino so toll nicht ist (da schlug sich Kimberly Alexander in "Jagd auf Mr. M" ungleich besser). Aber auch mit dem Wechsel des Settings hin zum fiktiven Inselstaat Malaga, und damit zugleich dem Schwenk weg von einem Polizei- hin zu einem Militäreinsatz – tat man "Das Söldnerkommando" in meinen Augen keinen Gefallen. Falls die Episode als wirklich als möglicher Kurswechsel bei einer Fortführung gedacht war, bin ich froh, dass dies nicht geklappt hat – weil auch wenn ich von "Das fliegende Auge" insgesamt nicht sonderlich begeistert gewesen sein mag, aber die hier angeteaserte Serie hätte mir wohl noch weniger gefallen.