Originaltitel: Maintenance Episodennummer: 1x05 Bewertung: Erstausstrahlung US: 06. Dezember 2002 Erstausstrahlung D: 04. Dezember 2003 Drehbuch: Leslie Bohem Regie: Félix Enríquez Alcalá Besetzung:
Eric Close als John,
Catherine Dent als Sally Clarke,
Chad Donella als Jacob Clarke,
Julie Ann Emery als Amelia Keys,
Dakota Fanning als Allie Keys,
Matt Frewer als Dr. Chet Wakeman,
Desmond Harrington als Jesse Keys,
John Hawkes als Marty Erickson,
Ryan Hurst als Tom Clarke,
Chad Morgan als Becky Clarke,
Andy Powers als Eric Crawford,
Emily Holmes als Julie Crawford,
Matthew Walker als Dr. Franklin Traub,
Devin Douglas Drewitz als Young Charlie Keys,
Anysha Berthot als Young Mary Crawford,
Alessandro Juliani als Bobby Jones,
Ken Camroux-Taylor als Luke Reynolds,
John B. Lowe als Dr. Findlay,
Steve Makaj als Sweatshirt Guy,
Terry David Mulligan als Interviewer u.a.
Kurzinhalt:
Nach dem Tod seines Vaters hat Eric Crawford die Führung über das UFO-Programm des US-Militärs übernommen. Zehn Jahre später ist er überrascht, dass der frühere UFO-Skeptiker Tom Clarke auf einmal seine Meinung geändert hat, und in Interviews nun behauptet, davon überzeugt zu sein, dass es Außerirdische gibt, und sie die Erde besuchen. Eric ist die Verbindung seines Vaters zu den Clarkes noch in bester Erinnerung. Er vermutet, dass Toms Bruder Jacob – von dem man vermutet, dass er von einem Außerirdischen abstammt – noch am Leben ist. Um mehr darüber zu erfahren, macht er sich – so wie einst sein Vater bei ihrer Mutter – an Toms Schwester Becky ran. Bis er sich auf einmal, auch für ihn völlig überraschend, Hals über Kopf in sie verliebt – und ihr das Angebot macht, gemeinsam durchzubrennen. Jesse Keys scheint indes sein Leben in den letzten Jahren – dank seiner Ehe mit Amelia– in den Griff bekommen zu haben. Bis er auf einmal nach einem Einsatz wieder zwei Stunden verliert, und befürchtet, neuerlich entführt worden zu sein. Vor allem aber möchte er seinen Sohn Charlie davor beschützen, dasselbe Schicksal zu erleiden…
Review:
Anstatt gleich zu Beginn der Folge in die Zukunft zu springen, knüpft die erste Szene noch an das Ende von "Härtetests" an. Wir sehen, wie Eric Crawford das US-Militär davon überzeugen kann, ihm die Führung über das UFO-Programm – von dem sein Vater kurz zuvor gefeuert wurde – zu übergeben. Dabei wurde auch deutlich, dass Eric die ganze Zeit wusste, dass Owen seine Frau – Erics Mutter – ermordet hat. Nach diesem Prolog springen wir dann rund zehn Jahre in die Zukunft, zum Oktober 1980, kurz vor Halloween. Im Zuge des Programms werden nach wie vor Experimente an Menschen durchgeführt, für die in erster Linie Dr. Chet Wakeman (Neuzugang Matt Frewer) verantwortlich ist. Entgegen meiner Annahme am Ende von "Härtetests" – eben wegen der Art und Weise, wie er sich dort bei Erics Tod verhalten hat – ist Eric aber doch nicht ganz so skrupellos wie sein Vater. Dies zeigt sich dann nicht zuletzt auch, wenn er die Fühler in Richtung Becky ausstreckt. Zu Beginn denkt man, dass er sie – so wie Owen deren Mutter – nur ausnutzt, um an Jacob heranzukommen. Dann jedoch wird deutlich, dass sein Angebot, gemeinsam durchzubrennen, ernst gemeint ist.
Die Tatsache, dass Becky in ihrer Ehe nicht glücklich ist, führt dann dazu, dass sie eben dieses Angebot ernstlich in Betracht zieht – trotz der Skepsis und Warnung ihres Bruders, der davon überzeugt ist, dass Eric so wie sein Vater nur an Jacob interessiert ist. Dieser zugegebenermaßen doch etwas seifenopernartige Handlungsstrang, der mich nur bedingt ansprechen konnte, führt dann aber immerhin zu einer der besseren Szenen der Folge, als Becky vor eben dieser schwierigen Entscheidung steht. Wie sie zuerst dabei ist, das Haus zu verlassen, dann doch wieder inne hält, und letztendlich das Licht abdreht und wieder nach oben ins Bett geht, war gut geschrieben, gespielt und inszeniert. Denn ungeachtet hat mich dieser Handlungsstrang aber nur sehr bedingt angesprochen – wobei er immerhin noch besser war als alles rund um Tom Clarke, der hier nun, nachdem er jahrelang Bücher gegen die UFO-Lüge geschrieben hat, von einer Talkshow zur nächsten tingelt, um darüber zu sprechen, dass Aliens und UFOs doch existieren. Doch warum? Damit meine ich nicht den Grund dafür, warum er seine Meinung geändert hat – das ist klar. Aber was erhofft er sich davon, damit auf diese Weise an die Öffentlichkeit zu gehen? Bringt er damit nicht seinen Bruder Jacob erst recht wieder in Gefahr? Das erschien mir doch ziemlich konstruiert. Und dann ist da noch alles rund um Jesse Keys. Zugegeben, die Szene mit dem Alien-Doppelgänger von ihm, der versucht, Charlie zu sich zu locken, war schon ziemlich cool. Und das mit dem Implantat am Ende, welches plötzlich aus der Nase fällt, durchaus interessant. Davon abgesehen gelang es der Storyline aber, wie schon in den Episoden davor, einfach irgendwie nicht, mich anzusprechen – wobei ich selbst nicht sagen kann, woran es liegt, am Drehbuch, oder Desmond Harringtons Darstellung. Insofern war "Die Versuchung" auf "bestem" Kurs, die Episode davor nochmal zu unterbieten. Und dann kamen die wirklich großartigen letzten paar Minuten, die zum besten gehören, was die Serie bislang geboten hat. Angefangen dabei, wie die Militärtrucks aufgehalten werden, über das von Hubschraubern transportierte UFO, bis hin zum Auftauchen des Mutterschiffs, welches dieses vor den Augen der versammelten Menschenriege befreit. Das war schon echt ein sehr starker Moment.
Fazit:
Wir haben Halbzeit, und nachdem mir der Auftakt noch ziemlich gut gefallen konnte, ging es danach mit der Serie tendenziell doch eher bergab. "Die Versuchung" wäre insgesamt wohl die bisher schwächste Folge der Serie geworden, wenn da nicht das famose Finale wäre – welches sie dann doch noch in die Durchschnittlichkeit rettete. Davor fand ich in erster Linie die nähere Betrachtung von Eric – der sich doch stärker von seinem Vater unterscheidet, als ich das nach dem Ende von "Härtetests" vermutet hatte – und seine Affäre mit Becky interessant. Die Szene, wo sie sich entscheiden muss, ob sie ihre Familie verlässt, um mit ihm abzuhauen, war für mich neben dem Ende die stärkste der Folge. Demgegenüber konnte leider auch "Die Versuchung" nichts daran ändern, dass ich mich der Keys-Familie nach wie vor nicht wirklich verbunden fühlte, und dementsprechend mit ihnen auch nicht mitfieberte. Und wie Tom Clarke hier auf einmal mit seinem Sinneswandel an die Öffentlichkeit geht, erschien im Hinblick auf die Herkunft seines (Halb-)Bruders auch ziemlich unüberlegt. Und doch: Der starke Ausklang schaffte es trotz allem wieder, mein Interesse am weiteren Verlauf der Handlung zu wecken.